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Diskussion um schwarze Pädagogik im Film „Elternschule“
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Engrid
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BeitragVerfasst am: 18.10.2018, 18:30    Titel: Diskussion um schwarze Pädagogik im Film „Elternschule“ Antworten mit Zitat

Hallo,

sicher haben es einige schon mitbekommen, im Kino ist ein Dokumentarfilm angelaufen, der zeigt, wie „psychosomatisch erkrankte, verhaltensauffällige Kinder“ in einem mehrwöchigen stationären Aufenthalt mit Zwangsmethoden diszipliniert werden. Unverständlicherweise hat die Presse bisher offenbar nicht verstanden, was da passiert, und den Film gelobt (weil er angeblich in Verdichtung zeige, wie verunsichert ganz allgemein heutzutage Eltern seien).
Viele von uns hier haben Kinder mit Ess- und Fütterstörungen, mit problematischem Schlafverhalten, mit Trennungsängsten, mit Verhaltensauffälligkeiten. Kinder mit Krankenhaustraumata, mit Wahrnehmungsstörungen, mit Regulationsstörungen. Usw.
Wir Eltern suchen und finden Wege, unseren Kindern zu helfen, und wir gehen dabei an und über unsere Grenzen. Wir brauchen dabei Hilfen, aber die richtigen. Die Bindung stärken, und Vertrauen schaffen - anstatt sie zu zerstören.

Das letzte, was wir dabei brauchen können, ist der Blick von Filmemachern, Kinogängern, Presse auf Kinder wie unsere als egoistische Tyrannen, als Machtkämpfende, als kleine Monster, die nicht essen oder schlafen, um uns ihren Willen aufzuzwingen. Als „falsche“ Wesen, die diszipliniert werden müssen.
Das letzte, was wir und was Kinder allgemein brauchen können, ist eine Rückkehr zu überwunden geglaubter schwarzer Pädagogik.
Der Kinderarzt Herbert Renz-Polster hat im Berliner Tagesspiegel nun einen sehr guten kritischen Text dazu veröffentlicht, ich schließe mich dem vollumfänglich an. Bitte, lest das und wendet Euch mit gegen diesen Film und die darin gezeigten Praktiken dieser Klinik.
https://m.tagesspiegel.de/berlin/um.....ehung%2F%3FpostID%3D17262

Grüße

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Engrid

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mariannna
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BeitragVerfasst am: 18.10.2018, 20:12    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Ingrid ,

hast du den Film schon gesehen?

LG,Marianna
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vjestica
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BeitragVerfasst am: 18.10.2018, 20:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

hat den überhaupt jemand den Film bis jetzt wirklich gesehen?
Irgendwie konnte ich nur den Trailer sehen, fand den jetzt nicht so schlimm. Und die Berichte lesen von Leuten, die ihn NICHT gesehen haben.
LG Jenny

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Engrid
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BeitragVerfasst am: 18.10.2018, 20:36    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

ich habe einige Szenen gesehen, den Film selber nicht, und ich werde mir den auch nicht ansehen können. Es ist aber nicht nötig, den Film zu sehen, die (zb von Renz) beschriebenen Szenen sind unstrittig, auch von den Machern.
Und im Trailer sind einige Szenen, die sind auch eindeutig.

Die Argumentation, da erst mitreden zu können, wenn man den Film ganz gesehen hat, zieht nicht. Wie gesagt, ich könnte mir das definitiv nicht 90 Minuten anschauen, ich HABE so ein „unmögliches“ Kind, mich würde eas arg mitnehmen.

Grüße

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Engrid

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mariannna
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BeitragVerfasst am: 18.10.2018, 20:43    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe bisher auch nur ein paar Szenen gesehen (die ich auch nicht so schlimm fand) ..... Und will mir daher noch kein Urteil erlauben!



Unabhängig vom Film finde ich aber, ein bisschen mehr Disziplin würde einigen Kindern/Jugendlichen guttun.
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Jörg75
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BeitragVerfasst am: 18.10.2018, 20:55    Titel: Antworten mit Zitat

Moin,

ich habe den Film auch nicht gesehen, ich werde ihn auch nicht, weil ich mit meiner Zeit besseres zu tun habe.
Ganz grundsätzlich sehe ich es (auch aus beruflicher Sichtweise) auch so, dass vielen Kindern etwas mehr Disziplin nicht schaden könnte.
Ich habe allerdings ganz große Zweifel, dass die von Renz-Polster geschilderten Szenen und Dinge auf "Disziplinlosigkeit" zurückzuführen sind - ich denke, da sind in dem Film schon Kinder und Eltern, die mehr (therapeutisch/ psychologisch) weit mehr brauchen als einfache Disziplin!

Gruß
Jörg

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mariannna
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BeitragVerfasst am: 18.10.2018, 20:58    Titel: Antworten mit Zitat

Engrid hat folgendes geschrieben:
Hallo,

ich habe einige Szenen gesehen, den Film selber nicht, und ich werde mir den auch nicht ansehen (...) Wie gesagt, ich könnte mir das definitiv nicht 90 Minuten anschauen, ich HABE so ein „unmögliches“ Kind


Ok, du hast dir deine Meinung schon gebildet.

Aber lass doch die anderen sich ihre Meinung selber bilden.....Formulierungen wie "unmögliches Kind" habe ich in den bisher gezeigten Szenen jedenfalls nicht gesehen.

LG,Marianna
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Tanja2014
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BeitragVerfasst am: 18.10.2018, 20:59    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für den interessanten Link, Engrid!
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Viele Grüße
Tanja
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Michaela44
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BeitragVerfasst am: 18.10.2018, 21:07    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe und werde den Film nicht sehen, stimme aber den Aussagen des Kinderarztes aus dem Artike grundsätzlich zu. Ich habe auch keine Zweifel daran, dass in dem Film mit "konsequenten" Erziehungsmethoden gearbeitet wird. Letztlich ist die umschriebene Methode das gleiche Prinzip wie ABA - und das gilt auch als Therapie und es wird horrend viel Geld dafür ausgegeben. Für mich ist es Dressur.
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ninona
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BeitragVerfasst am: 18.10.2018, 21:17    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
interessante Diskussion.
Als ich von dem Film gehört, gelesen und mir verschiedene Trailer angesehen habe, war mein erster Gedanke (und er ist nicht richtig, da er viel zu kurz greift).

„Oh bitte lass sicher gestellt sein, dass es sich bei den ( dort gezeigten)Kindern um neurotypische, nicht entwicklungsverzögerte oder mit einem Handicap ausgestattete Kinder handelt.“

Wie gesagt, ich merke selbstkritisch an, mein Gedanke griff zu kurz.

Ich habe moch sofort an frühere Situationen mit meinem Kind erinnert gefühlt.
Es ist für Außenstehende nicht nachzuvollziehen, wieso ( kleinste ) Irritationen zu massivsten (Ver-) weigerungen und Wutanfällen führen. Wieso ( ein-) schlafen ein Problem ist. Die Kinder die ich in den Trailern gesehen habe, waren alle in einem Alter in dem viele Kinder noch gar nicht diagnostiziert sind.
Abgesehen von unfähigen Eltern ( Ironie of- das wird den Eltern im Film ja unterstellt) gibt es Kinder die sind Irritierbar, die fühlen sich angegriffen, weil sie nicht decodieren können. „ Die“ machen das nicht weil sie schlecht erzogen sind.

Gewaltformen ( zum Essen zwingen, Nähe und Trost verweigern) können niemals langfristig zum Ziel führen.
Die von mir angesprochenen Kinder brauchen genau das Gegenteil, jemand der die Welt verlässlich macht, der ihnen hilft zu verstehen. Ja und Stabilität und Sicherheit.


Ich werde mir den Film auf jeden Fall ansehen und ich finde es auch gut darüber zu diskutieren. Und @Engrid, den verlinkten Artikel finde ich in der Tat interessant.

ninona
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