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Frage zu Steuer/außergewöhliche Belastungen/Therapiekosten

 
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MarthasAnja
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BeitragVerfasst am: 06.12.2018, 11:42    Titel: Frage zu Steuer/außergewöhliche Belastungen/Therapiekosten Antworten mit Zitat

Hallo,

Wir wollten in unserer Steuerklärung 2017 die Begleitkosten (Unterkunft/Mietwagen) für die Bewegte Logopädie im Allgäu geltend machen. Unsere Hausärztin hatte diese auch verordnet (also die Therapie).
Wir waren eigentlich davon ausgegangen, dass die zusätzlichen Kosten als außergewöhnliche Belastung absetzbar sind.

Nun schreibt uns das Finanzamt, die Kosten seien nur absetzbar, wenn ein amts- bzw. vertrauensärztliches Zeugnis vorliegt (BFH Urteil 30.06.1998 Aktenzeichen III R 110/93).
Das vorliegende Urteil bezieht sich jedoch auf einen Auslandsaufenthalt und die auswärtige Therapie einer Lese-Rechtschreib-Schwäche. Es wird anscheinenend gerne angeführt bei alternativen Heilkonzepten.
Nun ist die Logopädie aber grundsätzlich ja eine "Regeltherapie"/Kassenleistung und ich habe die freie Wahl des Therapeuten. Diese besondere Form der Logo (vllt deshalb die Begründung der Ablehnung wegen alternativen Heilkonzept?) gibt es nur im Allgäu, so dass wir letztlich keine Alternative sehen ...

Falls es hier Menschen mit Erfahrungen gibt (andere Familien berichteten während der Intensivwoche, dass sie die Unterkunfts- und Mietwagenkosten absetzen konnten, weshalb wir überhaupt erst auf die Idee gekommen sind, sie bei der Steuer anzugeben), wäre ich über ein kurzes Feedback dankbar, um ggf. eine vernünftige Begründung gegen eine Rücknahmeerklärung beim Finanzamt schreiben zu können.

Ansonsten wurde das BFH Urteil im Schreiben falsch zitiert (statt 30.06.1998 steht das 03.06.1998) - nützt mir das etwas ... manchmal sind Formfehler ja ausreichend?.

Vielen lieben Dank ,
Anja

_________________
Anja (*79) mit M. (*Dezember 2012) unbalancierte Translokation 7p/13q entwicklungsverzögert, (korregierte) Poly- und Syndaktylien, angeborener Polstar (links operiert und Linsen-korrigiert), Diabetes MODY 2 und G. (*2007) und W. (*2015) dazu noch Mann mit 2 Großen (*2000 und 2002)
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Jakob05
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BeitragVerfasst am: 06.12.2018, 11:54    Titel: Antworten mit Zitat

Steuerlich kenne ich mich nicht aus, aber wenn die Ärztin die Therapie verordnet und ihr einen PG habt, könnt ihr die Fahrtkosten doch von der KK erstatten lassen. Ebenso die Unterbringungskosten für Kind und 1 Begleitperson, wenn nicht stationär möglich. Grundsätzlich gilt das für alle Fahrtkosten zu medizinischen Leistungen (Arzt, Therapie, Sanitätshaus etc.), die von einem Arzt verordnet wurden. Allerdings empfiehlt es sich bei Sondersachen diese Genehmigung vorab einzuholen. Im Nachhinein gibts manchmal Probleme, es sei denn die KK hat "vergessen" Euch zu Eurem Anrecht zu beraten.
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Cordula (65) mit I. (86), M. (88 mehrfachbehindert, HF-Autist), J. (†28.07.05,*02.08.05,37.SSW) + K. 10/07 (GS, HD, Laryngomalazie,Tracheostoma)
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monika61
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BeitragVerfasst am: 06.12.2018, 12:05    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Anja,

vielleicht findest Du Infos im Steuermerkblatt vom bvkm.
Auf Seite 3 geht es um
"Andere außergewöhnliche Belastungen":


https://bvkm.de/wp-content/uploads/.....euermerkblatt-2017-18.pdf

LG
Monika
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kati543
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BeitragVerfasst am: 06.12.2018, 18:28    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Anja,
hat die Krankenkasse die Bewegte Logopädie denn auch bezahlt oder war das Privatrezept?
Ich kenne die Regelung des Finanzamtes so, dass selbst eine vollständige Kostenübernahme der Therapie nicht ausreicht, damit das Finanzamt die Fahrtkosten anerkennt. Das muss extra im Vorfeld über den Amtsarzt gemacht werden. Ebenso gilt das für Zuzahlungen. Unsere Amtsärztin kennt mich schon. Der Schriebs kostet ganze 5€.
Aber vielleicht könnt ihr die Kosten für die Begleitperson einfach anders absetzen. Eine Begleitperson kann man mit Merkzeichen B grundsätzlich absetzen. Das hat mit der Therapie nix zu tun, sondern geht auch bei Urlaub. So kannst du zwar nicht 100% der Kosten absetzen, aber einen Teil.
LG
Katrin

_________________
Katrin (Epilepsie)
O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)
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Kaja
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BeitragVerfasst am: 06.12.2018, 23:31    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Anja,

wann ein amtsärztliches Attest einzureichen ist, ist hier geregelt:

https://www.gesetze-im-internet.de/estdv_1955/__64.html

Zitat:
(1) Den Nachweis der Zwangsläufigkeit von Aufwendungen im Krankheitsfall hat der Steuerpflichtige zu erbringen:

1. durch eine Verordnung eines Arztes oder Heilpraktikers für Arznei-, Heil- und Hilfsmittel (§§ 2, 23, 31 bis 33 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch);
2. durch ein amtsärztliches Gutachten oder eine ärztliche Bescheinigung eines Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (§ 275 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch) für

a) eine Bade- oder Heilkur; bei einer Vorsorgekur ist auch die Gefahr einer durch die Kur abzuwendenden Krankheit, bei einer Klimakur der medizinisch angezeigte Kurort und die voraussichtliche Kurdauer zu bescheinigen,...

d) die Notwendigkeit der Betreuung des Steuerpflichtigen durch eine Begleitperson, sofern sich diese nicht bereits aus dem Nachweis der Behinderung nach § 65 Absatz 1 Nummer 1 ergibt, ...

Der nach Satz 1 zu erbringende Nachweis muss vor Beginn der Heilmaßnahme oder dem Erwerb des medizinischen Hilfsmittels ausgestellt worden sein;

Das Finanzamt scheint vielleicht davon ausgegangen zu sein, dass es sich um eine eine Bade- oder Heilkur handelt und nicht um eine Heilmittelanwendung.

Viele Grüße Kaja
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MarthasAnja
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BeitragVerfasst am: 10.12.2018, 12:22    Titel: Antworten mit Zitat

Hi.

Vielen Dank für den Gesetzestext.
Grundsätzlich hätte/habe ich eine ärztlich verodnete Logopädie unter (1)1. also als Heilmittel, da im Heilmittelkatalog aufgeführt, verortet.

Nun steht unter
2. c) eine medizinisch erforderliche auswärtige Unterbringung eines an Legasthenie oder einer anderen Behinderung leidenden Kindes des Steuerpflichtigen.
Somit wäre ein amtsärztliches Gutachten erforderlich
Das von der Sachbearbeiterin angeführte BFH-Urteil bezieht sich ja auf die Ablehnung der (Begleit)Kosten einer Lese-Rechtschreib-Therapie.

Kann das Finanzamt so argumentieren?

Oder kann ich einfach nochmal auf den Heilmittelkatalog verweisen und dass es nicht um die Unterbringung Marthas, sondern um die Begleitkosten (Unterkunft/Mietwagen - in der Gegend gibt es tatsächlich keinen möglichen ÖPNV) auch für mich als Begleitperson (wir haben die Merkzeichen B und H im SBA) handelt und somit absetzbar sind?

Danke für eine weitere Interpretationshilfe Wink .

VG Anja

_________________
Anja (*79) mit M. (*Dezember 2012) unbalancierte Translokation 7p/13q entwicklungsverzögert, (korregierte) Poly- und Syndaktylien, angeborener Polstar (links operiert und Linsen-korrigiert), Diabetes MODY 2 und G. (*2007) und W. (*2015) dazu noch Mann mit 2 Großen (*2000 und 2002)
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else
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BeitragVerfasst am: 11.12.2018, 10:20    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Anja,

da gab es mal ein Urteil, dass eine hausärztliche Verordnung genauso zählt. Hat das irgendjemand von Euch gerade parat? Oder es steht vielleicht hier unter der Rubrik Urteile.
Ich hatte das mal von hier genommen und kam damit beim FinA auch beim Widerspruch durch.
Hab jetzt nur grad keine Zeit zum suchen.
Lg
Else
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Maria.K.
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BeitragVerfasst am: 11.12.2018, 14:44    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo katrin kann man denn jeden Urlaub als Begleitperson absetzen ? Und wo ? Lg
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