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Michaela.Sandro
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BeitragVerfasst am: 10.07.2018, 15:42    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Katrin, ich finde es nicht richtig zu sagen, dass Eltern keine Wahl haben sollten, beide Schulformen müssen akzeptiert und unterstützt werden. Das nur eine Minderheit nicht inkludierbar ist, glaube ich nicht, es gibt schon einige Kinder und die Förderschulen leiden trotz Inklusion eher nicht unter Schülermangel. Es gibt auch jedes Jahr nicht wenige Kinder, die aus Regelschulen kommen, weil Inklusion nicht funktioniert hat, warum auch immer. Umgekehrt geht es allerdings auch und es gibt viele Kinder, die von der Inklusion profitieren. Ich bin auch der Meinung dass viel mehr von der Politik kommen müsste und finde es ein Unding, dass es immer mehr „Nichtlehrer“ gibt, die ohne große Ausbildung auf die Kinder „losgelassen“ werden, auch wenn auch in solchen Fällen teilweise sehr engagierte Leute kommen. Ich finde es für einen Kindergarten einfacher, Kinder zu inkludieren, (wenn Räumlichkeiten/Persomal vorhanden) einfach weil die Kinder in dem Alter andere Dinge lernen und mehr spielerisch, Leistungsdruck ist ja dort noch gering. Es ist auf jeden Fall ein schwieriges Rhema. L. G. Michaela
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Michaela alleinerziehend, Teilzeit berufstätig (Bj. 12/67) und Sohn Sandro (19.01.07.) Herz-OP nach Geburt, geistige Behinderung, Diagnose, evtl. ein unbekanntes Syndrom. Er kann laufen, einigermaßen sprechen, PG 4 , 100% SB aber ein Schatz!
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Oda.
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BeitragVerfasst am: 10.07.2018, 16:25    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Silvia,
In DE werden definitiv noch Sonderpädagogen ausgebildet, ich BIN Sonderpädagogin. Ein Problem, was es gibt, aber das ist kein neues, ist, dass in vielen Bundesländern nur für wenige Schwerpunkte ausgebildet wird. ZB bildet Niedersachsen nicht für Hören und Sehen aus. Eine AUsnahme ist mW nur Bremen, die haben Grundschulpädagogik und Sonderpädagogik zusammengelegt, ist aber auch eine Ausnahme.
LG
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Ursula M.
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BeitragVerfasst am: 10.07.2018, 16:35    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Katrin,
natürlich kann man sagen, dass nur ganz wenige Kinder nicht inkludierbar sind. Diese Behauptung ist aber nur dann wahr, wenn ALLE Schulklassen maximal aus 12 Kindern bestehen und davon höchstens 2 Kinder Förderbedarf haben. Und dann müssen die gesamte Unterrichtszeit für diese Klasse immer zwei Lehrkräfte (davon ein Sonderpädagoge) zur Verfügung stehen. Außerdem muss jede Schule über Krankenschwestern, Physiotherapeuten, Sprachtherapeuten, Ergotherapeuten und Einzelfallhelfer verfügen. Jede Schule muss komplett behindertengerecht gebaut sein und am besten nicht nur über eine Turnhalle, sondern auch über eine eigene Schwimmhalle verfügen.

DANN, aber auch nur dann ist gute und sinnvolle Inklusion für alle möglich.
Aber, wer soll das denn bezahlen????

LG Ursula
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Engrid
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BeitragVerfasst am: 10.07.2018, 16:56    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

Zitat:
nicht-inkludierbare Kinder.
Das ist ein Widerspruch in sich. Wenn jemand ausgenommen werden muss/soll, dann IST es KEINE Inklusion. Razz
Da beißt die Maus kein‘ Faden ab.

Grüße

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Engrid

mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)
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Tanja2014
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BeitragVerfasst am: 10.07.2018, 17:01    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Ursula,

das sehe ich nicht so, dass jede Schule für jede Eventualität ausgerüstet sein muss. Bei den Therapeuten würde es ja ausreichen, Kooperationen mit Praxen vor Ort zu schließen, von denen dann Therapeuten in die Schule kommen. Das funktioniert mit Ergo und Logo jedenfalls gut bei uns in der Regelkita. Mir (und einigen anderen Eltern mit besonderen Kindern, die ich kenne) sind außerdem Erfahrungswerte an der Schule wichtig. Also wenn mein Kind eine Hörschädigung hätte und ich wüsste, die Schule im angrenzenden Stadtteil hatte schon mehrere Kinder mit diesem Handicap und ist da technisch und räumlich und evtl. auch personell schon drauf eingestellt, dann würde ich wohl eher dazu tendieren, mein Kind dort anzumelden als an der wohnortnächsten Schule.

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Viele Grüße
Tanja
mit B. (*2012) - Extremfrühchen, spastische ICP beinbetont GMFCS Level 1
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kati543
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BeitragVerfasst am: 10.07.2018, 18:00    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
warum ist das ein Widerspruch? Inklusion bedeutet ja genau das. Die Schule hat sich gefälligst ALLEN Kindern anzupassen. Und nicht "unsere" Kinder werden abgeschoben, in spezielle Einrichtungen und man verpackt das dann nett, weil sie nicht in eine Schublade passen?

Im Kindergarten in Hessen weiß man (soweit ich weiß kennt man das aber auch in anderen Bundesländern schon), je mehr I-Kinder, desto kleiner wird die Gruppe. Eigentlich ist das ein ziemlich erfolgreiches System, was man doch echt auch in der Schule umsetzen könnte - warum denn nicht? Schon allein diese Denkweise löst unheimlich viele Probleme und würde die Kinder gerecht in den Klassen verteilen. Es gibt nicht so viele behinderte Kinder, dass jede Klasse in jeder Grundschule 2 I-Kinder aufnehmen muss. Schulen, die sich um I-Kinder ehrlich bemühen kommen im Durchschnitt auf 2 Kinder pro Klasse, andere Schulen weigern sich nach wie vor beharrlich.

Außerdem stelle ich mir ja ehrlich die Frage, wieso ein Kind, welches im Kindergarten inkludierbar war, in der Schule plötzlich nicht mehr inkludierbar ist. Wie gesagt es gibt einige seltene Erkrankungen, bei denen das wirklich der Fall ist, aber das ist echt selten.

Inklusion bedeutet bei MIR eine ständige Doppelbesetzung, die Möglichkeit alle Therapien in der Schule durchzuführen, eine Schülerzahl weniger als 20, 2 feste Räume pro Klasse, dem Förderbedarf entsprechende zusätzliche Therapien und Unterrichtsstunden zu erhalten, der regelmäßige Besuch im Schwimmbad (nein, die Schule muss kein eigenes haben, aber es sollte ein Schwimmbad in allernächster Nähe sein), vollständige Barrierefreiheit (in allen Richtungen - für gehbehinderte, sehbehinderte, geistig behinderte).
Warum sollte das nicht möglich sein? Bei uns in der Grundschule war das Motto:"Nicht der Schüler passt sich der Schule an, sondern die Schule dem Schüler." Das haben die auch so durchgezogen - für jeden Schüler in jedem Fach individuell. Egal ob behindert oder gesund.

Noch etwas...
Keine Schule hat ständig Kinder mit allen möglichen Behinderungen vor Ort. Das ist gar nicht möglich. Falls irgendwelche baulichen Veränderungen einfacherer Art durchgeführt werden müssen für ein Kind, geht das über die Eingliederungshilfe. So wird die Schule zwangsweise immer besser ausgerüstet. Zeitgleich werden die Lehrer auch immer besser ausgebildet. Bei uns hat die Schule prinzipiell nur mit einem einzigen Träger für die Teilhabeassistenz zusammengearbeitet. So wurde sichergestellt, dass sich die vorhandenen I-Kräfte immer vertreten konnten und auch alle über jedes Kind informiert waren.

LG
Katrin

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Katrin (Epilepsie)
O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)
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Michaela.Sandro
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BeitragVerfasst am: 10.07.2018, 19:22    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo zusammen, der Begriff „nicht inkludierbar“ ist natürlich etwas widersprüchlich, aber ein anderer fällt mir nicht ein. Es ist sicher so, dass theoretisch alle Kinder auf eine Regelschule gehen könnten, wenn die „praktischen Voraussetzungen“ gegeben sind, aber es geht doch auch um das Kind und nicht nur um Einrichtung/Personal. Sandro fühlt sich z. B. in größeren Gruppen sehr schnell unwohl und zieht sich zurück, wird quasi unsichtbar, ist kein „Spielkind“, orientiert sich fast nur an Erwachsenen, kann nicht malen/schreiben und Zahlen sind ihm egal! In der Förderschule werden in erster Linie alltägliche Dinge gefördert und das entspricht seinen Möglichkeiten. , Inklusion wäre für ihn nicht besonders hilfreich und glücklich wäre er eher auch nicht, würde im Zweifelsfall untergehen, weil er so schön unauffällig ist! Wenn ich bei seiner „Lernfähigkeit“ ein wenig das Gefühl gehabt hätte, dass er von Inklusion profitieren könnte, hätte ich es versucht. L. G. Michaela
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Michaela alleinerziehend, Teilzeit berufstätig (Bj. 12/67) und Sohn Sandro (19.01.07.) Herz-OP nach Geburt, geistige Behinderung, Diagnose, evtl. ein unbekanntes Syndrom. Er kann laufen, einigermaßen sprechen, PG 4 , 100% SB aber ein Schatz!
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Line86
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BeitragVerfasst am: 10.07.2018, 19:51    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
also ich bin ja bekannterweise eine Sonderpädagogin. Und "mein" SBBZ leidet definitiv nicht unter Schülermangel! Wir leiden eher unter massivem Platzmangel, weil die Schülerzahlen sehr angestiegen sind.
Es stimmt total, dass es viel zu wenige ausgebildet Sopäds ausgebildet werden und daher sowieso ein eklatanter Mangel herrscht.
Lg Line

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Ich habe selbst viele Besonderheiten (u.a. Psoriasis Arthritis, Asthma, z.n 20 Operationen) und Sonderpädagogin mit FS GENT/L im SBBZ KMENT
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Tanja2014
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BeitragVerfasst am: 10.07.2018, 20:17    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Line,

hier in der Region sind es wohl hauptsächlich die Schulen für die FS Sehen und Hören, die mit unter 50 SchülerInnen "rumkrebsen". Bei der Schule für FS KME wird wohl fast nur noch nach L und GB unterrichtet. Wer mit KME nach Regelschul-Lehrplan unterrichtet werden möchte, muss in die Nachbarstadt fahren oder in die Inklusion. Das deutet für mich schon darauf hin, dass die Schülerzahlen dort insgesamt gesunken sind.

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Viele Grüße
Tanja
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Sandra1978
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BeitragVerfasst am: 10.07.2018, 20:32    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
es ist ja gut und schön was die Regierung jetzt plant aber umzusetzen ist es nicht weil gar nicht genug Lehrkräfte da sind.

Das ist nicht nur ein Problem der Regelschule sondern auch der Förderschule. Selbst da wird es immer schwieriger optimal zu fördern weil immer mehr Schüler und immer weniger Lehrer gibt.

Die Situation ist nicht nur für die Kinder eine Katastrophe sondern auch für die Lehrer.

Inklusion kann meiner Meinung nur funktionieren wenn es wieder Schwerpunktschulen gibt.

Gruß Sandra

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Mama Sandra (Asperger Autist)
Papa Jochen (Lernebehindert)
Sarah (2003) (Lernbehindert)
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