neuer Fahrdienst versucht Eltern als Fahrer anzuwerben

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Lotta6810
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Beitragvon Lotta6810 » 04.01.2016, 00:00

Das sind ja tw. sehr interessante Informationen, vielen Dank dafür!
Warum muss ich einen perfekt funktionierenden Fahrdienst ohne Not auswechseln?

Ja, scheiß System, aber was machen WIR dagegen, außer zu meckern?
Wir Eltern lassen uns doch fast jeden Scheiß gefallen.
Dazu das Folgende:
Im letzten Jahr hatte ich Brustkrebs. Bis zum Oktober habe ich Infusionen bekommen und leide immer noch an Fatigue, d. h. ich bin nicht so belastbar wie früher, erschöpfe schneller, schlafe schneller irgendwo ein. Zum Beispiel beim Zubettbringen meiner Tochter, was meine späte Antwort jetzt erklärt. Trotzdem habe auch ich mir gedacht: Was kann ich dagegen machen, außer allen "mein Leid" zu klagen? Vielleicht genau das: nämlich "das Leid" der Region als Ausschreibendem mitzuteilen. Wenn ich denen das nicht erzähle, erfahren sie ja auch nicht, was der Fahrdienst so macht. Soll es eine Wirkung haben, soll es so ankommen, wie ich es haben will, rufe ich nicht nur mal kurz an sondern ich nehme mir die Zeit einen Brief zu schreiben.
Sogesehen ist so ein Brief eine richtig teure Angelegenheit für mich, weil ich nämlich das kostbare Gut "Zeit" investieren muss. Aber ich will ja was ändern. Also "meckere" ich erst jetzt hier und habe am 23.12. einen Brief aufgesetzt und per Mail versandt. Darin habe ich das Telefonat im Hergang im Wesentlichen so geschildert wie im Ausgangspost hier und habe dann noch ausgeführt, auch wenn es sicherlich pathetisch klingt, aber immerhin sitzen ja im Zweifel Menschen ohne behinderte Kinder als Entscheider da:
Nehmen Sie es mir nicht übel, aber: Was für einen Fahrdienst lassen Sie da eigentlich auf unsere Kinder los? Es ist fast Weihnachten und die scheinen nicht zu wissen, wie sie das Personal für einen Job rekrutieren sollen, den sie im Februar antreten. Respektive scheinen sie die sich bewerbenden Personen selbst nicht für geeignet zu halten.

Das ist, ehrlich gesagt, unfassbar! Da fehlen mir fast die Worte!

Wissen Sie: als Eltern eines behinderten Kindes, das man seit Geburt behütet, mit dem man lebensbedrohliche Situationen durchgestanden hat und das sich definitiv nicht selber helfen kann, nicht sprechen kann und keine Gefahren sieht… da wird einem anders nach einem derartigen Telefonat.
Als kleine Randbemerkung möchte ich noch den Augenarzt erwähnen, der unsere Tochter immer wieder kleine Hexe nannte, weil sie bei der Untersuchung nicht so mitmachte. Den Augenarzt kann ich wechseln. Wenn der Fahrdienst aus Not schräge Vögel einstellt: Was mache ich dann?!

Ich mache mir wirklich große Sorgen!
Ich möchte meine Tochter in vertrauensvolle Hände abgeben können. Wie soll ich jetzt noch Vertrauen aufbauen, wenn sich der Fahrdienst nicht zu schade ist, die Eltern (!), die ja durch den Fahrdienst entlastet werden sollen, als Fahrer zu rekrutieren zu suchen. Das ist doch - mit Verlaub! - vollkommen absurd!
Oder sehen Sie das anders?

Und jetzt noch mal ein schönes Zitat aus der Computerbranche: „Never change a running system!“. Und jetzt wird´s politisch, auch wenn Ihnen persönlich die Hände gebunden sind: Warum, um alles in der Welt, wird ein funktionierender Fahrdienst, der absolut verlässlich ist, dessen Fahrer in der Schule nachfragt, warum das Kind die Brille nicht aufhat und diese dann mitbringt, der Informationen zuverlässig übermittelt, immer pünktlich ist, hochgradig vertrauenswürdig und über den ich noch nie eine Klage gehört habe, an den die Kinder gewöhnt sind, den sie gerne haben und mit dem sie gut zurecht kommen: warum wird dieser Fahrdienst entbunden?!
Vermutlich wegen ein paar Euro fuffzig. Wegen dem Vergaberecht, ich weiß. Es muss neu ausgeschrieben werden, ich weiß. Aber vielleicht geht ja das Vergaberecht auch am Leben vorbei, in manchen Situationen. Dieses ist so eine!
Liebe Grüße und danke für Euer Verständnis, wenn ich hier etwas ausgeholt habe...
Petra

Lotta6810
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Beitragvon Lotta6810 » 04.01.2016, 08:41

Guten Morgen,

ich hatte noch was vergessen:
Wenn ich mich als Eltern vom Fahrdienst anstellen lasse, sorge ich irgendwie auch dafür, dass diese Art System überleben kann. Da muss man sich dann auch fragen, ob man das wirklich will.

Einen schönen Tag wünscht Euch
Petra

KatjaMausB
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Beitragvon KatjaMausB » 04.01.2016, 09:37

Hallo Petra,

es tut mir leid, aber ich finde deine Reaktion "schräg". Du mokierst dich darüber, dass der Fahrdienst offensichtlich noch nicht genug Personal am Start hat. Das ist aber leider bei allen Gewerken, die mit Behindertenhilfe zu tun haben genauso. Der Fehler liegt im System, nicht beim Fahrdienst.

Es kann sich keiner leisten, Personal einzustellen oder Busse zu kaufen, wenn noch gar nicht klar ist, ob man überhaupt den Auftrag bekommt. Ein Unternehmen, dass dafür bereits gerüstet ist, auch wenn es noch gar nicht weiß, ob die Fahrten notwendig werden, kann nicht für lange Zeit existieren. Meiner Erfahrung nach haben gerade Fahrdienste nur wenige wirklich Festangestellte, die anderen werden so lange befristet eingestellt wie die Touren wirklich gesichert sind.

Das findest du vielleicht moralisch verwerflich, aber wirtschaftlich ist das nicht anders darzustellen.

Außerdem schließe ich mich den anderen Schreiberinnen an: Gerade die Ansprache von Eltern kann gut zum Erfolg führen. Diese haben in der Regel (wenn sie nicht selbst berufstätig sind) morgens Zeit und sie kennen sich mit - zumindest ihrem - behinderten Kindern aus. Darum kann ich gut nachvollziehen, dass man versucht, in diesem Kreis für den Job zu werben. Ein großer Teil von Jobs wird über Mund-zu-Mund-Propaganda weitergegeben, daran kann ich überhaupt nichts "Schräges" erkennen. Im Gegenteil, es ist deutlich pfiffiger als eine Anzeige in der Zeitung oder bei der Stellenbörse der Agentur für Arbeit - vor allem, weil die Zeit eilt.

Vorsichtig wäre ich übrigens mit den negativen Aussagen über die Busfirma: Das sind Gerüchte, die vielleicht auch der bisherige Fahrdienst gezielt gestreut hat. Warum sollte die Firma kein guter Arbeitgeber sein bzw. ich vermute sie sind nicht besser und nicht schlechter als die andere Firma. In der Regel gibt es nämlich nur einen geringen Spielraum.

Schade finde ich, dass du die von mir genannten Argumente - die ja auch schon andere vor mir geschrieben haben - mehr oder minder ignorierst und dabei bleibst, dass du es "schräg" findest.

LG
Katja

TanjaJ1972
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Beitragvon TanjaJ1972 » 04.01.2016, 09:56

Hallo,
ich schliesse mich Katja an und kann da auch nix schräges dran finden, dass man Eltern von behinderten Kindern diesen Job anbietet.
Im Gegenteil. Die Busfahrerin im Fahrdienst meines Sohnes ist die Mutter einer Klassenkameradin meines Sohnes. Sie kennt meinen Sohn und seine Eigenarten viel besser, als irgendjemand dahergelaufenes...
Und ihr hilft es auch... Sie macht diesen Job ja nicht unentgeltlich. Sie ist auf 400€-Basis angestellt. Sie hätte niemals die Chance auf einen "normalen" Job gehabt, da ihre Tochter sehr betreuungsintensiv ist, gerade auch nachts und mit Ferienbetreuung siehts bei uns auch schlecht aus... Somit ist der Job für sie ideal und ich denke, damit steht sie nicht alleine da. Von daher finde ich die Idee von Eurem Fahrdienst überhaupt nicht schräg...
Wie gesagt, es wird ja nicht erwartet, daß die Eltern unentgeltlich mit eigenem PKW die Kinder zur Schule fahren sollen, sondern sie kriegen schließlich ein Fahrzeug gestellt und werden entlohnt !!

VG
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Riki
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Beitragvon Riki » 04.01.2016, 10:20

Ich wurde auch schon gefragt, ob ich als Behindertenmutter selber eine Busstrecke fahren könne.
Finde es an sich nicht schlecht Eltern diesbezüglich anzusprechen, warum nicht?
Für mich dachte ich, was ist, wenn mein eigenes Kind krank ist und ich müsste dann trotzdem andere fahren...wer passt auf mein kranken Kind in der Zwischenzeit daheim auf??
Da es für mich schwer wäre in so einem Fall auf die Schnelle Betreuungsersatz zu finden, habe ich nicht weiter über das Jobangebot nachgedacht. Außerdem fallen mir verlockendere Job-Tätigkeiten ein als der Busfahrdienst, das ist kein leichter Job, oft stressig, gering bezahlt und mit viel Verantwortung.
Ich hab Respektk vor den Leuten, die das gut und zuverlässig leisten :)
Riki

Lotta6810
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Beitragvon Lotta6810 » 04.01.2016, 12:28

es tut mir leid, aber ich finde deine Reaktion "schräg". Du mokierst dich darüber, dass der Fahrdienst offensichtlich noch nicht genug Personal am Start hat. Das ist aber leider bei allen Gewerken, die mit Behindertenhilfe zu tun haben genauso. Der Fehler liegt im System, nicht beim Fahrdienst.
Das sagte ich ja, dass der Fehler im System liegt. Und trotzdem widerspricht es eben meiner Auffassung, sich "auf blauen Dunst" um etwas zu bewerben und mir hinterher dann Autos und Fahrer zu organisieren. Ich gehe also in das Verfahren, ohne die Qualität sicherstellen zu können. Ich kann sie nicht sicherstellen, aber ich bewerbe mich schon mal. Wird schon irgendwie gehen. Und das ist richtig? Warum darf ich das nicht hinterfragen und für mich zu einem anderen Ergebnis kommen als Du? Ich will ja gar keine prekären Arbeitsplätze. Ich würde mir auch für die Mütter und Väter von Mitschülern ordentliche Arbeitsverhältnisse wünschen. Aber so wird eben die prekäre Situation auch dieser Mütter, die sonst scheinbar keine Arbeit finden, ausgenutzt und sie bekommen einen tollen 400€-Job. Sicher wirst Du jetzt sagen: besser als nichts. Das nennt man dann wohl heutzutage eine win-win-Situation...
Schade finde ich, dass du die von mir genannten Argumente - die ja auch schon andere vor mir geschrieben haben - mehr oder minder ignorierst und dabei bleibst, dass du es "schräg" findest.
Und hier kommen wir an ein Dilemma der Kommunikation über soziale Netzwerke. Vieles wird eben nicht transportiert, was in der direkten Kommunikation aufgefallen wäre. Ich habe die Argumente sehr wohl aufgenommen, auch wenn ich sie zunächst nicht aufgegriffen habe. Ich will mich nicht dagegen wenden, Eltern in Fahrdiensten einzustellen, wenn sie qualifiziert sind. In unserem Fall aber geht der neue Fahrdienst davon aus, dass Eltern behinderter Kinder per se geeignet sind, und - was soll ich sagen: im I-Kindergarten meiner Tochter fuhr ein Kind mit, dass dem Fahrer öfter berichtete, dass sein Bruder wieder von der Polizei abgeholt wurde, des morgens. Wegen Drogenhandels und solcher Sachen. Was die Eltern so trieben, war auch nicht ganz klar. Man kann nur feststellen, dass sie einen Kampfhund besitzen und viele im Ort sie für "obskure Gestalten" halten.
Das zum Thema Qualifikation der Eltern Behinderter bzw. von Behinderung Bedrohter. Wie immer findet sich auch hier ein Querschnitt der Gesellschaft und deshalb denke ich, dass das Verfahren so Mist ist, wie es gerade läuft.
Ich freue mich aber für Euch, dass Ihr bisher positive Erfahrungen gemacht habt und harre nun der Dinge.

Viele Grüße
Petra

Kitty74
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Beitragvon Kitty74 » 04.01.2016, 13:14

Hallo,
ich finde das eine sehr seltsame Taktik, und hätte vermutlich genauso reagiert wie Du Petra. Man kennt diesen neuen Fahrdienst noch gar nicht, und wird damit konfrontiert, dass die Beförderung der Kinder noch gar nicht steht.

Als meine Tochter in die Schule kam, wurde in dem Schuljahr auch der Fahrdienst neu vergeben. Der Betrieb kaufte 30 nagelneue Busse und stellte massenweise neue Fahrer ein. Einer davon, ein sehr sympathischer älterer Herr, stellte sich bereits vor Schulanfang bei uns vor. Wir waren begeistert!

Er kam pünktlich am ersten Schultag und als Livia am Nachmittag nicht heim kam, riefen wir die Zentrale an. Dort konnte man uns zunächst nichts sagen. Abends um 18:30 Uhr (!) kam ein anderer Fahrer mit einem Bus voller Kinder. Er erzählte, dass viele der neuen Fahrer nicht mehr zur Heimfahrt angetreten sind. Unserem Fahrer sei das Schicksal der Kinder zu nahe gegangen, deshalb hat er sie nicht mehr abgeholt. Es hat Wochen gedauert bis alles reibungslos lief und wir endlich eine tolle Busfahrerin hatten.

Ich hoffe für Euch Petra, dass Euer Fahrdienst es schneller auf die Reihe bekommt.
Gruß Katja
mit Liv 05/06 CP, Tetraspastik und zuckersüß

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Beitragvon ehemalige Userin » 04.01.2016, 13:43

m letzten Jahr hatte ich Brustkrebs. Bis zum Oktober habe ich Infusionen bekommen und leide immer noch an Fatigue, d. h. ich bin nicht so belastbar wie früher, erschöpfe schneller, schlafe schneller irgendwo ein.

Hallo,

das erklärt für mich nun einiges, weil ich mich die ganze Zeit frage, warum Dich diese Sache so aufregt.

Nimms mir nicht übel, aber manches liset sich als hätte der Fahrdienst ein Verbrechen begangen, dabei sucht er eben Fahrer.

Logisch ist für mich, dass Du einen solchen Job vermutlich zumindest im Augenblick nicht anehmen kannst und auch auf keinen Fall möchtest.

Aber wie gesagt andere sehen es vielleicht anders.




Für meine Begriffe finde ich es richtig , dass Du einen Brief schreibst, aber Deine Wortwahl ist nicht die beste. Sogar beleidigend.

Gute Besserung und alles Gute.

Vielleicht wirst Du zu einem klärenden Gespräch eingeladen.

Lotta6810
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Beitragvon Lotta6810 » 04.01.2016, 15:56

das erklärt für mich nun einiges, weil ich mich die ganze Zeit frage, warum Dich diese Sache so aufregt.

Nimms mir nicht übel, aber manches liset sich als hätte der Fahrdienst ein Verbrechen begangen, dabei sucht er eben Fahrer.

Logisch ist für mich, dass Du einen solchen Job vermutlich zumindest im Augenblick nicht anehmen kannst und auch auf keinen Fall möchtest.

Aber wie gesagt andere sehen es vielleicht anders.

Für meine Begriffe finde ich es richtig , dass Du einen Brief schreibst, aber Deine Wortwahl ist nicht die beste. Sogar beleidigend.
Die Sache mit dem Brustkrebs sollte nur die Fatigue erklären und warum ich erst in größerem Abstand hierher zurückkomme. Auch, dass es mir wichtig war, etwas zu tun, auch wenn ich sagen könnte: Lass doch andere machen.
Brustkrebs gehabt zu haben ist keine "Erklärung für so einiges", wie Du es formulierst. Er verändert allerdings möglicherweise die Wahrnehmung über den Wert der Dinge, insbesondere der Unversehrtheit des Körpers. Es verändert den Blick auf das Leben.
Ich hätte die vorstehende Thematik allerdings vor meiner Erkrankung genauso beurteilt.

Ich könnte Dich jetzt noch fragen, aus welcher Stelle Du jetzt ein unterstelltes Verbrechen herauslesen willst und wer sich genau beleidigt fühlen soll (die Region?), aber ich denke, es würde doch zu nichts führen.
Für meine Beurteilung (Stichwort Schreibstil) ist ansonsten ja auch mein Chef zuständig, der sich freut, dass ich seit August wieder an Bord bin.

Insgesamt kann man also festhalten, dass es Menschen mit positiven und negativen Erfahrungen hier im Forum gibt, dass Befürworter und Gegner da sind.
Vielen Dank an alle für die Zeit, die Ihr mir geschenkt habt.

Viele Grüße
Petra

ehemalige Userin

Beitragvon ehemalige Userin » 04.01.2016, 16:10

Das sind ja tw. sehr interessante Informationen, vielen Dank dafür!
Warum muss ich einen perfekt funktionierenden Fahrdienst ohne Not auswechseln?

Ja, scheiß System, aber was machen WIR dagegen, außer zu meckern?
Wir Eltern lassen uns doch fast jeden Scheiß gefallen.
Dazu das Folgende:
Im letzten Jahr hatte ich Brustkrebs. Bis zum Oktober habe ich Infusionen bekommen und leide immer noch an Fatigue, d. h. ich bin nicht so belastbar wie früher, erschöpfe schneller, schlafe schneller irgendwo ein. Zum Beispiel beim Zubettbringen meiner Tochter, was meine späte Antwort jetzt erklärt. Trotzdem habe auch ich mir gedacht: Was kann ich dagegen machen, außer allen "mein Leid" zu klagen? Vielleicht genau das: nämlich "das Leid" der Region als Ausschreibendem mitzuteilen. Wenn ich denen das nicht erzähle, erfahren sie ja auch nicht, was der Fahrdienst so macht. Soll es eine Wirkung haben, soll es so ankommen, wie ich es haben will, rufe ich nicht nur mal kurz an sondern ich nehme mir die Zeit einen Brief zu schreiben.
Sogesehen ist so ein Brief eine richtig teure Angelegenheit für mich, weil ich nämlich das kostbare Gut "Zeit" investieren muss. Aber ich will ja was ändern. Also "meckere" ich erst jetzt hier und habe am 23.12. einen Brief aufgesetzt und per Mail versandt. Darin habe ich das Telefonat im Hergang im Wesentlichen so geschildert wie im Ausgangspost hier und habe dann noch ausgeführt, auch wenn es sicherlich pathetisch klingt, aber immerhin sitzen ja im Zweifel Menschen ohne behinderte Kinder als Entscheider da:
Nehmen Sie es mir nicht übel, aber: Was für einen Fahrdienst lassen Sie da eigentlich auf unsere Kinder los? Es ist fast Weihnachten und die scheinen nicht zu wissen, wie sie das Personal für einen Job rekrutieren sollen, den sie im Februar antreten. Respektive scheinen sie die sich bewerbenden Personen selbst nicht für geeignet zu halten.

Das ist, ehrlich gesagt, unfassbar! Da fehlen mir fast die Worte!

Wissen Sie: als Eltern eines behinderten Kindes, das man seit Geburt behütet, mit dem man lebensbedrohliche Situationen durchgestanden hat und das sich definitiv nicht selber helfen kann, nicht sprechen kann und keine Gefahren sieht… da wird einem anders nach einem derartigen Telefonat.
Als kleine Randbemerkung möchte ich noch den Augenarzt erwähnen, der unsere Tochter immer wieder kleine Hexe nannte, weil sie bei der Untersuchung nicht so mitmachte. Den Augenarzt kann ich wechseln. Wenn der Fahrdienst aus Not schräge Vögel einstellt: Was mache ich dann?!

Ich mache mir wirklich große Sorgen!
Ich möchte meine Tochter in vertrauensvolle Hände abgeben können. Wie soll ich jetzt noch Vertrauen aufbauen, wenn sich der Fahrdienst nicht zu schade ist, die Eltern (!), die ja durch den Fahrdienst entlastet werden sollen, als Fahrer zu rekrutieren zu suchen. Das ist doch - mit Verlaub! - vollkommen absurd!
Oder sehen Sie das anders?

Und jetzt noch mal ein schönes Zitat aus der Computerbranche: „Never change a running system!“. Und jetzt wird´s politisch, auch wenn Ihnen persönlich die Hände gebunden sind: Warum, um alles in der Welt, wird ein funktionierender Fahrdienst, der absolut verlässlich ist, dessen Fahrer in der Schule nachfragt, warum das Kind die Brille nicht aufhat und diese dann mitbringt, der Informationen zuverlässig übermittelt, immer pünktlich ist, hochgradig vertrauenswürdig und über den ich noch nie eine Klage gehört habe, an den die Kinder gewöhnt sind, den sie gerne haben und mit dem sie gut zurecht kommen: warum wird dieser Fahrdienst entbunden?!
Vermutlich wegen ein paar Euro fuffzig. Wegen dem Vergaberecht, ich weiß. Es muss neu ausgeschrieben werden, ich weiß. Aber vielleicht geht ja das Vergaberecht auch am Leben vorbei, in manchen Situationen. Dieses ist so eine!
Liebe Grüße und danke für Euer Verständnis, wenn ich hier etwas ausgeholt habe...
Petra
Hallo Petra,

wenn ich es nun richtig verstehe, zweifelst Du daran, dass die Fahrer gut ausgesucht werden. Und zwar alle. Nur mal angenommen, eine Deiner Bekannten würde sich dort nun vorstellen. Müsste er ja ein bisschen was von sich erzählen, Führerschein wird bei einer erfolgreichen Bewerbung kopiert usw.....Wir haben immer ein Restrisiko, dass Fahrer ihren Job nicht sonderlich gut machen. Aber es ist wie bei jedem Einstellungssgespräch, man muss ein Hänchen für richtiges Personal haben und langt manchmal auch daneben. Ich verstehe einfach nicht, dass Du davon ausgehst, dass ein Unternehmen nicht sorgfältig aussucht, weil es Dir ein Angebot unterbreitet hat. Unabhängig davon, dass ein Personenbeförderungschein für die Schülerbeförderung nicht benötigt wird, auch unter Taxifahrern gibt es schwarze Schafe. Dieser Schein gewährleistet überhaupt nichts. Und ein ein erweitertestes Führungszeugnis muss besorgt werden. Allerdings auch ein Thema, über das mit dem Bewerber dann pers. gesprochen wird. So ungewöhnlich wie Du finde ich die Anfrage nicht. Aber es ist vermutlich auch auf Empfindungen an.


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