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Lisaneu
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BeitragVerfasst am: 15.11.2018, 15:39    Titel: Antworten mit Zitat

Engrid hat folgendes geschrieben:
Hallo,

google mal nach den Bildgeschichten über „Papa Moll“ bzw von E.A. Plauen „Vater und Sohn“. Das sind kurze Bildgeschichten, die ganz gerne in der Didaktik verwendet werden, gibts also zb von Schubi (teuer), aber auch anderweitig.

Grüße


Hallo Engrid!

"Papa Moll" und "Vater und Sohn" kenne ich gut, die sind beide ist in jedem Gebärdensprachkurs dabei (zum freien erzählen) Wink . Aber das ist Alexander noch zu komplex, während ihm Babybücher-Motive (siehe meine Antwort an kathi543) zu einfach sind.

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Lisaneu
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BeitragVerfasst am: 15.11.2018, 15:42    Titel: Antworten mit Zitat

Ayden hat folgendes geschrieben:
Liebe Lisaneu,

ja, auch unsere Kleine hat da ihre Probleme, da das optische rechtshirnesche Bilderkennungsareal bei ihr 3 Jahre hinterherhinkt. (Sie ist jetzt 9).

Versuch es mal mit Bilderbüchern aus den siebziger Jahren. Da sieht eine Kuh noch aus wie eine Kuh und fordert nicht noch zusätzlich eine optische Abstraktionsleistung. Das hat bei unserer Kleinen zu Anfang gut funktioniert.

Für Bildergeschichten eignen sich gut die Vater und Sohn Geschichten. Die sind in HH auch Standard für das schriftliche Nacherzählen. Aber es geht um Deinen jüngeren Sohn, oder? Dafür finde ich die detailreichen Bilder etwas komplex.

Zu Anfang habe ich Bilder selber gemalt:

und einfache Beschreibungen geben lassen, Beschreibnung nach Farbe, Menge, Größe, Präpositionen. Immer ein einfacher kurzer Satz a la: Der Apfel ist auf dem Teller. Er ist grün.

Als die Bildbeziehungen funktionierten, bin ich damals auf einfache Geschichten umgestiegen: Der Teller fällt runter und zerbricht, die Maus frisst den Käse auf. etc.

Danach wird der Rest kommen!

LG, Ayden


Hallo Ayden,

ja, genau so meinte ich das! Ich habe auch schon selbst Motive mit Metacom-Symbolen zusammengestellt wie "der Fußball liegt im Blumenbeet" oder "Der Teddy ist in der Schüssel" oder "Der Würfel liegt auf/unter/vor/hinter/neben dem Tisch".

Wir haben geschätzte 200 Kinderbücher zu Hause, ich habe so ziemlich alle durchgeschaut, aber da ist nichts dabei! Alles entweder abtrakt oder viel zu klein oder riesengroß. Aber vielleicht bin ich einfach zu anspruchsvoll, weil ich doch relativ genau vor meinem geistigen Auge habe, was ich suche Wink .

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Lisaneu
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BeitragVerfasst am: 15.11.2018, 15:46    Titel: Re: Bilder erklären Antworten mit Zitat

Anjali hat folgendes geschrieben:
Lisaneu hat folgendes geschrieben:
Hallo,



Also wenn er ein Bild sieht, dann kann er (auch in Gebärdensprache) nicht gut erklären, was er darauf sieht. Kennt wer diese Schwierigkeit?
!


Hallo Lisa neu,

w a s genau soll dein Sohn denn erklären?
Die einzelnen Personen und Gegenstände, die auf den Bildern zu sehen sind, oder die komplexen Sachverhalte, die durch die Bilder dargestellt werden? Also z.B. die dargestellten Situationen oder die Beziehungen der Personen untereinander?

Ich frage deshalb, weil man in der Schule auf das Problem aufmerksam wurde. Wahrscheinlich sollen Bildergeschichten nacherzählt werden?

Damit hatte sich mein Sohn in der Grundschule auch sehr schwer getan.
Bei ihm lag es ua. daran, dass er die abbgebildeten Gegenstände und Personen einzeln wahrnahm, aber nicht in Beziehung zueinander setzte oder eben in eine andere Beziehung, als eigentlich vorgesehen.
Er konnte deshalb den Inhalt der Bilder nicht deuten bzw. die dargestellten Sachverhalte nicht verstehen.
Ich habe ihm dann, so wie du es auch vorhast, anhand von Bildern und Bildergeschichten (auch mithilfe des Schulmaterials) geübt. Üben ist vielleicht zuviel gesagt, ich habe einfach kleinschrittig die Bildinhalte und Sachverhalte erklärt.

Falls diese Komponente bei deinem Sohn auch mit hineinspielen sollte, könntet ihr vielleicht auch mit Material, das für Social-Stories verwendet wird, üben und damit ggf. zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.


Hallo Anjali!

Ja, genau das ist es! Alexander setzt das, was er sieht, nicht in Beziehung zueinander. Er benennt durchaus Gegenstände, Personen, Gefühle oder Tätigkeiten, aber nicht als Geschichte. Er kann, wie du das treffend beschreibst, den Sachverhalt nicht verstehen. Wenn ein Pferd auf einem Tisch steht kommt ihm das kein bißchen komisch vor, auch wenn er genau weiß, dass Pferde normalerweise nicht auf Tischen stehen.

Danke für den Tipp mit den Social-Stories! Da werde ich mal schauen, ob ich mit diesem Suchbegriff was finde!

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Inga
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BeitragVerfasst am: 15.11.2018, 15:47    Titel: Antworten mit Zitat

Frag mal bei einer Logopädin, evtl. kann sie dir Karten dazu leihen / testen.
Es gibt da total viel zum üben von neben, über, unter,...
Denke so was müßte pssen, oder?

Gibt es meistens in Aufmachungen wir Kartenspiele.

Oder so was:
https://madoo.net/thema/praeposition/
https://www.amazon.de/exec/obidos/A.....N7OFJIO/rehakdasforum-21/

Gruß, Inga

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Ayden
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BeitragVerfasst am: 16.11.2018, 10:42    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Lisa,

hier nochmal eine Idee, die unsere Tochter neulich selber äußerte Sie schaut sich, wenn sie nicht sicher ist, ob sie den Inhalt einer Bildergeschichte richtig verstanden hat, erst einmal den Gesichtsausdruck an. Erst den der Hauptperson, dann den der anderen, und schaut ihn sich dann im nächsten Bild an. Wenn der Gesichtsausdruck wechselt, geht sie zurück zum vorherigen Bild und schaut genau nach, ob sie dem Bild entnehmen kann, warum der Gesichtsausdruck wechselte.

Fand ich ziemlich schlau, denn bei ihr kommt noch dazu, dass sie häufig wegen der Gesichtsfeldschwankungen, das Bild nicht gleichzeitig komplett sieht.

Viel Glück!

Ayden

PS: Das mit den 200 Bilderbüchern kenne ich......deshalb habe ich selber gemalt.
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HeikeLeo
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BeitragVerfasst am: 16.11.2018, 13:12    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Lisa,

mir kommt auch noch etwas. Bei meinem kleinen Sohn hatten wir auch gewisse Probleme mit diesen Bildergeschichten in der Schule - er hat in der Schule nichts gemacht.
Wir haben zu Hause eine Abhakliste abgearbeitet: Wer ist auf dem Bild? Wo ist die Person auf dem Bild? Was ist noch auf dem Bild. Was tun die Leute? Wenn man jede Frage mit einem Zweiwortsatz beantwortet, ist die Geschichte schon fertig.
Eigentlich hatte er ganz am Anfang zur Beanwortung der Fragen mündliche Auswahllisten, sozusagen zum Ankreuzen. Schriftlich ist das noch besser. Da gibt es auch schon Fertiges. Letzte Woche hat er so etwas zum Ankreuzen aus der Schule mitgebracht. Da waren Bilder zu den Bremer Stadtmusikanten. Und man musste ankreuezn. Der Hund steht auf dem Tisch, der Hund steht unter dem Tisch usw.

Zitat:
Wenn der Gesichtsausdruck wechselt

Das ist eine schlaue Idee. Bei autistischen Kindern ist das aber eine ziemliche Herausforderung, besonders, wenn die Gesichtsausdrücke nicht plakativ eindeutig sind.
Und bei Vater-und-Sohn-Geschichten sind die Bilder oft so schlechte Kpiequalität, dass man das Gesicht auch so schon nicht erkennt - zumindest, wenn sie von der Schule rausgegeben werden. Und draus sollen die Kinder ja eine Geschichte erzählen.

Liebe Grüße
Heike
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Engrid
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BeitragVerfasst am: 16.11.2018, 17:31    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Lisa,

vielleicht wirst Du hier fündig: https://www.zaubereinmaleins-shop.d.....rodukt-kategorie/deutsch/

Grüße

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Engrid

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SimoneChristian
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BeitragVerfasst am: 17.11.2018, 04:00    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Lisaneu,

die erste Frage wäre ja: verwendet er Präpositionen?
Die 2.: erkennt er Tätigkeiten auf Bildern?

Grundsätzlich hatten/haben wir das Problem auch.
Bei uns setzt es sich aus der veränderten visuellen Wahrnehmung, im Verlauf des Spracherwerbs spät genutzten Verben und dem Kontextproblem zusammen.

Hier wären also die Fragen:
1. hat er Chancen, mit der Daratellung etwas anfangen zu können?
Reine schwarz/weiß Darstellungen wären hier völlig kontraproduktiv.
2. ist eine Tätigkeit zu erkennen oder muss sie quasi erraten werden? Also z.B. Bäuerin mit Schüssel und ausgestrecktem Arm im Hühnerstall vs. Ohne ausgestreckten Arm. Oder Feuerwehrmann mit Löschschlauch der Wasser aufs Feuer spritzt.
3. ergibt das ganze einen Sinn, den es sich zu erzählen lohnt?
4. was erwartet der andere von mir? Ist der gefühlte Druck zu hoch, kommt gar nichts gescheites mehr.

Oft war/ist das auch hier noch schwierig, aber ich habe früh mit Wimmelbüchern geübt, erstmal der Blickrichtung der Figuren zu folgen.

Ansonsten auch von mir ein Tipp für die Logopädie Materialien und vielleicht auch noch mal Rücksprache mit der Logopädin zu dem Thema.
Auch Satzbau und Erzählfertigkeiten gehören zu ihren Kernaufgaben.

LG
Simone

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C. (*9/11) Sprachentwicklungsverzögerung, Regulationsstörungen des Kindesalters
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Lisaneu
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BeitragVerfasst am: 17.11.2018, 20:43    Titel: Antworten mit Zitat

SimoneChristian hat folgendes geschrieben:
Hallo Lisaneu,

die erste Frage wäre ja: verwendet er Präpositionen?
Die 2.: erkennt er Tätigkeiten auf Bildern?


Die Präpositionen üben wir gerade. Er kennt die meisten passiv in Gebärdensprache, aber nicht schriftlich. Und er verwendet sie auch selbst nicht aktiv.

Er hat auch ein Problem mit den Artikeln, die es in Gebärdensprache gar nicht gibt. Mittlerweile weiß ich zwar, wie DER, DIE und DAS in LBG gebärdet werden. Aber für DES, DEM und DEN gibt es gar keine Gebärden, das muss buchstabiert werden.

Die Tätigkeiten auf den Bildern erkennt er.

SimoneChristian hat folgendes geschrieben:
Grundsätzlich hatten/haben wir das Problem auch.
Bei uns setzt es sich aus der veränderten visuellen Wahrnehmung, im Verlauf des Spracherwerbs spät genutzten Verben und dem Kontextproblem zusammen.


Verben nutzt Alexander auch selten, obwohl er sie (in ÖGS) versteht. Und Kontextprobleme hat er sowieso. Der Großteil seines aktiven Wortschatzes sind Nomen und Adjektive.

SimoneChristian hat folgendes geschrieben:
Hier wären also die Fragen:
1. hat er Chancen, mit der Daratellung etwas anfangen zu können?
Reine schwarz/weiß Darstellungen wären hier völlig kontraproduktiv.
2. ist eine Tätigkeit zu erkennen oder muss sie quasi erraten werden? Also z.B. Bäuerin mit Schüssel und ausgestrecktem Arm im Hühnerstall vs. Ohne ausgestreckten Arm. Oder Feuerwehrmann mit Löschschlauch der Wasser aufs Feuer spritzt.
3. ergibt das ganze einen Sinn, den es sich zu erzählen lohnt?
4. was erwartet der andere von mir? Ist der gefühlte Druck zu hoch, kommt gar nichts gescheites mehr.


Zu Punkt 1: Ja, er kann durchaus mit den meisten Darstellungen was anfangen, auch wenn er den Kontext oft nicht erkennt.

Zu Punkt 2: Wo Tätigkeiten klar erkennbar sind erkennt er sie auch.

Zu Punkt 3: Ich glaube nicht, dass Alexander einen Sinn darin sieht, was über ein Bild zu erzählen, das der andere auch sehen kann. Und auch, wenn der andere das Bild nicht sieht: Alexander hat kein Verständnis für Kommunikation um der Kommunikation willen.

Zu Punkt 4: Erwartungshaltungen sind Alexander generell egal. Was er nicht will, macht er auch nicht. Da hilft kein überreden, keine Belohnung, gar nichts.


SimoneChristian hat folgendes geschrieben:
Oft war/ist das auch hier noch schwierig, aber ich habe früh mit Wimmelbüchern geübt, erstmal der Blickrichtung der Figuren zu folgen.

Ansonsten auch von mir ein Tipp für die Logopädie Materialien und vielleicht auch noch mal Rücksprache mit der Logopädin zu dem Thema.
Auch Satzbau und Erzählfertigkeiten gehören zu ihren Kernaufgaben.

LG
Simone


Das (in Büchern der Blickrichtung der Figuren folgen) klappt hier gar nicht. Entweder schaut Alexander ist Buch, dann sieht er nicht, was ich ihm gebärde, das er tun soll. Oder er schaut mich an und sieht nicht, was ich ihm zeitgleich am Bild zeige. Drum will ich ja Videos aufnehmen wo ich versuchen werde, den Fokus auf bestimmte Dinge zu lenken (z.B. wohin die Figuren schauen).

Von unserer Logopädin haben wir ohnehin GsD einiges an Material Bei Satzbau und Erzählfähigkeiten sind wir noch lange nicht. In Gebärdensprache ist sowieso alles anders. Es wäre schon super, wenn er Grundsätzliches (z.B. Der Bub schießt den Ball ins Tor") halbwegs verständlich gebärden könnte.

Ich glaube im Moment verwirrt Alexander auch die unterschiedliche Grammatik. Er kennt ja ganz viele Wörter zu ÖGS-Vokablen. Aber er schreibst die Sätze verdreht, so ähnlich wie man sie (korrekt) gebärdet. Umgekehrt fängt er jetzt auch an, teilweise so "verdreht" zu gebärden, wie er die Sätze geschrieben gelesen und erkannt hat.

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BeitragVerfasst am: 17.11.2018, 20:55    Titel: Antworten mit Zitat

@HeikeLeo: DANKE für den Tipp mit der Abhakliste! Werde ich gleich umsetzen!

@Inga und Engrid: Danke für die Links! Bin gerade beim durchsehen Smile ! Engrid, nur zur Info: beim Link von dir kann man nur mit paypal zahlen, das habe ich aber nicht (und will ich mir wegen dieser einen Bestellung auch nicht nehmen).

Habe mittlerweile auch das Programm "Choice Trainer ACC gefunden", das kommt mir in Kombi mit Metacom-Symbolen auch gut geeignet zum über vor. Da frage ich dann noch im UK-Unterforum nach Erfahrungen.

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