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LB Lehrplan wegen körperlicher Behinderung?
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rena99
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BeitragVerfasst am: 25.11.2018, 20:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Anne,

Mir fallen da 3 Dinge zu ein.

1. Es kann sein, dass deine Tochter nur deswegen nicht zeigt, was sie kann, weil die anderen Kinder es auch nicht machen und sie nichts falsches machen will. Wenn Sie dann noch die jetzigen Arbeitsblätter unterfordern, kann es sein, dass sie die deswegen nur langsam ausfüllt. Es kommt ja nichts Spannenderes nach, warum sich denn anstrengen...
2. Wenn Sie körperlich schnell ermüdet, braucht sie entsprechende Hilfsmittel und einen passenden Nachteilsausgleich. Und eben keine niedrigeren kognitiven Anforderungen.
3. Um Diskussionen zu vermeiden, würde ich auch zu einem IQ-Test in einer erfahrenen psychologischen Praxis raten. Meist macht es den Kindern Spaß, wenn sie mal jemand 1:1 fordert.

Wenn 1.. zutreffen sollte, dann ist das für Lehrer gar nicht einfach zu erkennen. Da kann dann 3. helfen.

LG Rena

_________________
Rena mit Tochter (V.a. Autismusspektrumsstörung, Zwangsstörung)
"Jeder Zwang ist Gift für die Seele." (Ludwig Börne)
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Lisaneu
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BeitragVerfasst am: 25.11.2018, 21:21    Titel: Antworten mit Zitat

rena99 hat folgendes geschrieben:

3. Um Diskussionen zu vermeiden, würde ich auch zu einem IQ-Test in einer erfahrenen psychologischen Praxis raten. Meist macht es den Kindern Spaß, wenn sie mal jemand 1:1 fordert.

Wenn 1.. zutreffen sollte, dann ist das für Lehrer gar nicht einfach zu erkennen. Da kann dann 3. helfen.

LG Rena


Genau das wollte ich gerade auch schreiben, danke Wink !

Alles Gute für euch!

_________________
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)
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Elisabeth97
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BeitragVerfasst am: 28.11.2018, 12:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Anne,

habt ihr mal an einen Schulwechsel auf eine Regelschule gedacht - mit I-Helfer wahrscheinlich?
Dort würde Deine Tochter sicher kognitiv mehr gefordert und gefördert.

Schöne Grüße
Elisabeth
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maikeb
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BeitragVerfasst am: 28.11.2018, 14:47    Titel: Antworten mit Zitat

So einfach ist das in NRW aber nicht! Wenn Dein Kind den Förderschwerpunkt LE (oder GG) nicht hat, darf sie nicht einfach zieldifferent unterrichtet werden! Sollten die Lehrer mit ihr den Lehrplan LE durchziehen wollen, dann bestehe auf ein entsprechendes AOSF-Verfahren für den Förderschwerpunkt! In diesem Rahmen müssen für die Gutachten dann nämlich auch Tests gemacht werden. Und wenn die "zu gut" ausfallen, wird der Förderschwerpunkt vom Schulamt abgelehnt, und du hast es schwarz auf weiß, dass dein Kind nach Grundschullehrplan unterrichtet werden muss.
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HollysAnne
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BeitragVerfasst am: 28.11.2018, 17:02    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Elisabeth,

die 1. Klasse hat ja gerade erst angefangen... Natürlich haben wir vorher überlegt, ob Inklusion eine Möglichkeit wäre. Es sprach aber zu viel (sie braucht: ein Pflegebett in der Klasse, Wickelplatz und Fachkraft zum Kathetern, I-Kraft sowieso allein zum Umlagern, Sachen aus der Tasche holen..., Alternative zum Sportunterricht, Spezielle Planung für Ausflüge... und halt Therapien mind. 3x die Woche - sind die nicht in der Schule, bedeutet es Extrawege) dagegen und umso mehr für die KME-Schule.

Nun ist sie in der KME-Schule und die ist von der ganzen Ausstattung und Logistik her wirklich erste Sahne. Holly bekommt dort ihre Therapien, es gibt ausgebildete Pfleger, Kooperation mit Hilfsmittelversorgern, das volle Programm. Und: ihre Klasse ist ein unerhörter Glücksfall. Die anderen Kinder sind toll, sie kommen so gut miteinander aus, spielen zusammen, meine Tochter hat endlich! Freunde gefunden. Es kommt grad gar nicht in Frage, sie da wieder rauszureißen.


Hallo maikeb,

tun sie ja gar nicht (offiziell?). Es hängt nur als (Drohung?) Möglichkeit im Raum, für den Fall, dass...

LG Anne

_________________
Anne (*83, Logopädin) mit Holly (*3/2012) Abszess zerstörte 2. HW, heute Dystrophie, beinbetonte Spastik, Skoliose,u.v.m. Fröhliche Rollipilotin und meine größte kleine Heldin, Labertasche und Dramaqueen Smile
There are still faint glimmers of civilisation in this barbaric slaughterhouse that was once called humanity.
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Lisa Maier
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BeitragVerfasst am: 28.11.2018, 17:02    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Anne,

wenn ich mir deine Signatur ansehe, hat deine Tochter nichts, was auch nur ansatzweise Anlaß zu Zweifel geben würde, daß sie weniger intelligent wäre wie ein nichtbehindertes Kind. Von daher fände ich einen IQ-Test eine Unverschämtheit.
Allerdings ist deine Tochter eindeutig schwerbehindert. Das heißt, daß für sie die schulische Bildung extrem wichtig ist. Ich würde erstmal das dumme Gewäsch dieser Lehrkraft ignorieren, denen aber gehörig Dampf machen, daß sie jetzt endlich nach dem Regelplan der ersten Klasse unterrichtet wird, bevor sie die Lust an der Schule verloren hat. Wenn eh in der Klasse differenziert unterrichtet wird, dann sollen sie den Stoff der ersten Klasse für sie einjährig planen, dann ist nämlich genug Puffer, wenn es ihr schlecht geht. Das Ziel deiner Tochter sollte nicht die Hauptschule sein. Sie zu stark eingeschränkt, um mit Hauptschulabschluß einen wirklichen Beruf - und darin eine Arbeit zu finden.
In meiner Klasse im Gymnasium waren auch Leute, die gesundheitlich ziemlich schlecht drauf waren und teilweise viel fehlten, dort wäre allerdings kein Lehrer auf die verrückte Idee gekommen, daß sie deswegen die Schulart wechseln sollten.

Viele Grüße

Lisa
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Anne_mit_2
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BeitragVerfasst am: 28.11.2018, 17:42    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Hollys Anne,

die große Gefahr, die ich sehe, ist tatsächlich, dass die Lehrerinnen bei Deiner Tochter das Anforderungsniveau unnötigerweise zu weit senken, weil es entweder für sie (=die Lehrkräfte) das einfachste ist oder weil sie es als ausgebildete Sonderpädagoginnen ohne Regelschulerfahrung gar nicht anders kennen/können.

Im ersteren Fall hilft 'Dampf machen' sehr wohl, im letzteren kann man am Verhalten der Lehrkräfte wenig ändern, weil es sich einfach um mangelnde Erfahrung / fehlende praktische Handlungskompetenz handelt.

Kannst Du folgende Informationen bzgl. der Schule herausfinden:
1) Wie groß ist der Anteil der nach Regellehrplan beschulten Kinder?
2) Welche Abschlüsse können (kognitiv fitte) Kinder dort erreichen bzw. auf welche weiterführenden Schulen können sie von dort aus gehen?
3) Ist ein Durchlaufen der Anfangsklassen in gedehnter Zeit dort Teil des Schulkonzepts oder hat es sich nur in der Praxis eingebürgert?

Wenn die Antwort auf 1) lautet "ganz wenige" und die Antwort auf 2) "in der Regel ist das höchste ein Hauptschulabschluss bzw. ein Übertritt auf eine integrative Gesamtschule", dann fürchte ich, dass nur sehr wenig Erfahrung mit Regellehrplan besteht und selbst das Ergebnis "nur KME" beim AOSF dann keine Garantie für eine vom Niveau her adäquate Beschulung darstellt.

Wenn dann auch noch bei 3) die Antwort kommt, dass es Teil des Schulkonzepts ist, dann steht zu befürchten, dass Holly dort ohne umfangreiche zusätzliche Förderung aus dem Elternhaus nicht die notwendige Arbeitshaltung und die notwendigen Kenntnisse für einen ggf. möglichen höheren Schulabschluss erwerben kann. Ich habe dabei keine Aussage getroffen, ob sie das Zeug dazu hat, wohl aber eine Aussage, die gilt, falls sie das Zeug dazu hat.

Ich wünsche Euch eine gute Intuition, wie man das Problem möglichst schnell lösen kann, und viel Stehvermögen beim Kämpfen, damit Holly mit Spass und Erfolg so viel lernt, wie in ihren Anlagen steckt. Ich stimme Lisa Maier zu, dass gerade bei kognitiv normal entwickelten, körperlich schwer behinderten Kindern eine gute Schulbildung der Schlüssel zu einem befriedigenden Weg im späteren Berufsleben ist.

Viele Grüße,
Anne
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Simonegu
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BeitragVerfasst am: 28.11.2018, 21:57    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Anne,
wir haben mit unserer 2.jüngsten auch grad das Problem, dass der Landkreis keinen Schulbegleiter genehmigen will und unsere Tochter lieber in den GE Bereich stecken will. auch mit der Fadenscheinigen Begründung dort könne sie doch viel besser gefördert werden. Wir haben von uns aus dann eine IQ Testung eingeleitet bei unserer Psychologin.
Ein AOSF Verfahren sollte bei deiner Tochter schon stattgefunden haben, denn ohne diesem dürfte sie gar nicht nach LE unterrichtet werden! sollte das AOSF noch nicht gewesen sein dann würde ich der Schule mal kräftig auf die Finger treten. KME heißt nicht gleich LE Beschulung, das ist gar nicht erlaubt.
LG Simone

_________________
Simone (71) Karlheinz (62)
J. 7/95 Asperger-Autist, Borreliose (80%GdB)
S. 2/97 Laktose-,Glutenintolleranz, Skoliose, Hashimoto Thyreoditis, Borreliose
D. 10/98 HB,Asthma,Autistin
R †.7/00
J. 2/02 Asthma
M. 8/09 Hemiparese li (50% Merkz. H), Asperger-Autistin
T. 3/16
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JohannaG
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BeitragVerfasst am: 28.11.2018, 22:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Anne,

meine Jüngste geht auch in eine FS KME. In ihrer Schuke strecken sie dabei grundsätzlich den Lehrplan der ertsen zwei Grundschuljahre auf drei Jahre, machen aber den normalen Lehrplan, sofern die Kinder das intellektuell packen. Es geht langsam, aber es werden schon Lese- schreib und rechenübungen gemacht. Ähnlich beim Sohn meiner Freundin, auch FS KME, aber eine andere Schule.
In beiden Schulen wird aber auch schon jetzt deutlich differenziert, meine Tochter und der andere Junge gehören zu den fitteren und schnelleren im denken, also kriegen die auch andere Aufgaben.
Auf LE Beschulung wegen körperlicher Behinderung würde ich mich auch nicht einlassen; aber das langsamere Tempo zu Beginn ist für mein Kind schon das richtige....

LG Johanna

_________________
Johanna, *73, Morbus Bechterew;
C., (w), 11/2004, adoptiert, FASD, Bindungsstörung, lernbehindert, juvenile Polyarthritis;
J. (m) 01/2008, adoptiert, ADHS; Depressionen und ???,
M. (w) 01/2012 FG bei 23+6 SSW, Kleinwuchs, GÖR, Nahrungsmittelallergien, leichte ICP, Schielen, Weitsichtigkeit, allg Entwicklungsverzögerung
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Britta70
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BeitragVerfasst am: 29.11.2018, 10:37    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Anne,

seit etlichen Jahren ist bei uns in BW folgenden Tendenz zu erkennen: Die "nur" körperlich Eingeschränkten werden möglichst inklusiv an der Regelschule beschult, gleichzeitig gibt es durch die fortgeschrittene Intensivmedizin immer mehr Kinder mit schweren Beeinträchtigungen, die es früher nicht geschafft hätten.
Die Folge für die Körperbehindertenschulen ist, dass dort im Gegensatz zu früher immer weniger Kinder für den Regelabschluss vorbereitet werden und werden können. Dadurch verlagern sich die Schwerpunkte im Schulalltag.

Es ist gut, dass du frühzeitig schon einen Blick darauf hast. Ich würde deine Befürchtungen offen ansprechen und wenn möglich, immer auch mal einen eigenen Vergleich mit Regelschulen ziehen, evtl. sogar selbst Material für die 1. Klasse besorgen und zuhause ausprobieren, was davon möglich ist. Ohne Druck, sondern als Angebot.

LG
Britta

_________________
Amelie (*05), hypoxischer Hirnschaden durch near-missed SIDS, Z. n. BNS-Epilepsie, Button, Tetraspastik, Tetraparese, cerebral blind, Hüftluxation links (operiert 2014), starke Skoliose (operiert 2016)
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