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Bruch mit meinem Vater

 
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Tania07
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BeitragVerfasst am: 18.04.2018, 00:00    Titel: Bruch mit meinem Vater Antworten mit Zitat

Hallo, Guten Abend, ist schon sehr spät. Was sehr privates, bewegt und verletzt mich sehr. Vielleicht war ja hier jemand schon ähnlich im Zwiespalt: Der Opa von meinem Sohn sprich: mein Vater hat zeitlebens keine positive Beziehung zu seinem behinderten Enkel aufbauen können/wollen. Im Gegenteil, eigentlich hagelte es nur ironische Bemerkungen. Da mein Vater (87) nach einem Herzinfarkt nun auf der Intensivstation liegt, besuchte ich ihn mit meinem Sohn. Und obwohl er wirklich sehr schwach war, hatte er doch noch genug Kraft, um eine anzügliche Bemerkung zu meinem Sohn wegen seines Teenager-Alters zu machen. Das hat mich ein weiteres Mal extrem verletzt, sodass ich nun endgültig beschlossen habe, meinen Vater nicht mehr zu besuchen.
Erst war ich im Zwiespalt, nun aber finde ich es so unglaublich, dass jemand seinen Enkel dermassen ablehnt, dass mir nun egal ist, was weiter gesundheitlich aus meinem Vater wird. Hart, das zu schreiben, aber ich finde, Alter ist nicht immer eine Entschuldigung für alles....
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*Martina*
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BeitragVerfasst am: 18.04.2018, 06:22    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Morgen Tania, eigentlich schreibst du es selbst. Du bist im Zwiespalt. Er ist dein Papa und hat dich geprägt. Und blöde Worte sind immer blöde Worte, aber auch ein Zeichen von Hilflosigkeit. Mein Vater war auch ein sehr schwieriger Mann. Aber niemals gegen seinen Enkel. Das Beste, was ich getan habe, und vielleicht hilft es dir auch ein bisschen: Sag es ihm. Und versuche dich nicht mit Rückzug zu retten. Das hilft dich vielleicht kurzfristig, aber nicht auf Dauer. Und selbst wenn er dich nicht mehr verstehen könnte - sags ihm. Als wir meinen Vater begraben haben, wusste ich, dass er und auch ich alles gesagt haben, was zu sagen war. Das wünsche ich dir und deinem Sohn auch.
_________________
Martina mit Jakob (schwerst mehrfachbehindert, 16 Jahre), Pauline (22 J.), Sophie (20 J.)
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IlonaN
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BeitragVerfasst am: 18.04.2018, 06:36    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Tania07,
tja ich bin ja selbst schon Oma, aber mit meinem Vater(80) stehe ich bezüglich meiner behinderter Kinder auch auf Kriegsfuß. Ich kann dich sehr gut verstehen. Es tut einfach nur weh, unendlich weh. Mir hilft es immer(wenn auch nicht gleich sofort in der akuten Situation) mir das positive ins Gedächtnis zu rufen(wenige gute Kindheitszeiten und die Tatsache das ich ohne ihn nicht am Leben wäre und auch er mich geprägt hat und zu dem Menschen gemacht hat der ich heute bin) und das Wissen das ich diesen Menschen nicht mehr ändern kann, nur noch meine Einstellung zu ihm, das ist traurig aber wahr. Ich fahre nur noch selten zu ihm, eigentlich nur noch meiner Mutter zu Liebe. Versuche Konflikte zu meiden die er sowieso nicht begreifen will, meine Kinder schirme ich weitestgehend von ihm ab, ich habe Jahrelang mein Bestes für ein gutes Miteinander versucht, nun muß ich der Realität ins Auge sehen, ich weis das ich ihn nicht mehr ändern kann, das hab ich ihm auch gesagt und auch wie ich mich dabei fühle. er versteht es nicht und fühlt sich ungerecht behandelt.
Ich wünsche dir viel Kraft.

_________________
Ich 1961 Ösophagusatresie
Großfamilie mit leibl.Kindern/Ado-Kind und Pflegekindern
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Tania07
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BeitragVerfasst am: 18.04.2018, 07:46    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für die Antworten, gibt mir das gute Gefühl, nicht ganz allein mit dieser komischen Gefühlslage dazustehen.
Angesprochen habe ich ihn bereits in Briefen darauf, er hat alles empört von sich gewiesen.
Ich habe meinen Vater daraufhin die letzten drei Jahre nicht mehr besucht, weder angerufen zu seinen Geburtstagen und Feiertagen. Dies kam auch bei meinen Geschwistern ziemlich schlecht an, auch seine Freundin sagte mir nicht Bescheid wegen des Herzinfarktes. Ich erfuhr es viel später von meinen Geschwistern. Da ich doch dann ein schlechtes Gewissen hatte, besuchte ich ihn am Krankenbett. Hm, mittlerweile sehe ich es als Stärke, dass ich so ehrlich war. Andererseits immer diese lautet Stimme im Hinterkopf: "Er lebt vielleicht nicht mehr lange, er ist nun so schwach und sein Wohlergehen steht im Mittelpunkt, ihm negative Gefühle zu bereiten, gehört sich gerade jetzt nicht...."
Ich tauche jetzt ab, werde auch seinen bevorstehenden Geburtstag wieder ignorieren mit dem komischen Gefühl im Hintergrund, es könnte evtl. der letzte sein... Komme mir dabei ziemlich psycho vor....Aber warum sollen eigentlich immer die Frauen über ihren Schatten springen, viele Kröten schlucken, nur damit alles harmonisch wirkt? Ich fühle mich so, dass ich ganz einfach die Ehre meines Sohnes verteidigen muss, auch wenn er sicher die abwertenden Bemerkungen von seinem Opa gar nicht versteht.
Leute, preist euch glücklich, wenn ihr Familie habt, die Eure Kinder und Euch unterstützt!
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bellsaskia
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BeitragVerfasst am: 18.04.2018, 08:47    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Tanja,

Ich kann dich gut verstehen. Alleine bist du damit ganz sicher nicht.

Du schreibst er ist nun so schwach, negative Gefühle bereiten gehört dich jetzt nicht .....

Na ja so schwach kann er nicht sein, wenn er noch eine Bemerkung über deinen Sohn machen kann, die dich zu diesem Entschluss bringt.


, ich weiß nicht so recht, aber es gehört sich gar nicht jemanden herabzuwürdigen, zu beleidigen oder ähnliches, auch nicht wenn man schwer krank ist. Wenn das mir passiert wäre, würde ich die gleiche Entscheidung treffen.

Du hast es doch versucht, aber wurdest nicht ernst genommen. Mehr kannst du nicht tun. Das ist vielleicht traurig aber nicht zu ändern.

Bei mir ist es die Mutter. Ihre erziehungstipps und die Erklärung dazu wie unfähig ich, die Ärzte usw sind, hilft weder mir noch meinem Kind. Auch wie man früher mit solchen Kindern umgegangen wäre ist mehr als überflüssig. Sie kann es einfach nicht lassen. Solche Menschen in meinem Leben kann ich nicht gebrauchen.

Das klingt jetzt hart, aber Freunde kann man sich aussuchen, die Familie nicht. Ich gehe und such mir noch ein paar Freunde.

Klar denkt man noch viel darüber nach, aber das wird wenigerund für uns mittlerweile gar kein Thema mehr. Uns gehts jetzt viel besser damit. Das wünsche ich euch auch! Für mich war das die richtige Entscheidung.

Alles Gute !

LG
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Sabine1970
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BeitragVerfasst am: 18.04.2018, 09:14    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Tanja,

ich kann Dich sehr gut verstehen.
Auch wenn Dein Vater schwer erkrankt ist, ist es nicht in Ordnung, wenn er Dich beleidigt, indem er sich negativ über / zu Deinem Kind äußert.
Wahrscheinlich wird er seine Einstellung hierzu nicht mehr ändern.
Ich teile die Meinung, ihm das ( ggf. nochmals) ganz deutlich zu sagen. Er beleidigt Dich damit. Und er soll das wissen.
Vielleicht ist es auch gut für Dich, wenn Du es nochmals losgeworden bist, wenn es zum äußersten kommt und er nicht überlebt.
Denn was er tut, ist Unrecht.

LG und viel Kraft,
Sabine

Bei Großeltern, die sich nicht für Ihre Enkel interessieren und nach 17 Jahren immer noch nicht kapiert haben, das es eine Behinderung ist, kann ich mithalten. Die Mutter meines Mannes verweigert sogar eine genetische Untersuchung ( sprich, eine einfache Blutabnahme und deren Untersuchung), obwohl bei meinem Mann eine Auffälligkeit diesbezüglich besteht. Diese ist aber nicht ursächlich für die Behinderung meines großen Sohnes. Das blickt Sie aber nicht, bzw. will nicht kapieren.
Seither Kontakt für immer gekappt. Und wird keinesfalls mehr aufgenommen. Diese Frau ist für mich erledigt.
Diese Untersuchung sollte für den kleinen Bruder sein, für später, wenn er einmal eine Familie gründen will.
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Jakob05
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BeitragVerfasst am: 18.04.2018, 12:12    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Tanja,
du bist keinesfalls alleine. Auch wenn es Familie ist, muss man sich nicht alles gefallen lassen.
Meinungsverschiedenheiten und Streit gibt es in jeder Beziehung mal, aber wenn das Gleichgewicht aus Geben und Nehmen in einer Beziehung ständig in Schieflage ist, habe ich entschieden mich soweit möglich aus solchen Beziehungen zurückzuziehen und seither geht es mir deutlich besser.
Ich denke, unser Bauch, weiss, was in solchen Fällen gut für uns ist.

_________________
Cordula (65) mit I. (86), M. (88 mehrfachbehindert, HF-Autist), J. (†28.07.05,*02.08.05,37.SSW) + K. 10/07 (GS, HD, Rachenfehlbildung,Tracheostoma)
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Chantal-Marie
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BeitragVerfasst am: 18.04.2018, 12:22    Titel: Antworten mit Zitat

Bei mir war es die Mutter. Ich habe nach vielen Tränen und bösen Erfahrungen den Kontakt komplett abgebrochen. Inzwischen ist die Frau gestorben und ich bin nicht böse darüber. Vermissen tu ich sie auch nicht. Für mich war das der Richtige Weg denn sonst wäre ich kaputt gegangen. Das hätte weder mir noch meinem Kind gut getan, nach der Entscheidung diese Frau aus meinem Leben zu verbannen ging es uns schlagartig besser.

Nein du bist nicht allein!

_________________
Liebe Grüße von Chantal-Marie und Mama
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Gabyschneck
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BeitragVerfasst am: 18.04.2018, 12:41    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Tanja,

wenn du vielleicht "darüber" geschlafen hast, sieht es schon etwas anders aus.
Mein Papa ist schon vor 12 Jahren gestorben, wir hatten ein super Verhältnis glücklicherweise,
aber ich würde dir raten, allein hinzugehen, alles loszuwerden wie dir hier schon geraten wurde, aber auch ihn weiterhin zu besuchen, um sich auch im äußersten Fall verabschieden zu können,
das ist unglublich wichtig, auch wenn das Verhältnis nicht gut ist.

Liebe Grüße Gaby

_________________
Gaby(50) mit Darius (18) globale Entwicklungsverzögerung, Gangstörungen, Cerebralparese, Epilepsie, Leukopenie,
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Anjali
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BeitragVerfasst am: 18.04.2018, 13:58    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
wie sehen denn deine Geschwister das Verhalten eures Vaters?
Finden die auch, dass er zu weit gegangen ist?

Ich frage deshalb, weil dein Vater augenscheinlich in dieser Angelegenheit kein Unrechtsbewusstsein hat und deine Geschwister und die Freundin deines Vaters deine Reaktion (Kontaktabbruch) anscheinend für unverhältnismäßig hielten.
Im Grunde geht es ja nicht nur um deinen Vater. Der Konflikt betrifft ja eigentlich die ganze Familie.

Wie stehen deine Geschwister denn zu den ironischen Bemerkungen gegenüber deinem Sohn? Haben sie sich dazu schon einmal konkret geäußert?

Kannst du mit Sicherheit sagen, dass dich dein Vater mit seinen ironischen Bemerkungen bewusst verletzen möchte?
Kann ausgeschlossen werden, dass er mit solchen Bemerkungen vielleicht seine Hemmungen/Unsicherheit gegenüber seinem behinderten Enkel überspielt?
Habt ihr beide euch jemals direkt in einem Gespräch über das Verhältnis deines Vaters zu seinem Enkel und über die von dir empfundene Ablehnung und Verletzungen ausgetauscht?

Ich verstehe deine Enttäuschung, dennoch würde ich über die Möglichkeit eines klärenden Gespräches (evtl. unter Einbeziehung deiner Geschwister) nachdenken.

Edit:

Ich habe mich etwas durch deine älteren Threads gelesen.
Schon früher berichtetest du von Kontaktabbrüchen, unter anderem waren Bekannte, Familie und Freunde betroffen, und dem zunehmenden Gefühl der Isolation.
Ich schreibe es jetzt gerade heraus und nehme in Kauf, dass du mich dadurch evtl. für übergriffig halten könntest (es soll aber nur ein gutgemeinter Gedankenanstoß sein):
Könnte es vielleicht sein, dass du manche (evtl. unbedachte oder aus Unkenntnis erfolgte) Bemerkung zu persönlich nimmst und negativer bewertest, als sie eigentlich gemeint war?

_________________
Viele Grüße
Anja


Mutter mit Sohn (17 Jahre / Asperger-Autist)
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