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Abklären oder nicht?
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JohannaG
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BeitragVerfasst am: 12.06.2018, 17:05    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Sia,

ich glaube, da ist die Wahrnehmung auch eine andere.

Mein Sohn würde ähnlich wie deiner reagieren. Natürlich verlegt er "selten" etwas, er will sich da nicht mal besser machen, er sieht das wirklich so. Tatsächlich fehlt ihm ständig was in der Schule etc Rolling Eyes . Sitzenbleiben am Tisch desgleichen, und so weiter....

LG Johanna

_________________
Johanna, *73, Morbus Bechterew;
C., (w), 11/2004, adoptiert, FASD, Bindungsstörung, lernbehindert, juvenile Polyarthritis;
J. (m) 01/2008, adoptiert, ADHS; Depressionen und ???,
M. (w) 01/2012 FG bei 23+6 SSW, Kleinwuchs, GÖR, Nahrungsmittelallergien, leichte ICP, Schielen, Weitsichtigkeit, allg Entwicklungsverzögerung
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RikemitSohn
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BeitragVerfasst am: 12.06.2018, 17:22    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Sia,

ich finde, dass du da etwas schnell aufgibst. Ein guter KJP wird sich nicht täuschen lassen von einem Kind und ein Testung besteht ja nicht nur aus einem Interview mit deinem Sohn. ( Mein Sohn hat früher auch nicht gemerkt, dass es da ein Problem gab. )
Ausserdem kann es sein, dass er gerade deine Haltung zu dem Ganzen übernimmt. Du stehst einer möglichen Diagnose ja sehr kritisch gegenüber. Daher würde ich auf seine Entscheidung zu einer Testung nicht so viel geben. Er ist zwölf Jahre alt, da entscheidet ihr als Eltern, was für seinen Lebensweg notwendig ist.

LG Rike

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Mama mit Sohn 2004 ADHS und HB
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Regina Regenbogen
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BeitragVerfasst am: 12.06.2018, 17:54    Titel: Antworten mit Zitat

JohannaG hat folgendes geschrieben:

ich glaube, da ist die Wahrnehmung auch eine andere.


Auf jeden Fall. Ist ja nun nicht so ungewöhnlich, dass die Betroffenen eine verschobene Selbstwahrnehmung haben.

_________________
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese
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Anne-Katharina
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BeitragVerfasst am: 12.06.2018, 19:04    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe jetzt nicht alles gelesen, aber ich würde eine Testung anstreben.
Ich habe mich immer als anders wahrgenommen und mich würde es sehr interessieren, ob hinter meiner Vermutung ASS (mein Therapeut meinte, dass auf jeden Fall autistische Züge da wären, aber gut adaptiert im Altag) was steckt. Es würde nichts an mir ändern, aber es würde mir einige Dinge erklären - auch wenn ich heute mit meinen "Besonderheiten" gut leben kann.
Gruß Anne

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Zustand nach Pankreatitis, Meningitis und 15 OP´s, Multiple Sklerose
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Burkihard
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BeitragVerfasst am: 12.06.2018, 19:10    Titel: Antworten mit Zitat

Meine Idee wäre mit entsprechenden Medikamenten die Konzentrationsfähigkeit zu steigern... habt ihr das schon mal ausprobiert ?
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Sia
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BeitragVerfasst am: 12.06.2018, 19:17    Titel: Antworten mit Zitat

… an "entsprechende" Medikamente komme ich ja nur, wenn ich eine Diagnose habe. Und dann müssten uns erst Medikamente verschrieben werden! Oder mit was würdest du die Konzentrationsfähigkeit steigern?

@Johanna - das hat nichts mit "aufgeben" zu tun. Würdest du mich kennen, würdest du diesen Begriff im Zusammenhang mit mir gar nicht nennen … das Wort "aufgeben" gibt es nicht in meinem Wortschatz. Ich wäre nicht da wo ich jetzt stehe, wenn ich bei irgendetwas voreilig aufgeben würde. Aber ich glaube einfach, dass es schwierig wird, einen bald 13-jährigen Jungen zu einer Diagnostik zu "zwingen". Ich hätte das machen sollen, als er noch kleiner war.
Ich bin mir auch nicht sicher, ob es eine andere "Wahrnehmung" ist. Er weiss einfach ganz genau wie es sein sollte und was er antworten muss. Er hat beim Abendessen die ganze Zeit darüber geschmunzelt. Er weiss sehr wohl was er kann, macht oder eben nicht macht! Ich habe mich gefühlt wie damals im Übertrittsgespräch vom Kindergarten in die Schule. Die Kindergärtnerinnen (zwei Personen) waren dafür, dass er den Kindergarten wiederholt (wir wurden vor informiert). Er wollte das aber nicht. Das hat er vor dem Gespräch zu Hause angekündigt. Er sagte die ganze Zeit, dass er nicht ein zweites Jahr in den "langweiligen" Kindergarten gehen würde. Als wir dann zum Gespräch kamen und wir ihn alle einschätzen mussten, hat er alles so eingefädelt (das haben die Kindergärtnerinnen nicht mitbekommen; nur mein Mann und ich), dass das Ergebnis "übertritt in die erste Klasse" war.
Als wir ihn dann tatsächlich einschulen liessen, prophezeiten uns alle, dass er es nicht packen wird und spätestens nach 6 Wochen (dann wurden die Kinder nochmals überprüft) zurück gestellt werden wird. Aber mein Sohn wurde nie zurückgestellt!

Ausserdem wird bei uns ADHS als Diagnose nur unterstützt, wenn die Abklärung vor dem 9. Altersjahr gemacht wurde. Das heisst, selbst wenn ich ihn jetzt abklären lasse, müsste ich alles selber zahlen. Diagnostik. Therapie. Medikamente. Das habe ich heute bei der Fachstelle erfahren! Ich muss also erst in Erfahrung bringen, was eine vollumfängliche Diagnostik ungefähr kosten würde.

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Sia

Sohn 2004 (MPS IIIa) / Sohn 2005 / Tochter 2010

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Sia
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BeitragVerfasst am: 14.06.2018, 14:33    Titel: Antworten mit Zitat

Die Aussage von Rike hat mich sehr nachdenklich gestimmt. Es ist nicht so, dass ich einer Abklärung "kritisch" gegenüber stehe. Wenn dann sehe ich es eher kritisch, die richtige Person für die Abklärung zu finden.
Und ich will die Situation nicht schlimmer machen als sie ist. Eine Abklärung gegen den Willen meines Sohnes könnte aber dies zur Folge haben und diese Aussage:

"Er ist zwölf Jahre alt, da entscheidet ihr als Eltern, was für seinen Lebensweg notwendig ist"

wollte ich geklärt haben.

Ich habe die Fachstelle AD(H)S angerufen und mich beraten lassen, wer bei uns in der Gegend zuständig ist für eine Abklärung. Ich habe einige Möglichkeiten von Kinderärzten bekommen, die darauf spezialisiert sind.
Sie meinte, dass ich meinen Sohn kurz beschreiben soll, weil sie mir dann vielleicht einen Arzt aus der Liste empfehlen könne.
Nach meiner Erzählung meinte sie, dass ich mich gleich beim KJPD melden soll. Sie habe das Gefühl, dass mein Sohn sich beim Arzt so geschickt anstellen wird, dass dieser uns bei Zweifel nicht ans KJPD verweisen wird! Sie deutete an, dass mein Sohn nicht unbedingt ADS haben muss …

Also habe ich beim KJPD angerufen, um einen Termin zu bekommen. Ich habe erwähnt, dass mein Sohn eigentlich nicht abgeklärt werden möchte, weil er "in seinem Problem" kein "Problem" sieht! Sie meinte dann, dass ich einen Rückruf von einem Jugend- und Kinderpsychologen erhalte. Das war gestern. Heute bekam ich tatsächlich einen Anruf:

Der KJPD hat mir gesagt, dass es nichts bringt, meinen Sohn zu einer Abklärung zu zwingen. In diesem Alter müsse er mitarbeiten und dies würden die Jugendlichen eigentlich nur machen, wenn ein Leidensdruck da ist.
Und dieser "Leidensdruck" fehlt bei meinem Sohn - zumindest momentan. Nicht er sieht ein Problem nur seine Umgebung.
Das Telefonat hat über eine Stunde gedauert. Ich durfte meinen Sohn komplett beschreiben die Entwicklung vom Baby bis zu meinem Sohn als fast 13-jähriger. Der Psychologe hat natürlich auch viele Fragen gestellt. Es war teilweise anstrengend. Aber er war sehr motiviert und hat mir erklärt, wie ich bei gewissen Antworten meines Sohnes herausfinden kann, ob er nur "Motivationslos" ist oder ob es wirklich "nicht können" ist!
Es war interessant und ich habe diese eine Stunde am Telefon so viel gelernt … und das passiert mir, einer Person, die eigentlich immer zu Ärzten und Fachpersonen erst eine Vertrauensbasis herstellen muss …

Ich habe sehr viele, hilfreiche Tipps bekommen. Auch in Bezug auf die berufliche Zukunft. So gesehen hat sich mein Beitrag und eure Antworten gelohnt Wink

Natürlich hat er mir dann auch verraten, dass er nicht auf AD(H)S sondern auf "Hochbegabung mit autistischen Zügen" tippen würde. Natürlich wollte ich wissen wieso … er meinte, es gäbe ganz typische Anzeichen - wie zum Beispiel, dass sich mein Sohn Schach spielen selber bei gebracht hat obwohl niemand in der Familie Schach spielen kann. Und auch die Tatsache, dass mein Sohn von Null auf 100 funktionieren kann. Oder dass er Phasen mit schlechten Noten und dann wieder Phasen mit ganz guten Noten hat ohne grossen Aufwand. Einfach nur mit ein bisschen "Druck" der Eltern, weil die sagen, dass er sich anstrengen soll und bessere Noten schreiben soll. Er schreibt die besseren Noten nicht, weil er mehr gelernt hat!

Natürlich hat er auch betont, dass dies nur eine Vermutung ist und er meinen Sohn genau abklären müsste, um eine Diagnose zu stellen. Telefonisch sei dies nicht möglich!

Und er ist auch der Meinung - wie viele von euch hier - dass wenn er sich den richtigen Beruf auswählt, es während der Ausbildung keine Probleme geben wird. Wir sollen viel Zeit dafür aufwenden "das Richtige" zu finden Wink

Als Tipp gab er mir noch mit, dass ich meinen Sohn "spiegeln" soll, wenn ich eine Abklärung machen möchte. Er müsse "sehen", dass er ein Problem hat. Dies könne ich erreichen, indem ich über eine längere Zeit alles protokolliere, was eigentlich nicht der "Norm" entspricht. Dieses Protokoll regelmässig mit ihm durchgehen bzw. ihn immer informieren, was protokolliert wird und wie es hätte sein müssen zum Beispiel:
Du hattest heute das Etui nicht dabei. Das gab einen Eintrag. Richtig wäre: Wenn du deine Schultheke morgens kontrolliert hättest, wäre dir aufgefallen, dass du dein Etui nicht eingepackt hast!

Das kann sehr aufwändig werden. Als einfachere Variante könne man sich auch auf einige wenige Punkte einigen, genau besprechen/definieren was man beim jeweiligen Punkt vom Kind verlangt und dann nur diese Punkte protokollieren!

Auf jeden Fall habe ich nun die nächsten Wochen etwas vor und bin gespannt, ob sich etwas verändert Very Happy

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Sia

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Sia
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BeitragVerfasst am: 14.06.2018, 14:40    Titel: Antworten mit Zitat

… und noch eine Korrektur … sorry, Johanna - es war glaube ich Rike, die von "aufgeben" gesprochen hat. Da habe ich etwas durcheinander gebracht ...
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Regina Regenbogen
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BeitragVerfasst am: 14.06.2018, 14:45    Titel: Antworten mit Zitat

@ Sia: Glückwunsch, da hast du jemanden mit viel Ahnung und Einfühlungsvermögen am Telefon gehabt. Findet man nicht so oft. Wink
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melly210
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BeitragVerfasst am: 14.06.2018, 14:59    Titel: Antworten mit Zitat

Sia, der KJP mit dem du gesprochen hast klingt sehr gut Smile Und ja, ich habe dir ja schon vor ein paar Tagen hier in den Thread geantwortet, daß ich bei einem Kind über 10 nicht gegen seinen Willen abklären würde. Sicher hat man die offizielle Verfügungsgewalt bis die Kinder 18 sind. Aber die Kinder sind dann alt genug um doch wenigstens nach kindgerechten Erklärungen zu verstehen worum es geht. Demnach fährt man da am besten, wenn man es gut erklärt und mit dem Kind einen Konsens findet. Wenn nicht, wird das Kind erstens nur bocken und nicht kooperieren, wodurch eine Testung in dem Alter schwer bis unmöglich ist und 2, noch viel schlimmer, das Kind erlebt sich massiv als machtlos und sieht sein Vertrauen in die Eltern erschüttert, wenn seine Meinung in einem so wichtigen Punkt nicht gewürdigt wird.

Den schlimmsten Knackpunkt bei Kindern mit kleineren Baustellen, nämlich die Volksschule, habt ihr ja auch schon hinter euch. Davor und danach kann man im Leben viel besser ausweichen, indem man die passenden Zweige, Berufe etc wählt. Von daher würde ich ihn wenn er wieder mal mehr aneckt gelegentlich daran erinnern, daß ihr wenn er rausfinden will warum er manchmal so anders reagiert als andere und gezieltere Hilfe haben möchte jederzeit eine Abklärung machen lassen könnt. Vielleicht will er das dann irgendwann, vielleicht auch nicht. Wenn nicht musst du eben auch damit leben, es ist sein Leben.
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