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Darf der Kindergarten über den Schulbesuch entscheiden?
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AgnesH
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BeitragVerfasst am: 25.01.2019, 11:10    Titel: Antworten mit Zitat

Ich finde die Überschrift "Darf Kindergarten über Schulbesuch entscheiden?" unglücklich gewählt. Bei den Förderzentren für Hören ist es so, dass diese oft Kindergarten, Primarstufe, Sekundarstufe, Berufsschule sowie eine Beratungsstelle für hörbehinderte Kinder zusammen mit 1 Träger inne haben. Diese Beratungsstelle betreut also Kinder innerhalb und außerhalb derer Einrichtung und führt auch eigene Tests durch, wie die Kinder "einzustufen" sind. Mein Kind wurde auch von einer solchen Beratungsstelle getestet. Dies wurde terminlich zwischen Kindergarten und Beratungsstelle intern koordiniert. Das war für mich kein Problem. Eventuell sagte, Kindergarten "wir testen", meint aber die kompetenten Kollegen anderer Abteilungen. Alle Kinder, die im Alter waren, demnächst eingeschult wurden, wurden einheitlich getestet auf sprachliche (Lautsprache, Gebärdensprache), hörmäßige und kognitive Entwicklung. Die Testsergebnisse wurden aber den Eltern präsentiert und besprochen. Es wird dann je nach Bedarf Klassen gebildet die alle Förderschwerpunkt Hören haben, aber die Klassen sind nach den Bedürfnissen den Kindern gebildet worden, z.B. die eine Klasse ist rein lautsprachlich orientiert, die andere Klasse lautsprachlich orientiert mit gebärdensprachlicher Unterstützung und die nächste Klasse mit rein gebärdensprachlichem Unterricht (Gehörlosenklasse, 5 Jahre Grundschulzeit). Die Schwerhörigenklasse haben 4 Jahre Grundschulzeit, wenn keine weitere Beeinträchtigung vorliegt, d.h. diese Hörbehinderte Kinder sind auf dem Niveau hörender Kinder. DIese Klassen haben also Kinder nur Förderbedarf Hören, auch die Kinder die absolut gebärdensprachkompetent sind. Manchmal wurden pro Schuljahr insgesamt 3, mal 5, mal 4 verschiedene Klassen gebildet. Auch mal zwei lautsprachlich orientierte Klassen. Usw.

Sollte es aber herausstellen, dass bei hörbehinderten Kinder zusätzlich Förderbedarf Lernen herausstellen, also zwei Förderbedarfe, so wird dann auch eine weitere Klasse mit Förderschwerpunkte Hören und Lernen gebildet. Genauso Hören und geistige Entwicklung. Hören und Sehen.
Das Ziel ist, dass die Schulen den wirklichen Bedarf decken.

Bei Eltern, die regelmäßig CI-Reha oder pädaudiologische Abteilung einer Klinik aufsuchen, können dort die Kinder im Vorschulalter unabhängig von der Hörbehindertenschule testen lassen.
Auch dies habe ich getan. Das Testergebnis der Schule und der Klinik decken auch meine Erfahrung mit meinem Kind. Auch mit der Schule für Hören und Kindergarten (Entwicklungsgespräch) konnte ich sehr gute, konstruktive Gespräche für mein Kind führen. Eigentlich sogar mehr erfahren als von der Klinik, weil das Förderzentrum mein Kind noch besser kennen.
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Lisaneu
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BeitragVerfasst am: 25.01.2019, 11:16    Titel: Antworten mit Zitat

Moni2006 hat folgendes geschrieben:

Hallo Lisaneu,

dann gibt es wohl doch mehr Menschen die trotz CI schwer oder kaum hören lernen und somit das sprechen.

Es wird jeden Tag im Kindergarten gebärdet. Aber anscheinend bringt es nicht viel. Vielleicht braucht Sie andere Kommunikationswege.


Hallo Moni,

es kommt nicht nur drauf an, DASS gebärdet wird, sondern das Niveau ist wichtig. Wenn du einen Anfängerkurs in Gebärdensprache absolviert hast, kannst du auch EIN BISSCHEN gebärden. Dann weißt du, was essen, trinken, schlafen, spielen und spazieren gehen heißt, kannst die wichtigsten Farben, ein paar Tiernamen,...

...auch das sollte genügen, um zu sehen, ob ein Kind mit dieser Kommunikationsmöglichkeit was anfangen kann. Das ist hier vermutlich nicht der Fall. Für eine Beschulung in dieser Sprache wäre es aber trotzdem zu wenig. Der Gehörlosenlehrplan hat dieselben Inhalte wie der Grundschullehrplan, er ist nur sprachlich einfacher aufbereitet und die Kinder haben mehr Deutsch-Unterricht (weil sie gegenüber hörenden mehr Mühe damit haben).

_________________
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
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kati543
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BeitragVerfasst am: 25.01.2019, 12:02    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Moni,
mal eine andere Frage... wäre es denn möglich, mit dem Kind mal einen nonverbalen IQ-Test zu machen, der dann nicht gleich in die Schulakte kommt? Also nicht über die Schule, sondern über einen selbst gewählten Arzt.
Klar kann man über die Aussagekraft von IQ-Tests streiten, aber letztendlich ist es doch so, dass gar niemand richtig weiß, was in dem Kind steckt, aufgrund der extremen Mehrsprachigkeit (schon Kinder, die zweisprachig aufwachsen lernen später sprechen) und natürlich der äußerst späten Versorgung mit CI und der dann offensichtlich auch nicht konsequent optimal durchgeführten Förderung.
Ggf. wäre ja vielleicht eine Rückstellung dann noch eine Option unter der Maßgabe einer konsequenten Förderung.

LG
Katrin

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Katrin (Epilepsie)
O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)
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AgnesH
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BeitragVerfasst am: 25.01.2019, 12:10    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
ie Eltern wollten, dass das Kind auf die Schule mit Schwerpunkt hören geht und es zu mindestens versucht wird, ob Sie nicht doch klar kommt in der Schule, weil daheim gebärdet Sie mit ihrem Vater ab und zu mit der Mutter auch.


Ab und zu gebärden reicht nicht, um in einer Gehörlosenklasse von der Schule, die ich kenne (ich meine nicht Würzburg) zu kommen. Diese Kinder sind oft ohne weitere Beeinträchtigungen und können oftmals schon das Finger-ABC und grob die Buchstaben, z.B. erkennen ihren eigenen Namen in der Schriftsprache und können ihren eigenen Namen schreiben. Oder Geschichten in Gebärdensprache erzählen, Fragen beantworten oder richtige Dialoge in Gebärdensprache führen. Bzw. diese Kinder kommunizieren nicht ab und zu in Gebärdensprache, sondern immer und können sich mit verschiedenen Personen in Gebärdensprache unterhalten, egal ob Kinder oder Erwachsene.
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