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Förderschule verweigert Beschulung ohne Schulbegleitung
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Rob
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BeitragVerfasst am: 12.09.2018, 21:24    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo in die Runde,

die Förderung ist nicht Sache des Schulbegleiters, sondern Aufgabe der Lehrkraft / Förderschule. Förderung bzw. die Vermittlung einer Allgemeinbildung betrifft den Kernbereich pädagogischer Arbeit. Und dieser gehört nicht zum Aufgabenbereich der Eingliederungshilfe.

Der Schulausschluss stellt eine Verweigerung des Rechts auf Bildung dar. Die Begründung, dass das Kind die Tendenz hat, Dinge zu zerstören, mag aus Sicht der Lehrkraft als verantwortliche Aufsichtsperson verständlich sein, aber welche Interessen sind gewichtiger? Verweigerung eines Grundrechts zweier Menschen (Kind und Mutter müssen zuhause bleiben und können weder sich bilden noch einen Beruf ausüben) oder Dinge vor ihrer Zerstörung bewahren?

Würde es um Fremd- oder Eigengefährdung gehen, wäre der Schulausschluss „besser“ begründet - aber wie immer kommt es auf den Einzelfall an.

Wenn man mit Rechten argumentieren will, kann man zwar leider in unserem Grundgesetz derzeit kein ausdrückliches Recht auf Bildung finden, aber so ein Recht stellt ein Menschenrecht dar und wäre aus dem Anspruch auf Unantastbarkeit der Würde des Menschen abzuleiten (Art. 1 GG; Art. 28 UN-Kinderrechtskonvention). Da die Schulrechte dank des Föderalismus Ländersache sind, wäre ein Blick in die Verfassung des jeweiligen Bundeslandes und seines Landesschulgesetzes auch eine Möglichkeit.

Ansonsten nochmal mein Tipp: Den Landesbehindertenbeauftragten einmal kontaktieren.

Alles Gute.
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eli
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BeitragVerfasst am: 13.09.2018, 07:42    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inga,

da hört sich gut an. Von der Möglichkeit wusste ich noch gar nichts.

Wie lange dauert es denn, das persönliche Budget bewilligt zu bekommen? Wo muss ich mich denn zur Bewilligung hinwenden? Leider drängt die Zeit. Aber auf längere Sicht hin, ist das eine gute Option. Er geht ja noch ein paar Jahre länger zur Schule.

Wie kann ich jemanden mit Qualifikation finden? Ich habe auch immer wieder Anzegen in der Assistenzbörse. Aber bisher ohne wirklichen Erfolg.

LG Petra

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eli
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BeitragVerfasst am: 13.09.2018, 07:45    Titel: Antworten mit Zitat

Halo Rob,

Danke für Deine Einschätzung. Ich sehe es auch so. Die Argumente sind nachvollziehbar.

Ich schaue mir da jetzt eine Weile an. Aber nicht lange, dann gehe ich doch zum Anwalt.

LG Petra

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UrsulaK
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BeitragVerfasst am: 13.09.2018, 07:54    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Eli,

den Antrag auf persönliches Budget mußt du bei der gleichen Stelle stellen, bei der du auch den Antrag auf die Schulbegleitung stellst. Also entweder Jugendamt oder Sozialamt. Welches Amt zuständig ist, hängt von der Behinderung deines Sohnes ab.
Da dein Sohn Autist ist, habt ihr Anspruch auf eine pädagogische Fachkraft, also jemand, der als Vorrausetzung eine bestimmte Ausbildung mitbringen muß.
Der Knackpunkt beim persönliches Budget ist der Stundenlohn.
Der sollte ausreichend sein, damit man auch die Sozialversicherungen zahlen kann. Wenn du dazu Fragen hast, kannst du mir auch eine PN schicken.

Gruß,
Ursula

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Inga
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BeitragVerfasst am: 13.09.2018, 08:15    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Petra, so wie Ursula schreibt ist es.
Was du bedenken mußt ist, dass die Person, wenn sie für z.B. 20 h / Woche benötigt wird keine 20 h bezahlt bekommt sondern weniger, ca. 17 h, da sie ja im Ausgleich alle Schulferien frei hat. Muß man dann genau ausrechnen. Ansonsten mußt du sie vor den Sommerferien entlassen und danach wieder anstellen, damit es mit den normalen Urlaub hin kommt. Auch mußt du überlegen ob du eine Vertretung brauchst oder ob einzelne Tage auch ohne I-Kraft gehen.
Wir suchen immer "privat", also streuen die Info in unserem gesamten Umfeld. Ist ja eigentlich eine Traumstelle. Alle Ferien frei, Arbeitszeiten in der regel so wie auch die eigenen Kinder weg sind, wenn es gut läuft eine gute Bezahlung,...
Wichtig ist raus zu finden was der Träger pro Stunden bekommt. Dann kannst du in die Verhandlung gehen was du für einen Stundenohn für eine Fachkraft bekommst. Wir bekommen 27 € da ist aber wirklich ALLES mit drin, Krankheitsvertretung, Fortbildung, Lohnsteuerbüro, "Übergabezeiten" - wir bekommen nur die reine Kita-Zeit bezahlt, wenn die Person danach ab und an noch eine intensive Übergabe mit uns macht oder mal bei einem Teamgespräch in der Kita dabei ist wird das vom Kostenträger nicht extra bezahlt. Wir zahlen die Stunden dann aus dem Überschuß / der Schwankungsreserve, was wir von den 27 € übrig haben.

Gruß, Inga

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Inga
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BeitragVerfasst am: 13.09.2018, 08:20    Titel: Antworten mit Zitat

Ach, noch eine Frage zu beantworten vergessen.
Der Antrag müßte theoretisch ganz schnell durch gehen, da er ja ansich schon bewilligt ist, ihr wollt jetzt ja nur von Sachleistung auf persönliches Budget umstellen. Darauf habt ihr einen Rechtsanspruch.

Ach und noch was. Wenn du dir die erste Berechnung usw. nicht zutraust kannst du dafür auch einen Assistenzdienst dafür auswählen. Die Kosten dafür werden dann auch von PB mit bezahlt.

Gruß, Inga

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eli
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BeitragVerfasst am: 13.09.2018, 08:42    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Ursula, hallo Inga,

Danke für Eure Hilfestellung. Ich schaue mir das mal in Ruhe an. Ich habe auch irgendwo noch eine Infobroschüre zum persönlichen Budget. Wenn es konkret wird, wäre ich dankbar für Eure weitere Hilfe.

Für uns ist übrigens der Bezirk zuständig, nicht das Jugendamt. Mein Sohn hat durch seine Epilepsie eine Körperbehinderung und dann ist nicht das Jugendsmt zuständig.

LG Petra

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HeikeLeo
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BeitragVerfasst am: 13.09.2018, 10:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Eli,

mein großer Sohn hatte auch jahrelang eine Schulbegleitung in einer Geistigbehindertenschule. Wir hatten auch 27€ Stundensatz ausgehandelt. Ich habe damals sehr gute Erfahrungen mit Kunsttherapeutinnen gemacht. Ich habe in den Hochschulen im Sekretariat angerufen und um einen aushang am schwarzen Brett der Schule gebeten. Wahrscheinlich gehen auch andere geeignete Fachschulen/Hochschulen - manche Absolventen oder Absolventinnen sind gar nicht so unterfahren, wie es auf den ersten Blick scheinen mag.

Liebe Grüße
Heike
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eli
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BeitragVerfasst am: 13.09.2018, 10:59    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Hrike,

wir habt ihr das dann finanziert? Über das persönliche Budget?

LG Petra

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HeikeLeo
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BeitragVerfasst am: 13.09.2018, 16:46    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Eli,

hm, wir hatten damals direkt einen Antrag beim Sozialamt gestellt auf Schulbegleitung. Der Antrag wurde 1,5 Jahre verbummelt. Als Sohn dann in der Schule von der Lehrerin geschlagen worden war - ich konnte den Handabdruck auf seinem Gesicht beim Abholen deutlich sehen und sie gab es auch zu - dann kam es plötzlich in die Gänge. Unsere Begründung war immer Selbstgefährdung und Fremdgefährdung gewesen. Er war ein Jahr lang in der Schule ohne Begleitung gewesen und zwar an drei Vormittagen. In dem Jahr haben ihn mir zur Übergabe bestimmt zehn verschiedene Leute gebracht. Ich habe immer wieder beim Sozialamt nachgehakt. Die Schule hatte damals nur eine kommissarische Schulleitung. Nach der Ohrfeige habe ich nochmals eindringlich um die Schulbegleitung angefragt und dann ging es. Ich weiß auch nicht, ob die Schule ihrerseits aktiv geworden ist. Aber ich habe erzählt, was vorgefallen war.
Später hat sich der dann eingesetzte Schulleiter über unsere merkwürde Finanzierungssituation mockiert. Es gab immer wieder Probleme. Für die erste Schulbegleitung hatte ich einen Stundensatz von 45 DM ausgehandelt. Das war noch im Jahr 2000. Später war das Sozialamt/Eingliederungshilfe zu 27€ bereit (2005). Zwischendrin hatten wir eine Sozialpädagogin, die Wert auf ein Angestelltenverhältnis legte - sie wurde beim Kreis angestellt - also die Stundenhonorare wurden in ein Gehalt umgerechnet und dann vom Kreis als Gehalt bezahlt. Sie kannte sich da irgendwie aus. Für uns war das Angestelltenverhältnis eher ungünstig - davor musste ich immer die Rechnungen gegenzeichnen. Gerade wenn es nicht mehr gut lief, neigte unsere Kraft dazu auch mal Feiertage abzurechnen bzw. Tage, an denen sie in der Schule mit der Lehrerin eine Vertretung organisiert hatte. Bei dem Angestelltenverhältnis fehlte leider diese Kontrolle. Die Dame kündigte dann aber ihrerseits, weil es ihr zu schwer war. Ich war auch nicht mit ihr zufrieden: Unser Sohn schlief viel in der Schule, die Klasse hatte einen praktisch unbeheizten Raum - er schlief nicht zugedeckt auf dem Boden und wurde dann sehr krank. Die Schulbegleiterin kümmerte sich auch lieber um andere Kinder. Den Schulbegleiterinnen, die es für meinen Sohn gut machten, benahmen sich manche Lehrkräfte sehr feindselig gegenüber. Die Schulbegleiterinnen, die meinen Sohn vernachlässigkten oder sogar selbst misshandelten, die kamen sehr gut mit den Lehrkräften klar - die wurden richtig Freundinnen, duzten sich. Ich habe ab und zu hospitiert und auch gefilmt. Die Filmaufnahmen von damals drehen mir immer noch dan Magen um.

Liebe Grüße
Heike
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