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Sprachverständnis - große Schwester leidet
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Marie-Lena
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Anmeldedatum: 17.05.2018
Beiträge: 22

BeitragVerfasst am: 17.05.2018, 11:44    Titel: Sprachverständnis - große Schwester leidet Antworten mit Zitat

Hallo ihr Lieben,

dies ist mein erster Beitrag und ich hoffe auf eure Erfahrungsberichte und Tipps.

Unsere kleine Tochter (2 Jahre) hat eine Sprachverständnisstörung. Sie spricht kein einziges Wort und zeigt auch auf nichts. Macht das Zusammenleben nicht gerade einfach. Unsere Große (5) leidet darunter immens und ist mittlerweile richtig wütend.
Wie macht ihr das? Ich kann mich nicht Zerreißen und mir tun beide so leid. Die Große muss ständig zurückstecken. Habt ihr mir Tipps?

Danke schon mal!
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Anne-muc
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Beiträge: 153
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BeitragVerfasst am: 17.05.2018, 13:02    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Marie-Lena,

herzlich willkommen im Forum und ich wünsche dir einen guten Austausch!

Die erste Frage, die ich mir beim Lesen deiner Frage gestellt habe, ist, was genau deine Große so wütend macht? Dass die Kleine gar nicht kommuniziert, obwohl sie mit ihr kommuniziert? Kommunikation zwischen einer 5- und einer 2-Jährigen macht beide Seiten ab und an wütend, weil ja die beiden Altersgruppen oft noch sehr häufig unterschiedliche Kommunikationsfähgkeiten haben... Dann würde ich schauen, ob sich irgendwie die geschwisterliche Kommunikation verbessern und für deine Große erträglicher gestalten lässt- in Zusammenarbeit mit einer Logopädin.

Oder geht es eher um Mamas Aufmerksamkeit? Dann könnte man dort ansetzen und evtl ihr ihre eigenen Zeiten mit Mama einräumen.

Generell kann ich nur das Loblied auf „unterstützte Kommunikation“ singen (Gebärden, Symbole etc), wir haben hier viele Baustellen inklusive Sprache und auch wenn es laaaangsam geht, werden mittlerweile die angebotenen Möglichkeiten zum Wünsche ausdrücken oder Quatsch machen gerne angenommen. Unsere Große ist fünf und der kleine Bruder (2) wächst mit Ls „Geheimsprache“ auf (und hat bereits einige Tage in der Krippe versucht, nur so zu kommunizieren) - es ist viel, vor allem am Anfang, aber kann für Geschwister und die gesamte Familie auch spannend sein und Spaß machen. Um dir zu raten müsste man mehr erfahren was konkret schwierig ist.

Liebe Grüße Anne

_________________
Anne mit Tochter (*09/2013, Vorzeitige Plazentalösung, dadurch Asphyxie, ICP, Epilepsie)

Unsere Vorstellung
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Sheila0505
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Beiträge: 610

BeitragVerfasst am: 17.05.2018, 13:46    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Marie-Lena, herzlich willkommen hier im Forum.

Also das ist schwierig, ein Patentrezept für einen hilfreichen Umgang gibt es wohl nicht.
Etwas genaueres über mögliche Ursachen wisst ihr vermutlich auch noch nicht, nehme ich an. Oder ist irgendwas bekannt?

Kam das bei der U7 raus? Hat der Kinderarzt irgendetwas indiziert? Pädaudiologie zum Beispiel? Das wäre wichtig, um organische Ursachen auszuschließen.
Habt ihr mal versucht über Bildkarten/Photobuch zu kommunizieren? Wenn du ihr ein Bild vom Garten/Spielplatz zeigst, reagiert sie darauf?

Schwester: Vllt hilft es, wenn du versuchst sie ein wenig besser zu verstehen. Sie hat sich vllt ein Geschwisterchen gewünscht?
Sie hat jetzt eins und es ist ganz anders,wie sie sich das vorgestellt hat. Das kann traurig, das kann wütend machen, das kann enttäuschend sein. Ist es bei diesem Altersunterschied bei normalentwickelten Kindern schon ganz oft.

Zudem kommt: Mama und Papa brauchen sicherlich auch viel Zeit für "die Schwester", von der ICH (gefühlt) rein gar nichts habe. Vllt könntet ihr der Großen schon ein wenig erklären und sie mit einbeziehen. Kindlich erklären, bildhaft erklären, wir bspw: Stell dir vor, jedes Kind ist eine wunderschöne Blume und hat wunderschöne Blütenblätter. Jedes Blütenblatt ist etwas, was das Kind ausmacht und es kann. Umso älter die Blume, umso mehr Blütenblätter wachsen aus der Blume.
Bei XY fehlt aber (noch) ein Blütenblatt => eben das Blütenblatt, welches für "Worte" und "Worte verstehen" steht.

Das ihr jetzt herausfinden möchtet, wieso dieses Blütenblatt noch nicht gewachsen ist. Das ihr versuchen wollt, der kleinen Blume beim Wachsen dieses Blütenblattes zu helfen und es für die Blume auch ganz traurig ist, dass ihr dieses Blütenblatt fehlt. (Nur so als spontanes Beispiel, es gibt sicherlich Bessere!)


Vielleicht kann sie dabei helfen ein Büchlein zu gestalten, zu photographieren und die Photos in ein Büchlein zu kleben/heften.
Gebärden wären auch etwas, was vllt gut unterstützen kann und man die Schwester begeistern kann. Erstmal lustige wie "Affe, Schwein, Frosch, Kuh..."

Ich würde ihr auch kindgerecht erklären, warum ihr wohin hinfährt, wenn es um Abklärung oder Therapie geht.
Es sollte der Schwester nämlich auf keinen Fall Angst machen weil niemand ihr erklärt/sie aufklärt oder ihr das Gefühl geben, dass ihr "Ausflüge" ohne sie mitzunehmen unternimmt, ohne dass sie weiß warum. Wenn sie mitfahren darf, dann wäre es vllt gut ihr Alternativen anzubieten wenn das möglich ist. Z.B.: Also wir fahren heute wohin, wo bei deiner Schwester nachgeschaut wird, ob sie auch gut hört.
Da schaut jemand, ob die Ohren "frei" sind, also z.B. kein Wasser drin ist, weil mit Flüssigkeit in den Ohren, hört man nicht gut.
Da schaut jemand in den Mund, um zu gucken, ob nichts "zu dick" ist, denn wenn da etwas zu dick wäre, dann kann das auf das Hören "drücken", weil es den Gehörgang verengen kann. (ich finde es muss nicht medizinisch korrekt sein. Lieber kindlich erklärt, sodass es Sinn macht, als zu viel zu erklären und "unbekannte" medizinsche Ausdrücke und Erklärungen einzubringen.
Da darf XY in einen bestimmten Raum gehen, in welchem Lautsprecher in den Ecken stehen. Dort wird dann ganz leise ein Geräusch abgespielt z.B. das Bellen eines Hundes, ein Kirchleuten oder ähnliches. Dann wird beobachtet, ob sie in diese Richtung schaut.

Also zumindest würde ich das so machen. Ob es hilft, weiß ich nicht. Aber ich würde diesen Weg versuchen.

Und ich würde im Alltag immer wieder mal Aktivitäten anbieten, die auch der Großen Spaß machen und kein Sprachverständnis von der Kleinen erfordern. Z.B. Bohnenbad, Rasierschaum"party", Massagespiele, Höhlendschungel (Matratzen, Kriechtunnel, Decke über den Tisch...) bauen/spielen etc.pp.

Einfach damit sie etwas auch gemeinsam machen können, ohne dass es ständig am Sprachverständnis scheitert.

LG
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Marie-Lena
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BeitragVerfasst am: 17.05.2018, 14:26    Titel: Antworten mit Zitat

Nein, so ganz genau wissen wir es nicht. Aufgefallen ist es uns selbst schon vor der U7. Unser alter KiA meinte Abwarten bis zum 3. Lebensjahr. Doch mein Bauchgefühl sagte was Anderes und so haben wir gewechselt und wurden zum Pädaudiologen und von dort ins SPZ überwiesen. Ein EEG steht uns im Juni noch bevor. Sie hatte eine verkürzte Brabbelphase um den 1. Geburtstag herum (mammama, bababa, dadada, lalala). Und dann kam nichts mehr, aber wirklich GAR NICHTS mehr. Und auf dem Stand sind wir immer noch. Seit ein paar Tagen (ich habe ein paar Bildkarten gemacht), reagiert sie auf Hund (auau statt Wauwau) und Hühner (bockbock) und Auto (brrbrr). Logopäde machen wir seit 12 Wochen, aber dort weint sie nur. Deshalb wechseln wir jetzt auch. Dort wird nach Zollinger gearbeitet.

Die Große hat sich so sehr ein Geschwisterchen gewünscht (eigentlich einen Bruder Laughing ) und dann war´s von Anfang an schwierig. Direkt nach der Geburt einen Atemwegsinfekt mit langem KH-Aufenthalt, Trommelfellriss usw. Es ist nie wirklich Ruhe eingekehrt.
Mama-Zeit hat sie immer Montags und Donnerstags immer Oma/Opatag (die sie auch so sehr liebt). Da ist dann nur sie und sie darf bestimmen.

Die Große spielt wirklich unglaublich toll mit kleinen (habe noch kleine Nichten und Neffen), nur mit ihrer Schwester kommt sie nicht klar. Ich denke es ist schon Eifersucht, weil die kleine so viel Aufmerksamkeit kriegt.

Seit 3 Tagen darf sie jetzt länger aufbleiben und wir spielen noch ein Brettspiel, lesen Geschichte und kuscheln im Bett. Ich hoffe das ändert was. Ich denke sie spürt auch meine Ängste und Sorgen, sie ist sehr feinfühlig. Es kamen schon Sätze wie "Mama ich spiel in meinem Zimmer, du hast schon genug Sorgen wegen der Kleinen". Das zerreißt mir fast das Herz.
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Elke35
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BeitragVerfasst am: 17.05.2018, 17:20    Titel: Antworten mit Zitat

WAs sagt Pädaudiologe dazu?
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Marie-Lena
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BeitragVerfasst am: 17.05.2018, 18:49    Titel: Antworten mit Zitat

Der meinte im Juni wir sollen Ende des Jahres nochmal kommen. Organisch ist alles ok. Unsere neue KiÄ möchte uns jetut aber zum Pädaudiologen nach München schicken. Warte noch auf einen Rückruf wg. Termin.
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Marie-Lena
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BeitragVerfasst am: 17.05.2018, 19:10    Titel: Antworten mit Zitat

Sorry meinte im Januar sagte er wir sollen bis Ende des Jahres warten. Alle Tests dort waren auch unauffällig ebenso eine Bera.
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Lisaneu
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BeitragVerfasst am: 17.05.2018, 19:33    Titel: Antworten mit Zitat

Ich würde BEIDEN Kindern UK anbieten, am besten in Form von Fotos, Bildkarten, Zeichnungen usw. Deine ältere Tochter kann natürlich auch schon längst die Worte, aber wenn sie die UK-Materialen auch verwendet ist sie einerseits "einbezogen" und andererseits hat die jüngere Tochter dann auch gleich ein Vorbild. Am Anfang würde ich vor allem mit (laminierten) Fotos von bekannten Personen, Orten, Gegenständen, Spielen und Situationen arbeiten.

In der Praxis schaut das z.B. so aus, dass man, wenn man zur Oma fährt, Fotos von den Familienmitgliedern, die mitfahren, vom Familienauto, von der Oma und vielleicht auch noch von ihrem Haus/ihrer Wohnung zeigt. Dazu kann man unterstützend sagen, was da gezeigt wird "Der Papa, die Mama, die Susi und die Monika fahren heute nachmittag mit dem Auto die Oma besuchen!". Wenn das Prinzip mal klar ist kann man auch der älteren Schwester die richtigen Fotos raussuchen und die "Erklärung" machen lassen. Es soll keine "Extrawurst" für die Kleine sein, sondern etwas, wo alle was davon haben.

Ihr werdet schon nach einiger Zeit merken, ob die Kleine die Sache dann selbst "aufgreift" und mit Hilfe der Fotos (die für die Kinder griffbereit sein sollten) Vorschläge macht. Als kleine "Motivationshilfe" kann man ruhig auch mal Gummibärli oder ein Eis fotografieren und dann dem jeweiligen Kind das gewünschte geben, wenn es mit dem Foto "verlangt" wird (und wenn es nicht mehr gegeben werden soll die Fotos verstecken Wink ).

_________________
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)
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Elke35
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BeitragVerfasst am: 18.05.2018, 07:59    Titel: Antworten mit Zitat

Marie-Lena hat folgendes geschrieben:
Der meinte im Juni wir sollen Ende des Jahres nochmal kommen. Organisch ist alles ok. Unsere neue KiÄ möchte uns jetut aber zum Pädaudiologen nach München schicken. Warte noch auf einen Rückruf wg. Termin.



Wurde hier auch was anderes als nur das 'organische' untersucht?

Hören bei Stögeräusche, dichotisches Hören usw.....oder rein einfach das periphere Hören?
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Marie-Lena
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BeitragVerfasst am: 18.05.2018, 12:21    Titel: Antworten mit Zitat

Es wurden 3 Hörtests gemacht, eine Bera und ein Test mit verschiedenen Lautsprecher in verschiedenen Richtungen, wo sie hinzeigen sollte. Hat sie allerdings nicht gemacht, sondern nur hingeschaut.
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