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Nelli mit Leonard (schwere Asphyxie unter der Geburt)
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KerstinNaß
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BeitragVerfasst am: 18.01.2019, 16:14    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Nelli,
einen Nachteilsausgleich habe ich für Ben nicht in Anspruch genommen. Ich wollte bei der Einschulung erst abwarten, wo ggf. Probleme auftreten, insbesondere Deutsch und Sport hatte ich im Blick.
Da Ben jedoch in beiden Fächern durchgehend sehr gut beurteilt wurde, bestand dort kein Bedarf. Sein Sportlehrer hat ihm immer den 100%-igen Einsatz, auch bei völliger Hoffnungslosigkeit, wie bei Ballsportarten, zugute gehalten. Bei einem Schulfest, einem Spendenmarathon, bei dem Ben humpelnd und völlig fertig genauso viele Runden gelaufen ist, wie die Fußballjungs in seiner Klasse, hat er uns gesagt, mit dieser Einstellung könnte er dem Kind nur ein "Sehr gut" attestieren.
Ben weiß, dass er manches nicht hinkriegt und hat das schon immer auch so gesagt (manchmal auch als Ausrede, klar, wer drückt sich nicht mal gerne um das Eine oder Andere). Er lacht auch gerne über sich selber. Wenn wir zum Beispiel an seine Versuche mit der Blockflöte denken, an die Versuche einer Rückwärtsrolle oder an das Seilspringen - da liegt die ganze Familie kichernd am Boden. Er hat das schon immer mit Humor genommen.
Seine Freunde haben ihm absolut immer geholfen. Früher haben sie ihn bei langen Spaziergängen an die Hand genommen oder die Tasche getragen (manchmal Mädchen, die deutlich jünger und kleiner waren). Sie haben bei widerspenstigen Reißverschlüssen geholfen und schneiden ihm (immer noch) Fleisch oder Pizza beim Mittagessen klein.
Das war nie ein Thema, Mobbing. Zum Glück. Auf der Halfpipe habe ich mal seinen besten Freund einem fremden Jungen erklären hören, warum Ben etwas hinkt und oft fällt. "Äh, Mann, der Ben ist behindert, der kann das nicht so schnell wie wir lernen, verstehste?" Und mein Sohn stand nickend daneben. Fall geklärt. Rauf aufs Skateboard.Und wieder versucht.
Also, hier bisher keine Probleme, Aber das Kind ist auch ein Sonnenschein, hat schneller Freunde als man Piep sagen kann und verfügt über eine riesige Frustrationstoleranz. Das macht es ihm leicht. Und er ist froh, dass es ihn nicht so schlimm wie das andere Hemimädchen in seiner Grundschulklasse getroffen hat, die schon mit Rollerfahren Probleme hat und auch geistig etwas langsam ist.
LG Cattie

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Kerstin mit
Nicolas * 11.2003 kerngesunder Gymnasiast
Benedikt *11.2007 mit ICP links durch Asphyxie während der Geburt, Gymnasiast 5. Klasse
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Nelli82
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BeitragVerfasst am: 18.01.2019, 21:38    Titel: Antworten mit Zitat

Lustig, dass du das schreibst: unser Sohn ist auch ein absoluter Sonnenschein. Stets positiv, fröhlich, aufgeschlossen, Prince Charming. Er hat eine grosse Geduld und Ruhe bei allem, was er macht, ist nie frustriert, arbeitet immer gut mit bei Logo, Ergo und Co, hat an allem Spaß. Ich glaube all das sind Eigenschaften, die natürlich seine Schwächen unglaublich kompensieren. Da sind sich unsere Jungs sehr ähnlich.

Der Kindergarten ist immer in Sorge, dass er dieses sonnige Gemüt in der Schule verlieren könnte. Die Erzieherinnen müssen wohl im Moment öfter mal intervenieren, weil er geärgert wird. Das geht in erste Linie von einem Jungen aus, der auch mit ihm in die Schule oder sogar Klasse gehen wird. Der Junge pickt sich gerne Schwächere raus... sehr schade. Aber Leonard hat auch hier eine große Frustrationstoleranz. Manchmal zu groß, weil er sich selten wehrt. Bzw. nicht schnell genug wehren kann. Ich glaube aber, wenn dieser Junge nicht wäre, wären wir insgesamt weniger ängstlich was die Zeit auf der Regelschule angeht.

Irgendwie haben wir auch ein bisschen Probleme zu kommunizieren, was Leonard denn eigentlich „hat“. Das Adjektiv behindert ist zwar rein sachlich zutreffend, klingt in seinem Fall aber eher übertrieben. Also wie erklärt man den anderen Kindern, warum Leonard nicht so sicher rennen kann, warum seine Hände zittern und er etwas länger braucht für viele Dinge?!

Hat dein Sohn denn auch sprachlich immer noch Probleme oder „nur“ körperlich? Leonard hat zusätzlich zu seiner Grob- und Feinmotorik auch Probleme sich zu artikulieren. Er spricht recht undeutlich, sucht oft nach Worten, spricht verlangsamt - das ist natürlich im Umgang mit Anderen auch etwas, das - je nach Tagesform - direkt ins Auge springt.

Sorry, dass ich dich so ausfrage, aber dein Sohn macht mir Hoffnung, dass ich mir zu viele Sorgen mache Smile

_________________
Nelli mit Leonard (03/12, 40+2 SSW), schwere Asphyxie unter der Geburt, milde CP/ Entwicklungsverzögerung, fein- und grobmotorische Probleme, Tonus-Regulationsstörung (Tremor), Mikroschielen

Sohn, 12/15
Tochter, 05/18

Unsere Vorstellung: http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopic.php?t=90964
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KerstinNaß
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Beiträge: 139
Wohnort: Kassel

BeitragVerfasst am: 20.01.2019, 09:49    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo zurück,
die Sprache ist sicher nicht normal. Wenn er Zusammenhönge erklärt, ist das immer erst Mal sehr verworren mit Wortneuschöpfungen und putziger Grammatik. Da muss man fragen, was er denn eigentlich meint.
Auch bei Referaten muss er die Texte komplett aufschreiben und dann lernen, sonst verfällt er in „Bensprache“. Der Wortschatz ist nicht das Problem, der ist sehr gut, aber irgendwie fällt es ihm trotzdem schwer, komplizierte Dinge in Worte zu fassen. Er kompensiert das durch viele Worte, er ist ein Laberheini. Bei seinen Freunden fällt das kaum auf, an Minecraft, Tiktok, YouTube oder Fortnite, den Hauptthemen von 11-jährigen, ist ja auch nichts wirklich kompliziertes. An dem physikalischen Prinzip der Leonardobrücke schon deutlich mehr, das geht ohne vorherige Gedankensortierung nicht zu formulieren, auch wenn er es komplett verstanden hat.

Trotzdem ist er mündlich überall sehr gut, wahrscheinlich kompensiert er Qualität mit Quantität 🤪.

LG Kerstin

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Nicolas * 11.2003 kerngesunder Gymnasiast
Benedikt *11.2007 mit ICP links durch Asphyxie während der Geburt, Gymnasiast 5. Klasse
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