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Krabbeln um jeden Preis?
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AndreSchw
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BeitragVerfasst am: 13.09.2018, 17:37    Titel: Krabbeln um jeden Preis? Antworten mit Zitat

Hallo alle zusammen,

unsere Tochter macht jetzt seit 7 Monaten konduktive Förderung nach Petö. Vorher hat sie fast 2,5 Jahre Vojta und Bobath gemacht und währenddessen gelernt, sich zu drehen und zu robben. Mit Petö schafft sie es jetzt passiv zu sitzen, an einem Handlauf sicher zu stehen und mit Unterstützung (Schiebeleiter, Laufhilfe etc.) ein paar Schritte zu laufen.
Sehr viel Energie verwenden sie während des Turnens allerdings auf das Krabbeln (im Vierfüßler), was M. allerdings überhaupt nicht mag und dahingehend auch gar keine Fortschritte macht. Während sie Laufen total klasse findet und es ständig einfordert, verweigert sie das Krabbeln total und wir haben beim Üben zu Hause ständig Streit deswegen. Ich finde es total ätzend, mir damit "künstlich" schlechte Stimmung ins Haus zu holen, mit einer Sache, die sie offensichtlich nicht will und vermutlich auch nie können wird. Die Spastik in ihren Armen macht es ihr halt sehr schwer, in die Streckung zu kommen und die Arme beim Krabbeln entsprechend zu belasten. Da hat auch das Botox bisher nur wenig geholfen. Die Therapeuten sagen allerdings, dass das Krabbeln unerlässlich ist für jegliche weitere motorische Entwicklung. Mir ist schon klar, dass die alternierenden Bewegungen beim Krabbeln wichtig für die Entwicklung sind, aber geht es im Zweifelsfall nicht auch ohne?

Wie sind da eure Erfahrungen?

Vielen Dank für eure Rückmeldungen!!

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M. *09/2015 - FMTS, ICP, Epilepsie
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Inga
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BeitragVerfasst am: 13.09.2018, 17:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, ich habe keine fachliche Ahnung, aber es gibt durchaus viele (gesunde) Kinder die auch ohne jemals gekabbelt zu haben problemlos Laufen gelernt haben. Ab und an haben diese Kinder aber nachher feinmotorische Probleme oder mit dem Überkreuzen der Arme über die Körpermitte hinaus.
Joshua will / kann auch nicht Krabbeln. Wir machen daher spezielle Padovanübungen, also u.a. passive Krabbelbewegungen im Liegen. Dadurch wird das Bewegungsmuster trotzdem im Gehirn verknüpft. So wurde es uns erklärt und bei Michelle und Josi hatte es auch den gewünschten Effekt, daher hoffen wir, dass auch Joshua mit Hilfe dieser Übungen das Krabbeln "schadlos" überspringen kann.

Gruß, Inga

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Lisaneu
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BeitragVerfasst am: 13.09.2018, 19:12    Titel: Antworten mit Zitat

Laut dem Buch "Babyjahre" von Remo H. Largo krabbeln bzw. robben 13% der Kinder nicht sondern nutzen alternative Fortbewegungsmethoden (rollen, Kreisrutschen, schlängeln, die "Brücke") oder überspringen alles und fangen gleich zu laufen an. Und hierbei handelt es sich um gesunde Kinder ohne Handycap.

Gerade aus diesem Grund würde ich sagen dein Bauchgefühl stimmt und deine Tochter muss nicht auf biegen und brechen Übungen machen, die sie ohnehin ablehnt. Das kannst du ruhigen GEwissens mit der Therapeutin besprechen und wenn sie trotzdem ablehnt, auf diese Übungen zu verzichten bzw. den Umfang dieser Übungen einzuschränken, kannst du immer noch einen Wechsel überlegen.

Mit den von Inge beschriebenen Padovan-Übungen (die man übrigens problemlos selbst mit dem Kind machen kann) werden im Hirn ähnliche Verknüpfungen erstellt wie beim krabbeln. Ich weiß nicht, ob es an diesen Übungen liegt, aber Alexander, der als Kleinkind klar motorisch entwicklungsverzögert war, ist heute, mit 6 Jahren ein sehr bewegungsfreudiges und motorisch unauffälliges Schulkind Smile .

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Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Austist
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Alexandra2014
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BeitragVerfasst am: 13.09.2018, 19:19    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!

Vielleicht hilft es ihr sogar, Zuhause den Druck rauszunehmen. Ich würde es auch nicht erzwingen, wenn sie partout nicht möchte.

Ich bin übrigens so ein Kind, das nie gekrabbelt ist. Ich bin vom Robben, über das Sitzen, direkt zum Laufen gekommen (das dann allerdings sehr früh). Ich hatte nie Probleme mit der Feinmotorik, war in Sport immer überdurchschnittlich gut und schulisch auch, sogar in Mathe (Abi mit 1). Es heißt ja immer, wer nicht krabbelt, kann mal Mathe nicht gut. Rolling Eyes Kann ich jetzt nicht behaupten... Surprised

Gruß
Alex

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R. *12/2007, motorische & verbale Dyspraxie, VVWS, AVWS, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral, Autismus-Spektrum-Störung
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Lena M.
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BeitragVerfasst am: 13.09.2018, 21:07    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

wir haben auch ein bisschen Petö-Erfahrung und ein Kind, das nicht krabbeln kann, allerdings auch nicht robben o.ä., und sehr gerne (gehalten) läuft. Ich denke, dass es um die Bewegung geht, aber auch um das Aufstützen mit den Armen zur Kräftigung der Arm-, Brust- Hals- etc. -muskulatur. So erklärt man es uns immer. Es ist also nicht nur die Überkreuz-Bewegung, sondern auch die Stützfunktion. Bei uns wird immer besonders hervorgehoben, welchen Einfluss das auf die Mundmotorik hat. Und dass es dafür unerlässlich ist. Sicher muss es nicht krabbeln sein, auch die Padovan-Übungen und Bauchlage mit Aufstützen haben ja so einen Effekt.
Krabbeln üben ist bei uns auch ein großes Thema gerade und sehr schwierig sie zu motivieren...die Arme sind ebenfalls das Problem. Bauchlage leider auch katastrophal.
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AndreSchw
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BeitragVerfasst am: 13.09.2018, 21:23    Titel: Antworten mit Zitat

Danke, das macht mir Mut!
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M. *09/2015 - FMTS, ICP, Epilepsie
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Lena M.
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BeitragVerfasst am: 13.09.2018, 21:31    Titel: Antworten mit Zitat

Es würde mich ja noch interessieren, wo und wie ihr Petö macht? Also als Block oder einmal die Woche...?
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Tanja2014
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BeitragVerfasst am: 13.09.2018, 22:19    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

wir haben das Krabbeln später nochmal eine Weile intensiv "geübt", als B. schon frei laufen konnte. Wir haben jeden Tag Höhlen gebaut und da einen Krabbeltunnel integriert. Da hatte er dann viel Spaß dran. Zu dem Zeitpunkt war die Rumpfhypotonie bei ihm deutlich zurückgegangen und das Krabbeln war nicht mehr ganz so anstrengend wie zu dem Zeitpunkt, als es eigentlich dran gewesen wäre.

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Viele Grüße
Tanja
mit B. (*2012) - Extremfrühchen, spastische ICP beinbetont GMFCS Level 1
und Wirbelwind (*2013)
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RikemitSohn
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BeitragVerfasst am: 14.09.2018, 08:23    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

ich kenne die Aussagen über das fehlende Krabbeln. Davon wurde geredet als mein Sohn in dem Alter war und meine Mutter hat es auch gehört als ich klein war.
Ich bin auch nicht gekrabbelt und habe davon in meinem Leben nichts gemerkt. Ich habe z.B. viele Jahre Jazztanz gemacht und nie Probleme mit den komplexen Bewegungen gehabt.

LG Rike

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r.bircher
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BeitragVerfasst am: 14.09.2018, 09:22    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo

Bitte doch die Therapeuten mal mit nicht durchgestreckten Armen zu krabbeln. Damit sie mal sehen wie anstrengend das ist. Krabbeln gehört zwar zum normalen erlernen des Laufens dazu. Du hast es hier aber nicht mit einem gesunden Kind zu tun. Du wirst hier im Forum genügend Kinder finden die das Krabbeln einfach mal übersprungen haben.

Klar, krappeln steht in den Lehrbücher als wichtiger Entwicklungsschritt, aber das bezieht sich auf Nichtbehinderte. Es ist echt ne dumme Idee, die Schulbücher direkt auf einen Patienten anwenden zu wollen.

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder ist die Ansteuerung der Armmuskeln so schlecht, dass ein krabbeln nicht möglich ist, oder die Kraft reicht dazu nicht aus. Beides muss sie nicht vom laufen lernen abhalten.

Langer Rede kurzer Sinn: Such dir neue Therapeuten!

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