Unterrichtsbefreiung für Therapien

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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oy1970
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Unterrichtsbefreiung für Therapien

Beitragvon oy1970 » 16.09.2016, 20:21

Hallo,

weiß jemand, wie es rechtlich aussieht?

Ich würde unseren Sohn, der momentan noch auf eine Förderschule 3. Klasse geht, gerne regelmäßig an einem Tag in der Woche für zwei Schulstunden (entweder Religion oder Werken ) befreien lassen, damit er in dieser Zeit zur Logopädie/ Rechtschreibtherapie kann.

Laut Klassenlehrerin wäre dies nach Rücksprache mit der Schulleitung leider nicht möglich. Mich irritiert etwas, dass unser Sohn im letzten Schuljahr 2 mal wöchentlich in der Schule Ergotherapie hatte. Da konnte er vom Unterricht befreit werden.

Kurz zu den Beweggründen: In der Regel kommt unser Sohn gegen 14.15Uhr aus der Schule. Bis 14.45 Uhr Mittagessen und dann braucht er definitiv seine Auszeit. Wenn wir um 15.30 starten würden könnten wir nach 45Minuten Fahrzeit also frühestens um 16.15Uhr mit der Therapie beginnen. Da ist er durch und ist verspreche mir dann einfach keine wirklichen Erfolge mehr von der Therapie.

LG
Sohn ´05 Frühkindlicher Autist, ADHS
Tochter

sandy29
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Beitragvon sandy29 » 16.09.2016, 20:36

Hallo oy1970,

dass nennt sich Unterrichtsverkürzung und natürlich gibt es das....

Rein rechtlich gesehen kann ich Dir nur aus unserer Erfahrung sagen, dass wenn Du gut mit der Schulleitung kannst könnte das Rektor entscheiden. Mit ärztlichem Attest bist Du auf der sichern Seite, dass heißt der Rektor muss sich dann nach dem Attest richten.

LG Sandy
Sandy und ihre Mäuse J. (20) J.-L. (16) N. (15) und R. (1)

kati543
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Beitragvon kati543 » 17.09.2016, 12:52

Hallo,
das kommt darauf an. Prinzipiell geht eine Unterrichtsverkürzung mit Zustimmung des Schulleiters schon, aber Werken und Reli sind nun leider gerade Fächer, die ungern gekürzt werden.
Unser Schulleiter kürzt auch problemlos wegen Therapien, aber er kürzt definitiv nicht Sport, Schwimmen, Musik, Kunst, Psychomotorik, Werken, Reli/Ethik, Alltagspraktische Fähigkeiten und Englisch weg. Gerade in den "Nebenfächern" wird ja ungemein gefördert - einerseits durch die Projektarbeit, andererseits durch die Bewegung/Motorik, Sprache durch Musik,...
Jegliche Therapien müssen während der Hauptfächer Deutsch, Mathe und Sachkunde stattfinden. Da darf gekürzt werden. Ebenso wird es erlaubt, wenn das Kind an 2-3 Lernzeiten pro Woche fehlt - das wäre soetwas wie Hausaufgabenbetreuung (gebundener Ganztag). Die Lehrer geben dem Kind dann die Hausaufgaben mit nach Hause zur Erledigung. Allerdings ist immer offen, was das Kind wann machen will. Es gibt eben für z.B. 30 Blätter Hausaufgaben einen Abgabetermin in 1 Monat.
Habt ihr denn mal mit dem Schulleiter gesprochen, warum er diese Entscheidung getroffen hat? Die Stundenverkürzung gibt es definitiv.
LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

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Beitragvon Rike04 » 17.09.2016, 14:13

Hallo,

ich kenne es von Förderschulen eigentlich so, dass teilweise der Unterrichtsplan darauf ausgerichtet ist, bzw. es gibt extra Stunden, welche für Therapien freigehalten sind,Pausen sind länger und es gibt Stunden indenen Einzelförderung stattfindet, so hat ein Teil der Kinder eh etwas anderes und dort werden dann auch Therapien reingeschoben.

Wir hatten es auch schon so, dass bei einer von Extern kommenden Therapeutin dies trotzdem nicht gepasst hat. So ist das Kind 15 min eher aus dem einen Fach geholt wurden. Das ging dann in die längste Pause rein ( 45 min Therapie) und danach konnte es so noch einen Teil Pause machen und war im nächsten Fach wieder pünktlich dabei.
Viele Grüße
Rike

Sandra73
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Beitragvon Sandra73 » 17.09.2016, 20:35

Hallo,
unsere Tochter hatte in der Regelschule, als Regelkind in der sechsten Klasse freitags zwei Schulstunden problemlos freibekommen, um zur Therapie gehen zu können. Es fand zu dieser Zeit Klassenrat statt. Und Werken und Religion sind nicht wirklich absolut relevante Fächer wie z.B. Hauptfächer. Hätte unsere Tochter zu dieser Zeit ein HUptfach gehabt, wäre es schwierig geworden.
PS, *99, Gb,ADHS, seit 2017 Diagnose frühkindlicher Autismus,Epilepsie
PT, *02, PTBS

konik
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Beitragvon konik » 18.09.2016, 11:59

Hallo ,

Natürlich geht es. Rechtlich kann ich dazu nichts beitragen, aber ob es eine Förderschule ist , wo meist andersrum gedacht wird( sieht man ja auch hier welche Fächer wichtig sind , da es hier in erster Linie um Altagspraktisches geht ) oder eine Regelschule die ein I Kind hat ( hier sind natürlich die Hauptfächer wichtig sofern zielgleich) bleibt sich gleich. Der Rektor muss zustimmen.
Es steht und fällt mit dem Rektor. Für mal eine Stunde kann das auch der Lehrer entscheiden, aber regelmäßig nur der Rektor.
An den Förderschulen ist ja in der Regel gewünscht , das man sowas dort macht , dann wird es in den Tag eingebaut . Das ist auch gut für die Schule.
Im Grunde musst du da Überzeugungsarbeit leisten.
Ich würde direkt einen Termin machen .
Das Problem Schule/Therapien/Nachmittag haben Alle.
Bei mir zB sind alle Nachmittage voll .

Aber Versuch es.

Grüße Koni

Rike04
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Beitragvon Rike04 » 18.09.2016, 12:02

-->>> wir haben es jetzt in der zweiten Jahreshälfte endlich mal geschafft, den Mittwochnachmittag therapiefrei zu halten. Kann ich nur empfehlen, so hat man noch einen flexiblen Tag für andere Arzttermine bzw. wenn nix ist, eben auch mal Luft.
Viele Grüße
Rike

konik
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Beitragvon konik » 18.09.2016, 15:57

Rike das ist toll!
Genießt den freien Tag!

Das ist so wichtig Luft zu haben einfach nichts tun zu müssen.

Gerade wenn es mehr wie ein Kind gibt das Therapien macht , wird es schwierig und dauert bis man soweit ist alles abgestimmt hat .

Bei uns ist jetzt ein Stop angesagt da wir umziehen . Da brauchen wir erst mal jede Minuten nach Schulschluss um uns einzugewöhnen , anzukommen. Danach wird es dann wieder weiter gehen .

Aber noch mal zum Beginn des Fadens ,
Es ist schwierig und man muss es ausprobieren. Es kommt auf das Kind an, die Therapieart , wie viel am Morgen gefordert wurde, wie gut bei einer Auszeit regeneriert wird usw.
Wenn ihr die Anfahrt habt von 45 Minuten , vielleicht könntet ihr ja auch direkt fahren nach der Schule und dort noch entspannen. Vielleicht mit irgend etwas Schönem ?
So , kann die Motivation für diesen Tag , ersteigert werden....manchmal hilfts.

Liebe Grüße
Konik

Kaja
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Beitragvon Kaja » 18.09.2016, 18:58

Hallo Oy,

in jedem Schulgesetz bzw. der entsprechenden Schulbesuchsverordnung gibt es eine Regelung, wann wer eine (stunden- oder tageweise) Befreiung vom Schulbesuch aus wichtigem Grund aussprechen kann. Dann müsst ihr -am besten mit entsprechenden Arztschreiben belegt - einen schriftlichen Antrag an diese Stelle (Klassenlehrer, Schulleiter, Schulbehörde) stellen und diesen wichtigen Grund so ausführlich wie möglich darlegen.

Viele Grüße Kaja

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Re: Unterrichtsbefreiung für Therapien

Beitragvon Regina Regenbogen » 19.09.2016, 07:15

Ich würde unseren Sohn, der momentan noch auf eine Förderschule 3. Klasse geht, gerne regelmäßig an einem Tag in der Woche für zwei Schulstunden (entweder Religion oder Werken ) befreien lassen, damit er in dieser Zeit zur Logopädie/ Rechtschreibtherapie kann.
Warum gerade diese beiden Fächer, liegen die am Anfang oder Ende des Schultages?
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese


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