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Schlaf-/Verhaltensstörungen Kleinstkind
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Stina2004
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BeitragVerfasst am: 13.05.2018, 21:34    Titel: Schlaf-/Verhaltensstörungen Kleinstkind Antworten mit Zitat

Hallo,
es folgt ein ziemliches Pamphlet, vielleicht mag sich trotzdem jemand durchkämpfen:

Hallo,

S. ist mittlerweile 14/12 Monate alt und leidet seit Dezember letzten Jahres unter mittlerweile schweren Schlafstörungen und m.E. auch beginnenden Verhaltensstörungen.

Er geht jeden Tag mit Ritual um 19 Uhr relativ problemlos ins Bett und schläft zügig ein, mit Glück ist bis 22:30 Uhr Ruhe, danach erwacht er zwischen 3 und 8 Mal hysterisch schreiend und muss bis zu 30 min beruhigt werden, die Nacht ist spätestens um 06:30 (für mich 30 Minuten eher, da wir um 7 los müssen) gänzlich beendet. Mittagsschlaf funktioniert erstaunlicherweise problemlos (i.d.R. 1,5 Stunden mit mindestens 5 Stunden Abstand zum Zu-Bett-gehen) Ein bereits durchgeführtes Wach-EEG war unauffällig, wobei meines Erachtens die Aussagekraft bei hauptsächlich nächtlichen Problemen eher begrenzt ist.
Ich muss ehrlich zugegeben, dass der subjektive Leidensdruck mittlerweile extrem hoch ist.

Meine eigenen Krankheitsbilder haben sich durch den massiven Schlafmangel extrem verschlechtert (u.a. Epilepsie, da ist derartig heftiger Schlafentzug über einen solchen Zeitraum eine echte Katastrophe) und ich fahre bereits an allen Ecken mit medikamentöser Höchstdosis und habe dennoch ernstliche Probleme, den Alltag vernünftig zu gestalten und zu absolvieren.

Hinzu kommt, dass er auch tagsüber ein extrem unruhiges, unzufriedenes und anstrengendes Kind ist und wir quasi 24 Stunden unter Dauerstrom stehen. Weitere Auffälligkeiten sind die bisher ausbleibende Sprachentwicklung (mit beiden zugedrückten Augen könnte man
Silbenverdopplung erahnen; er kommuniziert aber ausgiebig über Gesten, Hörtest Pädaudiologie war unauffällig) und die mittlerweile eher minimal verzögerte motorische Entwicklung (ist noch wacklig im Freien Stand und läuft noch nicht frei, aber an der Hand).
Sicherlich beginnt auch gerade die Trotzphase, ich empfinde ihn allerdings schon als eher aggressiv, falls man in dem Alter davon sprechen kann. Er schlägt gezielt nach mir oder dem Vater und hat mir beim Versuch, die Schlafsituation per Familienbett zu verbessern, Haarsträhnen inklusive Kopfhaut ausgerissen (zuvor aus dem Zopf genestelt) und so heftig in Nase und Auge gedrückt, dass es ebenfalls blutig wurde. Er schlägt leider auch häufig andere Kinder (ansatzlos, was das Eingreifen im Vorfeld schwierig macht) und zerstört so ziemlich alles, was ihm in die Finger kommt. Also er untersucht Gegenstände eben nicht und dabei geht dann aus Versehen was kaputt, wie in dem Alter ja völlig üblich, sondern schlägt direkt darauf ein oder wirft sie zu Boden bzw. zerreißt sie. Das hat unseren Bekanntenkreis leider bereits sehr dezimiert. Er ist im Prinzip auch durchgängig schlecht gelaunt und unzufrieden, das hat sich auch bereits im Säuglingsalter abgezeichnet. Er ist ständig in Bewegung und dreht völlig ab, wenn das mal kurze Zeit (Autofahrt) nicht möglich ist. Er mochte und mag nur selten Körperkontakt.

Ich habe gerade meine Berufstätigkeit wieder aufgenommen und muss halbwegs Leistungsfähig am Arbeitsplatz erscheinen, wobei mir die Arbeit an sich gerade im Vergleich zur Betreuung von S. wie ein Wellnessurlaub vorkommt. Der Vater kann nur am Wochenende unterstützen, da er beruflich bedingt um 4 Uhr das Haus verlässt und schwere Maschinen führt, dauerhafter Schlafentzug ist daher hier nicht machbar.

Ich möchte eigentlich das SPZ hier nochmal sprichwörtlich ‚auf den Pott‘ setzen, da diese Situation so nicht tragbar und notfalls auch medikamentös gegen gesteuert werden muss, das ist aber auch nicht morgen erledigt, daher hoffe ich, irgendjemand hat vielleicht einen Erste-Hilfe-Tip zur Hand oder Ideen, wie man die Situation irgendwie etwas entspannen könnte?

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Viele Grüße
Stina
Selbstbetroffen mit EDS, Z.n. Mediainfarkt, Hashimoto und Frühstarter *2017
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Angela77
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BeitragVerfasst am: 13.05.2018, 21:49    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Stina,
bitte UNBEDINGT per Schlaf-EEG untersuchen lassen, ob dein Frühstarter (wie früh? Hirnblutungen dabei?) an nächtlicher Epilepsie leidet ... Die muss man von außen gar nicht sehen, kann aber unbehandelt gravierende Folgen haben (siehe meine Signatur) ...

So oder so: Viel Kraft! Mein Sohn war jahrelang ähnlich drauf. Schlafentzug ist Folter!
LG
Angie

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Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin
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Primär nächtliche Epilepsie im motorischen Sprachzentrum (leider erst erkannt im März 2015!!!)
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Stina2004
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BeitragVerfasst am: 13.05.2018, 22:02    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Angela,

Danke für deine Antwort. Auf Ein Schlaf-EEG möchte ich das SPZ festnageln, das ist leider nicht so deutlich geworden. Er ist ‚nur‘ ein moderates Frühchen der 33.SSW (allerdings SGA); es gab keine neurologischen Komplikationen, 2 Schädel-Sonos waren unauffällig.

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Viele Grüße
Stina
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Stina2004
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BeitragVerfasst am: 13.05.2018, 22:04    Titel: Antworten mit Zitat

Und Kraft kann ich natürlich auch sehr gut brauchen😊👍🏼
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Viele Grüße
Stina
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Angela77
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BeitragVerfasst am: 13.05.2018, 22:05    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Stina,
Hirnblutungen hätten eine Epi zwar wahrscheinlicher gemacht, aber mein Sohnemann kam völlig reif geboren und mit TOP-APGAR Werten zur Welt und hat dennoch eine nächtliche Epi entwickelt. Also, du hast recht: Nagel das SPZ fest!
LG
Angie

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Angela77
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BeitragVerfasst am: 13.05.2018, 22:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Stina,
falls man euch Schlafmittel oder sonstige Medikamente verordnet , bevor das SchlafEEG gelaufen ist: Bitte dringend den Beipackzettel lesen.
Bene bekam Sedaplus, eine Medikament, dass man sogar Babys geben kann. Leider kann es bei Epilepsie lebensbedrohliche Statusanfälle auslösen. Er hat es sehr wahrscheinlich nur überlebt, weil seine Schwester Fieber hatte und ich zufällig im Zimmer schlief. Ab da war die Epilepsie dann auch endlich bekannt Twisted Evil Eventuell verordnet euch das SPZ auch Melatonin. Das ist bezügliche Epilepsie unbedenklich ...
LG
Angue

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SimoneChristian
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BeitragVerfasst am: 13.05.2018, 22:23    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Angela77,

Ich tute mal wieder mit in Angies Horn.
Allerdings waren hier die Schlafentzugs Eegs immer ohne Befund.

Die Schlafstörungen waren aber ähnlich ausgeprägt, wie bei euch, und hatten ihren Höhepunkt zwischen dem 12. und 18. LM.
Auch die Verletzungsquote war hier ähnlich. Da hätte vermutlich frühe Ergotherapie mit sensorischer Integration geholfen.

Starke Nerven
Simone

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C. (*9/11) Sprachentwicklungsverzögerung, Regulationsstörungen des Kindesalters
atypischer Autismus (Diagnose 07/15)
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Stina2004
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BeitragVerfasst am: 13.05.2018, 22:34    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für die weiteren Rückmeldungen😊
Mir ist Sedaplus inklusive Nebenwirkungen bekannt und es war auch über drei Nächte mit zugegebenermaßen herausragendem Erfolg im Einsatz. Es war eine absolute Notsituation, da keine Fremdbetreuung verfügbar war und ich selbst reihenweise Auren hatte, was leider erfahrungsgemäß auf einen drohenden Grand Mal hinweist. Das ist aber natürlich überhaupt keine Lösung für unsere Probleme.
Wir haben aktuell nur heilpädagogische Frühförderung, wobei er sich da häufig so gut ‚verkauft‘, dass ich langsam schon an uns Eltern zweifle. Dasselbe Spielzeug, dass es zuhause gibt, kann plötzlich annähernd bestimmungsgemäß genutzt werden und selbst das Ansehen von Bilderbüchern ist möglich.
Da kommt man wirklich ins Grübeln...
Starke Nerven bleiben wohl das Stichwort Shocked

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Stina
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melly210
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BeitragVerfasst am: 13.05.2018, 22:48    Titel: Antworten mit Zitat

Ja Schlaf-EEG wäre da sicher angebracht. Eventuell könnt ihr bis dahin Melatonin bekommen, wenn du schon so am Zahnfleisch gehst ? Daß Kinder mit einem Jahr noch nicht durchschlafen ist ansich normal, aber daß er jedesmal hysterisch schreit und sehr lange braucht um wieder einzuschlafen würde mich auch nachdenklich stimmen. Könnte auch sein, daß er selber auch deshalb tagsüber so anstrengend ist weil er eben genau wie du permanenten Schlafentzug hat.
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SimoneChristian
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BeitragVerfasst am: 13.05.2018, 22:50    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Stina2004,

das gut verkaufen kenne ich auch. Rolling Eyes
Da denkt man immer, dass einem keiner mehr glaubt. Oder einer das Kind vertauscht hat. Rolling Eyes
Ergo hat hier noch mal mehr gebracht, ist mein Eindruck. Gerade bei der Wahrnehmung.

Umgebung absolut kindersicher machen und dabei an die nächsten Jahre denken, lohnt sich.
Und auch damit rechnen, dass die nächsten Jahre noch Materialtests an der Einrichtung vorgenommen werden. Laughing
Es gibt übrigens einiges an Spielzeug aus Stoff. Inkl. Bauklötze. Wink

LG
Simone

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