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Schon wieder Schwierigkeiten in der Klasse
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Ilse B.
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BeitragVerfasst am: 18.10.2017, 10:21    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, Dein Sohn ist 13 und gerade in diesem Alter ist es sehr schwierig. Erinnert mich an meinen Sohn Simon... Geradeheraus zu sein hat eben auch den Nachteil, dass man andere vor den Kopf stößt.

Ich würde schnellstens das Gespräch mit der Schule und der Schulleitung führen. Er hat ja gerade deshalb gewechselt, damit ihm das nicht noch einmal passiert.
An der Schule meiner Tochter gibt es nach Jahren eine Schülergruppe von Jugendlichen, die sich aktiv um Mobbingopfer und Ausgegrenzte kümmert. Die Pausen mit ihnen verbringt und sich auch privat trifft. Betreut wird diese Gruppe von einer Beratungslehrerin. Das könnte eine Option sein.

Du wolltest ja schon nach zwei Monaten, dass Dein Sohn in die Parallelklasse kommt. Auch wenn andere meinen, dass das nichts bringt: Bei meinem Sohn in der Klasse war ein Mädchen, das genau das gemacht hat und hinterher superzufrieden war. Die hatte aber auch schon zuvor auf dem Schulhof festgestellt, dass sie mit 3 Mädchen der Parallelklasse prima zurechtkam.
Bei Mobbing muss die Schule tätig werden, einfach weil das Risiko zu groß ist, dass sich daraus eine Verweigerungshaltung ergibt bzw. Schlimmeres.

Alles, was von außen kommt und nicht richtig ins Schulleben integriert ist (Mobbingberaterin o.ä.) ist schwierig, weil sie nicht da ist, wenn sie gebraucht wird. Mobbing ist immer auch eine Schwäche der Personalführung, der Lehrer hat seine Schüler nicht im Griff.
Eventuell hilft auch ein Rückzugsraum (Bibliothek?)
Ich wünsche Dir, dass sich möglichst schnell eine Lösung findet! LG Ilse
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Anjali
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BeitragVerfasst am: 18.10.2017, 13:38    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

Wie soll ein Klassenwechsel ähnlichen Vorfällen vorbeugen?
Mit einer „Flucht“ in eine andere Klasse, reagiert man im Grunde auf ein Symptom und nicht auf die Ursache.
Die gelungene Integration eines etwas „schwierigeren“ Schülers in einen Klassenverband kann man nicht alleine den Schülern überlassen, denn damit könnten alle Beteiligten überfordert sein.
So etwas sollte man auf Erwachsenenebene begleiten und unterstützen.

Das Mobbing begann wohl durch eine anscheinend immer noch nicht verwundene (wahrscheinlich unbewusste) Kränkung/Bloßstellung eines Schülers durch deinen Sohn?
Unter diesen Umständen wäre es vielleicht hilfreich, wenn sowohl dein Sohn als auch sein Kontrahent die Chance auf eine Aufarbeitung des Konfliktes und ihrer Verletzungen erhielten.
Eine gemeinsame Aufarbeitung des Vorfalls könnte die Chancen auf einen Neubeginn erhöhen.

In der Klasse meines Sohnes wurden ganz gute Erfahrungen mit einem Schulbegleiter gemacht, der zwischen seinem Schützling und dem Rest der Klasse konfliktmindernd vermitteln konnte.

_________________
Viele Grüße
Anja


Mutter mit Sohn (16 Jahre / Asperger-Autist)
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rena99
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BeitragVerfasst am: 18.10.2017, 14:24    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

wenn man Mobbing etwas nachhaltiger abstellen will, bietet sich der No-Blame-Approach an:

http://www.no-blame-approach.de/no_blame_approach.html

Das erfordert aber einen entsprechenden Einsatz der Lehrer. Der Ansatz zielt darauf, keine "Schuld" zu verteilen, sondern in Richtung Zukunft auf ein verträgliches Miteinander hin zu arbeiten.

Persönlich habe ich schon mehrfach gesehen, dass das funktioniert.

LG
Rena

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Rena mit Tochter (V.a. Autismusspektrumsstörung, Zwangsstörung)
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RikemitSohn
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BeitragVerfasst am: 18.10.2017, 14:48    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
danke für eure Antworten. Es tut gut zu hören, daß wir mit dem Problem nicht alleine sind.
Mit dem Klassenwechsel habt ihr natürlich recht, daß es keine Garantie für Besserung ist. Das ist auch mein Gedanke dazu schon gewesen. Es wäre lediglich ein Versuch und so richtig glücklich bin ich damit nicht.
Nachdem was ich hier gelesen habe, werde ich der Lehrerin auf jeden Fall vorschlagen die Annäherung an die Mädchen zu unterstützen. Es scheint ja bei anderen durchaus zu funktionieren.
Ich möchte noch kurz richtig stellen, daß die Streitigkeiten nicht durch Fehlverhalten von meinem Sohn entstand. Mein Sohn war schon länger irritiert über einige Bemerkungen dieses Kindes. Im Zuge der Bundestagswahl hat dieser immer mehr mit seiner politischen Meinung und rassistischen Witzen um sich geworfen. Mein Sohn hat erst dagegen gehalten und es dann ignoriert, woraufhin dieser Junge anfing ihn zu hänseln. Gekränkt hat ihn mein Sohn nach den Ferien, in dem er ihn abgewiesen hat. Was aber in meinen Augen durchaus sein Recht ist.
Ich werde die Lehrerin unabhängig von meinem Sohn auch bitten, das Verbreiten solcher Hetze in den Griff zu kriegen.
Heute nacht haben wir mal wieder richtig geschlafen und morgen starten wir einen neuen Schulversuch.
LG Rike

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Mama mit Sohn 2004 ADHS und HB ( ein lustiger Schlauschnacker zum Liebhaben )
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Engrid
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BeitragVerfasst am: 19.10.2017, 01:39    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Rike,

Zitat:
werde die Lehrerin unabhängig von meinem Sohn auch bitten, das Verbreiten solcher Hetze in den Griff zu kriegen.

Das finde ich erstens sachlich richtig, und zweitens liegt darin mal ganz pragmatisch gesehen auch eine Chance für Euch. Wenn man auf politische Aufklärung und die Förderung von Zivilcourage setzt, dann bekommt man bzw die Schule auch andere Kinder (und evtl Eltern) ins Boot, und dein Sohn einen besseren Stand - ganz im Sinne auch des No-Blame-Ansatzes ohne den Täter zu brandmarken, sondern durch die Klarstellung, dass solches Verhalten verurteilt wird. Man muss dafür keine Namen nennen, und kann das große Thema Ausgrenzung/Zivilcourage/... dennoch schulisch bearbeiten.

Grüße

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Engrid

mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
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RikemitSohn
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BeitragVerfasst am: 27.10.2017, 09:34    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

ich habe noch mal eine Frage an euch. Ich habe mittlerweile mit der Lehrerin meines Sohnes gesprochen und sie war entsetzt über die Aussagen des Kindes und hat großes Verständnis für die Situation meines Sohnes. Das ist erst einmal positiv.
Leider ist die Situation zwischen den beiden Jungen gestern in einem neuen Mass eskaliert. Das andere Kind wurde anscheinend von Lehrern zum Gespräch gebeten und hat daraufhin erst meinen Sohn wieder gepiesackt und am Ende des Unterrichts zur Rede gestellt. Er wäre an allem Schuld und sollte sich nicht mehr bei seiner Mutter ausheulen. Mein Sohn wollte dann gehen und hat sich die Ohren zugehalten,wurde aber von dem Jungen daran gehindert. Als dieser ihn dann unsanft am Arm gezogen hat, war es auch für mein Kind zuviel. Zum Glück ist ein Mitschüler dazwischen gegangen und mein Sohn hat nach kurzem Schreien das Weite gesucht.
Bisher ist mein Sohn ruhig geblieben und hat sich viel gefallen lassen, aber seit gestern ,merke ich, ist seine kraft aufgebraucht. Er kann nicht mehr und ich habe Sorge, daß er in seiner Verzweiflung doch noch mal zuschlägt. Ich habe der Lehrerin geschrieben und Sohnemann erst einmal zu Hause gelassen. Nur ist das ja keine Lösung. Wer hat so eine Situation auch schon einmal gehabt und was habt ihr gemacht? Dem anderen Kind scheint man mit vernünftigen Argumenten nicht beizukommen. Für diesen Jungen ist das in der achten Klasse schon das dritte Gymnasium, was für längerfristige Schwierigkeiten spricht. Ich werde jetzt erst einmal abwarten, welche Ideen die Schule noch hat. Aber vielleicht hat hier noch jemand einen Rat.
LG Rike

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T.Sophie
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BeitragVerfasst am: 27.10.2017, 10:06    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!

Ich finde es erstmal absolut richtig, dass du deinen Sohn Zuhause gelassen hast.
Bitte stärke deinen Sohn, dass er trotz den Drohungen auch weiterhin zu dir kommt, wenn in der Schule etwas vorgefallen ist.

Ansonsten ist es denke ich wichtig zu schauen, dass dein Sohn unter den Mitschülern verbündete finden die ihn gerne unterstützen. Dafür muss es nicht mal eine Freundschaft geben.

Ich denke immer noch, dass das Thema generell in der Klasse bearbeitet werden müsste, aber ohne dass der andere Schüler bloß gestellt wird.
Dass das andere Kind wieder auf deinen Sohn los gegangen ist, nachdem er zu einem Lehrergespräch musste ist eigentlich logisch. Das halte ich auch wirklich nicht für eine effektive Methode.

Wäre es evtl. auch möglich, dass die Lehrer einfach mehr auf deinen Sohn achten und eben schauen dass der andere Schüler gar nicht erst die Möglichkeit hat ihn so alleine aufzugreifen?

LG T.Sophie

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Baujahr 1988 / diverese Traumafolgestörungen / Tinitus, Dysplasie im Knie / chronische Magen-Darm-Probleme (subtotale Dickdarmentfernung + Entfernung der Galle)
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rena99
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BeitragVerfasst am: 27.10.2017, 12:16    Titel: Antworten mit Zitat

Rike,

genau wegen der jetzigen Erfahrungen deines Sohnes ist der No-Blame-Approach der einzig Nachhaltige. Man sieht ja gerade, wo die Schuldzuweisungen an den Piesacker geführt haben, zu wieder mehr unverschuldeten Stress für deinen Sohn, der jetzt zu Hause sitzt. Und ohne das, was dieser Ansatz als "Unterstützergruppe" bezeichnet, wir das auch nichts.

Such noch mal das Gespräch mti der Lehrerin. Vielleicht kannst du sie ja auf diese Möglichkeit hinweisen. Auf der verlinkten Seite gibt es auch eine kostenfreie Anleitung für das Vorgehen.

Ich wünsche euch alles Gute!

Rena

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Ilse B.
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BeitragVerfasst am: 06.11.2017, 11:07    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, dass der Mobber sich jetzt an Deinen Sohn hält war zu erwarten. Das ist das, was Mobber tun: Das "Opfer" vereinzeln und von jeder Hilfe ausschließen. Damit darf er nicht durchkommen! Von daher hast Du das Richtige getan und die Lehrerin angeschrieben.
Von außen aufgestülpte Lösungen finde ich persönlich nicht hilfreich, auch wenn "No Blame approach" mit Sicherheit seine Berechtigung hat. Dazu muss der Lehrer erst einmal geschult werden, dann muss er die Verhaltensweissen, die "No Blame" empfiehlt, erinnerlicht haben. Auch muss das Vorgehen zum Lehrer passen, Kinder haben ein gutes Gespür dafür wann einer nur vorgibt zu führen, aber eigentlich schwach ist.
Hier ist es ja auch so, dass der Andere rechtsradikale Ansichten vertritt und die Klassenkameraden deshalb nicht bei ihm anecken, weil sie fürchten, selbst zum Opfer zu werden.
LG Ilse
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RikemitSohn
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BeitragVerfasst am: 03.12.2017, 15:24    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
ich hatte schon berichtet und leider ist die Situation seither schlimmer als besser geworden. Der Junge hat mittlerweile andere Kinder mobilisiert, verunglimpft meinen Sohn klassenübergreifend und hängt wie ein Stalker an ihm. Alle Gespräche liefen ins Leere und veranlassten ihn nur zu neuen Attacken.
In der Schule verhält sich mein Sohn wirklich toll und bleibt ruhig, aber der Stress zeigt sich durch Migräne, Magenschmerzen und Panikattacken.
Nun muss etwas passieren und ich sehe nur den Klassenwechsel als Entlastung und Schutz für mein Kind.
Mit der Klassenlehrerin habe ich bereits gesprochen, aber die möchte ihn behalten, weil er die Klasse so gut stabilisiert. Ausserdem hat sie nach meinem Gefühl keine Lust mehr auf den Stress. In dem Gespräch hat sie versucht meinem Kind mangelnde Stärke zu unterstellen und er solle in einer Therapie lernen, das Verhalten der Jungen auszuhalten. Sie gibt zu, dass die Jungen ein Problem sind, aber weiß nicht, was sie noch machen kann.
Nächste Woche spreche ich mit dem Direktor, aber der ist sehr wahrscheinlich dagegen. Weiß jemand noch andere Möglichkeiten oder Wege den Klassenwechsel durchzusetzen, wenn der Direktor nein sagt, oder ist an der Stelle dann Endstation?
LG Rike

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