Förderkindergarten - jetzt schon?

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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MelSch
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Förderkindergarten - jetzt schon?

Beitragvon MelSch » 12.06.2016, 14:53

Hallo!

Mein Sohn ist knapp 2 Jahre alt und hat ein paar (kleinere?) Baustellen.

Er kann nicht kauen, verschluckt sich ständig und ißt daher nur pürierte Kost.
Er hat Probleme mit der Sprache, macht jetzt aber gute Fortschritte. Motorisch hat er auch seine Defizite, kann jetzt aber alleine laufen (gehen). Er ist entwicklungsverzögert um ca. 6 Monate.

Jetzt wurde mir von unserer Logopädin (arbeitet auch in der Frühförderstelle) geraten, meinen Kleinen im Förderkindergarten anzumelden. Die Plätze wären wohl sehr rar... Sie meinte, daß er wohl im Regelkiga untergeht.
Er käme im Herbst 2017 in den Kindergarten.

Kann man das JETZT schon sagen?!
Soll ich ihn wirklich anmelden, oder kann man noch warten?
Ich habe ja immer noch die Hoffnung, daß er einiges aufholt....

LG,
MelSch

Bianca87
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Beitragvon Bianca87 » 12.06.2016, 15:30

Hallo MelSche,

Ich denke, dass ist überall unterschiedlich. Wir haben unseren Sohn erst im November in einem Integrationskindergarten angemeldet und Februar gehen bei uns die Zusagen raus. Also ziemlich knapp und wir hatten schon im Januar eine mündliche Zusage. In unserer KiTa gibt es Gruppen mit 15/16 Kindern und davon sind dann 5 Förderkinder.

Er wird bestimmt noch was aufholen aber die Frage ist, wie lange er dafür braucht und dafür ist es sicherlich hilfreich wenn er in der KiTa extra Förderung erhält, damit die Schere nicht weiter auseinander klafft. Förderungen sind ja spielerisch, von daher wird dein Kind ja keinen Nachteil haben diese zu bekommen.
Allerdings kann ich natürlich aus der Ferne nicht beurteilen was DEIN Kind braucht.
Ich persönlich würde den Rat deiner Logopädin annehmen und mir KiTas anschauen die Integration anbieten und extra Therapeuten vor Ort haben.

Liebe grüße
Bianca
Zoey, *09.02.11
John, * 25.12.13 Frühkindlicher Autist

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Tanja2014
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Beitragvon Tanja2014 » 12.06.2016, 16:51

Hallo, Mel,

was genau meinte sie denn mit Förderkindergarten? Einen heilpädagogischen KiGa? Einen Sprachheil-KiGa? Oder eine integrative Gruppe? Und woran genau hat sie das fest gemacht? Weil er noch nicht spricht?

Es würde doch auch nichts dagegen sprechen, Dir unterschiedliche Einrichtungen anzusehen und ihn dann auch bei unterschiedlichen Einrichtungen anzumelden. Letztendlich entscheidet ja die Kita-Leitung, ob und unter welchen Voraussetzungen sie Deinen Sohn betreuen kann.
Viele Grüße
Tanja
mit B. (*2012) - Extremfrühchen, spastische ICP beinbetont GMFCS Level 1
und Wirbelwind (*2013)

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katrinchen
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Beitragvon katrinchen » 12.06.2016, 17:04

Hallo Mel,

du hast ja jederzeit die Möglichkeit, dein Kind in eine andere Einrichtung (ob nun Regel- oder I- Gruppe) wechseln zu lassen. Wenn der heilpädagogische Kindergarten gut ist (das kannst du ja durch Hospitieren herausfinden), dann wird dein Sohn ja dort gut gefördert werden. Wenn es dir allerdings noch zu früh ist und er lieber noch zu Hause bleiben soll, dann lass dich nicht drängen. Das mit den raren Plätzen stimmt vielleicht, aber was hast du von einem Platz, den du nur "mit Bauchschmerzen" nutzt?

LG Katrin
Katrin (*83), Förderschullehrerin an einer Förderschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung

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Beitragvon kati543 » 12.06.2016, 17:59

Hallo,
naja, ich sehe das immer etwas pragmatisch.
Das die Sprache noch nicht da ist - ok. Es gibt Kids, die kommen da später. Außerdem hat er ja offenbar sowieso mit der Mundmotorik arge Probleme.
Mich würde es jetzt eher wundern, warum er nicht kauen kann und sich ständig verschluckt. Hat dein Kind schon eine Diagnose?

Das mit dem Aufholen ist so eine Sache. Irgendwie wünschen wir uns das Alle. Und allermeistens klappt es auch, dass die Kinder das ein oder andere erlernen, nur in der Zeit haben gesunde Kids schon 3 andere Dinge gelernt - die Schere wird also immer größer. Ich glaube "aufholen" klappt nur bei an sich gesunden Kindern, die vielleicht nur einen "schlechten Start" oder ein traumatisches, einschneidendes Erlebnis hatten. Wo eben die Entwicklung für einen Moment stagnierte, aber jetzt weitergeht und dank Förderung alles aufgeholt werden kann.

LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

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Beitragvon T.Sophie » 12.06.2016, 18:20

Hallo!

Ich denke wenn das Ziel ist, dass ein Kind später relativ problemlos mit gleichaltrigen mithalten können soll, muss das auch früh genug entsprechend gefördert werden. Von alleine wird ein Kind nicht einfach so alles mögliche aufholen können.
Abgesehen davon gibt es natürlich Kinder die eine entsprechende Krankheit oder Behinderung haben die es nicht schaffen können alles entsprechend aufzuholen. Das sollte dann aber auch nicht das Ziel sein. Viel wichtiger ist es doch, das ein Kind gut gefördert und gefordert wird und seine eigenen Ziele und Fortschritte erreichen kann.


LG T.Sophie
Baujahr 1988 / diverese Traumafolgestörungen / Tinitus, Dysplasie im Knie / chronische Magen-Darm-Probleme (subtotale Dickdarmentfernung + Entfernung der Galle)
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ein.ZIG.Artig

Anna-Nora
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Beitragvon Anna-Nora » 12.06.2016, 18:33

Hallo Mel,

ich schließe mich da meiner Vorrednerin an - die Hoffnung auf "Aufholen" haben hier bestimmt sehr viele und ich denke, sehr viele, einschließlich meiner Person, müssen sich damit abfinden, dass einiges aufgeholt wird, einiges aber einfach länger braucht und manches auch gar nicht so richtig "richtig" wird....was natürlich nicht heißt, dass das bei euch der Fall sein muss, aber man sollte es im Auge behalten.

Insofern ist es sicher nicht verkehrt, sich mal kundig zu machen - ob man sich direkt anmelden muss, ist natürlich ein andere Sache, die aus der Ferne und ohne Dein Kind zu kennen schlecht zu beurteilen ist.

Hier in NRW gibt es integrative KiGas und heilpädagogische KiGas. Die heilpädagogischen sind wohl eher (oder besonders) für die stärker betroffenen Kinder geeignet, während bei leichteren Störungsbildern eine integrative Lösung (z.B. 5 Förderkinder und 10 Regelkinder in einer Gruppe) oft auch sehr vorteilhaft sein kann. Meine Tochter war in einem integrativen KiGa (ihr Hauptproblem war die noch fast fehlende Sprache), und wir waren sehr zufrieden. Auch dort waren die Plätze rar.

Ein Jahr ist schnell um und man kann auch nicht einfach hingehen und erwarten einen Platz zu bekommen, das Ganze ist ein Verfahren, was sich länger hinziehen kann (war zumindest bei uns damals so).

Wünsche Dir eine gute Entscheidung!

Viele Grüße
Anna
Ich (*69) mit Nora (*07), Sprachentwicklungsstörung und ein paar kleinere Baustellen, ADS/ADHS

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Beitragvon Manuela1304 » 12.06.2016, 19:39

Hallo

ich würde mich sofort um einen Platz bemühen, gerade heilpäd.Plätze sind sehr schlecht zu bekommen, zumindest bei uns. Ich komme aus NRW, das problem war unter anderem auch das viele Kinder schon mit 2 Jahren in den Kindergarten gehen, und die nehmen ja quasi dann den Platz weg wenn dein Kind mit 3 Jahre rein soll. Dann müssen die Kindergärten vorschulkinder bevorzugt aufnehmen, sagte man uns. So das dadurch wieder Platze schwinden, dann werden Geschwisterkinder vor fremde Kinder genommen.

Bei unserem Sohn in die Gruppe sind es 4 "alte"Kinder und 4 neue. In der anderen Gruppe weiss ich es nicht genau aber höchstens auch 4 Plätze gewesen, wenn überhaupt, ich meine sogar nur 2.
Also dieses Jahr hatten dort nur 6-7 Kinder einen Platz bekommen.
Manche Jahre sieht es noch schlechter aus.

Es gibt aber auch dort integrativplätze. Wieviele dort aufgenommen wurden weiss ich nicht.

Unser Sohn wird ende des Monats 3 Jahre und ich bin froh einen Platz bekommen zu haben. Wir haben ihn mit unter einem Jahr dort angemeldet wo wir noch nicht genau wussten wie er sich entwickelt, allerdings war schon klar das es höchst wahrscheinlich auf einen Förderplatz hinauslaufen wird.

Du kannst den Platz immer abmelden, ich würde ihn überall anmelden wo du es dir angesehn hast und für gut befunden hast. Leider bekommt man nicht immer den Platz den man mchte.
Ein heilpäd. Kindergarten hat unseren Sohn abgelehnt da er nicht in die gruppe passen würde.

Er ist global entwicklungsverzögert, kann noch nicht laufen, noch nicht sprechen, essen überhaupt nicht zuverlässig hat eine PEG.
Wann er was aufholt, wenn überhaupt kann man nicht sagen aber wahrscheinlich wird das nie zu 100 % in der Kindergartenzeit sein, sodass ein heilp.Platz nicht verkehrt sein wird.
Der Betreuungsschlüssel ist einfach super gut, förderung läuft ebenfalls im Kiga.
Kleinstgruppe genial, nur 8 Kinder, aufgrund der Blindheit und dem gesamtpaket wäre eine grössere Gruppe für ihn untragbar meiner Meinung nach.

Auch wenn dein Sohn was in den nächsten Monaten wird er bestimmt einen hheren bedarf haben als ein gesundes Kind, ein heilpäd. Platz schadet doch nicht, bevor du keinen Platz bekommst würde ich ihn auf jeden fall anmelden.
Wenn du keinen heilpäd. Platz möchtest dann schau nach einen integrativplatz auch die sind nicht so reich gesäht.

Ganz liebe Grüsse
Manu

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Beitragvon Lena_K » 12.06.2016, 20:02

Hallo,

vor der Entscheidung stand ich auch. Welcher Kindergarten ist der richtige?

Ich würde es auch ein bisschen von der Örtlichkeit abhängig machen.
Bei uns ist der nächste HP- Kindergarten ca 15km entfernt und wäre ein Ganztagskiga. Das ist mir für meinen kleinen Mann zu viel,auch wenn es sicherlich ein guter Kiga ist.
Jetzt geht er 2017 als I- Kind in den Kindergarten seiner Schwester ( ist ein Montessorikiga) da habe ich auch ein super Gefühl.

Aber generell ist es sicher gut wenn du dich früh genug über alle Optionen erkundigst!

Viel Glück!

Schiering
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Beitragvon Schiering » 12.06.2016, 20:05

Hallo Mel,
ich darf die kurz die Erfahrung mit unserem blinden Sohn schildern, unser Ziel war und ist es ihn inklusiv in den Kindergarten und bald dann auch in die Schule zu bekommen. Hat auch in Sachen Kindergarten sehr, sehr gut geklappt, aber halt nicht beim Ersten sondern erst beim dritten Kindergarten. Also schau dir alle möglichen Kindergärten an, erstelle eine Tabelle mit Gruppengröße, Erfahrung mit ..... den Baustellen deines Sohnen, deren Einstellung zur Inklusion, Integration, Anfahrtsweg; Öffnungszeiten (abgestimmt auf eure Bedürfnisse), Möglichkeit jetzt schon zu Schnuppern (vielleicht schaut er sich da schon viel ab...) und, und, und. Und dann entscheide in Ruhe wo du ihn mal anmeldest vielleicht mit einer Option in der Hinterhand in dem du dich beim zweitbesten Kindergarten auf die Warteliste setzten lässt. Dann kannst du in Ruhe noch eine Weile abwarten und dein Kind zusammen mit den betreuenden Therapeuten und ggf. Kinderarzt noch ein bisschen wachsen lassen bis dann eine endgültige Entscheidung zum Kindergartenstart fällt.
Es steht und fällt immer mit den Kindern egal ob besonders oder nicht und den Personen die mit deinem Kind zu tun haben werden, auch da muss die Chemie passen. Wenn du noch mehr Infos brauchst dann schreibe einfach noch mal, auch in den Regelkindergärten gibt es je nach Bundesland (wir sind auch aus Bayern) unterschiedliche Fördermöglichkeiten und Ausrichtungen (Montessori und, und, ...).
Hat er jetzt schon Kontakt zu anderen Kindern ( Mutter-Kind- Gruppe), Geschwister- oder Verwandtschaftskinder???
Wenn du noch mehr Infos brauchst dann melde dich hier einfach noch mal.

Grüße Mirjam


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