Abkürzungen in Patientenakte

Mit einem besonderen Kind sind Eltern oft Dauergäste beim Kinderarzt. Hinzu kommen Krankenhausaufenthalte und Besuche bei Spezialisten und im Sozialpädiatrischen Zentrum.
Welche Untersuchungen machen Sinn? Wo ist mein Kind in guten Händen? Zahlt die Krankenkasse alle Behandlungen? Fragen über Fragen...

Moderator: Moderatorengruppe

Antworten
Jaci1612
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 33
Registriert: 22.11.2019, 21:07

Abkürzungen in Patientenakte

Beitrag von Jaci1612 »

Hallo an Alle!
Ich habe heute aufgrund des Kinderarztwechsels, die Patientenakte meiner Tochter von unserem bisherigen Kinderarzt abgeholt. Zuhause habe ich mir das ganze dann mal angeschaut und bin aus allen Wolken gefallen. Da stehen Erkrankungen drin, von denen uns Niemand was gesagt hat. Des Weiteren wurde bereits bei der U2 im Alter von 10 Tagen ein Entwicklungsrückstand festgestellt. Auch davon wurde uns nicht gesagt. Physiotherapie haben wir erst mit 16 Monaten bekommen und nur weil ich immer und immer wieder gefragt habe. Unter anderem steht drin, dass meine Tochter eine Spina Bifida hätte oder bereits 2 mal eine Meningitis. Kann es sein, dass für manche Symptome einfach dieser Überbegriff gewählt wird oder hat meine Tochter das alles tatsächlich? Kennt sich hier Jemand damit aus?

LG Jacqueline und Emma
Emma 14.04.17 Globale Entwicklungsstörung - noch ohne Diagnose, Muskelhypotonie, Knick-Senk-Füße, Orofaziale Störung, Mittelstarke Hyperopie mit Einwärtsschielen, PG 3 und GdB 80 mit B,H,G
Alica 15.06.10 kerngesund

LovisAnnaLarsMama
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1365
Registriert: 12.10.2016, 22:23
Wohnort: OWL

Re: Abkürzungen in Patientenakte

Beitrag von LovisAnnaLarsMama »

Hallo Jaqueline,
Wenn deine Tochter irgendeine dieser Erkrankungen gehabt hätte, wüsstest du das ganz sicher.
Variante a: der Kinderarzt war schlampig beim copie and paste und es stehen Daten von anderen Patienten drin oder es war sozusagen Vorsatz um die Physio bei der Krankenkasse durch zu bekommen.
Lg
Meine drei kleinen Wunder: Wunderkind (2009), Schneckenkind (2011) und der kleine Bruder (2015): Hemiparese, expressive Sprachenwicklungsstörung, Epilepsie und diverse Baustellen nach Asphyxie/Frühgeburt

Manuela1304
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1070
Registriert: 14.05.2013, 21:24

Re: Abkürzungen in Patientenakte

Beitrag von Manuela1304 »

Hallo

Spina Bifida und Meningitis, sehr unwahrscheinlich das sie es gehabt hat ohne das du davon was mitbekommen hättest, das sind gravierende Erkrankungen die behandelt werden müssen.
Mach einen Termin bei dem Kinderarzt und frag genau nach was da los war und warum das in der Akte steht, alles andere ist hier nur Spekulation.
Denn das sind keine Übergriffe die man für ihrgentetwas nimnt.
Maximal das drin steht das er ihrgentwann mal den v.a. also Verdacht auf ... hatte aber als bestehende Erkrankung kommt mir das doch sehr merkwürdig rüber.

Ganz liebe Grüsse
Manu

Jaci1612
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 33
Registriert: 22.11.2019, 21:07

Re: Abkürzungen in Patientenakte

Beitrag von Jaci1612 »

Danke für eure Antworten erstmal.
Also es ist schon so, dass sie nach der Geburt eine Aussackung im Lendenwirbelbereich hatte. Da wurde 2 mal ein Ultraschall gemacht und dann wurde mir gesagt, es wäre alles in Ordnung. (Übrigens der Lieblingssatz des bisherigen Arztes) Ich hatte angenommen, dass, was auch immer es war, weg ist. Von Spina Bifida war nie die Rede. Und auch an den Stellen, an denen Meniningitis steht, war sie krank. Beide Male in Verbindung mit einer obstruktiven Bronchitis, einmal mit zusätzlicher einseitiger Lungenentzündung. Daher dachte ich, vll hat er es als Verdacht mit aufgeschrieben. Aber woher weiß er selber denn dann, was ein Verdacht war und was eine gesicherte Diagnose? Es stehen da keine ganzen Sätze, sondern nur die einzelnen Diagnosen. Und was mich sehr ärgert, dass ab der U2 IMMER ein Entwicklungsrückstand dokumentiert wurde, das mir aber nicht gesagt wurde. Erst als es mir auffiel und nach langem bitten, haben wir die erste Förderung bekommen. (Als sie mit 16 Monatem weder krabbeln noch sitzen konnte) Wir hätten also schon viel früher damit beginnen können. Muss ich etwa erst Medizin studieren, um zum Arzt zu gehen? Man verlässt sich ja eigentlich auf den Arzt.
Ich werde wohl anrufen und nachfragen müssen.
Emma 14.04.17 Globale Entwicklungsstörung - noch ohne Diagnose, Muskelhypotonie, Knick-Senk-Füße, Orofaziale Störung, Mittelstarke Hyperopie mit Einwärtsschielen, PG 3 und GdB 80 mit B,H,G
Alica 15.06.10 kerngesund

lauli
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 216
Registriert: 12.11.2006, 21:20

Re: Abkürzungen in Patientenakte

Beitrag von lauli »

Hallo,
schau mal genau hin, ob bei den fraglichen Diagnosen ev. die Abkürzung V.a. oder Vd. bzw. A o. G davor oder dahinter steht, dann sind es Verdachtsdiagnosen, welche im Rahmen von Untersuchungen abgeklärt wurden und dann ggf. auch ausgeschlossen werden konnten.
Nicht alles was in den Akten oder Befunden dokumentiert wird liegt auch vor, daher auf die Abkürzungen achten.

Beispiel:
F83.0 G oder kombinierte umschriebene Entwicklungsstörung (G) bedeutet die kombinierte umschriebene Entwicklungsstörung ist über Diagnostik/Untersuchungen bestätigt worden (G= gesichert)

V.a.F83.0 oder F83 (Vd.) /kombinierte umschriebene Entwicklungsstörung (V.a.), dass lediglich die Vermutung vorliegt bzw. es Anzeichen einer solchen gibt (V/ Vd.= Verdacht auf)

F83.0 A bzw. kombinierte umschriebene Entwicklungsstörung (A) heißt, eine kombinierte umschriebene Entwicklungsstörung konnte ausgeschlossen werden (A= Ausschluss)
VG
Claudia
Lehrkraft im mobilen sonderpäd. diagn. Dienst in S. A.

LovisAnnaLarsMama
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1365
Registriert: 12.10.2016, 22:23
Wohnort: OWL

Re: Abkürzungen in Patientenakte

Beitrag von LovisAnnaLarsMama »

Hallo Jaci,
nach diversen unschönen Erfahrungen mit Ärzten, auch bei den größeren Kindern und uns Erwachsenen kann ich sagen: erwarte keine richtigen Diagnosen oder Wunder beim Arzt.
Ich bin mal 10 Tage mit schmerzhafter viraler Lungenentzündung/ Kurzatmigkeit arbeiten gegangen, weil erst der dritte Arzt bereit war nachzuforschen was los war...
Letztes Jahr hatte ich auch wieder ein sehr unangenehmes Erlebnis. Sofort stand der Verdacht im Raum, dass man durch die besondere Belastung ein psychosomatisches Problem hätte... Ich nehme es mir hier mal heraus, dass die betreffende Ärztin von ihrem Fachgebiet geblendet war und es nicht schaffte die Probleme mit einer relativ simplen Erklärung aus einem anderen Fachgebiet zu erklären

Mit dem Kleinen haben wir 9 Monate bis zu einer Diagnose der Epi gebraucht, trotz eines ziemlich bösen Zwischenfälle bei der Geburt und offensichtlicher Probleme mussten wir sehr lange um jede Untersuchung betteln...
Eine Ärztin im Epilepsiezentrum hatte nach meiner Aufzählung mal gesagt, das wäre einfach unglaublich wie ignorant ihre Kollegen wären.
Ja, das ist es: bei den größeren Kindern hatte ich nie Probleme- da wurden uns Untersuchungen beim Kardiologen etc. geradezu aufgedrängt. Beim Kleinen muss ich immer mitdenken und den Ärzten voraus sein. Das frisst einen auf.
Lg
Meine drei kleinen Wunder: Wunderkind (2009), Schneckenkind (2011) und der kleine Bruder (2015): Hemiparese, expressive Sprachenwicklungsstörung, Epilepsie und diverse Baustellen nach Asphyxie/Frühgeburt

Jaci1612
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 33
Registriert: 22.11.2019, 21:07

Re: Abkürzungen in Patientenakte

Beitrag von Jaci1612 »

Hallo Claudia!
Das hört sich doch gut an.
Bei Meningitis steht ICD:G03.9A.
Heißt dann, dass die Meningitis ausgeschlossen wurde, wenn ich dich richtig verstanden habe?
Das wäre ja eine super Erklärung, vielen Dank.
LG
Emma 14.04.17 Globale Entwicklungsstörung - noch ohne Diagnose, Muskelhypotonie, Knick-Senk-Füße, Orofaziale Störung, Mittelstarke Hyperopie mit Einwärtsschielen, PG 3 und GdB 80 mit B,H,G
Alica 15.06.10 kerngesund

lauli
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 216
Registriert: 12.11.2006, 21:20

Re: Abkürzungen in Patientenakte

Beitrag von lauli »

...genau, Meningitis wurde ausgeschlossen :icon_thumleft:

VG
Claudia
Lehrkraft im mobilen sonderpäd. diagn. Dienst in S. A.

Jaci1612
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 33
Registriert: 22.11.2019, 21:07

Re: Abkürzungen in Patientenakte

Beitrag von Jaci1612 »

Puuh, na gott sei dank, da hatte ich jetzt schon geschwitzt :lol:
Vielen Dank für deine Antwort :)
Man erlebt ja wirklich leider manchmal die verrücktesten Dinge beim Arzt.
Emma 14.04.17 Globale Entwicklungsstörung - noch ohne Diagnose, Muskelhypotonie, Knick-Senk-Füße, Orofaziale Störung, Mittelstarke Hyperopie mit Einwärtsschielen, PG 3 und GdB 80 mit B,H,G
Alica 15.06.10 kerngesund

Ninna
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1108
Registriert: 24.03.2008, 18:53

Re: Abkürzungen in Patientenakte

Beitrag von Ninna »

Hallo,

frag einfach bei der Krankenkasse nach , was diese als Diagnosen bekommen haben.
Die sind da ganz schnell (zumindest die Techniker).

LG Ninna

Antworten

Zurück zu „Krankenhausaufenthalte, Arzttermine etc.“