neuer Fahrdienst versucht Eltern als Fahrer anzuwerben

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Lotta6810
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Beitragvon Lotta6810 » 03.01.2016, 17:29

Der Fahrdienst hat einen besonders schlechten Ruf, weshalb ja wohl auch die vorherige - angefochtene - Ausschreibung auf den bisherigen Fahrdienst "zugeschnitten" war. Jetzt haben wir den Salat. Die Schule rollt mit den Augen, alle rollen mit den Augen. Scheiß System.

ehemalige Userin

Beitragvon ehemalige Userin » 03.01.2016, 17:30

Da hat sich ein Unternehmen um einen Job beworben, ohne das Personal dafür zu haben. Das finde ich schräg.
Hallo Petra,

das ist schräg. Das ist dasSystem der Ausschreibung. Hier bewerben sich (und erhalten den Zuschlag )regelmäßig Anbieter, die zum Zeitpunkt der Auftragsvergabe weder einen einzigen Busfahrer noch Beifahrer noch Fahrzeug haben. :shock:
Das wird anschließend pünktlich zum Beförderungsbeginn erst alles geleast bzw mit einer Kombi aus Übungsleiter-, Ehrenamtspauschald und Minijob erst angestellt.
Wie gesagt Normalbetrieb!

ilo75
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Beitragvon ilo75 » 03.01.2016, 17:35

Hallo,

aber irgendwie wollen wir das doch alle so....möglichst günstig. Wie soll man es denn aber sonst regeln....erst Auto und Mitarbeiter anschaffen, dann Ausschreibung und dann kommt doch die Absage....????Was macht der Betrieb dann mit den freien Fahrzeugen und den Fahrern???

LG Ilona
1 Sohn mit ADS, ehemaliges Frühchen aus der 30SSW,Entwicklungsstörungen leider in allen Bereichen, vor allem in der Wahrnehmung
Asthma aufgrund einer BPD

Lotta6810
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Beitragvon Lotta6810 » 03.01.2016, 17:43

aber irgendwie wollen wir das doch alle so....möglichst günstig. Wie soll man es denn aber sonst regeln....erst Auto und Mitarbeiter anschaffen, dann Ausschreibung und dann kommt doch die Absage....????Was macht der Betrieb dann mit den freien Fahrzeugen und den Fahrern???
Ich gehöre nicht zu denen, die es möglichst billig haben wollen, sondern möglichst gut und fair bezahlt.
Deshalb sage ich ja - auch wenn ich weiß, dass das System das nicht hergibt: Warum muss ich einen perfekt funktionierenden Fahrdienst ohne Not auswechseln? Und weil das ganze, wie festgestellt, systembedingt ist, sage ich drastisch: Scheiß System. Oder?

Viele Grüße
Petra

gelöschter User

Beitragvon gelöschter User » 03.01.2016, 17:51

Warum muss ich einen perfekt funktionierenden Fahrdienst ohne Not auswechseln?

Viele Grüße
Petra
Das ist alles eine Kostenfrage. Billiger geht immer.
Ja, scheiß System, aber was machen WIR dagegen, außer zu meckern?
Wir Eltern lassen uns doch fast jeden Scheiß gefallen.

LG

ehemalige Userin

Beitragvon ehemalige Userin » 03.01.2016, 18:04

Hallo,

aber irgendwie wollen wir das doch alle so....möglichst günstig.
Hallo Ilona,
also meine Erfahrung ist, dass Eltern bei der Betreuung und Beförderung Ihrer Kinder, zwar auch auf den Preis achten - aber nur unter der Bedingung, dass die Kinder qualitätvoll betreut werden.

Eine gute Lösung wäre es den Zwang zur öffentlichen Ausschreibung für dieses GrenzThema zwischen Beförderung und Betreuung auszusetzen.
Man könnte z.B. Stattdessen den Schulen, ein Budget zur Verfügung zu stellen, dass diese dann gemeinsam mit den Eltern an bewährte Firmen (mit denen die teilweise bereits über mehrere Jahre gut und problemlos zusammengearbeitet hatten bis es zumzwangsweisen Ende der Geschäftsbeziehungen durchdie Ausschreibungspflicht kam) mit denen sie auchlängerfristug gut zusammenarbeiten können, vergeben.

Auf die Art und Weise würden nicht alle naselang (24 Monate?) der Anbieter wechseln, sondern kontinuierlich ein Vertrauensverhältnis zwischen Anbieter und Kunden ( und (Bei-)Fahrer und Kinder) aufgebaut/erhalten werden.

Hier vor Ort haben die Betroffenen schon ihre leidvollen Erfahrungenmit den Ausschreibungsergebnissen gemacht. Und das sind auch keine Einzelfälle ü, auch anderswo z.B. hier http://www.swp.de/goeppingen/lokales/la ... 78,3044818 ist das so

Es macht einfach einen riesigen Unterschied, ob so eine Ausschreibung für das Fahrer irgendwelcher Päckchen oder den Transport von Kindern gemacht wird.

ehemalige Userin

Beitragvon ehemalige Userin » 03.01.2016, 18:09

Warum muss ich einen perfekt funktionierenden Fahrdienst ohne Not auswechseln?

Viele Grüße
Petra
Das ist alles eine Kostenfrage. Billiger geht immer.
Ja, scheiß System, aber was machen WIR dagegen, außer zu meckern?
Wir Eltern lassen uns doch fast jeden Scheiß gefallen.

LG
Ich konnte in der vergangenheit hier beobachten, dass die - meist ohnehin nicht riesigen- Einsparungen, dann auch wieder wegen des Rattenschwanz an Problemen in einer Gesamtrechnung ( die ja nieeee einer aufmacht :wink: ) ganz schnell aufgebraucht waren.

Ein sehr teures Debakel war z.B. hier auch der Wechsel im Angebot der Mittagsverpflegung - ein anderes "hübsches" Thema für öffentliche Ausschreibungen :evil:

ilo75
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Beitragvon ilo75 » 03.01.2016, 18:22

Hallo,Kirsten,


ich kann ja nur von meinen Erfahrungen berichten....muss dazu sagen das hier im Ort die Fahrdienste sehr dünn gesät sind.....und diese Dienste haben alle irgendwie ausgeglichen zu tun.
Gemeinsam mit den Eltern finde ich super-ob das dann wirklich so umzusetzen ist....ich bin auch eine die gerne "mitmischen möchte",aber ich kenne so viele wo es heißt:"Mir doch egal-das sollen die unter sich klären.
Mit "Pakete abzuliefern" will ich damit auch nicht sagen.....obwohl mein Mann auch zusätzlich zur Personenbeförderung auch mal "Pakete" abgeliefert hat....denen ist es im Prinzip egal wer wofür den Fahrdienst bestellt wird. Sie wollen ja auch nur überleben....(nur so am Rande...)
ABER wahrscheinlich haben wir hier dann wohl vorbildliche Anbieter-wenn ich das so lese, die schon darauf achten wer denn dann für welche Fahrten eingespannt wird.

LG Ilona
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Beitragvon FraukeAppun » 03.01.2016, 18:40

Wir hatten das Problem vor zwei Jahren:
Die jährliche Ausschreibung der Schülerbeförderung musste vom Landkreis wegen eines Formfehlers zum 31.01. aufgehoben werden, und die neue "gewann" für unseren Bereich eine Firma, die bis dahin überhaupt noch nicht existiert hatte. Informationen vom Landkreis gleich Null, aber Kurzinfo von der Schule. Daraufhin habe ich vergeblich versucht, jemanden ans Telefon zu bekommen und schließlich eine Nachricht auf dem AB hinterlassen: Unser Sohn kann wegen seiner Körperbehinderung nicht in Fahrzeuge mit hohem Einstieg einsteigen, bitte dies bei der Wahl des Fahrzeuges berücksichtigen. Nebenbei noch ein Protestschreiben an den Landkreis aufgesetzt, daas wir immer mit der alten Firma zufrieden waren, wir uns nicht erklären können, warum eine Firma, die 50 km entfernt sitzt, günstiger sein kann als eine ortsansässige (sprich: man möge doch bitte die Firma genau unter die Lupe nehmen etc.).

Der Fahrer erwies sich als nicht sehr vertrauenserweckend (stank heftig nach Rauch, trug bei Minustemperaturen nur ein T-Shirt) und fuhr einen alten rostigen VW-Bus, in den mein Sohn nicht allein hineinkam. Also haben wir aus Ikea-Hockern eine Art Treppe gebaut, von meinem Anruf bei der Firma wusste er nichts. In der Folge gab es laufend Beschwerden von uns Eltern, von der Schule und den I-Helfern: Der Bus fuhr mit Sommerreifen (im Winter! Ins Mittelgebirge!), es lief Öl aus dem Fahrzeug aus, er konnte sich nie merken, an welchem Tag die Kinder erst zur 2. Stunde in die Schule mussten und klingelte die erste Familie regelmäßig aus dem Haus. Einmal war Mareikes Anschnallgurt kaputt, und als ich es dem Fahrer sagte, meinte er, dann müsste sie eben nicht angeschnallt fahren. Ich ließ sie statt dessen zu Hause und hing dann den ganzen Tag am Telefon. Die Schule fand es absolut inakzeptabel, sie zu Hause zu lassen, sah aber auch keine Alternative. Die Firma sagte, für den ordnungsgemäßen Zustand des Fahrzeuges sei allein der Fahrer zuständig. Der Landkreis hingegen bestätigte mir, dass der Vertrag mit der Firma geschlossen sei und dieser beinhalte, dass die Fahrzeuge im ordnungsgemäßen und verkehrssicheren Zustand seien. Daraufhin äußerte ich meine Bedenken, dass hier keine ordnungsgemäßen Verträge zwischen Firma und Fahrern bestünden und die Fahrzeuge in Wirklichkeit den Fahrern gehörten (ich hatte bei uns auch schon gute Autos (Caddys etc.) von dieser Firma gesehen und konnte mir so eklatante Unterschiede absolut nicht erklären. Nach drei Tagen war der Gurt dann wieder in Ordnung...

Die nächste Ausschreibungen gewann dann wieder unsere "alte" Firma, keine Ahnung, ob die andere überhaupt noch existiert.

Aber noch kurz zur Ausschreibung:
Die Chefin unserer jetzigen Firma erklärte mir mal, dass sie generell ein Angebot pro km abgeben müssten. Dann bekommen sie wenige Tage vor Beginn des Schuljahres Bescheid, welche Strecken sie bekommen, welche Kinder sie fahren und ob Besonderheiten dabei sind (z.B. Rollstuhltransporte). Und dann müssen sie Strecken zusammenstellen, Fahrzeuge anmieten / leasen und Fahrer einstellen, alles innerhalb weniger Tage. Darum beneide ich sie auch nicht gerade...
Frauke mit Zwillis Mareike und Torben, beides Frühchen der 26. SSW, geboren am 26.07.2001
Beide mit Hirnblutungen, HC, Shuntversorgung, beide entwicklungsverzögert und absolut tolle Kinder!!!

ehemalige Userin

Beitragvon ehemalige Userin » 03.01.2016, 18:42

Hallo,

nur so ein Gedankengang.....vielleicht ist Personal abgesprungen? Vielleicht sind noch ein paar Kinder dazugekommen? Vielleicht ist insgesamt mehr Arbeit dazugekommen(sie werden doch bestimmt nicht "nur" die Kinderfahrdienste anbieten)-und (habe ich ja selbst erlebt),es gibt es St0ßzeiten die dann irgendwie abgedeckt werden müssen....Und die Fahrer können ja auch nicht überall gleichzeitig fahren.
Als "emotionale Notlage für die Eltern"würde ich es echt nicht sehen-eher als Angebot mir evtl ein bißchen Geld dazuzuverdienen(wenn man möchte...)-und wann ist man Kinderfrei???-Wenn die eigenen Kinder unterwegs sind.
Also macht es doch Sinn genau diesen Personenkreis mal abzufragen.

Wenn du Sorgen hast-frage doch einfach direkt-warum sie dich direkt ansprechen und angefragt haben.

LG Ilona
Hallo,

ich würde auch anfragen. Und um mal ehrlich zu sein, gibt es unzählige Jobs über die man über Bekannte in eine Beschäftigung rutscht. Pers. würde ich nun niemanden empfehlen, den ich nicht gut kenne und der Meinung bin, dass eim angebotener Job die Person überfordert. Ich wurde auch schon gefragt, ob ich für einen Minijob jemand wüsste. Das hatte keine negativen Hintergründe, sondern war in meinen Augen ein gut gemeintes, nettes Angebot.

Wenn bei einem Fahrdienst gravierende Mängel zu beklagen sind oder größere Probleme auftreten ,können sich Betroffene an den Kostenträger wenden, der auch trotz aller Sparmaßnahmen Veratwortung übernehmen muss. Am besten wirkt eine Beschwerde, wenn sich die Schule direkt an den Kostenträger wendet oder sich mehrere Eltern zusammenschließen.


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