Angst, dass mein Kind an OP "zerbricht"

Mit einem besonderen Kind sind Eltern oft Dauergäste beim Kinderarzt. Hinzu kommen Krankenhausaufenthalte und Besuche bei Spezialisten und im Sozialpädiatrischen Zentrum.
Welche Untersuchungen machen Sinn? Wo ist mein Kind in guten Händen? Zahlt die Krankenkasse alle Behandlungen? Fragen über Fragen...

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Thea-OS
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Beitragvon Thea-OS » 10.01.2016, 10:09

Nach Friedehorst/Bremen.

Wir haben ihr nun heute morgen mal Novalgin gegeben. Ich werde aber auch nochmal mit dem Kinderarzt sprechen wie wir ggf. in Sachen Schmerzen weiter machen wenn es Richtung Reha geht....
Thea *84 mit Birte *04/10 Frühchen 28.SSW nach Blasensprung in 21.SSW, PVL, ICP-beinbetont, 3/16 erste freie Schritte!! :) Inklusionskind in der Regelschule
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Silke Bu
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Beitragvon Silke Bu » 10.01.2016, 12:30

Hallo Thea,
noch eine ganz andere Idee: kann vielleicht auch mal eine Freundin für eine halbe Stunde zu Besuch kommen? Martin hat das immer gut getan, im Spiel mit anderen - und unbeobachtet von Mama - mal "vergessen" zu können. Auch wenn es am Anfang ein rumkommandieren des Freundes war, mit der Zeit legt sich das und plötzlich geht die ein oder andere Bewegung doch. Manchmal tut auch "nur" (ha ha aus Sicht des Kindes) der Wechsel von der langen Streckung zur Beugung weh. Aber diese Sekunde Schmerz muss man sich trauen auszuhalten anstatt dagegen zu verspannen. Und so eine Erfahrung macht man als Kind am besten zufällig im Spiel :wink: und nicht weil Mama, der Physio oder sonst wie rationale Leute einem das erklären wollen... :twisted:

Liebe Grüße
Silke
Silke mit Martin (07/06, Tibiapseudarthrose beidseits aufgrund NF1 oder Osteofibröser Dysplasie in beiden Unterschenkeln, ADS, LRS
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Unsere Bilder: http://www.REHAkids.de/phpBB2/album_per ... r_id=13641

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Beitragvon Thea-OS » 10.01.2016, 18:48

Wir sind jetzt zu Hause in der Hoffnung das sie sich hier mehr entspannt. Für 1x am Tag Physio brauchen wir nicht im KH bleiben. Haben sie halb liegend im Auto transportiert und das ging auch recht gut. Denn so weit weg von zu Hause und dann ohne Besuch und Ablösungsmöglichkeit war es einfach zu schwer zu ertragen.

Im Laufe der Woche werden wir nun Physio hier machen und am Ende der Woche ggf. mit unserem Kinderarzt sprechen bzgl. Schmerzmedikation für die Reha.
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Andrea1972
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Beitragvon Andrea1972 » 11.01.2016, 09:29

Hallo,

was du schreibst kenne ich hier nur zu gut das haben wir vor 20 Jahren auch erlebt. Anna hatte 1 Jahr Gips wegen Klumpfüßen. Dann OP beide Beine Sehenverlängerung in den Füßen und Knien in einer Sitzung. 8 Wochen Oberschenkelgips beidseits. :?

Nach der Gipsabnahme das selbe Theater.Schmerzmittel ist gut und schön aber auf Dauer auch nicht gut.

Ich habe meine Tochter mehrmals am Tag in die Wanne gesetzt und durchbewegt. Das tat ihr gut. Nach einigen Tagen war sie selbst wieder aktiv im Wasser.
Die Physio fand daheim statt auch da ab in die Wanne.

Im Schwimmbad waren wir auch oft.Sie merkte sehr schnell das ihr die Bewegung im Wasser gut tut und so war das mit dem Schmerzen nach gut 14 Tagen ausgestanden.

Gute Besserung und dir ein starkes Nervenkostüm!!

LG Andrea
Anna-Maria,93 SpinaBifida und HC VP-Shuntversorgt,Rollifahrerin.Cheyenne,02,inzwischen nachgewiesener Gendefekt,Amelogeneses Imperfecta

Bin freundlich..merkt nur keiner...

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Beitragvon HannahKillian » 11.01.2016, 10:19

Liebe Thea-OS,
-
ich kann dich soo gut verstehen - es gibt nichts Schlimmeres als zusehen zu müssen, wie das eigene Kind Schmerzen leiden muss...

Bei meinen drei Kids ist da im Laufe der Jahre auch einiges zusammengekommen: Stürze, Brüche, Prellungen und auch ein paar heftige OP's; es gab Zeiten, da hätten wir im Krankenhaus "Mengenrabatt" bekommen....

Ich glaube, dass deine kleine Maus sich allein schon aus Angst vor den Schmerzen so "fest" macht - und das verschlimmert das Ganze natürlich auch noch zusätzlich. Ein fieser Teufelskreis, den ihr irgendwie durchbrechen müsst...

Bei uns hat folgendes immer ganz gut funktioniert: ich habe den Kindern erklärt, dass es gleich wehtun wird (alles andere wäre ja nur kontraproduktiv...), aber dass sie diesen Schmerz aushalten können. Ich hab meinem Kind dann meine Hand gegeben und zu ihm gesagt, dass es jetzt meine Hand so stark drücken soll wie es den Schmerz empfindet und ich drücke genauso stark dagegen und dann schaffen wir das zusammen!

Natürlich hab ich keine "magischen Fähigkeiten" in meinen Händen - das Ganze war einfach nur Ablenkung, die Gedanken weg vom Schmerz auf etwas zu fokussieren, was man selbst aktiv tun kann. Jahre später haben die Kids das dann auch so bestätigt. Im Laufe der Zeit hat sich das dann zu einer Art Ritual entwickelt und das hat nicht nur den Kids, sondern auch mir selber geholfen.

Deine Tochter wird die Schmerzen noch einige Zeit ertragen müssen - das kannst du ihr halt auch nicht abnehmen. Aber du kannst deine Haltung dazu verändern - sie merkt genau, wie sehr du mit ihr leidest, aber das hilft ihr nicht. Versuch sie aufzubauen, sie zu locken mit Sachen, die sie gern macht -biete ihr jede nur mögliche Ablenkung! Es wurde oben schon mal angesprochen: im Spiel nehmen Kinder Schmerzen nicht so stark wahr und bewegen sich dementsprechend und genau da müsst ihr hin!

Hab einfach Mut und Vertrauen - es wird Schritt für Schritt jeden Tag ein kleines Stück vorangehen!

In diesem Sinne - alles Liebe und rasante gute Besserung!

Hannah
"Aufgeben?'" Komisches Wort, kenn ich gar nicht...

Meine Vorstellung: http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopic ... hannah+icp

Josefine B
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Beitragvon Josefine B » 12.01.2016, 08:47

Hallo Thea,

ich hatte dir ja schon vor ein paar Tagen geschrieben...

wir sind nun seit gestern wieder im Krh., Roentgenbild ist super und ab heut wird mobilisiert.Das was du beschreibst,könnte meine Tochter sein.Sehr feine ANtennen und sehr kopflastig.Die Zeit in der Schiene war für alle extrem hart und sie hat auch mehr Angst vor Schmerzen,als reale Schmerzen.Nähte entfernen,Pflasterwechsel,alles war halbe Katastrophe...ich wusste auch nicht mehr weiter und hab oft gezweifelt an der Entscheidung.
Zu Hause in der Schiene war sie deutlich gelöster...aber leider ist die Spastik durchs lange Liegen ja nicht besser geworden und das Anwinkeln empfand sie auch als schmerzhaft...ich bin gespannt wie das heut laufen wird.Muss dazu sagen,dass sie sehr auf mich fixiert ist und die Ängste stärker bei mir rauslässt,was auch damit zu tun hat,dass ich unterbewusst meine Stimmung auf sie übertrage.Daher macht die Mobilisation mein Mann mit ihr und ich bin mit dem kleinen zu Hause und fahre sie immer besuchen.
Bei uns sind wohl 3-4 Nächte geplant und eine Reha wurde uns nicht empfohlen(was mich doch verwundert) ,sie meinten,dass die Reha zu Haus am besten ist.Ich werde sehen,hab auch große Angst und vermute,es wird bei uns ähnlich laufen,wie bei euch.
Die Physios meinten aber auch ,Zeit und Geduld ist das wichtigste,sie werden es wieder schaffen,aber es dauert.
Ich glaube unsere beiden brauchen wohl erst einige postive Erlebnisse um sich dann wieder auf Bewegung einlassen zu können.
Ich schicke dir Kraft...und versuche mir immer zu sagen,die OP ist nun überstanden,der Rest braucht Zeit.Wenn die Kinder das spüren,vielleicht sind sie dann auch etwas entspannter!
Wir haben so gelitten mit unseren Kindern in den letzten Wochen,es kann und wird besser werden.
Liebe Grüße
"Es ist wie es ist"
Tochter- rechts betonte CP ! glückliche Zicke...

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Sandra1978
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Beitragvon Sandra1978 » 12.01.2016, 11:22

Hallo,

ich würde die Schmerzmittel am Anfang gar nicht so verteufeln.

Ein Kind das weiß das es bei Bewegung Schmerzen hat wird sich nie entspannt auf irgendeine Bewegung einlassen. Und schnell ist man dann in einem Teufelskreis drin.

Dann lieber am Anfang ausreichend Schmerzmittel und je mehr sie in Bewegung kommt die Schmerzmittel langsam ausschleichen.

Alles Gute für deine Tochter.

Gruß Sandra
Mama Sandra (Asperger Autist)
Papa Jochen (Lernebehindert)
Sarah (2003) (Lernbehindert)


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