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Großeltern akzeptieren die Behinderung nicht
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JennyK
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BeitragVerfasst am: 09.08.2018, 19:54    Titel: Großeltern akzeptieren die Behinderung nicht Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,
mich beschäftigt ein heikles Thema und ich könnte mir vorstellen, dass es anderen auch so geht...
Unser großer Sohn hat seit einem guten Jahr die Diagnose ADS und im Januar hat sich der Verdacht auf Asperger Autismus bestätigt. Er bekommt seit einem Jahr Medikinet und hat seitdem eine enorme Entwicklung gemacht.

Leider erkennen die Großeltern das nicht wirklich an. Beim letzten Besuch sagte mein Schwiegervater, das seiner Meinung nach das Kind völlig gesund sei und jemand ihm nur was andichten will... ich war so verdattert, dass ich gar nicht reagieren konnte und nun beschäftigt es mich...

Wie geht ihr damit um? Unser Sohn geht erstaunlich gut mit dem Thema um, auch die meisten Menschen in seinem Umfeld reagieren eher positiv auf die Diagnosen. Ausgerechnet seine geliebten Großeltern stellen sich da quer.... GsD bisher nicht vor ihm, aber die Stimmung/Haltung bekommt er ja doch auch mit...

Ich ertappe mich dabei, dass ich manche Dinge gar nicht erzähle oder nur ganz kurz mitteile, z.B. dass er einen Pflegegrad hat... Die Medikamente sehen sie sehr kritisch, machen sich große Sorgen. Das ist einerseits ja sehr gut, leider aber auch kontraproduktiv. Richtig diskutieren kann man mit meinem Schwiegervater nicht bzw. nur bis zu einem gewissen Punkt. Meine Schwiegermutter ist eher emotional und versteht manches einfach nicht.
Meine Eltern leben leider nicht mehr, aber mit Ihnen könnte ich ganz anders darüber reden und auch streiten.

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Sohn 1 (06), ADS und Asperger Autismus
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GabySP
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BeitragVerfasst am: 09.08.2018, 20:28    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Jenny,

Tipps kann ich dir leider nicht geben, aber ich kenne diese Situation so auch von uns. Von Schwiegervater kam die Bemerkung, dem gehört nur mal „ordentlich der Hintern versohlt“ und die Schwiegermutter kapiert es immer noch nicht und ist der Meinung, dass das Verhalten meines Sohnes doch völlig daneben ist und fragt sich, wie er denn später mal zurecht kommen soll. Da müssten wir doch mal hinterher sein und mein Sohn müsste doch langsam mal lernen, sich so zu benehmen, wie man es von einem Gleichaltrigen erwartet.
Mein Sohn ist mittlerweile 18 und ich habe es aufgegeben. Sollen sie sich doch aufregen... Bereitschaft, sich mit Autismus auseinanderzusetzen, war nie da und wird auch nicht mehr kommen.

LG Gaby

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Asperger-Sohn, 01/2000
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Kaati
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BeitragVerfasst am: 09.08.2018, 20:39    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo JennyK,
Bei uns ging es soweit das meine Schwiegereltern Artikel über durchdrehende Eltern und Modeerkrankung Atismus für uns ausgeschnitten hatten Confused

Dann kam die Diagnose und wir haben mehrere Kopien davon gemacht und diese in der Familie verteilet. Und haben überall die Diagnose genau besprochen und gesagt wie erleichtert wir sind das unserer Sohn nun die nötige Unterstützung bekommen kann. Und wenn hemanx fragen hat soll er uns bitte gerne fragen. Da also alle Zweifler in unserer recht großen Fsmilie nun fast gleizeitig diese Diagnose vorliegen hatten waren alle auf einmal ziemlich mundtot Wink
UnD diese Unterschrift von einen Prof. Dr. ...... hat auch mächtig Eindruck gemacht Rolling Eyes
Und do hat es sich bei uns mit der Zeit eingespielt. Es ist immer noch mal anstrengend weil mal das Verständnis fehlt. Aber wir gehen ganz offen in die Komunikation
Ich druücke dir die Daumen

Lg Kaati

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L. 2.4.13 Autismus Spektrum
Frühkindlicher Autist
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Nicht alle Kinder lernen das Gleiche zur gleichen Zeit auf die gleiche Weise
(Kath Walter)
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JennyK
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BeitragVerfasst am: 09.08.2018, 20:55    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für eure Antworten!

@Gaby sowas kommt von denen auch, aber nicht ganz so krass... latent schwingt da auch oft der Vorwurf mit, dass ich das Kind verziehe...

@Kaati das ist auch eine gute Idee. Wir gehen offen damit um, erzählen es und haben damit durchgängig gute Erfahrungen gemacht. Nur nicht bei Ihnen...

Wir warten ja immer noch auf einen Therapieplatz, da werde ich das Thema auf jeden Fall mit reinnehmen. Vielleicht können die Experten das Thema großelterngerecht erklären...

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Leela
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BeitragVerfasst am: 10.08.2018, 00:01    Titel: Antworten mit Zitat

Hi,
da ihm die Behinderung äußerlich nicht anzusehen ist, wollen sie es nicht wahr haben.
Das ist eine ziemlich normale Reaktion, auch als Eltern hofft man doch meistens am ANfang, dass es doch nichts ist, dass es sich rauswächst, bei Entwicklungsstörungen: dass die Kinder alles noch aufholen. Die Haltung ist nicht besonders hilfreich, nicht für Euch, den Großeltern tut es aber gut, es zu leugnen. Sie schützen sich damit selbst vor Sorgen, Wie alt sind sie?
SO ein "magisches Denken" ist ein Schutzmechanismus, nur Depressive gehen vom Schlimmsten aus. Gut, man könnte von Erwachsenen erwarten, dass sie die Lage realistisch einschätzen und Tatschen nicht leugnen, aber je älter die Menschen sind, desto schwieriger ist es für sie. Das erlebe ich bei meiner Mutter, es ist jedes Jahr schlimmer, die Gespräche schwieriger und irgendwann blockiert sie oder rastet aus, so dass man gar nicht vernünftig sprechen kann. Es sind nur Menschen, dazu alte Menschen, die einfach keine schlechten Nachrichten hören wollen. Je älter ich werde, desto weniger erwarte ich von anderen.
LG

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Sohn geb. Juni 2013 (5 Wochen zu früh, nach vorz. Blasensprung), Hirnblutung.
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Alexandra2014
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BeitragVerfasst am: 10.08.2018, 08:02    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!

Ja, das kenne ich leider auch.
Als wir nach dem ersten schlimmen epileptischen Anfall im Krankenhaus waren, hatte ich mit dem Cousin meines Mannes telefoniert. Zwar aus anderem Grund, aber die Frage kam natürlich, warum wir gerade im KH sind und ich habe es offen erklärt.

Meine Schwiegermutter hingegen wollte die Epilespie nicht wahrhaben. In ihren Augen habe ich mir das eingebildet (ihr Sohn dann wohl auch, der war ja dabei Rolling Eyes ) und hat es in der Verwandtschaft geleugnet, so dass ich als Lügnerin da stand, zumindest bis ich es klären konnte. Das fand ich schon recht heftig.
Da wir ganz offen damit umgehen und es auch jeder weiß, ist nun meine Schwiegermutter die „Dumme“, die damals offensichtlich gelogen hat. Aber auch dafür wird sie sicher eine Ausrede gehabt haben.

Mit den Verhaltensauffälligkeiten hat eher meine Mutter zu kämpfen. Mein Kind kompensiert recht gut, wenn wir bei meiner Mutter sind, aber es gibt Situationen, da kommt es auch voll zum Vorschein.
Meine Mutter leugnet die Diagnosen zwar nicht, aber sie begreift sie nicht. Und dass, obwohl sie nicht dumm ist und mein Neffe Asperger ist.
Manchmal, wenn sie genervt ist vom Verhalten meiner Tochter, reagiert sie verbal sehr aggressiv. Das wiederum kann ich nicht ertragen.
Wir haben deswegen den Kontakt schon etwas reduziert und vermeiden Situationen, die das Kind nicht kompensieren kann.

Den Schwiegereltern ggü. würde ich sagen, ist dein Mann am Zuge, mal ein ruhiges Gespräch mit seinen Eltern zu suchen, ohne dass du dabei bist.
Er könnte ihnen erklären, wie aufwendig die Diagnostik ist und dass die Diagnose ganz sicher nicht leichtfertig vergeben wird.

Gruß
Alex

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R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral
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Anjali
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BeitragVerfasst am: 10.08.2018, 08:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

Die Großeltern sind da vielleicht moralisch/emotional in einer anderen Position als Bekannte/Freunde.
Als Großeltern machen sie sich vielleicht auch mehr Sorgen wegen der Medikamente, als dies ein Nichtfamilienmitglied tun würde.
Vielleicht sieht sich der Großvater in der Verantwortung, sein geliebtes Enkelkind beschützen zu müssen.

Dies als mögliche Erklärung, warum sich „ausgerechnet“ die Großeltern querstellen.

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Viele Grüße
Anja


Mutter mit Sohn (17 Jahre / Asperger-Autist)
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kati543
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BeitragVerfasst am: 10.08.2018, 09:00    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
bekommt dein Sohn eine Therapie? Ansonsten würde ich mal mit dem Therapeuten sprechen, ob es möglich wäre dass du mit den Großeltern mal dort hinkommst und die Großeltern aufklären lässt. Letztendlich leidet dein Sohn darunter ja auch. Es ist ja schon im Interesse deines Sohnes.
LG
Katrin

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Katrin (Epilepsie)
O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)
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Karina H BS
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BeitragVerfasst am: 10.08.2018, 10:13    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, das kenne ich zu genüge- in der Familie und im Umfald.
Der ist nicht richtig erzogen, dem gehört mal ordentlich der Hintern versohlt etc... alles schon durch.
So nach und nach mit den Diagnosen dämmerte es den Großeltern und sie können es langsam ein wenig begreifen. Bei meinen Geschwistern sieht das noch ganz anders aus- da werde ich und mein Kind zusammengebrüllt, also lasse ich den Kontakt so kurz und gering wie irgendwie machbar ausfallen.
Dummerweise ist selbst der Papa nach so vielen Jahren immer noch nicht ganz dabei- er experimentiert ständig und verlangt Dinge die eben nun mal nicht funktionieren. Dann kommt er erstaunt an und berichtet mir davon- mittlerweile nicke ich nur noch stumm- es hat eben keinen Zweck.
Meiner Mutter ist es immer noch sichtlich unangenehm, wenn noch andere Menschen zu Besuch sind. Statt sich schützend vor ihren Enkel zu stellen wirkt sie eher hilflos und peinlich ob diesen merkwürdigen auffälligen Kindes. Das Eingehen auf ihn fällt ihr auch nach 13 Jahren noch extrem schwer und oft ist sie immer noch der Meinung es wäre nur meine Schuld- Ja genau, wenn er mit mir allein in seiner gewohnten Umgebung ist ist vieles gut- sobald jemand kommt oder wir irgendwo sind sieht das schon ganz anders aus. Klar, ist er allein mit Oma ist er auch etwas anders- so lange bis sie ihn zum Duschen oder Essen oder Zähneputzen bekommen möchte...

Da hilft wirklich nur durchhalten und ein dickes Fell zulegen. Klar können wir auch den besonderen Kindern nicht alles durchgehen lassen und wir müssen sie einigermaßen selbständig und für die Welt da draußen fit bekommen. Trotzdem dürfen wir Besonderheiten akzeptieren- es gibt noch kein Hirnwäscheprogramm für unsere Kinder.
Ich habe Buntschatten und Fledermäuse zum lesen gegeben, dazu noch Filme zum Thema wie Mozart und der Wal z.B. Es laufen ja mittlweile tatsächlich als wäre es eine Mode regelmäßig Filme über Autisten oder mit Schauspielern die so tun müssen als ob sie Autisten wären- manchmal ganz schön übertrieben und leider sehr Klischeebehaftet aber vielleicht ist Übertreibung auch ganz hilfreich um unsere Kinder besser zu verstehen als Außenstehender der eben nicht täglich darauf achten muss, dass das Essen genau sortiert und getrennt ist, der Teller ohne Macken, das Besteck warm, alle Kleidungsstücke aus bestimmtem Material sind oder ohne Knöpfe, es exakt um die gleiche Uhrzeit immer die gleichen Sachen zu tun gibt und was es sonst noch so täglich an Kleinigkeiten gibt.
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JennyK
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BeitragVerfasst am: 10.08.2018, 12:36    Titel: Antworten mit Zitat

Vielen Dank für eure vielfältigen Antworten! Es tut gut zu hören, dass man nicht alleine ist... und einige Aspekte hatte ich so konkret gar nicht auf dem Schirm.
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