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Wie zum Zeichnen motivieren? (VWS)
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Afina
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BeitragVerfasst am: 28.01.2019, 14:57    Titel: Wie zum Zeichnen motivieren? (VWS) Antworten mit Zitat

Hallo,

mein Sohn hat große Schwierigkeiten Linien oder Formen, die er sieht, zu zeichnen. Er zeichnet praktisch nichts Gegenständliches. Dafür habe ich eine Unmenge an Kunstwerken mit "Kreis-Salat" (wie man es von Zwei-/Dreijährigen kennt) Wink Außerdem "schreibt" er seit bestimmt zwei Jahren, indem er diverse Zickzacklinien zu Papier bringt. Gestern hat er entdeckt, dass er so eine Art unregelmäßige Schlaufen-Girlande zeichnen kann (also ähnlich wie ganz viele kleine "L"s in Schreibschrift und auf dem Kopf) und damit ein gutes Dutzend Blätter beidseitig bedeckt.

Ich würde ihn gern motivieren, sich an Gegenständliches zu wagen. Oder einfach mal ein Dreieck abzuzeichnen oder Punkte miteinander zu verbinden ... Aber er lehnt alles sofort und entschieden ab. Ich vermute, dass er weiß, dass das Ergebnis nicht so aussehen wird, wie er es sich vorstellt. Außerdem ist er nicht der Typ, der sich gern anstrengt. Er kann sich nur kurz konzentrieren und auch bei seinen Girlandenbildern waren meist nur drei, vier Linien auf einem Bild. Ihm ging es vor allem darum, eine Masse an Bildern zu produzieren, die er dann zusammenkleben konnte Laughing

Habt Ihr Ideen, wie ich ihn motivieren kann, sich "zeichnerisch" an kleine Aufgaben zu wagen. Tätigkeiten kann man ja (normalerweise) nicht verbessern, indem man sie vermeidet und auch die spätere Welt des Schreibens besteht nicht nur aus kleinen "L"s Wink Aber ich glaube, er hat ganz große Probleme mit - potenziellen - Misserfolgen.

Herzliche Grüße
Afina mit den wilden Männern

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Afina mit Sohn, 2014, vis. Wahrnehmungsstörung, V.a. ASS
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Alexandra2014
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BeitragVerfasst am: 28.01.2019, 15:16    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Afina,

bekommt dein Sohn Sehfrühförderung?
Dort wird viel hilfreiches gemacht.
Du kannst aber auch selbst fördern mit den entsprechenden Materialien.

Hier ist z.B. einiges dabei:

https://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_ss_i_4_8?__mk_de_DE=ÅMÅŽÕÑ&url=search-alias%3Daps&field-keywords=visuelle+wahrnehmung+fördermaterial&sprefix=Visuelle%2Caps%2C371&crid=1EZ7TTY87V1FO

Ich habe Zuhause viel nachspuren lassen, Muster vervollständigen etc., Spiele zur Verbesserung der Differenzierung. Empfehlenswert ist zum Beispiel „Klack“, da es den Kindern riesen Spaß macht oder auch Differix.
Hilfreich sind auch Holzbuchstaben und -zahlen, die die Kinder anfassen können oder Formen von Buchstaben und Zahlen, die mit den Fingern nachgespurt werden.

Bei unserem Kind ist es leider auch so, dass sich engstehende Linien und Gitter für sie bewegen und engstehende Symbole optisch ineinanderrutschen(crowding), so dass die Differenzierung schwer ist. Alles muss größer und weiter auseinander...

Gruß
Alex

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R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral
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Afina
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BeitragVerfasst am: 28.01.2019, 15:31    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Alex,

danke für Deine Anregungen.

Sehfrühförderung hat er nicht, die Augen selbst sind in Ordnung. Er hat Schwierigkeiten, das Gesehene zu verarbeiten. Er erkennt beispielsweise ein Dreieck, kann aber maximal und sehr wacklig eine waagerechte und eine senkrechte Linie zeichnen. Eine Diagonale geht gar nicht.

Ich habe einige Ideen, was wir machen könnten. Die Schwierigkeit für mich besteht darin, dass ich ihn nicht motivieren kann. Er lehnt jeden Vorschlag sofort ab. Ich war wirklich ganz begeistert, dass er die "Girlande" von mir übernommen hat. Wahrscheinlich wird die jetzt über Monate alle seine Blätter zieren Wink

Es ist ja auch nicht nur beim Zeichnen so. Er lässt sich grundsätzlich nicht dazu motivieren, mal etwas rumzufriemeln und sich etwas anzustrengen. Entweder es klappt sofort oder ist uninteressant. Oft beginnt er Dinge gar nicht, weil er von Vornherein der Meinung ist, sie nicht zu können.

Das Spiel hab ich mir angesehen - das könnte etwas für ihn sein. Mit Gesellschaftsspielen hat er es zwar bisher gar nicht (Regeln gelten nur für andere), aber er mag Farben und Formen und die Regeln sind hier ja auch sehr überschaubar.

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Afina mit Sohn, 2014, vis. Wahrnehmungsstörung, V.a. ASS
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Alexandra2014
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BeitragVerfasst am: 28.01.2019, 15:51    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Afina,

klingt wirklich genau wie mein Kind! Laughing

Sehfrühförderung ist für Kinder mit visueller Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (hat mein Kind auch).
Bei uns kam eine Pädagogin aus der der nächstgelgenen Förderschule Sehen in den Kindergarten und hat dort mit Kind 1x pro Woche Übungen gemacht. Da hat sie auch gerne und bereitwillig mitgemacht. Wichtig ist, dass die Aufgaben anfangs sehr leicht sind, damit das Kind Selbstvertrauen bekommt.

Das Motivationsproblem haben wir auch bei allem. Laufrad wurde erst gefahren, als Kind meinte, es zu können. Das Gleiche beim Fahrrad, beim Skifahren... Arrow endlose Liste Arrow Exclamation Laughing

Laut KJP liegt das bei uns am Autismus. Da ihr ja auch V.a. ASS habt, könnte es damit im Zusammenhang stehen.
Wie weit seid ihr da in der Diagnostik?
Bei uns startet bals die Autismustherapie und dort wird auch an der Motivation gearbeitet...

Gruß
Alex

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MarinaH
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BeitragVerfasst am: 28.01.2019, 15:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!

Lass ihn machen. Ich finde seine Idee mit der Girlande ganz kreativ. Er ist doch erst vier, da malen viele noch gar nichts Gegenständliches. Viel wichtiger fände ich, dass er Spass an Stiften, Bildern usw. hat. Bastelst Du selbst oder malst? Dann wird er dich vielleicht nachmachen oder mitmachen wollen. Ich rate Eltern oft, Fingerfarben zu nutzen oder alte Kartons vollzukritzeln. Anstreichen (z.B. von Holz) kann auch Spass machen. Wenn er feinmotorisch Probleme hat, sind vielleicht Schnipselbilder etwas für ihn. Oder Konfetti schneiden. Formen nachlegen kann man auch mit Zahnstochern, Trinkröhrchen oder Streichhölzern.
Was bestimmt nicht funktioniert: Erwartungsdruck und Kritik. Wenn ihr etwas zusammen macht ist das Kunst und muss so sein. Falsch und richtig gibt es nicht. Habt Spass am gemeinsamen Tun. Wenn er besser malen kann, wird er es tun. Vielleicht hat er ja eine malverrückte Schwester, die ihn mitzieht?

LG Marina

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joris
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BeitragVerfasst am: 28.01.2019, 16:21    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Afina,

vielleicht mag er die Fenster bemalen? Oder aus Zeitschriften ausschneiden und eine Collage kleben (dazu habe ich auch gerne Prospekte angeboten, zwecks Erstellung eines "Einkaufszettels",(Obst, Milch, Süßes usw.))?

Viele Grüße
Joris
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HeikeLeo
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BeitragVerfasst am: 28.01.2019, 17:37    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Afina,

wir haben viel mit Nachspuren gemacht - besonders auch beim Schreiben lernen. Ausmalbilder gingen auch - mit Handführung. Und bei uns gingen auch Verbindespiele - also Zahlen verbinden, damit ein Bild rauskommt. Es kommt eben darauf an, wo die Stärken sind. Die müssen erst einmal ran. Bei uns waren die Zahlen die Stärke, auf die man aufbauen konnte.

Liebe Grüße
Heike
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Engrid
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BeitragVerfasst am: 28.01.2019, 18:20    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Afina,

vielleicht liegt die „Hauptbremse“ eine Ebene drüber: Falls Dein Kind autistisch ist (oder vielleicht auch falls nicht): Autisten sind ganz oft Perfektionisten. „Die wollen nicht üben, die wollen können.“ hat mir eine Mama von zweien mal treffend gesagt. Und wo er davon ausging, dass es nicht gleich auf Anhieb perfekt wird, da hat Junior es früher lieber gleich ganz gelassen. Wir haben ihm damals ein Erklärfilmchen dazu gemacht, dass Üben dazu gehört usw., das hat ihn gut erreicht. Und dann war noch wichtig, sehr geschickt die Tätigkeiten so auszuwählen und dezent zu „trimmen“, dass er ein Erfolgserlebnis hatte.

Hier mal ein Thread (von vielen) zum Thema Perfektionismus und Verweigerung: https://www.REHAkids.de/phpBB2/view.....t=perfekt%2A+verweiger%2A

Grüße

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Engrid

mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)
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GretchenM
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BeitragVerfasst am: 28.01.2019, 22:15    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

das, was Engrid beschreibt, kenne ich auch so von meinem Sohn: er ist so perfektionistisch, dass er fast nichts für gut genug hält, ist sehr anspruchsvoll mit sich selbst -und probiert nicht einfach aus, was nicht gelingen könnte. Er hat fast nie gemalt und das Schreiben sehr lange verweigert -und hat Löcher ins Papier radiert, weil ihm nie was perfekt genug war.

Was auf lange Sicht geholfen hat, war wirklich ständig Anreize zu geben, doch ausnahmsweise mal zu malen - meistens waren das dann Grundrisse von irgendwelchen Fahrzeugen, Burgen ... und ich habe mit ihm zum Beispiel einen Zewarollenflieger gebastelt und er hat ihn dann angemalt (das ging dann auf einmal *grins*) oder gemeinsam eine Burg gebastelt die dann ja auch Wappen und Bäume und Büsche brauchte. Vor allem der Boden war dann echt penibel gezeichnet. Und wir haben Bastelmaterial, Stifte, usw immer und in jedem Zimmer, darf auch gerne liegen bleiben auf Kosten der Ordnung - Besuchskinder wollten bei uns dann immer erstmal basteln Wink was ihn auch animiert hat (wenn auch oft erst zum Zusehen und erst später alleine nachmachen) So hat er auch gelernt, das mit Spaß und nicht mit Zwang zu verknüpfen, obwohl er feinmotorische Probleme hat. (In der Kita hat er übrigens so selten gemalt, das ich mich nur an ein einziges Bild erinnere)

Ich denke, Dein Kind kann bestimmt viel lernen, ist ja auch noch relativ klein - vielleicht hilft es auch, selbst Spaß zu entwickeln und das Kind ein bisschen anzustecken (als Beispiel fürs Schreibenlernen später: ich habe als mein Sohn mit der Schreibschrift „kämpfte“ dann einen VHS-Kurs „Sütterlin schreiben“ belegt und während er Schulausgangsschrift üben musste, habe ich auch geübt, mit ihm gestöhnt usw - aber auch stolz gezeigt, was ich gelernt habe. Das war für ihn tatsächlich sehr motivierend)

Lg

GretchenM

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Gretchen JG 76 Epilepsie (Grandmalserien, jetzt anfallfrei), Zwänge, Migräne, alleinerziehend und im Augenblick völlig symptomfrei Smile Smile Smile
Sohn 11/2007 Grenzgänger zwischen nt und Autismus, entwickelt sich prima Smile einige Verdachtsdiagnosen mittlerweile aus der Welt Smile
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FriedasMami
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BeitragVerfasst am: 29.01.2019, 09:33    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

unsere Tochter hat auch Schwierigkeiten etwas "echtes" auf ein leeres Blatt zu zeichnen. Zu Weihnachten gabs dann so einen Leuchttisch für Kinder. Man legt ein weißes Blatt auf eine Art Lichttisch. Auf das Blatt wird dann eine einfache Form projeziert, die das Kind nachspuren kann. Ist Schritt 1 gezeichnet, kann man an einem Rad eine Stufe weiter drehen und hat neue Linien. In vier Schritten malt das Kind so die verschiedensten Dinge nach Vorlage. Unsere Tochter ist super stolz auf ihre Werke und malt nun mit viel Freude. Vielleicht ist das auch für Euren Sohn etwas: Jumbo 19573 Dessineo

LG

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Alles Liebe!
Andrea


mit Frieda (2012, ICP, Tetraparese, Rolliflitzerin und eine richtig fröhliche Maus)
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