Klinik/Krankenhausaufhenthalt mit besonderen Kind

Mit einem besonderen Kind sind Eltern oft Dauergäste beim Kinderarzt. Hinzu kommen Krankenhausaufenthalte und Besuche bei Spezialisten und im Sozialpädiatrischen Zentrum.
Welche Untersuchungen machen Sinn? Wo ist mein Kind in guten Händen? Zahlt die Krankenkasse alle Behandlungen? Fragen über Fragen...

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Ani
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Klinik/Krankenhausaufhenthalt mit besonderen Kind

Beitragvon Ani » 02.02.2014, 18:08

Hallo zusammen,

wir mussten letzte Woche, leider schon wieder ins Krankenhaus.
M. hatte ein Oberschenkelbruch :( . Passiert ist das bei ein Krampfanfall, er hatte ein Infekt + Fieber und dann ein starkes Krampfanfall und dabei ist sein Bein gebrochen :( .
Ich hatte zuerst gar nicht bemerkt, da er nicht sprechen kann und so erkältet war, habe ich gedacht er fühlt sich wegen seine Erkältung so schlecht.
Dann habe ich gemerkt das er Schmerzen hat wenn ich sein Bein anfasse und bin mit ihm zum Arzt.
Na ja, dann schnell ins KH in der Notfallambulanz, dort viel los...erst anmelden :roll: alles erzählen wie es passiert ist...dann warten und warten...ca 1 Stund bis ihm der Arzt angeschaut hat, dann wieder alles erzählen..wieder Papiere ausfühlen.

Es gab viele Situationen wo ich gedacht habe....muss es wirklich sein? das ein Kind mit Beinbruch in Rollstuhl warten muss ? man hätte ihm wenigstens eine Liege geben können wenn er schon so lange warten musst.

Dann gibt es bei uns immer wieder die Situation mit Unterbrinngung.
Wir haben versicherungstehnisch kein Anspruch auf einbettzimmer...privat versichert , 2 bettzimmer....ABER wir brauchen Einbettzimmer. Max hat so viele Probelmen, er ist extrem geräuschempfindlich, er zuckt bei jeden Geräusch zusammen und hat dann anschliessend ein Anfall. Er braucht Platz für den transfer in/aus dem Rollstuhl und auserdem lautiert er selber oft und das ist für den zimmernachbarn auch sehr unangehnem.

In manche Kliniken, wie Tübingen Uni-klinik , haben wir selbsverständlich ein Einbettzimmer bekommen und das ohne zu Fragen oder etwas dafür zu bezahlen. Ich konnte gar nicht glauben :)
In Schönklinik in Vogtareuth mussten wir ein Aufschlag vom 110€ pro Tag bezahlen, für 3 Wochen ergab dann 2.300 € :shock: .
Und in Olgahospital in ST. hat uns auch 100 € die Nacht gekostet.
Wir werden noch versuchen mit der KK noch etwas zu drehen aber bei Maxl seine Behinderung ist sehr schwierig.

Frage an euch:
habt ihr auch diese Problemen?
Was muss eine Klinik oder Krankenhaus gewährleisten? wenn der Patient eine Schwere Behinderung hat?
Hat man jrgendein Einspruch, z.B. schneller dran zu kommen weil das Kind nicht so lange warten kann?
Es kann nicht sein das nur das zählt was in den bs.. Versicherungsvertrag steht. Ist der Mensch mit seinen Leiden nicht wichtiger??????????

Liebe Grüße

Ani
Ani mit Max(21.06.04). Durch angeborene Fehlbildung am Gehirn schwerstmehrfach behindert. Schwer therapierbare Epilepsie (Lennox-Gastaut Syndrom), blind, ICP ,Skoliose (OP-2015) und Hüftluxation, Ateminsufizienz und Schlafapnoe, PEG Sonde. Kann nicht sprechen, laufen, sitzen.
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Beitragvon Bea F. » 02.02.2014, 19:44

Ani,

leider hast Du auch mit einem besonderen Kind keinen Anspruch auf ein Einzelzimmer. Bei uns kommen so besondere Kinder aber meistens auf die neurologische Abteilung, wo sie dann besser betreut werden können . Und auch wenn es für die Zimmernachbarn unangenehm sein kann , da müssen dann wohl alle durch . Ich kann mir auch nicht vorstellen , dass man ein so besonderes Kind mit Anfällen auf eine normale Station packt . Wir hatten letztens auch einen Beinbruch und waren mit Krankenwagen und Rücktransport 5 Stunden unterwegs ... untersucht , eingegipst und wieder mit nach Hause genommen . Wegen eines gebrochenen Knochens lasse ich meinen Sohn nicht im Krankenhaus ...

l.G.
Bea
Nando 93, Dario 97 nach Unfall 2001 hypoxische Hirnschädigung mit Tetraspastik, Button seit 2001 und verschiedene kleine Baustellen, Nevio 97 und Leya 2005.... und natürlich Bea , Bj. 63 :-)

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Beitragvon finnja » 02.02.2014, 19:54

Hallo Ani,

anscheinend hatte ich immer Glück in den KHs (sind stinknormal GKV)
Wir waren meistens alleine, obwohl Sohnemann ein verträglicher Zimmernachbar wäre und eigentlich auch einen recht tiefen Schlaf hat (wir es also gar nicht bräuchten).
Im Olgäle waren wir ungefähr die Hälfte der Aufenthalte allein im Zimmer und in Mannheim immer.

Ich glaube, dass die Schwestern da schon drehen, was möglich ist (so hab ich das bisher immer erlebt).

Einen Anspruch auf schneller drankommen hat man nur, wenn das Leben bedroht ist, das einzige, was ein bisschen hilft, ist nett nachzufragen oder Vorschläge zu machen (wie zB das mit der Liege wäre sicher machbar gewesen, nur hat vom Personal keiner dran gedacht).

Vielleicht kannst du deinen Versicherungsvertrag ändern bzw eine Zusatzversicherung abschließen?

LG, Finnja, die die Warterei auch entsetzlich nervt, insbesondere, wenn es dem Kind schlecht geht.
Sohn 06 ,SBA seit 06 mit 100 GdB und PS II (die nicht seit 06), Mutation, mit Auswirkungen in allen möglichen Bereichen,
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Beitragvon Ani » 02.02.2014, 20:01

Hallo Bea,

danke für deine Antwort.
Wir waren auf eine ganz normale Station. Die Mutter von den "Zimmernachbarkind", der wegen eine Kratzer an Hand da waren, hat sich andauern beschwert, das sie Rücksicht auf unsere Kind nehmen muss. :roll: ..die nächsten Zimmernachbar haben uns gezielt ignoriert .
Ich hätte mein Sohn auch liebengerne wieder nach hause mitgenommen, aber die Ärzte hilten es für notwendig ihm nach der OP ins KH zu behalten.

LG

Ani
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Beitragvon Ani » 02.02.2014, 20:05

Hallo Finnja,

du hast ein Einbettzimmer in Olga bekommen? wie hast du das eingestellt?
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Beitragvon finnja » 02.02.2014, 20:31

Hallo Ani,

ich hatte kein Einbettzimmer, sondern lag alleine in einem normalen Zimmer.
Das einzige Mal, wo wir wirklich ein explizites Zimmer nur für uns alleine hatten (und das war auch ein normales) war, als wir einen fetten Magen-Darm-Virus hatten (das war aber eine andere Kinderklinik) und noch niemand wusste welchen ;-) da hatten wir ein Zimmer mit rotem Punkt.

Ich kann dir nicht sagen, warum wir da anscheinend Glück haben/hatten....

LG, Finnja
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Beitragvon Anne-Katharina » 02.02.2014, 20:40

Es besteht kein rechtlicher Anspruch, nur auf Grund einer Behinderung, ein Einzelzimmer zu bekommen.
Ich kann nur aus der Perspektive der Krankenschwester berichten.
Notfälle sind nicht planbar und gerade daher muss mit dem vorhandenen Bett Vorlieb genommen werden.
Wir versuchen immer alles mögliche, um pflegeintensive, unruhige etc. Patienten alleine zu legen - unabhängig von der Versicherung. Manchmal hat man Glück - man kommt als Notfall und das zufällig gerade einzig freie Zimmer ist ein Einbettzimmer und noch nicht belegt. Manchmanl hat man Anspruch auf ein Einbettzimmer, kommt notfallmäßig und es ist nur ein Dreibettzimmer frei. Es bleibt dann nichts anderes, als nach und nach zu versuchen, alle Ansprüche umzusetzten. Man kann keinen Einbettpatienten, der alleine liegt, einfach aus seinem Zimmer rausschmeißen, nur weil ein Anderer auch Anspruch hat. Wenn möglich sperren wir auch Betten im Mehrbettzimmer, was aber für ein KH ein finanzieller Verlust ist, falls Betten benötigt würden, um intensive Patienten in aller Ruhe und ohne ein Störungsgefühl von Mitpatienten zu haben, versorgen zu können. Aber es ist nicht immer möglich. Manchmal läuft es dann auch darauf hinaus, das zwei Schwerstpflegefälle, zwei Demente, Unruhige etc. zusammen im Zimmer liegen.
Wenn wir in der Pflege beschließen, ein Regelpatient bekommt von uns ein Ein- oder Zweibettzimmer, dann muss dieser keine Eigenbeteiligung zahlen. Natürlich ebenso, wenn wenn nur ein Einbettzimmer frei ist, aber die nötige Versicherung fehlt.
Es kommt auf die baulichen und belegungstechnischen Voraussetzungen in einem solchen Falle an - als selbstverständlich kann man das nicht sehen.

Ich selbst lag neulich, als ich schwerkrank war, drei Wochen mit einer sehr unruhigen, dementen, nachtaktiven, laut schreienden Patientin zusammen. Es gab keine andere Möglichkeit, außer dass ich nachts hätte auf dem Flur schlafen können. Wenn es nicht anders geht, können auch die nettesten Schwestern nichts ausrichten und diese machen sich es arbeitstechnisch gerne "leichter" in dem sie den Patienten alleine in aller Ruhe versorgen können. Die Erfüllung der Wünsche von Patienten und Angehörigen schont oftmals die eigenen Nerven, denn auch für uns Pflegepersonal ist es anstrengend uns ständig wieder das "Gemecker und Nörgeln" anhören zu müssen, obwohl man wirklich alles macht was möglich ist.
Ich habe mich manchmal schon sehr über Patienten geärgert, die sich so unmöglich verhalten, nur streiten, diskutieren, Beschwerdebriefe schreiben, kein Danke und Bitte kennen und die man - nur weil man so genervt ist, und eh schon viel zu wenig Zeit hat, als das man stundenlang diskutiert - alleine gelegt hat. Nur damit man endlich seine Ruhe hat, dadurch Zeit für andere Patienten hat, und dass kann es auch nicht sein. Fehlverhalten zu "belohnen".

Ich kann dich aus Sicht der Betroffenen gut verstehen, aber auch die Sicht einer Station muss vestanden werden.

Ist jetzt wirklich nicht böse gemeint, aber es war mir ein Bedürfnis aus meinen Erfahrungen zu berichten. In 21 Jahren Krankenpflege hat man so manches erlebt und mitgemacht.
LG Anne
Zustand nach Pankreatitis, Meningitis und 15 OP´s, Multiple Sklerose

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Beitragvon finnja » 02.02.2014, 21:18

Hallo Anne,

ja, da hab ich auch schon einiges erlebt, mit einem friedlichen kranken Kind hat man vor allem Zeit... und wenn man dann seine Runden dreht (selbst ist man ja gesund und fit) sieht man genau, wie oft von manchen Zimmern aus geläutet wird ;-)
Oder bekommt mit, was für Bitten/Befehle geäußert werden...
Man lernt tolle Schwestern kennen und welche, die die Tür aufreißen bzw zuschlagen,
Schwestern mit Machtkomplex und welche mit Engelsgeduld...

So wie ich inzwischen fast schon nach der ersten Begegnung eine Schwester einordne, macht sie es garantiert auch mit mir und weiß, ob ich eine "gute" oder "schlechte" Patientenmutter bin (und da sind die Kriterien sicher für jede Schwester genauso unterschiedlich wie für uns Mütter oder Väter; mein Mann hat da völlig andere Kriterien ;-) wenn er im KH ist mit Sohnemann, will er vor allem eine junge gutaussehende :roll: )

LG, Finnja
Sohn 06 ,SBA seit 06 mit 100 GdB und PS II (die nicht seit 06), Mutation, mit Auswirkungen in allen möglichen Bereichen,

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LT 12, so normal, wie bei uns als Eltern möglich ;-)

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Beitragvon Petra und Alexander » 03.02.2014, 00:23

Hallo Ani,

Da ich auch oft und auch lange im KK mit Alexander bin ,habe ich immer ein zimmer für uns beide allein. Dafür bin ich auch sehr dankbar.
Wenn kein Zimmer frei ist ,werden Betten geschoben und das klappt dann auch.
Meistends ruft unsere Ärztin vorher im KH an ,dann regeln sie es schon vorher,
Bezahlt haben wir noch nie was.
Wenn wir in der Notaufnahme kommen heißt es immer ,sie bleiben doch mit hir !!,dann bin ich froh.

LG
Petra
Alexander, geb. 1991, körperlich und geistig schwerst behindert, Epilepsie, PEG-Sonde, Wahrnehmungsstörungen, keine Diagnose (Erbkrankheit?)

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Beitragvon Lumoressie » 03.02.2014, 08:30

Wie sind immer im Olgäle. Dort bemüht man sich schon nach Kräften, die zusammen ins Zimmer zu stecken, die sich nicht gegenseitig furchtbar stören...
Letztes Jahr war mein geistig und körperlich schwer behinderter, sehr nachtaktiver und lauter Fünfjähriger in einem Zimmer mit einem nicht behinderten, aber ebenfalls sehr nachtaktivem Achtzehnjährigen. Das hat wunderbar harmoniert...
Wir hatten aber auch oft ein Einzelzimmer und halten uns viel Im Flur oder Spielzimmer auf, um kranke Mitpatenten nicht nicht über Gebühr zu strapazieren.


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