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Wie macht Ihr das ? Schwächen im Beisein d. Kindes bespreche
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PaulaW
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BeitragVerfasst am: 06.12.2018, 07:53    Titel: Wie macht Ihr das ? Schwächen im Beisein d. Kindes bespreche Antworten mit Zitat

Ihr Lieben !

Ich muss Euch nochmal was fragen.

Wir haben jetzt eine Mathe Lehrerin die offensichtlich zu uns passt. Sie scheint was drauf zu haben, ist erfahren im Umgang mit besonderen Kindern und
rechnet auf Verhinderungspflege ab. Ausserdem wohnt sie in der Nähe.

Aber. Ich hatte ihr ein Mail geschrieben mit dem was wir uns wünschen und auch mit den Besonderheiten von Junior bzw welche Beeinträchtigungen er hat.
Und auch wo wir dran sind bzw wo wir hinwollen.

Dazugeschrieben hatte ich, dass wir das bitte nicht in seinem Beisein besprechen sollen, sondern immer gerne per Mail oder telefonisch wenn er nicht dabei ist.
Hat den Hintergrund, dass er ein geringes Selbstbewusstsein hat was seine schulischen Kompetenzen betrifft und er sich selbst auch in der Schule als schlechter als die anderen erlebt hat.
Darüber hinaus habe ich wirklich schon unverschämte Bemerkungen von Therapeuten gehört als er dabei sass. Brauche ich nicht mehr.

Jetzt hat die Dame die Kennenlern Stunde mit den Worten eröffnet: Du bist also nicht gut in Mathe. Dann gings fröhlich weiter. Welche Therapien wir gemacht haben, wo er wie weiter hinterher ist etc.
Ich hab das Thema dann dezent geändert und als er auf Toilette war fing sie wieder an. (Ich kenne meinen Sohn und weiss dass er lauscht)

Kennt Ihr sowas ? Bin ich zu empfindlich ? Habe es jetzt nochmal per Mail geschrieben und bin gespannt.

Natürlich soll er und wird er irgendwann lernen dass er manches nicht so gut kann aber gerade bin ich dabei sein sehr ramponiertes Selbstbewusstsein aufzubauen und da passt das gar nicht.
Er weiss dass wir in Mathe noch Hilfe brauchen, u.a. weil wir in der Baumschule ein Jahr nichts gelernt haben und dass wir deshalb hingehen.

Danke und
liebe Grüsse

Paula

ps. Warum muss das immer so kompliziert sein ? Ich finde das eigentlich selbstverständlich.

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Juler
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BeitragVerfasst am: 06.12.2018, 07:58    Titel: Antworten mit Zitat

Ich glaube dass du da bisschen was in den falschen Hals bekommen hast. Vermutlich wollte sie einfach nur ein Gespräch mit deinem Kind anfangen und dadurch dann einen Zugang bekommen. War bisschen doof formuliert von ihr aber vielleicht hat sie da auch gar nicht drüber nachgedacht.


Viele Grüße

Juler

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PaulaW
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BeitragVerfasst am: 06.12.2018, 08:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Juler,

danke für Dein Feedback.

Klar, das kann immer sein dass ich was in den falschen Hals bekommen habe.

Sie hat auch Kontakt aufgenommen zu ihm und das hat sie sehr nett gemacht. Auf welche Schule er geht, wieviele Kinder in seiner Klasse sind, wieviele Lehrer, ob er gut mit dem Handy umgehen kann etc.

Liebe Grüsse

Paula

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Ullaskids
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BeitragVerfasst am: 06.12.2018, 08:05    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
wie soll sie sich denn ein Bild machen, wenn sie den Ist-Stand nicht mit dem Soll-Stand vergleichen darf? Ich finde die Erwartungen an das Gespräch ganz schön hoch und kann mir vorstellen, dass es selbst bei gutem Willen nicht immer gelingt den Gesprächsverlauf permanent darauf zu kontrollieren, wenn man nicht gerade ein Psychologie-Profi ist.
Wenn das Kind auf Toilette geht, würde ich auch erst mal denken, dass ich dann einen Moment lang offener sprechen kann. Lauschen ist ja nicht die Regel, das muss man wissen, dass ein Kind sowas macht.

Macht doch noch mal ein Gespräch unter 4 Augen, wo sie dann alle Defizite erfragen darf.

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Viele Grüße,
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Engrid
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BeitragVerfasst am: 06.12.2018, 08:06    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

ich seh das wie Du, wenn das Kind dabei ist, kann man kein defizitorientiertes Gespräch führen. Ich habe das auch immer abgeblockt. Habe auch entsprechende Termine immer ohne Kind wahrgenommen. Ich würde also mit Pädagogen, die so geschnitzt sind, nur ohne das Kind sprechen. Ein Satz wie „Du bist also nicht gut in Mathe“, ist nicht einfach unüberlegt, sondern richtig blöd, und richtet richtig Schaden an. Das Kind glaubt das, sowas wird leicht ein negatives „Mantra“.
Manche können auch anders, wir haben hier eine Fachfrau (die Ergo), die grundsätzlich so wertschätzend und stärkenorientiert übers Kind spricht, dass wir ihn GRADE gerne lauschen lassen ... Das ist dann sogar ein guter Weg, Info ins Kind zu bringen.

Aber so wie hier die Dinge liegen ... seitdem mir jemand gesteckt hat, dass das Fach Pädagogik in der Lehrerausbildung nur eine ganz kleine Rolle spielt, und als lästiges Beiwerk gilt, wundert mich da nichts mehr. Viele Pädagogen haben keine Ahnung von Motivation, Stärkenorientierung, vom Lernen. Die kennen nur die Inhalte ihres Faches. Shocked

Sei da ruhig selbstbewusst. Wink

Grüße

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Engrid

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PaulaW
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BeitragVerfasst am: 06.12.2018, 08:08    Titel: Antworten mit Zitat

Danke Dir.

Wir hatten vor dem Kennenlernen zwei ausführliche Telefonate vorher, die ich ihr auch bezahlt habe und ihr ausführlich über seine Behinderungen und unsere Geschichte gesprochen haben.
Und das Angebot, jederzeit vormittags zu telefonieren, wenn er in der Schule ist. Auch per Mail bin ich sehr gut erreichbar.

Ich mag sie auch, sonst würde ich ja nicht mit ihm da hingehen. Auch hat sie in seinem Beisein gesagt, dass sie sich fragt warum er mit diesen Problemen auf die Sonderschule gehen muss.
Naja, egal.

Liebe Grüsse

Paula

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RikemitSohn
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BeitragVerfasst am: 06.12.2018, 08:26    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Paula,

ich bin da ganz bei dir. Es wird nicht im Beisein des Kindes über Defizite gesprochen und Ärzte, Lehrer...haben sich an die Wünsche von Eltern zu halten. Ich habe mich schon oft darüber geärgert und bei uns hat das auch schon ordentlich Schaden angerichtet.
Was genau dagegen zu tun ist, kann ich nicht genau sagen, weil es mich immer wieder unerwartet erwischt hat. Z.B. hat sich mal eine KJP über meine Erkrankung ausgelassen vor meinem Kind und hat mich gemassregelt, obwohl sie wusste, dass mein Sohn damit große Probleme hat. Es gibt Unbelehrbare, die nicht verstehen, wo das Problem ist. Ich bin diesen Personen einfach ausgewichen und habe damals die KJP gewechselt, weil sie Gespräche aller Art nur in Beisein des Kindes führte.
Versuche solche Gespräche mmit deinem Sohn nachzubesprechen, damit nichts im falschen Hals stecken bleibt. Das hat bei uns immer ganz gut geholfen.

LG Rike

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Engrid
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BeitragVerfasst am: 06.12.2018, 08:27    Titel: Antworten mit Zitat

Nachtrag, zum Thema Auswirkungen negativer Vorannahmen über zb die eigenen Mathe-Fähigkeiten auf die innere Einstellung und damit die tatsächlichen Schulleistungen.
https://www.zeit.de/zeit-wissen/2012/02/Mathe/seite-2

Bewährt hat sich bei Leuten mit einem defizitorientierten Blick aufs Kind, dem Kind diplomatisch geschickt eingebaut Gelegenheit zu geben, seine Stärken zu zeigen. Da sieht man dann teilweise richtig, wie es da im Kopf „rattert“ bei der Person. Da fallen dann Schubladen auseinander. Razz

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Jakob05
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BeitragVerfasst am: 06.12.2018, 08:55    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bin auch sehr dafür die Beurteilungsgespräche ohne Kinder durchzuführen. 2 Erwachsene unterhalten sich halt sehr leicht ÜBER das Kind und nicht mit ihm, folglich sind Missverständnisse im Kopf des Kindes vorprogrammiert.
Unsere KKS habe ich auch verdonnert sich mit mir NUR hinter verschlossener Tür zu unterhalten, auch wenn es nicht jede akzeptiert und versteht. Wenn K. früher aus KiGa oder Schule kam, hagelte es schon in der Eingangstür Sätze wie:" K. hat heute in die Hose gemacht! ... seinen Turnbeutel vergessen !... oder ... oder..." Feingefühl ist nicht jedermann gegeben, dann müssen halt strenge Regeln her.
Natürlich weiss K., dass es im Gespräch mit den KKS um ihn geht und was gerade ansteht, daher erzähle ich ihm auch direkt danach, was gesagt wurde, aber halt mit geeigneten Worten und auch nur das, was ihn angeht. Ich finde es auch sehr unpassend, wenn die KKS im Beisein von K. über die Schule oder die Lehrer herziehen. Wie soll ein Kind Vertrauen und Achtung für einen Lehrer oder die Institution Schule lernen, wenn die Erwachsenen diese schlecht machen. Deshalb erzähle ich ihm solche Sachen natürlich nicht weiter.

Danke, Engrid für den Zeitartikel, er spricht mir aus dem Herzen. Ich selbst fand Mathe immer spannend und als Nachhilfe habe ich oft erlebt, dass Kinder eigentlich nur den Mut vermittelt bekommen müssen, dass das Thema zu schaffen ist, dann klappt es viel besser. (Wie das allerdings bem Sprachenlernen klappt, muss mir dann mal jemand erklären! Wink )

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Cordula (65) mit I. (86), M. (88 mehrfachbehindert, HF-Autist), J. (†28.07.05,*02.08.05,37.SSW) + K. 10/07 (GS, HD, Laryngomalazie,Tracheostoma)
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PaulaW
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BeitragVerfasst am: 06.12.2018, 09:06    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für Euer wertvolles Feedback.

Es ist wohl eine Frage der grundsätzlichen Haltung, die man hat. Ich zB versuche, die Stärken zu stärken und die Therapeuten die wir haben tun dies zum Glück auch. Es klappt wunderbar.
Ich denke es ist nicht nötig, auf den Schwächen rumzureiten, zumal die Kinder das wohl selber merken.

Ich entwickle da auch so eine Trotzhaltung solchen "Pädagogen" gegenüber. (Psychologieprofi muss man nicht sein, aber ein bisschen Respekt und Einfühlungsvermögen als Lehrer wäre ja nicht sooooo schlecht)

Das Lustige ist dass ich gar nicht glaube dass er "schlecht in Mathe" ist. Es ist einfach so, dass er ein Jahr in einer Privatschule verbracht hat, in der die Kinder mit Förderbedarf woanders geparkt wurden, um den Unterricht nicht zu stören. Er hat dort ausser Schwungübungen nichts gemacht bzw die mit ihm. Dieses eine Jahr fehlt ihm natürlich.
Zum anderen ist das Lerntempo an der jetzigen Schule halt sehr langsam. (Habe ja auch schonmal dazu geschrieben)
Das ist nicht seine Schuld.
Was er lernen soll, klappt auch. Es ist manchmal ein anderer Weg, den wir gehen müssen (wenig Material, keine Ablenkung, Abdecken etc) aber das macht ja nichts.

Da er ein sehr gutes Gedächtnis hat bin ich sicher, dass er gut aufholen wird.

Herzlichen Dank !

Paula

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