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Therapeutisches Reiten - Hippotherapie, heilpäd. Voltigieren
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sabine g
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Anmeldedatum: 27.08.2004
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BeitragVerfasst am: 27.08.2004, 21:19    Titel: Therapeutisches Reiten - Hippotherapie, heilpäd. Voltigieren Antworten mit Zitat

Moderatoren-Info:
Dies ist (war) eine Antwort auf die Beträge zu diesem Thema: http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic185.html
Um ihn besser auffindbar zu machen, habe ich daraus ein neues Thema gemacht. Schönen Gruß, Thomas



Als Reittherapeutin mit Lizenz für das Heilpädagogische Voltigieren und Reiten sowie für das Reiten als Sport für Menschen mit "Behinderung" möchte ich mit ein paar Sachinfos Licht in die Debatte bringen: Als Therapeutisches Reiten zählen sowohl die oben genannten Sparten als natürlich auch die Hippotherapie. Die Unterschiede sind: Hippotherapie ist Krankengymnastik auf dem Pferd unter Zuhilfenahme der Schwingungsimpulse des schreitenden Pferdes. Daher SOLLTE Hippotherapie auch nur von Ärzten oder KGs mit entsprechender Zusatzquali angeboten werden. Heilpädagogisches Volti oder Reiten ist NICHT dasselbe! Hierbei stehen eben exakt die heilpädagogischen Aspekte im Vordergrund. Natürlich bleiben die körperlichen "Neben"effekte nicht aus, wie gute Balanceschulung, Körperwahrnemung, Koordinationstraining und auch Muskeltonusregulierung. Und wie der Name schon sagt, kann Heilpäd. Reiten /Volti auch nur von pädagogischen oder psychologischen Grundberuflern angeboten werden, nicht von KGs. Selbiges gilt auch umgekehrt.

Die Frage der Kostenübernahme ist weitestgehend richtig beschrieben worden, was das Verhalten der Krankenkassen bei Nichtvorhandensein der Hippotherapie im Massnahmenkatalog betrifft. Für das Heilpädagogische Volti/Reiten sieht es aus wie folgt: Die Bewilligung nach Sozialgesetzbuch ist völlig EINKOMMENSUNABHÄNGIG. Zuständig sind je nach Zuordung die Jugend- oder Sozialämter. Es betrift die SGB Paragraphen für die Wiedereingliederungshilfe und es sind je nach Schulpflichtigkeit oder nicht verschiedene Paragraphen und Bewiligungsverfahren. Allerdings ist der Gang zum Amtsarzt eher üblich.

Bzgl. der deutschlandweit unterschiedlichen Kosten: Der größte Kostenpunkt ist die Haltung der Pferde, die im städtischen Raum ein Vielfaches vom ländlichen Raum beträgt. Allerdings wenn ich den hier veröffentlichten Preis für eine ebenfalls tiergestützte Delphintherapie sehe, dann könnten Sie dafür bei mir für mehr als 7 Jahre einmal wöchentlich zur Reittherapie kommen.

Noch eine Bitte an alle, die sich für Therapeutisches Reiten in welcher Form auch immer interessieren: Bitte fragen Sie ihren Anbieter nach seiner Qualifikation, mit ihrem Kind auch professionell umgehen zu können. Fragen Sie nach den Pferden: Ob im Eigentum und dafür ausgebildet oder ob einfach nur brav und zur Ausleihe, wenn Therapie ist.
Lassen Sie ihr Kind nicht bei einem reinen Reitausbilder Voltiübungen machen, er hat davon im Zweifel keine Ahnung. Es sind zwei verschiedene Sportarten und auch zwei verschiedene Trainerausbildungen.
Der Begriff Reittherapeut ist nicht geschützt, der Begriff "Reitpädagoge" seit Neuestem schon. Es gibt leider viel Wildwuchs auf diesem Gebiet. Bleiben Sie kritisch!
Für weitere Fragen stehe ich im Rahmen dieses Forums gerne zur Verfügung!
Herzlichst
Sabine Gilbeau
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manuelamartina
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BeitragVerfasst am: 08.08.2006, 18:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hey Sabine mein Sohn Angelo ist mit einer komplexen Hirnfehlbildung mit multiplen Zysten geboren.Ich habe das Glück das unsere Frühförderin ein eigenes Pferd hat und ihr Pferd bei einer Bekannten steht die ein Therapiepferd auf dem Hof hat die für Reittherapie mit Behinderten Kindern ausgebildet ist.Dieses Pony bekommt jetzt ihr Gnadenbrot bei ihr.Unsere Frühförderin hat über Jahre mit Behinderten Kindern Reittherapie gemacht und ist ausgebildet sodaß wir für Angelo die Reittherapie privat anleihern konnten.Jetzt können wir je nach Angelos befinden zum Hof fahren und mit Angelo und Bella Arbeiten!Wir haben riesiges Glück gehabt
_________________
Liebe,Glaube,Hoffnung!/Manuela 07.66,(Matthi "86"gesund,Andree"93"Epelepsie,Angelo"03"Komplexe Hirnfehlbildung mit Multiplen Zysten seit Okt.08 Pro Guv-Shunt
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Claudi-BaWü
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BeitragVerfasst am: 10.05.2007, 12:20    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

wie kann ich jemanden finden, der Therapeutisches Reiten mit Ausbildung anbietet?

Wir waren zwar schonmal vor Jahren beim Reiten. Aber das war ein "alte" Frau mit fast genau so altem Pferd und die Kinder mussten auf jedenfall auf dem Pferd bleiben wenn sie auch noch so geschrien haben. Ist das okey?

Kann mir jemand Auskunft über die Kosten geben?

Gruss
Claudi

_________________
lg claudi
D. 12/2000 Tetraspastik, ICP, keine Sprache, Autistische Züge, Entwicklungsverzögert, Rollstuhlfahrer, seit 24.05.2005 Pohlig US-Orthesen, 10/2011 Hüft OP li. und 04/2017 und 06/2017 beide Knie/Füsse OP in Aschau.

Die Zukunft sollte man nicht voraussagen wollen,
sondern möglich machen (Antoine de Saint Exepury)
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sabine g
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BeitragVerfasst am: 10.05.2007, 22:00    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Claudi,

ich kopier mal hinein: http://www.dkthr.de/fortbildung.php?n2=praktika. Da würde man nämlich als Elternteil nicht unbedingt suchen, findet aber gerade dort viele der engagierten "Ein-Mann-Betriebe".

Kosten betragen ca. um die 30-35 Euro für 30 Minuten. Bei Preisvergleichen ist zu beachten: effektive Reitzeit, eingeschlossene Serviceleistungen (zB Gutachtenerstellung, Gespräche kostenpflichtig?) weitere Kosten für Vereinsmitgliedschaften, Spendenaufforderungen, Vertragsbindungsdauer usw....

Zu Deiner Frage, ob das so ok ist mit den schreienden Kindern auf dem Pferd, kann man aus der Ferne schwer was sagen. Ich will ganz offen sein: Auch bei mir gibt es manchmal die Situation, das Kinder auf dem Pferd schreien, sei es weil sie als Autisten leider nicht sprechen aber ohrenbetäubend schreiquieken können oder weil sie im Heilpäd. Volti plötzlich eine Übung doch nicht hinbekommen und hilflos wütend aufweinen. Da würde ein Außenstehender wohl auch manchmal denken, was macht die denn da mit dem armen Kind.... Wenn das Weinen aber bedeutet, dass das ganze Reiten im Moment unerträglich ist, dann könnte man an diesem Tag eben -sofern noch möglich-, zB nasestreichelnd neben dem PFerd beenden. Denke, wir kriegen beide die Botschaft....

Liebe Grüsse
Sabine
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Nicomum
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BeitragVerfasst am: 22.11.2008, 20:06    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Sabine,

wir beginnen nächste Woche mit Nico Hippotherapie, die letzten Wochen konnten wir immer mal wieder hin und zusehen und Nico durfte sich ein paar Mal zwischen zwei Therapieeinheiten kurz auf das Pferd sitzen und eine Runde drehen, damit er sich an das Pferd gewöhnt.

Bis jetzt hab ich nur gesehen, dass die Kinder auf dem Pferd sitzen und ihre Runden drehen, wird da eigentlich was anderes auch gemacht oder nicht? Ich hab eh kein Problem damit, es interessiert mich nur.

Liebe Grüße
Elke

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Peter
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BeitragVerfasst am: 23.11.2008, 16:53    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Elke,

wir machen mit Sarah schon rd. 2 Jahre Hippotherapie.

Auf dem Pferd ist ein Voltiergiergurt und ein Pad, also kein Sattel. Sarah macht auf dem Pferd diverse Übungen, wie z.B. Arme kreisen, freihändig reiten, eine "Fahne", das heißt rechtes Bein und linker Arm strecken und umgekehrt, die "Mühle", d.h. einmal komplett im sitzen drehen, auf dem Pferd stehen, auf dem Pferd knien, am Voltigiergurt mit den Händen von unten greifen, damit der Arm gedehnt wird. usw.

Das macht sie sowohl, wenn das Pferd steht, als auch wenn das Pferd Schritt geht.

Bei ihr wird mit dem freihändigen reiten der Gleichgewichtssinn geschult und bei den anderen Übungen insbesondere die rechte Hand, damit sich die Greiffunktion verbessert. Sie darf auch mit dem Pferd traben.

Ich wünsche Euch, daß es Nico genau so einen riesen Spaß bereitet wie Sarah.

LG Monika

_________________
Sarah. geb. 22.07.01, Hemiparese rechts nach Schlaganfall im Mutterleib
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Nicomum
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BeitragVerfasst am: 23.11.2008, 17:22    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Monika,

danke für deinen Antwort!

Ich bin mir sicher, dass es ihm Spaß machen wird, weil er jetzt schon so eine Freude hat wenn wir hinfahren und das, wo er sich vorher vor Pferden total gefürchtet hat.

Liebe Grüße
Elke

_________________
Liebe Grüße
Elke

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sabine g
Reittherapeutin
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BeitragVerfasst am: 23.11.2008, 22:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Elke,

nun, das die Kinder auf einem Schritt gehenden Pferd geführt ihre Runden drehen, ist für die Hippotherapie normal. Das was Monika schreibt, beschreibt das Heilpädagogische Voltigieren- hier als Einzelförderung. Derartige Voltigier- (=akrobatische Turnübungen auf dem Pferderücken) Übungen werden in der Hippotherapie (Physiotherapie unter Zuhilfenahme der Bewegungen des schreitenden PFerdes) nicht gemacht.

Liebe Grüsse
Sabine
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Jutta Junker
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BeitragVerfasst am: 21.01.2009, 20:05    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo! Wollte mich in die nette Runde einklinken und kann mich meiner Vorschreiberin sabine q nur anschließen.
Ich selbst bin vom Grundberuf her Ergotherapeutin mit Zusatzausbildung zur Dipl. Reittherapeutin (Ausbildung bei SG-TR in der Schweiz), Therapiebegleithundeführerin und noch einige weitere ergotherapeutische Fortbildungen (ADHS, Feinmotorik, usw.).
Ich bin selbständig und habe optimalerweise meine 9 Ponys direkt neben dem Haus/ Praxis. So habe ich immer alles im Blick und kann reine "Praxisergo" mit der Therapie mit Pferden toll verbinden.
Der Bereich "Reittherapie" bzw. "Ergotherapie mit Medium Pferd" hat hier in Deutschland keine richtige Einteilung nach den Richtlinien des Kuratoriums. Es findet sich im Grunde zwischen Hippotherapie und Heilpädagogischem Reiten wieder. Im Grunde wird halt mit dem Medium Pferd genau das an Klientel behandelt, was wir auch in der Ergo behandeln. Ich habe allerdings mehr körperbehinderte Kinder mit Pferd in Behandlung, als in der klassischen Ergo.
Hier kann man die vom Pferd ausgehenden Reize toll mit zusätzlichen Übungen und Spielen verbinden. Die Therapie findet in der Regel in einer 1:1 Betreuung statt, ich als Therapeut laufe immer neben dem Pony her und bin nah am Kind "dran".

Das Wesentliche hat Sabine schon genannt: Wichtig ist die Qualifikation der Therapeutin/ Pädagogin und die Ausbildung sowie Haltung der Pferde (optimal in Offenstall- Herdenhaltung, um ausgeglichene Pferde zu haben).
Therapeuten findet man auch, indem man die Verbände (z.B. www.sgtr.ch oder www.dkthr.de) anruft und dort fragt, wer in der Nähe registriert ist. Trotzdem vor Ort dann die Augen aufhalten und viel nachfragen (Versicherungen, Ausbildungen, Haltungsbedingungen der Pferde, usw.).

Liebe Grüße Jutta

_________________
Liebe Grüße vom schönen Niederrhein wünschen Jutta
*11/1978 und Oli *5/76 mit Louisa *25.09.2010 (gesund)
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Krissi
Neumitglied
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Anmeldedatum: 04.11.2009
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 04.11.2009, 19:11    Titel: Antworten mit Zitat

Huhu,

ich hätte eine Frage an Sabine und auch Jutta: Ich bin jetzt 18 und mache gerade mein Abitur. Da es nun ziemlich ernst wird, muss ich mich langsam mal entscheiden was ich in meiner Zukunft machen möchte. (Was mir allerdings nicht so leicht fällt, da es so Vieles gibt.)
Eines davon ist die Aus- oder Weiterbildung zur Reittherapeutin.
Mich würde interessieren wie ihr dazu gekommen seid? Und da ich gelesen habe das dass therapeutische Reiten nur eine Weiterbildung ist, würde mich interessieren was sich als eigentliche Ausbildung anbietet?
Na ja, über generelle Informationen würde ich mich sehr freuen. Very Happy

Vielen Dank im Voraus.
Liebe Grüße, Krissi
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