AOSF rückgängig machen?

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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PaulaW
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AOSF rückgängig machen?

Beitrag von PaulaW »

Ihr Lieben,

wer kennt sich aus ?

Der Sohn meiner Freundin geht in die dritte Klasse einer inklusiven
Schule.

Nun möchte sie irgendwann in eine Regelgrundschule wechseln und die Direktorin hat auch schon ihr OK gegeben. Allerdings nur wenn er dann
"das AOSF" los ist weil sie keine Inklusivkinder annehmen darf. So hab
ich es verstanden.

Kann man das AOSF loswerden und wenn ja wie ?

Es sieht so aus als hätte der Junge so gut aufgeholt, dass er eine
Regelgrundschule schafft.

Herzlichen Dank,
liebe Grüsse

Paula
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Sandra_mit_Rasselbande
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Beitrag von Sandra_mit_Rasselbande »

Jedes Kind hat ein Recht auf Inklusion. Inklusion bedeutet ja nicht nur, dass das Kind auf eine Förderschule gehen darf. Oder auf eine spezielle Schule. Sondern das die Eltern die Wahl haben zwischen Förderschule oder Inklusion an einer Regelschule.

Daher ist es widersinnig, den Förderbedarf abzuwählen. :wink:

Aber ja, man kann den Förderbedarf aufheben lassen. Dazu gibt es dann eine neue Förderkommision und dort kann dann der Antrag stellen. Mitglieder sind die Lehrer, der Rektor und die Eltern.
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AngelaMeyer
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Beitrag von AngelaMeyer »

Im Prinzip kann man das AOSF beenden. Wenn er so gut aufgeholt hat, sollte das Schulamt das ja genauso sehen. Die können das AOSF dann auch einstellen.

Bei uns war das auf der Weiterführenden Schule so. In den ersten Jahren kam ja immer eine Sonderpädagogin für einige Stunden pro Woche zur Förderung. Als klar wurde, dass er das nicht mehr braucht, wurde dann während eines Hilfeplan-Gesprächs die Beendigung des AOSF beschlossen. Den ich lief bei ihm die Eingliederungshilfe in Form einer Schulbegleitung weiter. Das in 2 verschiedene Sachen. Sollte der Junge also wider erwarten doch mal Probleme haben, könnte man an der Regelschule immernoch einen Schulbegleitung versuchen oder später auf der Weiterführenden Schule wiedereinmal AOSF Verfahren starten. Wenn er es nicht braucht auch prima!

Also kurz gesagt, beim Schulamt anrufen und klären was die Eltern für die Beendigung des AOSF tun müssen.

LG Angela
Sohnemann *2001 Asperger und HB
Minimann *2013 geboren mit 6. Zeh und Hypospadie (OP Anfang 2015), globale Entwicklungsstörung, geräuschempfindlich und (taktile) Wahrnehmungsstörung und seit März 2016 Epilepsie. Nach einem 2 Jahre dauernden tränenreichen Umweg über das Bardet Biedl Syndrom seit Februar 2016 endlich die Diagnose SYNGAP1 Mutation.

kati543
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Beitrag von kati543 »

Hallo,
ich denke das ist vom Bundesland abhängig.
Grundsätzlich stimme ich aber Sandra zu. Jedes Kind hat das Recht auf Inklusion - diese Aussage klappt so auf gar keinen Fall.
Bezüglich einer "Rücknahme" des AOSF - das würde bei uns nicht möglich sein - schon gar nicht zu dem Zeitpunkt (da ist das AOSF vorgeschrieben im Schulgesetz). Der übliche Weg wäre ein erneuter Förderausschuss, der dann eben feststellt, dass keine Hilfe mehr nötig ist.
LG
Katrin
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Alexandra2014
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Beitrag von Alexandra2014 »

Es ist richtig, dass jedes Kind ein Recht auf Inklusion hat! Aber nicht an jeder Schule. Es gibt sogenannte Schwerpunktschulen, an denen Inklusion stattfindet. Tatsächlich kann nicht jede Grundschule einfach ein besonderes Kind aufnehmen. Wenn, dann müsste individuell ein Antrag der aufnehmenden Schule zur Stadtverwaltung und dort vom Schulrat geprüft und abgesegnet werden.

Gruß
Alex

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Sandra_mit_Rasselbande
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Beitrag von Sandra_mit_Rasselbande »

Bin ich froh das wir in NDS leben.

Ich hoffe viele Eltern klagen gegen einzelne Landesschulgesetze 😮

Und das sage ich als Inklusionsgegnerin (in der aktuellen Umsetzung) ich denke nämlich: jedes Kind sollte die Wahl haben. Meine Kinder haben Forderschulen besucht. Und haben ganz klar profitiert
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susimitkids
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Beitrag von susimitkids »

Bei uns ins NRW hatten wir Eltern kein recht das aosf zu beenden. Das wurde aufgrund von Gutachten der Lehrer entschieden, wir mussten/durften am Ende nur unterschreiben, dass wir einverstanden sind. Die Aufhebung des Bescheides hat schlappe 9 Monate Bearbeitungszeit gebraucht...
Zu Ostern 16 hat die Schule festgelegt, dass das aosf nicht mehr gebraucht wird fürs neue Schuljahr, dann folgte elterngespräch und unsere Unterschrift unter dem Antrag zur Aufhebung.Vor zwei Wochen, märz 2017!!!!,kam die offizielle Aufhebung des Bescheides zum 01.08.2016....von der Bezirksregierung.
Eine ordentlich lange Bearbeitungszeit muss man einplanen.und solange der aufhebungsbescheid nicht da ist, läuft alles offiziell weiter.
j.2002 hashimoto (irrtümlich als adhs/Autismus diagnostiziert) schwarzer hautkrebs (rechtzeitig erkannt), Eisenmangelanämie, neorodermitis, exokrine Pankreas Insuffizienz, schuppenflechte und t. 2008 soweit gesund

_Marta
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Beitrag von _Marta »

Alexandra2014 hat geschrieben:Es ist richtig, dass jedes Kind ein Recht auf Inklusion hat! Aber nicht an jeder Schule. Es gibt sogenannte Schwerpunktschulen, an denen Inklusion stattfindet. Tatsächlich kann nicht jede Grundschule einfach ein besonderes Kind aufnehmen.
Nur zur Info: Für Hamburg stimmt das nicht mehr. Der Schulleiter "unserer" Schwerpunktschule sagte mir, es gibt für Hamburg mindestens einen gerichtlich durchgestrittenen Präzedensfall: freie Schulwahl und gleiche Auswahlkritierien gelten für alle Schüler, auch für Inklusionskinder. Inklusionskinder haben zusätzlich noch ein Recht auf die nächstgelegene Schwerpunktschule, wenn sie dort hinmöchten.

("Gleiche Auswahlkriterien bedeutet in: die Nähe der Schule ist vorangig entscheident. Und da bei uns z.B. die Schwerpunktschule ca 35 min entfernt ist, unsere Wunschschule aber nur 500 m, spielt das bei uns eine große Rolle.)
Sohn *09/10, Frühgeburt
Verschiedene Ärzte, verschiedene Diagnosen:
2018 - F90.0G, F84.1V, F82.1 (KJP)
2019 - F92.8, F82.1 (SPZ) - (hält die KJP für falsch)

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