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Einschulung 2018
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Lisaneu
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BeitragVerfasst am: 16.12.2017, 08:45    Titel: Einschulung 2018 Antworten mit Zitat

Hallo,

gerade habe ich gesehen, dass es einen "Einschulung 2017"-Thread gibt und die Idee greife ich jetzt für das nächste Schuljahr wieder auf Smile .

Alexander muss ja nächstes Jahr in die Schule weil es "zurückstellen" in Österreich ja nicht mehr gibt. Sonst hätte ich ihm noch von Herzen vergönnt, ein weiteres Jahr in seinem sehr guten Kindergarten zu bleiben. Als Sommerkind wird er eines der jüngsten regulär eingeschulten Kinder der Klasse sein.

Wegen Schulwahl haben wir insofern keine Entscheidungsprobleme, weil es in ganz Wien leider nur eine Schule gibt, die für ihn in Frage kommt. Die Gehörlosigkeit (Kommunikation ausschließlich in Gebärdensprache möglich) läßt schon 99,9% der Schulen wegfallen, da lautsprachlich. Und die wenigen Möglichkeiten mit Gebärdensprache scheitern am Autismus. So, wie mein Sohn sich momentan verhält, kann ich ihn mir unmöglich in einer Klasse mit 18 Kindern vorstellen, auch wenn gebärdensprachkompetente Lehrpersonen die Klasse betreuen.

Also muss es eine gebärdensprachige Klein-Klasse sein, und da gibt es eben nur eine Schule, die so was bietet. Es gibt an dieser Schule sogar eine eigene Klasse für Kinder mit Hörbehinderung UND Autismus. Diese Klasse habe ich mir kürzlich angesehen: 4 Kinder und zwei sehr nette, engagierte Lehrerinnen. Nur leider sind von den 4 Kindern drei nonverbal, können also auch nicht aktiv gebärden, was den eigentlichen Unterricht fast unmöglich macht.

Alexander würde ohnehin nicht in DIESE Klasse kommen, weil sie zwei Jahrgänge über ihn ist. Aber er ist kognitiv jetzt schon deutlich fitter als die Kinder dort. Daher befürchte ich, dass er in einer ähnlichen Klasse einfach nichts lernen würde. Dabei ist Alexander mindestens durchschnittlich intelligent und durchwegs an einigen (leider nicht allen) schulischen Dingen interessiert. So liebt er z.B. Zahlen und Mathe, kann aber auch schon ganz passabel schreiben, etliche Wörter "als ganzes" lesen, und hat ein gutes Wortbildgedächtnis. Auch englisch interessiert ihn (in schriftlicher Form) und er kann einige Wörter von deutscher Schriftsprache in englische übersetzen.

Aber er weiß z.B. nicht, dass die Milch von der Kuh kommt, weil seine Blickkontaktspanne nicht ausreicht, um so komplexere Infos aufzunehmen. Dabei wäre er kognitiv durchaus in der Lage, solche Informationen zu verstehen.

Im Moment versuche ich gerade, die Schulleitung davon zu überzeugen, es mit Alexander in einer "normalen" gebärdensprachigen Kleinklasse zu versuchen - sofern überhaupt eine zustande kommen sollte (es hängt vom Bedarf, also von der Anzahl der Anmeldungen ab). Die Direktorin ist noch skeptisch, weil sie schon mal ein autistisches, hörgeschädigtes Kind in einer normalen Klein-Klasse hatte, und das hat gar nicht geklappt. Aber ich finde es ist unfair, von EINEM Kind auf andere zu schließen.

Als Mutter von zwei Autisten sehe ich täglich, dass meine Söhne sowohl ihre Schwierigkeiten, als auch ihre Begabungen, in komplett unterschiedlichen Bereichen haben. Mein älterer Sohn besucht eine normale Schule in einer Integrationsklasse, wo er aber NICHT als I-Kind geführt wird. Und das klappt, dank zwei sehr engagierter Lehrerinnen, gut. Nur kommt diese Schule nicht in Frage, weil sie eben rein lautsprachlich ist.

Ich suche auf diesem Weg Austauch mit anderen Eltern von besonderen Kindern, die im Herbst 2018 ihren Schulstart haben werden. Welche Herausforderungen warten auf euch? Wie bereitet ihr eure Kinder vor? Ich freue mich schon, von euch zu lesen!

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Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
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mauhensie
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BeitragVerfasst am: 16.12.2017, 10:34    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Lisaneu.

Wir sind dabei!
H.ist gerade sechs geworden und wir wollten keine Rückstellung, da er kognitiv fit ist. In Deutschland wäre die Rückstellung aber auch schwer geworden.
Letzte Woche kam die Zusage unserer Wunschschule, die seit 30 Jahren Integrativ arbeitet.
Dort ist jetzt erstmal unser größtes Problem, dass verbindliche Mittagessen im offenen Ganztag. Durch die Nahrungsmittelintoleranzen von H.wird es schwierig, obwohl die Schule schon ein Allergikeressen anbietet.
Anfang des Jahres startet dann das AO-SF.

Leider haben wir heute und in der kommenden Woche noch einiges an Terminen , weshalb ich recht kurz angebunden bin. Ich hoffe, danach komme ich wieder mehr dazu hier zu schreiben.

Freue mich auf den Austausch (ich fand das Thema ja für 2017 schon spannend )!
Viele Grüsse, Nic

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Mama(☆-Bruder,M.Krabbe †95),Papa(M.Crohn),M.:kl. Baustellen und H.: Kiss,Laktosemalabsoption,Fruktoseint.,Entwicklungsverz.,Epilepsie,Perikardzyste a.re.Vorhof,Mikrocephalus,Kleinwuchs,F82.1G,F82.0G,F98.8V, Xp 22.2 x 2
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Nicole_
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BeitragVerfasst am: 16.12.2017, 14:22    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

Wir starten auch 2018, auch wenn es mir Bauchschmerzen macht. Er ist sehr nah am Stichtag geboren und wird wohl der Jüngste oder einer der Jüngsten sein. Leider ist er zusätzlich mit gerade 5 so groß wie ein 7jähriger und hat die Schuhgröße eines 10jährigen bei einem normgerechten Gewicht für sein Alter: dh. bei seiner Größe kratzt er am Untergewicht.

Er wird überall überschätzt, weil er kognitiv sehr weit und so groß ist. Allerdings kann er keine Geräusche filtern und ich mache mir deshalb große Sorgen wegen des Schulstarts.

Er wird auf einer Regelschule als Regelkind starten, weil man AOSF erst ab der dritten Klasse beantragen darf. (Was ich unfassbar finde und mich frage, ob NRW erst ab der 3. Klasse Inklusion anbietet. )

Die Schule hat Erfahrungen und glaubt, dass wir das schaffen. (Es ist nicht die Schule, die er vom Wohnort aus besuchen müsste, sondern schon eine sorgsam ausgewählte, die allerdings große Klassn hat) Seine Therapeutin sagt, er sei ganz Besonders und er würde das schaffen. Der Kindergarten sagt, er entwickle sich sehr gut und er wird das schaffen.

Ich denke: Ich werde unfassbar viele Hosen waschen und es muss einfach schief gehen, weil er sich nicht konzentrieren kann, wenn es laut ist. Crying or Very sad Also ich bin die Einzige, die nicht daran glaubt.

Vielleicht ändert es sich noch. Ihn auf diese Schule zu kriegen, war mal wieder ein Projekt, aber ich habe es geschafft.

Freue mich von euch zu hören.

LG Nicole

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Alexandra1984
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BeitragVerfasst am: 16.12.2017, 16:36    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Nicole,

deine Info ist falsch, AOSF kann die Schule erst ab der dritten Klasse (auch gegen den Willen der Eltern) eröffnen, dass Verfahren kann von dir auch schon vor Schulbeginn eingeleitet werden. Haben wir auch durch und so ist unser Sohn als I-Kind in der Regelschule eingeschult worden. Da unsere Grundschule kein gemeinsames lernen anbietet, müssen wir deswegen leider täglich 8 km zur Schule fahren, dafür hat er aber Doppelbesetzung in sämtlichen Stunden. An der hiesigen Grundschule wäre er trotz SB sicherlich komplett untergegangen.

GLG

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Nicole_
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BeitragVerfasst am: 16.12.2017, 17:10    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Alexandra,

die Schule sagte mir, es sei von Seiten des Schulamtes nicht erwünscht, denn in den ersten zwei Jahren gelte das Prinzip der individuellen Förderung. Es wären global Stunden der Sonderpädagogin für diese Klassen eingeplant. Ich könne AOSF nur auf einer Förderschule eröffnen.

Auch seine Therapeutin und die Sonderpädagogin an meiner Schule kennen es so. Verrückt alles. Die Schule sagt, sie könne das auch so mit der Sonderpädagogin hinkriegen und ich solle mir keine Sorgen machen. Einen Schulbegleiter soll er erstmal nicht kriegen, haben wir am runden Tisch beschlossen. Die Sonderpädagogin an meiner Schule meinte, ich solle mal mit dem zuständigen Schulamt telefonieren, denn die seien bei ihr immer sehr entgegenkommend auch bei Alternativlösungen, die so nicht vorgesehen sind.

Danke dir! Wir fahren nur 4km, aber ich denke, es lohnt sich.

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mauhensie
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BeitragVerfasst am: 16.12.2017, 18:16    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Nicole.

Ich kenne es auch nur so wie Alex.
Für unsere Wunschschule ist das vorherige AO-SF sogar Bedingungen. Ohne bekommen wir keinen Platz. Und dort ist immer ein Sonderpädagoge mit in jeder Stunde.
An der Schule unseres Einzugsgebietes wurden wir gefragt, ob wir es vor Schulbeginn wünschen. Auch da war es möglich.

Wir werden auch 3 oder 4 km fahren.

Ich bin auch nicht überzeugt, dass H.es problemlos schafft. Aber ein weiteres Jahr Kindergarten war keine Option für ihn. Reine Vorschulen gibt es in unserer Nähe auch nicht, also blieb uns fast keine Wahl. Wink

Viele Grüsse,
Nic

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Leela
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BeitragVerfasst am: 16.12.2017, 23:37    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Nicole,
darf ich fragen, wie groß dein Sohn ist. Mein Kind ist mit 4,5 Jahren 116 cm groß und ich mache mir langsam Sorgen, dass er zu schnell wächst.
LG

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Sohn geb. Juni 2013 (5 Wochen zu früh, nach vorz. Blasensprung), Hirnblutung.
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michie
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BeitragVerfasst am: 17.12.2017, 03:26    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Lisa!

Du schreibst ...
Zitat:
weil es "zurückstellen" in Österreich ja nicht mehr gibt


Man kann schon etwas in die Richtung beantragen. Eine Mutter aus unserer Selbsthilfegruppe hat das für ihren Sohn so gemacht. Er war ein Jahr länger im Kindergarten. Dazu muss man quasi Heimunterricht oder wie das heißt beantragen, der dann aber im Kindergarten stattfindet. Wenn es dich interessiert, kann ich bei der Mutter nachfragen, wie es dort genau lief.

LG
michie

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michie mit kleinem prinzen (11/2012; ASS) und kleiner fee (02/2015)
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Lisaneu
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Beiträge: 1369

BeitragVerfasst am: 17.12.2017, 08:47    Titel: Antworten mit Zitat

michie hat folgendes geschrieben:
Hi Lisa!

Du schreibst ...
Zitat:
weil es "zurückstellen" in Österreich ja nicht mehr gibt


Man kann schon etwas in die Richtung beantragen. Eine Mutter aus unserer Selbsthilfegruppe hat das für ihren Sohn so gemacht. Er war ein Jahr länger im Kindergarten. Dazu muss man quasi Heimunterricht oder wie das heißt beantragen, der dann aber im Kindergarten stattfindet. Wenn es dich interessiert, kann ich bei der Mutter nachfragen, wie es dort genau lief.

LG
michie


Hallo Michi, das geht bei uns nicht, weil städtische Kindergärten nur Kinder, die VOR den Schul- Stichtag geboren sind, aufnehmen dürfen. Es gibt nur zwei Kindergärten in ganz Wien mit Gebärdensprache (einen davon besucht Alexander zur Zeit) und beide sind städtisch.

Das , was du beschreibst, geht nur, wenn man einen privaten Kindergarten hat. Da müsste man aber die kompletten Kosten selbst übernehmen (weil die Gemeinde nichts dazuzahlt, wenn das Kind über 6 Jahre alt ist). Dazu wäre ich sogar bereit, nur gibt es keinen privaten, gebärdensprachigen Kindergarten.

Und "Heimunterricht" geht auch nicht, weil das letzte Kindergartenjahr in Wien ja verpflichtend ist. Alternativ könnte man das Kind auch eine Vorschule besuchen lassen, was aber wieder an der Gebärdensprache scheitert.

Alexander ein Jahr ganz zu Hause lassen käme aber ohnehin nicht in Frage, weil finanziell nur schwer machbar und vor allem, weil ich dann meinen (sehr guten) Job auf Dauer verlieren würde.

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Lisaneu
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BeitragVerfasst am: 17.12.2017, 09:02    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Nicole,

Alexander ist auch für sein Alter ziemlich groß, fast gleich groß, wie sein 2 1/2 Jahre älterer Bruder. Alexander ist mit 5 Jahren und 5 Monaten 120cm groß und 22kg schwer (also eher schlank, aber nicht extrem). Der Bruder ist gerade mal 3cm größer, was man aber nicht sieht, weil Alexander orthopädische Einlagen trägt. Für Leute, die uns nicht kennen, wirken meine Jungs daher wie Zwillinge.

Leider wird Alexander von Außenstehenden fast immer als geistig behindert angesehen, weil er viel lautiert und stereotype Kopfbewegungen macht. Und er wird praktisch immer älter geschätzt.

Kognitiv ist er (ähnlich deinem Sohn, nicole) durchaus schulreif. Da gehen meine Sorgen eher in die Richtung, dass er zu wenig gefordert wird, weil in den Klassen, die ich bisher gesehen habe, so viel Zeit für "Tagesstruktur" draufgeht.

Bitte nicht mißverstehen, Alexander ist ein Kind, welches Tagesstruktur wirklich BRAUCHT, aber eben nicht nur! In einer I-Klasse (auch gebärdensprachig) würde er untergehen oder nur Blödsinn machen.

Aber wenn die Lehrpersonen etwas dahinter sind, ist Alexander durchaus in der Lage, bis zu 45 Minuten am Stück konzentriert an einer Sache zu arbeiten. Die Kinder in der Autisten-Kleinklasse, die ich gesehen habe, sind das nicht. Daher müssen sie es auch nicht. Aber ich würde mir trotzdem wünschen, dass es bei Alexander verlangt wird, eben weil ich weiß, dass er es kann.

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