Persönliches Budget in Berlin beantragen - Wie geht das?

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Karin D.
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Persönliches Budget in Berlin beantragen - Wie geht das?

Beitragvon Karin D. » 04.04.2017, 15:39

Wie beantragt man das Persönliche Budget? Bezirksamt/Sozialamt?

Ist es kompliziert? Früher haben sie auf dem Bezirksamt alles so abschreckend dargestellt, dass ich glaube, es wird nicht gern gesehen.

Für uns scheint es aber doch perfekt geeignet zu sein. Seit Andi aus der Schule ist, heißt es nicht mehr "Einzelfallhilfe" sondern "Betreutes Einzelwohnen", und es ist ein ziemlicher Krampf. Der bisherige Freie Träger hat keine Leute - der bisherige Helfer hat nach 7 Jahren aufgehört und sich selbständig gemacht.
Trägerwechsel, und ich finde alles nur noch kompliziert und für uns nicht passend.

Ich danke im Voraus für eure Antworten.

Karin
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Beitragvon Karin D. » 04.04.2017, 15:47

Ich nehme an, das Pflegegeld wird nicht gekürzt oder dafür verwendet?

Sondern statt der bisherigen Maßnahme "BEW" wird das Geld direkt an uns gezahlt und wir suchen selbst Assistenten für die Begleitung und Aktivitäten aus.

Ist es dann schwer, geeignete Assistenten zu finden?
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Beitragvon RolliTanteSilvi » 04.04.2017, 16:40

Hallo Karin,

wie alles was man beantragt, muss man gut begründen, sich informieren und Zeit aufbringen. Einfach wird es sicher nicht - sehr papierintensiv.

im Anhang findest Du ein Antrag - pdf Datei - am PC ausfüllbar:

Infos:

:arrow: https://www.berlin.de/hvp/service/persoenliches-budget/

:arrow: https://www.bmas.de/SharedDocs/Download ... cationFile

:arrow: http://www.bmas.de/DE/Service/Medien/Pu ... huere.html

LG Silvi
Dateianhänge
persönl_Budgets_Antrag.pdf
(57.34 KiB) 11-mal heruntergeladen
Moritz (geb.2007) - richtiger Sonnenschein und "Wirbelwind" mit Muskeldystrophie des Typs Duchenne - hat beide Eltern bei einem Autounfall verloren - seit 2017 Diffuser Ösophagusspasmus (Schluckstörung) - seit 2018 Tracheastoma & GastroTube
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Beitragvon Karin D. » 04.04.2017, 18:28

Dankeschön!

Papierintensiv, und am Ende findet man keine Assistenten - das ist meine große Befürchtung. Die Freien Träger suchen alle händeringend nach Leuten und inserieren überall.

Wie sieht es dann mit Assistenten aus?

Ich hab inzwischen gelesen, Pflegegeld wird bei "Hilfe zur Pflege" gekürzt, jedenfalls, wenn man das PB für Pflege einsetzt. Aber das brauchen wir nicht sondern für Freizeit.

LG, Karin
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Beitragvon RolliTanteSilvi » 04.04.2017, 19:21

Hallo Karin,

wenn Du selbst suchst kannst du jede Person nehmen die deinen Anforderungen entspricht - dann bist du gleichzeitig Abeitgeber mit allen Vor - und Nachteilen

Arbeitgebermodell:
:arrow: http://asl-berlin.de/
:arrow: http://www.asl-berlin.de/Deutsch/Arbeitgebermodell.htm
:arrow: http://www.assistenzberatung.de/node/

:arrow: http://raul.de/allgemein/auf-der-suche- ... -menschen/

oder du suchst Dir einen Träger - sieh mal: http://www.futura-berlin.de/persoenlich ... erlin.html

Ein Kumpel von uns hat seine ehem. Betreuerin und andere Kumpel über das Arbeitgebermodell angestellt.

LG Silvi
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Beitragvon B.Elisabeth » 04.04.2017, 22:52

Du findest auch hier Hilfe:
Assistenz.de
oder auch
akse e.v.
beides wohl in Berlin



LG von Barbara

Karin D.
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Beitragvon Karin D. » 05.04.2017, 08:05

Liebe Barbara,

mit Assistenz.de hab ich Kontakt aufgenommen, und auch Formulare habe ich online zum Runterladen gefunden.

Was mich interessiert, sind die Erfahrungen der anderen Eltern/Betroffenen im Forum. Papier ist geduldig, aber wie ist die Praxis, der Alltag? Geht es gut, gibt es Assistenten, oder steht man mit der Bewilligung in der Hand da und findet keine Leute?

Liebe Grüße

Karin
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Beitragvon B.Elisabeth » 05.04.2017, 10:39

Hallo Karin,
ich habe mir selbst meine Leute gesucht und ganz ganz viel Glück gehabt damit.Dafür bin ich einen ganz unkonventionellen Weg gegangen und habe eine Suchanzeige über Facebook geschaltet. Daraufhin haben sich einige gelmeldet.
Mein Hauptassistent ( 37) ist geschieden, ohne Kinder und wohnt nur 5 Minuten von uns entfernt.
Er ist super flexibel und da er auf dem normalen Arbeitsmarkt wegen seiner Rheumaerkrankung
ohne Chancen ist, glücklich bei uns arbeiten zu können.
Zusätzlich habe ich noch 2 Helferinnen die als Urlaub und Krankheitsvertretung einspringen . Mir wurden 40 Stunden in der Woche genehmigt, davon macht der Hauptassistent 35 und die Frauen übernehmen den Rest.
Ich selbst mache ja auch noch einiges an Stunden, in der Woche z.B. die ganzen Nächte.
Ich habe das so ganz bewußt gewählt, da ich die Pflege weiterhin machen wollte und somit meine Rentenansprüche, das Pflegegeld sowie die damit verbundenen Leistungen nicht verliere.
Die Stunden für Verhinderungspflege und Betreuungsleistungen werden ebenfalls von den Helfern bei Bedarf geleistet.
Ich habe mir ja die Heilpädagogische Hilfe Bersenbrück mit ins Boot geholt. Der Assistent wurde praktisch bei dieser angestellt und die rechnen direkt mit dem Landkreis ab.
Ich habe also mit Lohnabrechnung nichts zu tun.
Ich mache aber die Dienstpläne und suche mir auch bei Bedarf neue Helfer.
Gerade gestern habe ich den neuen Bescheid vom Landkreis bekommen, dass die Assistenz für ein weiteres Jahr genehmigt wurde, diesmal direkt nach Aktenlage, was mich besonders freut.

Ich kann sagen, bei uns läuft es mehr als gut!!!!
Wir haben aber ja auch das Glück, dass wir die Oberwohnung unseres Hauses frei hatten und Steffen da wohnen kann.
Wir haben jetzt in den fast eineinhalb Jahren mehr Freizeit genießen können wie in den 22 Jahren davor zusammen.......


LG von Barbara


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