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Fast ein dreiviertel Jahr nach der Rückstufung
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Lesslo
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BeitragVerfasst am: 13.09.2017, 08:22    Titel: Fast ein dreiviertel Jahr nach der Rückstufung Antworten mit Zitat

Hi,

es ist nun fast ein dreiviertel Jahr seit Isas Rückstufung vergangen.

Vor ein paar Wochen hatten wir einen gemeinsamen Termin bei ihrer Therapeutin (Therapeutin, Isa und ich). Isa ist bei dem Gespräch regelrecht zusammen gebrochen. Sie hat so geweint. Schule sei ihr alles zu viel, sie möchte nicht mehr hin, es sei viel zu laut, zu wuselig usw.... Die gleiche Leier wie im letzten Jahr. Es war ja schon meine Befürchtung das genau dass eintrifft.

Wir haben daraufhin natürlich das Gespräch mit der Schule gesucht. Die Therapeutin war auch dabei. Schon als ich wegen des Termins mit der Lehrerin gesprochen habe, war sie sichtlich geschockt. Es würde aus schulischer Sicht keinerlei Grund für so eine Reaktion geben. Das betonte sie dann auch nochmal bei dem Gespräch. In der Schule sei alles OK. Eine vorbildliche Schülerin. Sie sei seit der Rückstufung sichtlich aufgeblüht, wirke immer öfter glücklich, würde sogar ab und an lächeln (das hätte sie vorher bei Isa nie gesehen) Shocked, sie beteiligt sich im Unterricht, ist fleissig, schreibt gute Noten und würde sich penibel an jede Klassenregel halten.

Laut Schule sei die Rückstufung für Isa also das beste gewesen was wir tun konnten und es sei alles prima.

Vor dem Gespräch, haben die Therapeutin und ich Isa in der Pause beobachtet. Isa spielt nur mit jüngeren Kindern. Ich habe sie später gefragt mit wem sie denn in der Pause spielt. Sie sagte dass sie nur mit den kleinen spielt, da sonst keiner mit ihr spielen möchte. Auch privat gibt es kaum mehr Kontakt zu Kindern aus der alten Klasse und gar keinen zu Kindern aus der neuen.

Zuhause haben wir immer noch, vor der Schule und nach der Schule Theater. Morgens könnte man meinen, man hätte anstatt einem 10 jährigen, ein Kleinkind zu versorgen. Immer noch muss man jeden Schritt mehrmals ansagen, den sie zu tun hat und auch dann ist nicht garantiert dass es gemacht wurde. Das gleiche abends.... Also alles in allem sehr anstrengend.

Ich frage mich nun, sind ihre Probleme tatsächlich nur hausgemacht? Sehe ich Gespenster? Die Therapeutin sagte ich solle doch froh sein dass sie in der Schule so unauffällig sei. Ja, bin ich auf der einen Seite auch. Auf der anderen denke ich dass man da von einem anderen Kind redet.

Lg Lesslo

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Tochter * 09.07 mit Epilepsie, Pinealiszyste, ADS, F83, LRS...
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IlonaN
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BeitragVerfasst am: 13.09.2017, 08:43    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Lesslo,
oje, wie mag es nur in deinem Kind aussehen. Sie hat arge Probleme,ja aber ob das mit Klassenwechsel, Schulwechsel,Rückstufung zu beheben sein wird- Hm. Ich sehe es so ähnlich bei meinem bald zehner. Er bekommt das leider nur mit Medis hin dadurch sind die Morgendlichen und Nachmittäglichen "Probleme" die dann als Konsequenz des Schulalltages auftreten auch recht abgemildert. es ist einfach traurig. Manche Kinder scheinen einfach nicht fürs Bildungssystem "gemacht zu sein"

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Angela77
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BeitragVerfasst am: 13.09.2017, 13:29    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Lesslo,

deine Tochter schildert in einer Therapiesituation ihre Überforderung und weint bitterlich - aber die Therapeutin glaubt der Lehrerin, "dass alles gut ist" Shocked ?!?

Was gut aussieht, muss nicht gut sein! Es gibt Kinder, die können nur in einer schützenden Umgebung raus lassen, wie es ihnen wirklich geht Idea Idea Idea

Andere Bemerkung: Ihr müsst von den Frage weg, ob die Rückstufung sinnvoll war. Daran könnt ihr nichts mehr ändern. Ich würde eher sagen. "Unabhängig von der Rückstufung hat mein Kind Probleme mit XY ..." und dann gemeinsam Maßnahmen suchen.

Deine Tochter hat schließlich eine Diagnose und dann sollte die Wahrnehmungsbesonderheiten doch glaubwürdig sein Idea

LG
Angie

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Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin
Vorstellung plus Diäteffekte:
http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic73493.html

Primär nächtliche Epilepsie im motorischen Sprachzentrum (leider erst erkannt im März 2015!!!)
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Lesslo
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BeitragVerfasst am: 13.09.2017, 18:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

@ Ilona
Zitat:
oje, wie mag es nur in deinem Kind aussehen.

Das frage ich mich immer wieder. Isa kann ihre Gefühle nur schlecht ausdrücken. Wenn ich versuche mit ihr zu reden öffnet sie sich mir nicht.

@Angie, da Isa sich in der Schule absolut nicht äussert wenn es ihr schlecht geht, sondern alles in sich hinein frisst, gibt es für die Lehrer keinen Anlass in irgendeiner Art zu handeln.

Die Therapeutin glaubt der Lehrerin schon dass soweit alles gut ist und keine Überforderung da ist. Ich sehe das anders, da durch die Reizoffenheit natürlich der Schultag ein einziger Spießrutenlauf ist. Vllt sollte ich mal versuchsweise das Medikinet weglassen um zu schauen was dann in der Schule passiert Laughing. Ich denke nämlich schon dass das hauptsächlich dafür verantwortlich ist dass es in der Schule so gut funktioniert, bzw. nimmt sie es ja deswegen.

Was könnte man denn für Maßnahmen ergreifen um es für sie erträglicher zu machen? Lärmschutzkopfhörer nutzt sie bereits.

Lg Lesslo

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Corrie
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BeitragVerfasst am: 13.09.2017, 21:03    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Lesslo,

wie lange ist denn bei euch schon Schule?

War es Isa letztes Schuljahr (also nach der Rückstufung) auch zu laut und zu wuselig?

Wie klappt es denn jetzt mit den Hausaufgaben? Hast Du das Gefühl dass Isa mit dem Lernstoff überfordert ist oder mit dem Drumherum?

Einen konkreten Tipp kann ich Dir leider nicht geben. Aber generell fällt vielen Kindern der Übergang in die 3. Klasse schwer. Damit will ich die Probleme aber definitiv nicht kleinreden.

Liebe Grüße und ein großes Kraftpaket.
Corrie

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pädagogisch- psychologische Lerntherapeutin
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Lesslo
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BeitragVerfasst am: 14.09.2017, 08:05    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Corry,

Wir sind jetzt in der fünften Schulwoche.

Isa war es schon immer zu laut und zu wuselig. Deshalb habe ich ihr unter anderem auch die Kopfhörer gekauft. Mit der jetzigen Klasse kommt auch nur die Klassenlehrerin zurecht. Die anderen Lehrkräfte sind absolut überfordert. Seit den Sommerferien ist der Krach aber wohl wieder extrem in der Klasse.

Am Lernstoff liegt es eigentlich nicht. Es kommt aber darauf an wie gut sie sich konzentrieren kann. Ist's mit der Konzentration essig, überfordert auch der Lernstoff. Unruhe in der Klasse geht auf die Konzentration..... Da beißt sich die Katze in den Schwanz. Es ist also eher das Drumherum.

Gestern Abend hat sie sich endlich mal ein bisschen geöffnet. Sie sagte zu mir, ich könnte mir ja gar nicht vorstellen wie anstrengend so ein Schultag für sie sei.

Sie braucht irgendwie Entlastung. Aber nicht in Form des Schulstoffs. Das ist mengenmäßig und vom Tempo ok.

Hausaufgaben ist zu Hause immer noch ein Grauen. Die Therapeutin meint, dass das an der Situation früher liegt. Sie hätte sich einfach angewöhnt Theater zu machen.

Lg Lesslo

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Engrid
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BeitragVerfasst am: 14.09.2017, 08:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

welche Funktion sollte das denn für die Psyche haben, aus Gewohnheit "Theater zu machen"?? Und: Sie macht ja offenbar eben KEIN Theater, sondern frisst gewöhnlich alles in sich rein.

Wenn sie sich bei der Therapeutin endlich geöffnet hat, und die nimmt sie nicht ernst, dann wird sie dort wohl auch dicht machen, Vertrauensverlust. Da würde ich mal Ausschau nach jemandem halten, der die Nöte von so extrem reizoffenen Kindern versteht.
Damit bist DU nun die einzige, von der sie noch Schutz und Hilfe erwarten kann.

Kannst Du für sie an der Schule einen sicheren Rückzugsort für feste Zeiten ausmachen, zum Beispiel?

Schau mal hier rein, der Post von Userin Lynkas beschreibt genau das Problem: http://www.forum-munterbunt.de/inde.....en-Hoher-Energieverlust-für-andere-unsichtbar/?postID=3851#post3851

Hat sie konkret "nur" Probleme mit der Reizflut um sie rum, oder kostet sie auch das soziale "Ausgesetztsein" in der Gruppe, das permanente Angepasstsein große Kraft?

Grüße

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Engrid

mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)
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Anne_mit_2
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BeitragVerfasst am: 14.09.2017, 09:04    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Lesslo,

bist Du sicher, dass die Klassenlehrerin mit der Klasse wirklich zurechtkommt oder ist nur ihre Schmerzschwelle höher als die anderer Kollegen/Kolleginnen?

Es gibt Klassen, die aufgrund der Zusammenstellung der Kinder mit kleineren Problemen (nicht gravierend genug für Schulbegleitung o.ä., aber jedes in seiner Ausprägung doch wahrnehmbar) einfach nicht mit einer einzigen Person zu führen sind. Dort leiden dann unter dem Strich ausnahmslos alle Kinder und die Lehrer extrem; meine Tochter war in der Grundschule auch in so einer Klasse. Erst als ein weiteres besonderes Kind -- mit Schulbegleitung für pflegerische Verrichtungen -- in die Klasse kam, wurde es schlagartig ruhiger, weil die Sitzordnung aus logistischen Gründen geändert werden musste und einfach noch ein zweiter Erwachsener im Raum war. Das hat die ganze Gruppendynamik verändert.

Ich weiss, dass das leider kein Handlungsansatz für eine Verbesserung der Situation Deiner Tochter ist. Aber vielleicht hilft es Dir, der Therapeutin, dem Kinderarzt oder irgendjemand anderem doch, eine kreative Idee zu entwickeln.

Gibt es eigentlich etwas, bei dem Deine Tochter wirklich ganz entspannen kann? Bei manchen Kindern ist das Pony-Pflegen, bei anderen Malen, in einem Buch Blättern/Lesen oder nur mit Mama Kuscheln etc. Wenn ja, dann wäre es einen Versuch wert, diese Aktivität mal ein paar Wochen lang regelmäßig und verläßlich zwischen Schule und Mittagessen oder Mttagessen und Hausaufgaben einzuschieben.

Viele Grüße,
Anne
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AnnaLuisa
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BeitragVerfasst am: 14.09.2017, 09:14    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Lesslo,

wenn ich lese was du schreibst, habe ich ein Déja-Vu und zwar bei fast allem was du in deinem Anfangspost schreibst. Darf ich fragen warum es früher Theater bei den Hausufgaben gab und jetzt scheinbar auch noch?

AL
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Corrie
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BeitragVerfasst am: 14.09.2017, 09:37    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Lesslo,

könnte Isa denn später mit den Hausaufgaben anfangen oder würde es ihr dann sehr schwer fallen?

Die Schule ist anstrengend. Das ist Isas Beruf, auch wenn sie "erst" in die 3. Klasse geht. Und gerade das Drumherum scheint ihr Energie zu nehmen, die sie dann nicht hat. Wo sitzt sie denn im Klassenzimmer? Wirkt das Medikinet denn bis Deine Tochter mit ihren Hausaufgaben fertig sind.

Liebe Grüße Corrie

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