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Unverständnis des großen Bruders
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bellsaskia
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BeitragVerfasst am: 10.02.2018, 21:22    Titel: Unverständnis des großen Bruders Antworten mit Zitat

Guten Abend

Unser großer hat eine zeitlang aus beruflichen gründen auswärts gewohnt. Jetzt wohnt er wieder zuhause. Und da fangen die Probleme an.

Er zeigt ziemlich wenig Verständnis für das jüngste Kind. Absprachen sind bei uns wirklich wichtig, da solche Unsicherheiten Chaos für den kleinsten bedeuten. Das findet der große ganz anders. Mit 12 muss man das so langsam mal.lernen und verstehen.

Der große Wollte eigentlich heute hier schlafen, hat das auch vor ein paar Tagen so gesagt. Der kleine freute sich auf einen gemeinsamen Abend. Daraus wurde nix. Der große schläft doch bei seiner Freundin. Leider haben wir das aber auch erst vor einer stunde erfahren.
Unser kleiner reagiert dann über. Ich wollte ihn nicht als Bruder, der kann mir gestohlen bleiben usw. Der große begibt sich dann auf die gleiche Stufe und antwortet dann sowas wie, denskt du mich hat jemand gefragt ob ich einen kleinen Bruder haben wollte ?

Mich belastet das sehr. Heute hat unser großer gemeint, dass die Probleme alle bekannt sind aber mit 12 wird es zeit zu lernen. Ich würde viel zu viel rücksicht nehmen.

Sonst sind die beiden ein Herz und eine Seele. Ich verstehe ja beide seiten. Aber irgendeinen Kompromiss müssen wir doch finden.

Musst das mal runter schreiben. Danke fürs lesen.

Viele Grüße
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T.Sophie
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BeitragVerfasst am: 10.02.2018, 21:37    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!

Vielleicht hat dein großer Sohn doch noch nicht ganz verstanden, wie es um seinen kleinen Bruder steht?
Ich kann verstehen, dass das eine verdammt schwierige Situation ist. Vor allem für dich als Mutter, da du ja praktisch zwischen beiden stehst.
Ich denke das Hauptproblem ist vielleicht einfach, dass beide Brüder sehr unterschiedliche Bedürfnisse haben. Der kleine Bruder braucht Klarheit und Struktur, der große Bruder will auch spontan anders entscheiden können.

Die Reaktionen des Kleinen finde ich sehr verständlich. Also nachvollziehbar, wie es zu solchen Aussagen kommt, nach solchen Aktionen. Allerdings frage mich gerade, wie alt der Große ist und ob er schon verstehen / nachvollziehen kann, wie es zu solchen Aussagen kommt.

Vielleicht wäre es gut, wenn es ein Gespräch zwischen den Brüdern geben würde mit einer unabhängigen Person die da vermitteln kann. Du als Mutter solltest das wohl besser nicht machen. Ich denke es wäre keine gute Idee, wenn du dann für einen von beiden Position ziehen müsstest. Irgendeiner wird sich dann immer unverstanden fühlen.


LG T.Sophie

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Baujahr 1988 / diverese Traumafolgestörungen / Tinitus, Dysplasie im Knie / chronische Magen-Darm-Probleme (subtotale Dickdarmentfernung + Entfernung der Galle)
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NicoleWW
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BeitragVerfasst am: 10.02.2018, 21:48    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

ein Tipp wäre vielleicht, dass eine Fachkraft (Arzt, Therapeut wenn ihr einen habt) mit ihm spricht und ihm erklärt dass das nicht so einfach möglich ist mit dem erlernen der Dinge die andere 12-jährige vielleicht schon lernen können.

Ich habe auch eine große Tochter die denkt dass man alles wegerziehen kann, nun ist sie selber Mutter und ich denk mir meinen Teil Wink

Dein großer Sohn wird dich als Mutter nicht allzu ernst nehmen wenn es um die Erziehung des Kleinen geht, aber einer Fachkraft wird er vielleicht glauben.

Liebe Grüße
Nicole

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Nicole (70, Morbus Bechterew, Asthma) mit

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RikemitSohn
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BeitragVerfasst am: 10.02.2018, 23:46    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

ich denke, da hat sich bei deinem großen Sohn viel Frust aufgebaut. Wahrscheinlich muss er schon lange auf die Besonderheiten seines Bruders Rücksicht nehmen. Das bleibt halt einfach nicht aus.
Ich würde meinen, dass er nun in einem Alter ist, in dem er die normalen Bedürfnisse ausleben möchte. Da dies durch den kleinen Bruder nicht möglich ist, ist unabhängig von Liebe zwischen den Brüdern auch Frust vorprogrammiert.
Es ist eine Möglichkeit dem Großen, die Bedürfnisse des Kleinen zu erklären. Aber ich finde, dass die Situation nicht gelöst werden kann, indem der Große sich danach darauf einstellt. Er hat auch ein Recht auf sein Leben. Die Geschichte mit der Freundin und der Übernachtung empfinde ich als absolut nicht tragisch und unnormal für einen jungen Menschen.
Vielleicht solltet ihr versuchen eine Mitte zu finden. Beiden Jungen Zusprüche machen, aber damit auch Rücksicht zu verlangen. Jeder natürlich nach seinen Möglichkeiten.

LG Rike

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Anjali
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BeitragVerfasst am: 11.02.2018, 00:40    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
die Reaktion deines Großen erscheint mir wie eine Rechtfertigung dafür, gewissen Erwartungen nicht entsprochen zu haben.
Ich würde tatsächlich überlegen, ob vielleicht nicht (unbewusst) zu viel Rücksichtnahme von ihm erwartest. Du wirst es gewöhnt sein, deine Bedürfnisse denen deines Kleinen unterzuordnen, dein Großer ist dies wahrscheinlich nicht.

Vielleicht möchte dein Sohn mit seiner Kritik („zu viel Rücksichtnahme“) darauf abzielen, dass -bei aller verständlicher Rücksichtnahme- die Bedürfnisse und Gefühle der anderen Familienmitglieder auch nicht zu kurz kommen dürfen.

_________________
Viele Grüße
Anja


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bellsaskia
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BeitragVerfasst am: 11.02.2018, 13:15    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Tag,

Danke für eure Antworten.

Unser Großer ist schon jenseits des Teenageralters Wink Also 20.

Wir verlangen gar nicht so viel. Dachten wir jedenfalls. Er soll sich nur an Absprachen halten oder keine treffen. Seine Aussage, dass muss er jetzt einfach lernen, ist ja soweit nicht falsch. Im Rahmen seiner Möglichkeiten muss unser kleiner dies ja wirklich lernen. Das dauert halt.
Aber ist es denn falsch, dass wir sagen im Rahmen seiner Möglichkeiten muss auch unser großer Dinge lernen ? Wenn ich Absprachen nicht einhalten kann, dann treffe ich die nicht.

Ich werde den Tipp mit dem Therapeuten mal aufgreifen.

Viele Grüße
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Engrid
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BeitragVerfasst am: 11.02.2018, 15:33    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

ich glaube die Geschwister leiden öfters darunter zurückstecken zu müssen. Das lässt sich nicht vermeiden, wenn man ein autistisches Kind hat, aber es ist trotzdem wichtig, diese Gefühle ernst zu nehmen. Und wenn man sich ihre konkreten Motive nicht anhört, sondern pauschal Bedürfnisse des behinderten Geschwisters für wichtiger nimmt, dann fühlen sie sich nicht ernst genommen, und zurückgesetzt. Vielleicht hatte dein Großer das Gefühl, es interessiert sich keiner für seine Motive? Sondern wird pauschal erwartet, er richtet sich nach dem autistischen Bruder?

Grüße

_________________
Engrid

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Sabine Kühl
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BeitragVerfasst am: 11.02.2018, 15:49    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
ich bin oft in der gleichen Situation (mit zwei großen Brüdern).
Dann sage ich mir: Bei gesunden Brüdern fliegen auch manchmal die Fetzen. Aber wenn es wirklich drauf ankommt, stehen sie zusammen, darauf kommt es an und darauf kann ich mich verlassen.
Es ist das Recht eines 20 jährigen eine eigene Meinung zu haben und seine Entscheidungen (wo er schläft) kurzfristig zu ändern. Nie wieder ist man so unabhängig wie in diesem Alter und dies sollten sie auch leben dürfen.
Der Kleine muss halt auch mit diesem Frust umgehen (mein kleiner reagiert dann ebenso). Auch in muss da vieles "ausbaden", aber so ist es eben und ich finde solch eine Situation normal, gesund und unangenehm.
Die Großen müssen auch viel aushalten (wenn wir z.B. mal alle zusammen in ein Restaurant gehen) und das ist dann echt nicht leicht. Ich habe großen Respekt vor meinen großen Söhnen: 1. da sie selbst gelernt haben mit ihren Erkrankungen zu leben und 2. trotz allem, was der Jüngste auffährt, dann immer noch zu ihm halten wenn es drauf ankommt.
Viele Grüße
Sabine

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Sabine (1967) mit Mann und drei Jungs

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bellsaskia
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BeitragVerfasst am: 11.02.2018, 16:53    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo

Er muss sich gar nicht so viel nach ihm richten. Da achten wir schon drauf. Er hatte nur schon 4 Tage bei seiner Freundin übernachtet. Kam dann kurz nach Hause, holte ein paar Sachen erklärte was er macht und ging wieder.

Klar muss unser Zwerg das aushalten und damit umgehen lernen. Vielleicht bin ich auch schon zu lange drin, so dass es mir gar nicht mehr auffällt. Ich mag Absprachen auch sehr und noch viel mehr mag ich es, wenn das dann auch so eintritt. Ich bin dann auch ein wenig durcheinander und habe dran zu knabbern. Je nachdem was dann ausfällt, bin ich auch schwer enttäuscht.

Der Große war jetzt 1 Jahr weg ( November) Hat ein ökologisches Jahr gemacht. Die Eingewöhnung dauert wohl auch bei ihm ein wenig. Vielleicht muss er sich einfach auch wieder dran gewöhnen. Der kleine kam gerade aus dem KH.

Ansonsten sind sie für einander da und ein Herz und eine Seele.

Mal sehen wie spät es heute wird, vielleicht können wir ja nochmal in Ruhe sprechen. Nächste Woche quatsche ich mal mit dem Therapeuten. Wir finden bestimmt eine Lösung. Haben wir ja bis jetzt immer.

Liebe Grüße
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RikemitSohn
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BeitragVerfasst am: 11.02.2018, 17:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

dein älterer Sohn ist ja schon 20. Wäre es da nicht eine Möglichkeit, dass er auszieht. In diesem Alter stehen viele schon auf eigenen Beinen und dein Sohn scheint auch sehr selbstständig zu sein.

Ich denke, dass du eventuell zu hohe Erwartungen hast was die Verantwortung vom Großen zum Kleinen betrifft. Aus deinen Texten geht schon hervor, dass du möchtest, dass dein älterer Sohn sich an den Alltag für den Kleinen anpasst. Ich glaube nicht, dass das so funktioniert. Mit zwanzig wollen viele die große Freiheit, was meiner Meinung nach auch gut und richtig ist. Ich empfinde die von dir genannten Beispiele mit der Freundin nicht als rücksichtslos oder untypisch für das Alter.

LG Rike

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