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Inklusion von schwer mehrfachbehinderten Kindern ab der 5.Kl
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Lovis3
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BeitragVerfasst am: 06.12.2018, 15:36    Titel: Antworten mit Zitat

Silvia & Iris hat folgendes geschrieben:
Außerdem ist sicherlich die Lautstärke in einer Gruppe von 4 Kindern eine andere, als in einer von 20 - 22... Daher befürworte ich in dem Fall sehr wohl die Kleinklasse.


Hallo Silvia,

unsere sehr konkrete Erfahrung ist die, dass die Lautstärke für unseren sehr geräuschempfindlichen Sohn in einer Grundschulklasse mit 25 Kindern und in einer Gemeinschaftsschulklasse mit 20 Kindern nie ein Problem war. Dort wurde leise und ruhig gearbeitet, zumindest einigermaßen. Die Lautstärke ist erst jetzt an der Förderschule ein großes Problem.

Gruß
Katrin

PS: Und auch die Kinder an der Förderschule werden durch Schreien im Lernen gestört! Und deshalb muss die Situation so gelöst werden, dass es eben für alle eine Lösung gibt. Und dass muss an der Förderschule gelöst werden oder an der Regelschule!!! Das ist nicht abhängig von der Inklusion.

_________________
Katrin mit A. *06, SSW 23+0, 600g, Sauerstoffpflichtige BPD und Lungenschädigung durch RSV-Virus, pulmonale Hypertonie, Rechtsherzinsuffizienz, Hypotonie,entwicklungsverzögert, sehbehindert, sehr glückliches Schulkind
und M. *08 und L. *11
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RikemitSohn
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BeitragVerfasst am: 06.12.2018, 16:10    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

ich glaube, dass lautierende Kinder überall schwer zu integrieren sind. Es ist nur an einer Regelschule so, dass es feste Lehrpläne gibt, die mit der ganzen Gruppe bis Ende des Jahres erreicht werden müssen. Und da ist die Gedult schnell aufgebraucht, wenn ein lautes Kind Lernen so erschwert. Ausserdem hat ein Lehrer bei 20 Kindern kaum Handlungsspielraum.
Was mir hier die Beiträge wieder zeigen, bestätigt meine Meinung, dass die Inklusion nicht an den Lehrern, Eltern oder Kindern scheitert, sondern am Personalmangel. Alle Beispiele von guter Inklusion erzählen von viel Personal. Bei der ehemaligen IGS meines Sohnes bedeutete Inklusion drei Kinder weniger. Was am Ende ein Lehrer und nur 27 Kinder bedeutete. Da konnte schon bei Regelschülern nicht diifferenziert werden.

LG Rike

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Mama mit Sohn 2004 ADHS und HB
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Anja Katharina
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BeitragVerfasst am: 06.12.2018, 16:20    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

Ich habe jetzt nicht alles gelesen, aber es gibt durchaus Kinder, die an einer Förderschule nicht gut aufgehoben sind.

Alena sollte nach ihrer Gehirnblutung zur KB Schule und sie wäre dort eingegangen, wie eine Primel. Sie konnte damals noch nicht wieder reden, aber ihr Verstand war da. Niemand konnte und eine Lösung anbieten, aber ein Rektor mit ganz viel Herz hat sie in seiner Hauptschule angenommen.

Es war super gut und selbst der Gutachter rief mich Monate später an und sagte, dass genau dieser Weg für Alena perfekt war.

Es muss individuell entschieden werden und für das Kind passen.

Liebe Grüße
Anja

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Tochter Alena , Gehirnbluten durch ein Angiom
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HeikeLeo
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BeitragVerfasst am: 06.12.2018, 16:21    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Alle Beispiele von guter Inklusion erzählen von viel Personal.


Leider ist das bis jetzt wohl so. Die Beispiele von guter Inklusion, die nicht mit einem Heer an Personal gelöst werden, sondern nur durch intelligente Gestaltung des Umfelds, sieht man leider nur selten. Der Trick ist es, mit den vorhandenen Ressourcen vernünftig umzugehen.

Sobald man mehr als zwei Kinder hat und davon eines schwer behindert ist, lebt man auch schon als Eltern täglich Inklusion. Dann gestaltet man den Alltag eben so, dass alle damit klarkommen.
Und bei richtig gemachter Inklusion kann man auch ein lautierendes Kind so bespaßen, dass es dann nicht lautiert, wenn die anderen es leise brauchen. Dazu muss man aber mit Verstand an die Arbeit gehen. Leider ist in unserem System die Routine der Tod des Verstandes. Und dann probiert man mit viel Personalaufwand eine lieblose Reanimation.

Liebe Grüße
Heike
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RikemitSohn
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BeitragVerfasst am: 06.12.2018, 17:49    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

nein, ohne Personal geht es nicht. Alles andere wäre Utopie. Wer soll das lautierende Kind denn bespaßen, wenn der einzige Lehrer unterrichtet? Oder wer unterrichtet, wenn das Kind bespaßt wird?
Ich habe in einer Kindergruppe mal ein geistig behindertes Kind gehabt und wir waren nur zu zweit in der Gruppe. Also wurde eine Person abgestellt den jungen Mann zu betreuen und die andere war zuständig für alle anderen Kinder. Das ging, aber mit dem Ergebnis, dass keine individuelle Zeit für die Kinder war und ich meistens nur das Grobe dirigieren konnte. Denn auch Regelkinder sind keine Engel und brauchen Aufsicht. Der Junge geht jetzt inklusiv in eine Regelschule, aber das klappt, trotz sehr bemühter Lehrer, nur mit drei zusätzlichen Personen, von denen immer jemand für das Kind da ist. Damit funktioniert es aber für ihn und alle anderen sehr gut.
Ganz ehrlich, bei solch hohen Ansprüchen von Eltern wäre ich als Lehrer auch kritisch, weil eigendlich im Vorfeld klar ist, dass etwas geschafft werden muss, was nicht zu schaffen ist.

LG Rike

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Mama mit Sohn 2004 ADHS und HB
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Marielouisa
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BeitragVerfasst am: 06.12.2018, 20:10    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

wenn ich das hier lese, tun mir teilweise die armen Kollegen am Gymnasium leid. Mit mind 30 Kindern in der Klasse und einem zackigen Lehrplan im Nacken.
Bei uns ist der anspruchsvollste Abschluss der Hauptschulabschluss, d.h. bei der Unterrichtsvorbereitung muss der gut allgemeingebildete Lehrer wenig fachliches Material wälzen und hat daher Zeit zum Basteln, Anpassen, Laminieren usw. Die Zeit, die auf die Korrektur von 15 halbseitigen Englischtexten entfällt (denn mehr schaffen die meisten SuS nicht) ist auch eher gering.
Ein Gymnasiallehrer muss viel mehr fachliche Inhalte unterbringen und stellenweise dreißig mehrseitige Klausuren korrigieren, Holla die Waldfee! Dass er da keine Zeit zum Basteln hat, ist sehr verständlich.

Schlussendlich hat sich unsereins den Job und das Bedingungsfeld selbst ausgesucht, aber viele der zum großen Teil älteren Kollegen (Stichwort Überalterung der Lehrerkollegien) werden während ihres Jahrzehnte zurückliegenden Studiums nicht im Traum daran gedacht haben, Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf zu unterrichten. Und ich persönlich finde es vollkommen in Ordnung, wenn sie nicht scharf darauf sind, mit Körperflüssigkeiten besprüht zu werden, ständig angelutschtes Material anzufassen oder sich vor fliegenden Stühlen zu ducken.

Die Arbeit mit besonderen Kindern ist oft psychisch wie physisch sehr intim und ich finde, man sollte sich freiwillig dazu entschließen dürfen. Das hat für mich nichts mit Diskriminierung zu tun.

Dass Inklusion mit dem passenden Personalschlüssel wunderbar wäre, ist hier, denke ich, der Konsens. Das ist aber leider noch wirklich realitätsfern.

LG

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Studentin der Rehabilitations- und Integrationspädagogik

Mattis (2013) und Lily (2014)
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HeikeLeo
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BeitragVerfasst am: 06.12.2018, 20:16    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Wer soll das lautierende Kind denn bespaßen, wenn der einzige Lehrer unterrichtet? Oder wer unterrichtet, wenn das Kind bespaßt wird?

Wie macht man das als Eltern? - Warum kann man nicht bespaßend unterrichten? Wir als Eltern schaffen das doch auch? Und ich rede hier nicht von Einzelkindern!

Liebe Grüße
Heike
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Chantal-Marie
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BeitragVerfasst am: 06.12.2018, 20:28    Titel: Antworten mit Zitat

Na ja es macht schon einen kleinen aber feinen Unterschied ob ich als Mutter vielleicht 2, 3, oder 4 Kinder habe von denen eins besondere Hilfe braucht. Wie soll das ein Fremder und das ist die Lehrkraft nun mal, 30 Kinder unterrichten und ein behindertes Kind bespaßen? Entweder leidet der Unterricht oder das behinderte Kind.................

Bespaßend unterrichten? Da würde ich als Mutter eines normalen Kindes aber sowas von auf die Barrikaden gehen denn mein Kind sollte schon ein gewisses Lernniveau haben. Es geht um seine Zukunft und die kriegt man nicht durch Spaß.

Bin ich froh dass unsere Kinder erwachsen sind..............einschließlich unserem Mädel. Unser Kind war von Anfang an, an einer GBS und habe es nie bereut. Ich habe damals ganz bewußt in Kauf genommen dass ich aus der DS Gruppe geworfen wurde weil ich mich geweigert habe unser Kind in eine integrative Klasse zu geben. Nur.......ich kenne mein Kind und wußte dass es nichts für sie ist. Inklusion ist gut und Recht aber nicht um jeden Preis.

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Liebe Grüße von Chantal-Marie und Mama
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togram
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BeitragVerfasst am: 06.12.2018, 20:40    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Heike,

kannst du deine Kinder 6/8 Std am Tag bespassen..und dann noch jeden Tag...und Konzentriertes Lernen....?????
Unsere Schulabgänger die heute die Schule verlassen konnen ja teilweise nicht mal richtig schreiben...haben keine Motivation.....
Ich denke die Lehrer haben heute so eine vielfaltige Arbeit zu machen sollen hyperaktive kids zum Lernen bringen...sollen sich um Flüchtlinge kümmern die kaum Deutsch sprechen und dazu sollen sie noch beh Kinder unterichtern ...Sorry....und wer leidet darunter die schwächsten kinder....
Meine Tochter ist schwermehrfach beh..sie ist geistig und körperlich stark eingeschränkt ich ware niemals auf die Idee gekommen sie in eine Regelschule zu stecken...was hatte sie davon...das ihre Mitschüler sie betütteln und evtl verspotten....nein ...da wurde mir das Mutterherz zu arg bluten....Für Kinder die annahrend dem Untericht folgen können und evtl extra Aufgaben machen können halte ich es für richtig sie zu inkludieren...keine Frage....

LG Togram

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Selina geb. 06,Frühchen 26 SSW,entwicklungstörung, cerebrale Bewegungsstörung,op. Herzfehler,1. Krampfanfall Dez.2013,Schulkind seit Sept.2013 in einer GB und KB Schule und PT geb. 11 entwicklungsverzögert
Eine Kämpferin mit einem ausgeprägten Trotzkopf!!

"Lebe heute,denke an morgen!Die Sorgen der Vergangenheit vergiss!"
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mariannna
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BeitragVerfasst am: 06.12.2018, 20:47    Titel: Antworten mit Zitat

Also wenn man so liest, was einige hier für Vorstellungen vom Schulleben haben..... Da kann man nur den Kopf schütteln ... Und weiß, dass der- oder diejenige lange mehr keine Schule von innen gesehen haben.

Heike, DAS würde ich gerne sehen, wie du ein lautierendes, schwer mehrfachbehindertes Kind "bespaßt" und GLEICHZEITIG den anderen Schülern Bruchrechnen/Geometrie/Trigonometrie/Differentialrechnung beibringst!!! Laughing Laughing

Daneben muss der Lehrer dann wahrscheinlich noch Gebärdensprache, Brailleschrift und das Lorm-Alphabet können... Bereit sein zur Medikamente zu verteilen, Verstärkerpläne und ähnliches anwenden... Natürlich müssen sie sich auch mit Autismus/ADHS etc auskennen....mit Traumatisierungen...

Langsam verstehe ich, warum es deutschlandweit Lehrermangel gibt und sich viele Lehrer vorzeitig pensionierten lassen.
MfG,
Marianna
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