Tabletten in der Schule

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

Moderator: Moderatorengruppe

Benutzeravatar
KerstinM.
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 7437
Registriert: 17.08.2009, 21:09
Wohnort: Thüringen

Beitragvon KerstinM. » 10.11.2015, 18:53

Ist das eine Förderschule?
Die können doch pro Kind mit Pflegestufe vom Landessozialamt eine bestimmte Summe x bekommen und dafür eine Krankenschwester einstellen, die dann mit Attest die entsprechenden Medies verabreichen darf.
Bei uns (Thüringen ) ist das so und wird in Markus seiner Schule auch so gemacht.
Das würde ich mal mit dem träger der schule besprechen oder auch an die Elternvertretung rangehen. Denn ist betrifft ja bei 120 Kindern mit Behinderung nicht nur dein Kind. Was ist im Falle des Anfalles ? Wer verabreicht denn die Notfallmedies?
Gruß Kerstin
Kerstin mit Markus(*97), Hydrocephalus mit schwerem Verlauf,Epilepsie
PK (*14)spastische Tetraparese, gesetzl. blind, Entwicklungsverzögerung, Epilepsie, kleiner Sonnenschein
Ein behindertes Kind ist wie ein krummer Baum - du kannst ihn nicht gerade biegen, aber du kannst ihm helfen, Früchte zu tragen.

Werbung
 
Benutzeravatar
angelAnna
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1559
Registriert: 07.12.2004, 23:21
Wohnort: Dortmund
Kontaktdaten:

Beitragvon angelAnna » 10.11.2015, 20:47

Hallo,
bei uns bekommt Justin durch die Krankenschwester/Pfleger vor Ort in der Schule die Medis.Nach Verordnung durch den Arzt.
LG Anna
Anna mit Justin geb.9.2.03 (23+4 SSW,625 g,32 cm) Extremfrühchen mit multiplen schwersten Behinderungen ,PEG (PS 3 + )Aggressiv /autoag.
und Jona Maximilian 3.11.09 gesund und munter

sandra8374
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1379
Registriert: 09.09.2010, 12:49
Wohnort: Ruhrgebiet

Beitragvon sandra8374 » 11.11.2015, 04:55

Bei uns kam ein Pflegedienst für die ganze Schule und gab die Medikamente. Die Medikamente wurden in der Klasse/Schule aufbewahrt.

Das war wegen Lehrermangel und Aufteilung auf andere Klassen, Vertretungen etc.. auch gut. So wurde nichts vergessen.

Seid die Kinder selber sicher dran denken, bekommen sie ihre Tagestabletten mit und nehmen sie selbständig. Lehrer sind nur informiert das sie welche nehmen.
LG Sandra

S+F mit PT(*00 FAS, Microdelitation 16p11.2, ADHS, GB, Z.n.Absencen?, Sehfehler, Lordierung LWS, Skoliose 17,8%, Beckenschiefstand, Hüftkontraktur, Korsettversorgung, mit SBA 90 HBG) u. PS (*01 ADS, GB, Sehfehler, Knick-Senk-Füße, Z.n.Epilepsie, mit SBA 60)

Benutzeravatar
MamaChristiane
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 720
Registriert: 22.07.2008, 19:06
Wohnort: Passau
Kontaktdaten:

Beitragvon MamaChristiane » 11.11.2015, 09:38

Hallo,

So ein Quatsch....Bei uns gibt es da kein Problem.Ok,Domi braucht nomal kein Medi außer Notfallmedi in der Schulzeit.Aber als er vor kurzem eine Schulübernachtung hatte war das auch kein Problem.Zettel ausgefüllt(Mediname,Dosierung und die Zeit wann sie es geben sollen) und Bescheinigung vom Arzt.Ging ohne Probleme und hat das Betreuungspersonal verabreicht.
Bei Spritzen verstehe ich das ja....aber wenn bei jedem Medi ein Pflegedienst komen muß..wird das ein teuerer und unnötiger spaß!!!
Bei einer Föderschule müßte das ja eigentlich zu leisten sein...Wieviele Regelkindergärten und Schulen müssen heute schon Notfallmedis abgeben wegen Allergien usw....auch da geht das mit den nötigen UNterlagen...Jedenfall ist das bei uns so...

Wir hatten letztes Jahr das Problem mit dem Notfallmedi bein Fahrdienst(Mateser..also Medezinsch bewandert).Da kam 1x sogar der Hubschrauber(weil er anderster nicht hinkam) wegen dem Notfallmedi.Auch da gibt es jetzt ein Einveständniserklärung,Attst vom Arzt und Gebrauchsanweisung(wie das geht) und die Betreuer sind jetzt nochmals geschult und dürfen das jetzt auch verabreichen.
Christiane mit Bernhard
Adoptiv-Töchterchen *2006
Dominik *2007 (ICP, Entwicklungsverzögerung, organisch sonst gesund)
Sternenkinder Björn und Leon (2004 und 2005)
Unsere Galerie

EmmaLuisa11
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 186
Registriert: 09.04.2015, 13:38
Wohnort: Schwerin

Beitragvon EmmaLuisa11 » 11.11.2015, 10:16

Hallo,

das gleiche Problem habe ich auch gerade mit meiner Tochter in der Kita. Als sie vor 3 Jahren dort in die integrative Kita kam, haben die von uns Eltern eine Einwilligung bekommen und einen Attest vom Neurologen, dass im E-Fall ein Notfallmedikament zu verabreichen ist.
Im Juli diesen Jahres hat man uns Eltern einfach die Notfallmedis in die Hand gedrückt und gesagt, dass sie es laut Aussage der Unfallkasse nicht mehr geben dürfen. :evil:
Und dies gilt nicht nur für Notfallmedis, sondern um Medikamente allgemein. Selbst Sonnencreme wollten sie anfangs nach dem Mittagsschlaf nicht mehr auftragen...

Ich bin stinksauer. :evil:
Was ist, wenn meine Tochter nun einen epileptischen Anfall bekommt?

Ich habe sowohl mit der Leiterin gesprochen, als auch mit der Geschäftsführerin der Kita. Leider blockt man alles ab.
Das kann doch alles nicht sein oder?

LG Angelina
Angelina,*76
Nico,*80
Eva,*02 gesund
Emma,*11 BNS-Epilepsie

monika61
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 3635
Registriert: 09.06.2011, 16:17

Beitragvon monika61 » 11.11.2015, 10:41

MamaChristiane hat geschrieben:

Bei Spritzen verstehe ich das ja....aber wenn bei jedem Medi ein Pflegedienst komen muß..wird das ein teuerer und unnötiger spaß!!!





Hallo zusammen,

das Thema "Verabreichung von Medikamenten" ist ein unendliches Thema und bleibt es auch wenn unsere Kinder erwachsen sind... :?


Hier ein wahres "Inklusions"-Beispiel:
-------------------------------------------------------------------------------------

Eine Behinderten-WG..... die Bewohner sind tagsüber in einer WfbM.....Betreuer sind dann bis 21 Uhr im Haus der WG.
Bei einem Bewohner muss tagsüber dauerhaft alle zwei Stunden Augensalbe verabreicht werden.
Dies ist leider nicht machbar...es muss ein Pflegedienst bestellt werden, der alle 2 Stunden kommt um Augensalbe zu verabreichen.
Am Wochenende bis zu 8 mal täglich. :?: :!:

-------------------------------------------------------------------------------------

Das ist eine unmögliche Situation.... der Bewohner kann z.B. nicht (wie die anderen jungen Menschen in der WG) über seine Freizeit bestimmen, weil er ja alle zwei Stunden vor Ort sein soll, da der Pflegedienst dann kommt.
Der junge behinderte Mensch wird zum Aussenseiter in seiner Behinderten-WG, durch seine Abhängigkeit gegenüber dem Pflegedienst.
Was das für einen jungen Menschen bedeutet der ja eigentlich inklusiv mit seinen Freunden leben will/wollte bedarf wohl keiner Erklärung. :cry:

Soll man junge behinderte Menschen in ein Pflegeheim geben nur weil sie rein motorisch nicht in der Lage sind sich eine simple Augensalbe selber zu verabreichen :?: :!:
Welche behinderten Menschen kann man unter diesen unmöglichen Vorraussetzungen überhaupt inkludieren :?:

Dem Zitat von Mama Christiane:
-------------------------------------------------------------------------------------
"Bei Spritzen verstehe ich das ja....aber wenn bei jedem Medi ein Pflegedienst komen muß..wird das ein teuerer und unnötiger spaß!!!
-------------------------------------------------------------------------------------
schließe ich mich an :?...und ich füge hinzu, das es meiner Meinung nach dadurch bei der Inklusion zu großen Problemen kommt und viele behinderte Menschen dadurch leider exkludiert werden. :?


Liebe Grüße
Monika

ehemalige Userin

Beitragvon ehemalige Userin » 11.11.2015, 13:21

monika61 hat geschrieben:

Hier ein wahres "Inklusions"-Beispiel:
-------------------------------------------------------------------------------------

Eine Behinderten-WG..... die Bewohner sind tagsüber in einer WfbM.....Betreuer sind dann bis 21 Uhr im Haus der WG.
Bei einem Bewohner muss tagsüber dauerhaft alle zwei Stunden Augensalbe verabreicht werden.
Dies ist leider nicht machbar...es muss ein Pflegedienst bestellt werden, der alle 2 Stunden kommt um Augensalbe zu verabreichen.
Am Wochenende bis zu 8 mal täglich. :?: :!:
-------------------------------------------------------------------------------------
Das ist eine unmögliche Situation....



Hallo Monika,
Ich gebe dir da zu 1000% Recht, das ist unmöglich und es muss für sowas andere Lösungen geben!
Allerdings hat das ganze doch gar nichts mit Inklusion zu tun: denn der junge Mann wohnt und arbeitet doch komplett in Behinderteneinrichtungen. ( oder hab ich was nicht kapiert? dann bitte kurze Aufklärung)
Also genau dort, wohin man mich immer gerne verweist, weil da mein Kind mit Behinderung angeblich rundherum umfassend versorgt sei.

Würde der junge Mann z.B. in dieser inklusiven WG https://www.aktion-mensch.de/blog/beitr ... die-milch/ ( nach deren Vorbild z.B. ich mir später mal inklusives wohnen für mein Junior vorstellen könnte) wohnen, wären die Mitarbeiter angestellt über das persönlcihe Budget und bekämen von den Familien einfach den Dienst-Auftrag die Augensalbe zu verabreichen.

Mein Gott, manchmal wundert man sich :roll: :roll: :roll: - es geht nicht um zweistündige IV-Infusionen sondern umein bisschen Salbe ins Auge! :evil:
Das -erinnere ich - musste ich mal eine Zeitlang bei einem meiner Tageskinder machen ( auch kein Spaß mit einer renitenten 3 jährigen :wink: ) - ich glaube ihre Mutter wöre tot umgefallen, wenn ich verlangt hätte, dafür muss ein Pflegedienst kommen :lol:

monika61
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 3635
Registriert: 09.06.2011, 16:17

Beitragvon monika61 » 11.11.2015, 14:15

Hallo Kirsten,

die Bewohner leben in einer Privatwohnung und gehen tagsüber in eine WfbM.

In der WfbM läuft es prima.


So kann es leider auch mit PB laufen:
-------------------------------------------------------------------------------------

Wie man aus einem Persönlichen Budget
eine verdeckte Sachleistung macht

Dr. Markus Schäfers


Persönliche Budget

Strategie 3: Man arbeite mit
Abtretungserklärungen

...."Bei dieser Praxis wird zwar formell
ein Persönliches Budget bewilligt, das
aber genauso umgesetzt wird wie eine
Sachleistung. Überdies ergeben sich für
die so praktizierenden Sozialhilfeträger
weitere, ökonomische Vorteile: ...."

Download des Beitrages:
https://www.lebenshilfe.de/de/themen-re ... Budget.php

-------------------------------------------------------------------------------------

Leider sind die angeführten Beispiele im Beitrag von Dr. Schäfer Realität.... :(

Liebe Grüße
Monika

ehemalige Userin

Beitragvon ehemalige Userin » 11.11.2015, 16:25

Liebe Monika,

.... Ja habe ich schon verstanden: Ambulant Betreutes Wohnen, angeboten von einer Behindertenhilfeeinrichtung :wink:

Aber achso in der Werkstatt wurde also die Augensalbe problemlos verabreicht, das hatte ich dann falsch verstanden, sorry!

Trotzdem hat das m.E. nicht mit Inklusion zu tun - sondern mit dem Anbieter und dessen Inkompetenz und dem Willen zwar das Geld zu kassieren, aber keine Leistung dafür zu erbringen!
Nee bei so einem Laden und solchen Mitarbeitern, sollte ich glauben, dass die gleiche Organisation mit den gleichen Mitarbeitern , wenn sie im stationären Wohnen eingesetzt sind, dann einen qualitätvollen und Bewohnerzentrierten Job machen? ----im Leben nicht!

Ansonsten sehe ich das ganz genauso, wie du:
Abtretungserklärungen vereinen die Nachteile beider Systeme ( pB und Sachleistung) auch da wieder 1000%Zustimmung!

Genau deswegen hatte ich da ja auch die von den Familien selber organisierten WG verlinkt :wink:

p.s. : das andere hab ich erst überflogen, ist ja unglaublich :shock: - melde mich wenn ich alles gelesen habe.

Werbung
 
ehemalige Userin

Beitragvon ehemalige Userin » 11.11.2015, 16:31

Nachtrag:

Mein Zwergle ist ja von klein an in Regeleinrichtungen, erst Kita, dann Schülerhort und dann Hauptschule.... Also immer inklusiv ( die ersten Schuljahre gezwungenerweise nur halbtags, aber auch da müssen Medis genommen werden) !

Er hat zwar nur 2 Grundmedis, die er auch morgens nimmt ( so das das nur bei Übernachtungen aktuell wird) , aber wenn er schon krank war, musste auch mehr gegeben werdn

.... Das war in keiner Einrichtung bis jetzt ein Problem!!!!!


Natürlich immer schriftliche Anweisung und Veordnung durch Arzt, ( Mitarbeiter müssen sich ja absichern) aber dann war es okay!


Zurück zu „Kindergarten und Schule“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 5 Gäste