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Zeitschrift über das Thema Verbale Dyspraxie (VED)
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UrsulaK
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BeitragVerfasst am: 01.07.2018, 06:29    Titel: Zeitschrift über das Thema Verbale Dyspraxie (VED) Antworten mit Zitat

Hallo Zusammen,

hier im Forum ist immer wieder von verbaler Dyspraxie die Rede und von dem Thema, das "normale" oder die "übliche" Logotherapie bei diesen Kindern keine Wirkung zeigt. Jetzt hat der Verlag Modernes Lernen eine ganze Ausgabe (02/18) der Zeitschrift Sprachförderung und Sprachtherapie dem Thema gewidmet.
Es werden verschiedene Therapien vorgestellt wie VEDIT, PROMPT, Assoziationstherapie nach McGinnes, KoArt, TOLGS sowie das niederländische Dyspraxieprogramm.

Hier ist der Link:
https://www.verlag-modernes-lernen....../sprachfoerderung/aktuell
Ihr müßt etwas runterscrollen.

Mich würde mal interessieren wieviele Autisten, die nicht oder nur wenig sprechen eben auch ein VED haben, die dann leider unerkannt bleibt.
Kennt jemand solche Statistiken? Vermutlich gibt es dazu nichts in Deutschland, aber vielleicht aus den USA oder GB?

VG,
Ursula

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Eric, (März 2005), Autismus Spektrum Störung, Verbale Dyspraxie, Dysgrammatismus
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Ainslie2009
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BeitragVerfasst am: 01.07.2018, 07:43    Titel: Antworten mit Zitat

Also Ainslie hat Autismus und eine VED. Sprachwortschatz ungefähr 50 Wörter. Diagnostiziert wurde die VED aber auch erst vor 4 Jahren, da war sie 5. Vorher hieß es nur: Stark sprachentwicklungsverzögert.
_________________
Arlett 8/78 starke Störung der Grob- und Feinmotorik, Sehstörung (GdB 50) mit Marc Fabian 7/07 ADHS, GdB 30, PG 3 und Ainslie Lucy 5/09 Kombinierte Entwicklungsstörung, ADHS, Atypischer Autismus, AVWS, Sprachentwicklungsstörung, Epilespie, GdB 60 mit Mz. H, B, PG 3
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Alexandra2014
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BeitragVerfasst am: 01.07.2018, 08:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!

Danke für den Link!

Wir befinden uns derzeit noch in der Autismus Diagnostik, aber es scheint recht wahrscheinlich zu sein.
Bei uns wurde die VED erst im Schulalter diagnostiziert, weil die Logopädin, bei der wir vorher waren, keine VED diagnostizieren konnte. Ich hatte dann irgendwann den Verdacht auf VED und habe gezielt eine neue Logopädin gesucht. Die neue war ein Volltreffer, denn ihr Sohn hat selbst VED.

Ich finde es erschreckend, dass offensichtlich so viele Logopäden nicht in der Lage sind, eine VED zu erkennen und zu diagnostizieren. Bei uns war es die 4. Logopädin und, wie gesagt, nachdem ich gezielt gesucht habe und zur Therapie 45 km fahre.

Ich gehe also davon aus, dass die VED allgemein ganz oft nicht diagnostiziert wird und bei Autisten vermutlich noch viel öfter... Confused

Gruß
Alex

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R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral
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Angela77
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BeitragVerfasst am: 01.07.2018, 08:58    Titel: Antworten mit Zitat

Hi,
bei uns ist es sogar eine Spechapraxie. Möglicherweise einer sehr seltenen Komplikation seiner Epilepsie. Erkannt wurde es ca. mit 4. TAKTKIN etc. blieben erfolglos. Aber unser UK-Autismus-Spezialist sagte schon immer: Der Junge kommuniziert und versteht nonverbal so gut (obwohl er noch nicht mal die Gestik zur Verfügung hat), dass er - könnte er sprechen, wohl nur ein leicht betroffener Asperger Autist wäre. Ja, ich denken schon, die mangelnde Fähigkeit, sich sprachlich und handelnd auszudrücken, hat ihn auch sozial um viele Lernerfahrungen gebracht. Ein riesiger Fortschritt ist das Erlenen der Schriftsprache (bei Mama Smile ) gewesen. War kürzlich in der Epi-Ambulanz und die sehr erfahrenen Neurpädiaterin sagt: Ich muss mal mit meinen Kollegen in der Uni ... telefonieren. Ich habe noch nicht ein Kind gesehen, dass nicht sprechen kann, aber so schnell (und richtig Very Happy ) tippen kann. Dennoch: Komunikativ eingeschränkt ist es sehr; Grammatik ist gruselig und Pragmatik manchmal auch. Autistisch halt Wink

LG
Angie

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Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin
Vorstellung plus Diäteffekte:
http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic73493.html

Primär nächtliche Epilepsie im motorischen Sprachzentrum (leider erst erkannt im März 2015!!!)
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Angela77
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BeitragVerfasst am: 01.07.2018, 09:09    Titel: Antworten mit Zitat

Logo bekommen wir nun auch wieder. Kind soll erstmal lernen bewusst den Mund zu öffnen, bzw. mit wahrsten Sinne des Wortes "die Zähne auseinander zu kriegen" ... Bis jetzt funktioniert das nur als Automatismus beim Essen und Zähneputzen Shocked Bene kann auch nicht spucken (nichtmal erbrechen, es sei den Druck vom Magen ist sehr hoch, sonst schluckt er, beim letzten Magen Darm Infekt war hinterher die Speiseröhre stark entzündet) oder lecken). Er probiert und probiert, aber er weiß nicht wie es zuverlässig geht Surprised
LG
Angie

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Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin
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UrsulaK
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Beiträge: 697

BeitragVerfasst am: 01.07.2018, 13:12    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
wir hatten auch "normale" Logo vom 2. bis zum 6. Lebensjahr meines Sohnes. Am Anfang stand noch mehr das Kauen im Vordergrund, dann wurde auch versucht die Sprache anzubahnen, jedoch ohne Erfolg. Von der Logopädin hieß es dann, daß mein Sohn nicht mehr sprechen lernt. Ich wollte jedoch noch nicht aufgeben und bin dann zu einer Therapiewoche nach Baiersbronn gefahren (Therapiezentrum Iven). Dort wurde gleich in der 1. Stunde die VED festgestellt! Behandelt wurde bei uns dann nach der Assoziationsmethode nach McGinnes. Tja und mein Sohn hat dann doch noch sprechen gelernt.
Mittlerweile spricht er. Seine Sätze sind jedoch sehr dysgrammatisch, weshalb auch der Dysgrammatismus bei ihm diagnostiziert wurde. Ebenso ist seine Aussprache an vielen Stellen noch undeutlich. Er hat aber einen großen (aktiven) Wortschatz, sicher mehr als 2000 Wörter. Hinzu kommen bei ihm noch Probleme mit der Pragmatik, also z.B. wörtliches Verstehen usw..
Als ich letztens mich mal geärgert habe (er ist mir auf den Fuß getreten) und ich gesagt habe, "das stinkt mir", hat er etwas erstaunt geantwortet "Fuß stinkt nicht" Laughing .

Bei der Mundmotorik haben bei uns die Übungen mit der Mundtüte aus Baiersbronn viel gebracht.

Das die VED erst so spät diagnostiziert wurde, wird mich wohl noch bis ins Grab ärgern. Ich schließe eine Wette darauf ab, daß es mit Sicherheit einige Autisten gibt, bei denen nie eine VED diagnostiziert wurde, die das jedoch dennoch haben. Stattdessen wird einfach nur pauschal gesagt, naja sie sprechen nicht oder nur wenig, weil sie eben autistisch sind. Oder es wird gesagt, naja, wenn das Kind mit 6 noch nicht spricht, dann wird es nicht mehr sprechen. Oder aber es wird in der Autismustherapie eifrig der Blickkontakt geübt, was aber am Ende auch nicht zu mehr Kommunikation seitens des Kindes führt.

VG,
Ursula

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Eric, (März 2005), Autismus Spektrum Störung, Verbale Dyspraxie, Dysgrammatismus
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Angela77
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BeitragVerfasst am: 01.07.2018, 21:03    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Ursula,

ich bin sogar davon überzeugt, dass viele nichtsprechende frühkindliche Autisten auch eine VED oder gar eine Sprechapraxie haben.

Durch das Nonverbal-Sein wird sehr schnell die Schublade "geistige Behinderung" geöffnet und dann entwickelt sich sehr rasch eine Self-Fullfilling-Prophecy .... Noch dazu, weil ein unverstandenes Kind auch schnell aggressiv oder autogaggresicv wird und -tata- auch das passt ja "prima" zu einem Kind im ASS am extremen unteren Funktionslevel Confused

Problematisch ist dabei, dass einem solchen Kind in der Regel "natürlich" auch kein Schriftspracherwerb zugetraut wird - oder dieser im gerade im Förderschulbereich dann oft nur sehr, sehr schleppend vorangetrieben wird Evil or Very Mad
Dabei kann es, wenn wie bei unserem Sohn, auch die Gestik durch eine Dyspraxie ausfällt, die einzige Chance zu einer halbwegs veständlichen Kommunikation sein. Ich haben früher zu meinem Mann gesagt, wenn Bene als stummer Tetraspatiker im Rollstuhl säße, würde man ihm kognitiv viel mehr zutrauen.

Wenn ich dann Ärzte höre, die denken, mein Sohn müsste ein BESONDERES Syndrom haben, weil sie eine solche Entwicklung nicht kennen, kann ich mir manchmal den Kommentar nicht verkneifen, dass ich wirklich nicht wissen möchte, wieviele Kinder sich so entwickeln könnten, wenn man sie vernünftig fördern und auch Eltern entsprechend anleiten würde. Die Schule kann das unmöglich schaffen ... Allein der Leselernprozess ist m.E. um ein vielfaches intensiver. Das Kind braucht permanent jemanden, der als seine innere Stimme wirkt.

Ich hatte einfach Glück, hier in REHAkids Eltern gefunden zu haben, die mir den Weg gewiesen haben und Glück, dass Sohnemann mich nach einigen Kämpfen in der Kleinkindphase als Lehrerin akzeptiert hat. Für beides bin ich von Herzen dankbar.

LG
Angie

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UrsulaK
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BeitragVerfasst am: 03.07.2018, 12:01    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Angela,

ich sehe das auch wie Du.
Um unsere Kinder bzgl. Kommunikation weiter zu bringen ist sehr viel 1:1 Zuwendung nötig und ein sehr viel höherer Mehraufwand. Schulen und auch Förderschulen haben gar nicht die notwendigen Ressourcen, um so etwas zu leisten.
Aber von den notwendigen Ressourcen mal abgesehen, habe ich auch immer wieder den Eindruck, daß gerade Förderschulen (ich denke hier vor allen an Schulen für Motorische Entwicklung und für Geistige Entwicklung) auch kein großes Interesse haben das Thema, zumindest im Rahmen der Möglichkeiten, weiter zu bringen. Dann gibt es zwar 1 oder 2 Lehrer, die sich an den Schulen um UK kümmern, das nützt einem aber nichts, wenn gerade die Lehrerin oder Lehrer, die zuständig für dein Kind sind, von dem Thema nur genervt sind. Das Problem für engagierte Eltern ist, daß man die Lehrer eben nicht dazu zwingen kann. Und ein weiteres Problem ist auch, daß die Förderschule dann entscheidet, ob und was sich bei dem Kind denn (nach Meinung des Lehrers) "lohnt" zu machen. Und hier spielt dann eben eine große Rolle (so wie du schon geschrieben hast), was man dem Kind überhaupt zutraut.

Die "Erfolge" lassen manchmal eben auch auf sich warten. Dann arbeitet man Wochen oder Monate an etwas, ohne das man einen Fortschritt sieht. Das ist dann einfach schwer durchzuhalten.
Ich erinnere mich an die Anfangszeit, als ich mit meinem Sohn mit den McGinnes Karten einzelne Laute geübt habe. Mein Sohn hat lange immer nur sein Gesicht in seinen Händen vergraben, weil er nicht üben wollte. Und heute spricht er doch.

Und last but not least glaube ich, daß es nicht nur Glück ist, wenn das Kind dann doch beginnt zu kommunizieren. Es ist vor allem der Durchhaltewille der Eltern und die Fährigkeit einen Weg zu finden, selbst wenn man dafür viele Irrwege gehen muß, so wie es jetzt bei mir auch oft der Fall war.

VG,
Ursula

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Angela77
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BeitragVerfasst am: 03.07.2018, 12:17    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Ursula,
das unterschreibe ich zu 100%! Schade, dass wir nicht näher zusammen wohnen (oder doch?)... Wäre bestimmt interessant, euch kennenzulernen Wink
Wir kommen aus dem Ruhrpott ...
LG
Ag

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Alexandra2014
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BeitragVerfasst am: 03.07.2018, 14:57    Titel: Antworten mit Zitat

Treffen zu dritt?? Laughing
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