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Marielouisa
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BeitragVerfasst am: 30.01.2019, 18:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

es tut mir sehr Leid, dass einige von euch, anscheinend vor allem du, Alexandra, derartig schlechte Erfahrungen mit Lehrkräften gemacht haben, dass eine wertfreie Leseart meiner Worte unmöglich erscheint.

Wie ich bereits schrieb, dient der schulinterne IQ-Test der AntragsSTELLUNG, nicht der endgültigen Feststellung des Förderbedarfs Lernen. Wenn sich aufgrund der von den Lehrkräften erhobenen Beobachtungen bezüglich des Lernverhaltens, der Leistungen und der emotionalen und sozialen Entwicklung, und ja, auch aufgrund des IQ-Tests die Vermutung auf einen LE-Förderbedarf verstärken, wird der Antrag gestellt. Wird dem stattgegeben, wird erst das Verfahren zur Feststellung eröffnet. Dabei werden dann IQ, Teilleistungen und körperliche Voraussetzungen usw. noch einmal extern erhoben. Überprüfungen der Wahrnehmung, auch aus medizinischer Sicht, gehören selbstverständlich dazu.

Und wie einige gut erkannt haben: mein Beispiel mit den unwilligen Eltern bezog sich auf einen Personenkreis, der dem Wohlergehen seiner Kinder absolut gleichgültig gegenübersteht oder, um es wohlwollender auszudrücken, selbst nicht in der Lage ist, die Lernproblematik des Kindes zu sehen, zu hinterfragen und entsprechend zu handeln.

Ich kenne dich nicht, Alexandra, und möchte mir deshalb kein Urteil darüber erlauben, ob dir oder deinem Kind in der schulischen Laufbahn Unrecht geschehen ist. Ich möchte aber ganz klar sagen, dass es mich persönlich verletzt, wenn allen Vertretern meines Berufsstandes pauschal direkt oder implizit nachgesagt wird, wir wären nur auf Geld oder unsere Stellen aus. Ebenso, wenn unserer Förderung (1-2 h pro Woche) per se eine Unsinnigkeit zugeschrieben wird.

Die meisten von uns haben ihre SchülerInnen sehr gern. Hoffentlich wirst du das auch noch erfahren.

_________________
Rehabilitations- und Integrationslehrerin (Förderpädagogin)
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HeikeLeo
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BeitragVerfasst am: 30.01.2019, 19:38    Titel: Antworten mit Zitat

MarieLouisa hat folgendes geschrieben:
Ich kenne dich nicht, Alexandra, und möchte mir deshalb kein Urteil darüber erlauben, ob dir oder deinem Kind in der schulischen Laufbahn Unrecht geschehen ist. Ich möchte aber ganz klar sagen, dass es mich persönlich verletzt, wenn allen Vertretern meines Berufsstandes pauschal direkt oder implizit nachgesagt wird, wir wären nur auf Geld oder unsere Stellen aus. Ebenso, wenn unserer Förderung (1-2 h pro Woche) per se eine Unsinnigkeit zugeschrieben wird.

Die meisten von uns haben ihre SchülerInnen sehr gern. Hoffentlich wirst du das auch noch erfahren.


Liebe MarieLouisa,

leider habe ich genauso schlechte Erfahrungen besonders mit Sonderschullehrkräften machen dürfen wie Alexandra, wenn nicht noch schlechtere. Ich fürchte Alexandra ist da kein Einzelfall.

Gerade wenn Tests mit der Unterstellung gemacht werden, dass Eltern nicht ausreichend "hinterfragen" - dann müssten doch eigentlich die Lehrkräfte genau das genauer hinterfragen anstatt dann die Tests einfach durchzuziehen.
Und deshalb kommt genau diese Haltung als problematisch rüber. Nachdem sich diese Haltung mit schlechten Erfahrungen deckt, darf man von einer Haltung eines Berufsstandes ausgehen.

Es ist doch schön, dass in dieser Diskussion mal bis zu diesem Punkt vorgerückt werden konnte.

Liebe Grüße
Heike
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melly210
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BeitragVerfasst am: 30.01.2019, 19:38    Titel: Antworten mit Zitat

Marielouisa, wäre ja schön wenn immer alle perfekt differentialdiagnostisch abgeklärt würden, incl Wahrnehmung und Co. Leider ist es aber doch oft anders und dss Einzige wss zählt ist der Gesamt-IQ. Daher empfehlen ja jetzt auch schon manche Schulberatungsstellen IQ Tests nur dann zuzustimmen wenn man sein Kind auf eine Förderschule geben möchte, bzw in D den Schwerpunkt Lernen haben will
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Alexandra2014
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BeitragVerfasst am: 30.01.2019, 20:16    Titel: Antworten mit Zitat

Marielouisa hat folgendes geschrieben:


Wie ich bereits schrieb, dient der schulinterne IQ-Test der AntragsSTELLUNG, nicht der endgültigen Feststellung des Förderbedarfs Lernen. Wenn sich aufgrund der von den Lehrkräften erhobenen Beobachtungen bezüglich des Lernverhaltens, der Leistungen und der emotionalen und sozialen Entwicklung, und ja, auch aufgrund des IQ-Tests die Vermutung auf einen LE-Förderbedarf verstärken, wird der Antrag gestellt. Wird dem stattgegeben, wird erst das Verfahren zur Feststellung eröffnet. Dabei werden dann IQ, Teilleistungen und körperliche Voraussetzungen usw. noch einmal extern erhoben. Überprüfungen der Wahrnehmung, auch aus medizinischer Sicht, gehören selbstverständlich dazu.


Hallo,

es tut mir leid, wenn ich dich persönlich verletzt habe.

Da wir das oben genannte Verfahren selbst (und freiwillig) durchlaufen haben, kann ich dir leider berichten, dass es mitnichten so läuft, wie du es beschreibst.

Mein Kind wurde einem IQ Test durch eine Sonderpädagogin und die Schulleitung der Grundschule unterzogen. Dazu kam noch eine Verhaltensbeobachtung von etwa einer halben Stunde.

Aus der Verhaltensbeschreibung, dem IQ Test und noch einem weiteren Test zur visuellen Wahrnehmung, ebenfalls durch die Sonderpädagogin, entstand der komplette Bericht für das AO-SF Verfahren mit Empfehlung für die entsprechende Schule.
Ärztlicherseits hat nur die Amtsärztin drüber geschaut, an- und ausziehen, hüpfen, auf der Linie gehen, auf einem Bein stehen, ein bißchen malen, Mengenerfassung und Bilderkennung beurteilt.
Die Amtsärztin schrieb dann ihn ihren Bericht, das Kind habe eine Spastik und ausgeprägte Knicksenkfüße <- beides hat mein Kind nicht. Rolling Eyes

Es hat niemanden interessiert, dass das Kind den halben Test verweigert hat oder warum. Es hat niemanden gewundert, dass sie beim Matritzentest jedes Item richtig hatte, aber Aufgaben, wie z.B. ein bestimmtes Symbol aus einer Reihe Symbole wegzustreichen, nicht leisten konnte.
Es hieß jedesmal pauschal, sie hätte die Aufgabenstellung nicht verstanden. Alles lief nur darauf hinaus, dass sie es „geistig“ nicht erfassen kann (den Matritzentest aber doch??). Mögliche Hörprobleme wurden nicht berücksichtigt - da kannte sich die Sonderpädagogin aber auch nicht mit aus. Wink

Dass das Kind keine Antwort gibt, wenn man es fragt, wie es heißt und insgesamt im Prinzip kaum gesprochen hat, obwohl es das kann, fand offenbar auch niemand merkwürdig.

Dass das Kind während des Tests 40 Grad Fieber hatte, wegen einer akuten Mandelentzündung (morgens war sie noch fit, mittags um 12 sterbenskrank, der Test ging bis 11), ist niemandem aufgefallen.

Die Sonderpädagogin sagte, das Kind sei nicht testbar, der Test nicht verwertbar.
Wurde er trotzdem für den Förderschwerpunkt verwendet? Klares Ja!

Abgesehen von der Amtsärztin, hat mein Kind für dieses Verfahren keinen Arzt gesehen.
Später stellte sich heraus, nachdem wir selbst permanent auf der Suche waren, wo es denn beim Kind hakt, dass es eine auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung hat. Noch später kam auch die Autismusdiagnose hinzu, die dann vollumfänglich das letzte Puzzleteil war.

Die Diagnose brachte dann auch uns Eltern gegenüber endlich Verständnis und nicht nur ungläubige/mitleidige Blicke.
Und ja, wir haben endlich eine Schule gefunden, an der es anders läuft. Wir haben tolle Lehrer, engagierte Lehrer, die sich Mühe geben.

Trotzdem ist es schlimm, dass es dafür fast 5 Jahre brauchte, wegen dieser quasi nicht vorhandenen Diagnostik und dem Hauptaugenmerk auf den IQ-Test!

Und wir sind leider kein Einzelfall...

Gruß
Alex

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Susanne1887
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BeitragVerfasst am: 31.01.2019, 06:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

als bei Mia beim IQ Test der IQ 70 ermittelt wurde, ist für uns Eltern erst einmal die Welt zusammengebrochen, wir hatten Nächte durchgeweint. Ich habe mich in dieser Situation völlig alleine gefühlt. Von den Pädagogen keine aufmunternden Worte. Stattdessen nur die Bemerkung: „wir haben es doch schon immer gewusst“. Dann wurde beim Info-Abend der Förderschule-Lernen sehr auf die Möglichkeiten des Zurückwechselns auf die Regelschule hingewiesen, aber geht das auch mit IQ 70? Kann man mit diesem IQ einen Beruf erlernen, eine Partnerschaft eingehen und Kinder bekommen ? Tausende Gedanken und unzählige schlaflose Nächte waren die Folge. Dieser Test hat unseren Familienfrieden extrem belastet, auch die Partnerschaft.

Was ich ganz beschämend fand war dann auch sofort die Frage, was mit dem Geschwisterkind sei. Und ob wir in einer prekären Familiensituation wären. Als ob nur Kinder aus schwierigen Familiensituationen in so eine Lage kämen. Dabei hat mein Mann Abitur und studiert und ich arbeite als Chefsekretärin. Es wurde auch in einem Atemzug der Vorwurf laut, dass wir uns zu wenig gekümmert hätten. Dabei hatten wir uns aufopferungsvoll unserem Sorgenkind zugewendet und wirklich wie Löwen für jeden Fortschritt gekämpft.

Ich hatte dann noch einmal auf einen nonverbalen Test bestanden: IQ 125 u IQ 110.

Was bedeutet das im wirklichen Leben? Irgendwie ist Mia lernbeeinträchtigt aber irgendwie auch nicht. Manches wie z.B. im 100 er Zahlenraum zu rechnen funktioniert mühelos. Aber einen Text in eigenen Worten zusammenfassen ist extrem mühsam. Sich die Feiertage zu merken braucht Unmengen Geduld. Klavierspielen hingegen ist super easy.

Wenn solche Tests sein müssen, dann würde ich mir dazu eine ausführliche Beratung wünschen. Welche Möglichkeiten gibt es trotzdem für das Kind zu lernen ? Wie kann es trotzdem einen Beruf erlangen und einen Abschluss ? Was können wir als Eltern tun um unser Kind zu fördern ? Wie geht man mit so einem Urteil um.

LG Susanne

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Mia'10: auditive Wahrnehmungsstörung nach langjähriger sehr starker Schwerhörigkeit,
Hypersensibilität und leichte Entwicklungsverzögerung

Fabienne'14: gesund
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Marielouisa
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BeitragVerfasst am: 31.01.2019, 06:48    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

ich würde dem ermittelten IQ-Wert in Zahlen gar keinen so großen Wert beimessen. Viel interessanter für uns sind immer die Ergebnisse der Subtests, um im Idealfall eingrenzen zu können, wo das Problem liegen könnte, also beispielsweise im sprachlichen Ausdruck oder der visuellen Wahrnehmung.

Das, was die Tester zu euch gesagt haben, war stellenweise absolut unter der Gürtellinie und sehr respektlos. Gruselig, was es für Kollegen gibt. Sad

LG

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Rehabilitations- und Integrationslehrerin (Förderpädagogin)
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Alexandra2014
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BeitragVerfasst am: 31.01.2019, 08:45    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Marielouisa,

das trifft mit großem Anteil auf die Regelschullehrer zu, zumindest auf die, die ich kennen gelernt habe. Herablassend, respektlos, allwissend. Shocked
Bei Sonderpädagogen ist das nicht so ausgeprägt, aber auch da gibt es Ausnahmen.
Eine unserer Klassenlehrerinnen hat mir ernsthaft vorgeworfen, warum wir die Diagnostik außerhalb der (Förder-)Schule anstreben, alle anderen Eltern würden das doch auch der Schule überlassen? Shocked
Ich habe sie nur gefragt, ob sie medizinische Diagnosen, wie eine AVWS, denn diagnostizieren könne (dürfe?) und ob sie uns dann auch die Verordnung für die FM-Anlage ausstellt?
Manche haben Vorstellungen, da kommt man wirklich ins Zweifeln...

Da wir in der engsten Verwandtschaft und im Freundeskreis (Regel)Lehrer und einen Schulleiter haben, bekommt man auch so einiges mit (Denkweisen, Meinungen, Rückschlüsse, Urteile), die man als Mutter eines Schülers sonst so nicht hört. Ich komme aus dem Staunen und innerlichen Kopfschütteln manchmal nicht raus. Rolling Eyes
Und es lässt tief blicken... Confused

Gruß
Alex

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R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral
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