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Thalea mit Sohn (5 Jahre, 28+2, Verdacht auf Asperger)

 
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tantethali
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BeitragVerfasst am: 11.09.2017, 12:08    Titel: Thalea mit Sohn (5 Jahre, 28+2, Verdacht auf Asperger) Antworten mit Zitat

Hallo ihr Lieben,

ich bin Thalea, 37 Jahre alt und Mama von zwei Jungs. Unser Großer war immer schon ein wenig anders, als andere Kinder. Erst aufgrund der Frühgeburt, die er aber prima gemeistert hat und super aufgeholt hat. Heute ist er deutlich größer als der Altersdurchschnitt und hat erst mal keine Folgen zurückbehalten.

Im Alter von 1,5 fingen regelmäßige Wutattacken an, die so krass wurden, dass er teilweise 1-2 Stunden geschrien und geweint hat, nicht mehr ansprechbar war und für mich nicht mehr erreichbar. Das einzige, was ein wenig geholfen hat, war ihn in Ruhe "ausbrüllen" zu lassen. Jeder Körperkontakt hat alles noch schlimmer gemacht.

Als er zwei wurde, wurde sein Bruder geboren, was ihn noch mal aus der Bahn warf und die Wutanfälle noch mal gesteigert hat.

Von 3,5 bis 5 Jahren hatten wir eine Familienhilfe, die dann irgendwann auch an ihre Grenzen kam und sagte, dass wir alles soweit gut mit ihm händeln würden, sich die grundsätzliche Problematik aber nur marginal verbessert hat.
Seit er 4 ist macht er Psychomotorik. Erst ein Jahr Einzel, mittlerweile in einer Kleingruppe (4 Kinder, 2 Therapeuten).

Nachdem ich von der Kinderärztin in einem fort vertröstet wurde, habe ich beim Frühchen-TÜV Druck gemacht und auf eine Diagnostik bestanden. Im SPZ bekamen wir dann nach einer Stunde Gespräch und einem Fragebogen die Diagnose ADHS mit Störung des Sozialverhaltens.
Störungen im Sozialverhalten gibt es definitiv, ADHS sehe ich allerdings nicht unbedingt.

Seit 4 Wochen haben wir eine Psychotherapie begonnen und die Therapeutin unterschreibt ADHS auch erst mal nicht. Sie möchte, dass wir eine Diagnostik auf Asperger und einen IQ Test machen (Papa ist Asperger und Hochbegabt).


Logo haben wir jetzt 30 Einheiten weg und machen in zwei Wochen erst mal Pause damit. Es werden zu viele Therapietermine.

Und ich stehe da nun mit meinem Kind, das halt einfach anders ist und nicht immer einfach zu nehmen. Der aber auch so wahnsinnig tolle Seiten hat, sich nur mit seiner Umwelt (Gruppen, für ihn nicht nachvollziehbare Reaktionen) so schwer tut.
Schulfähigkeit steht im Raum. Intellektuell kein Problem, Unterricht in einer Klasse mit 28 Kindern... da sehe ich ihn untergehen, wenn da nun in seinem letzten Kindergartenjahr nicht noch unheimlich viel passiert.
AOSF ist aber auch keine Alternative, er würde auf eine Schule für sozial-emotionale Entwicklung kommen, wo er auch nicht hingehört und untergehen würde.

Eventuell wäre eine Schulbegleitung ein Weg für ihn. Wir werden sehen.
Erst mal steht bei uns nun die Diagnostik vorne an, damit wir überhaupt mal klar bekommen womit wir es zu tun haben.

Im Kindergarten ist es leider schon so weit, dass außer seinem besten Freund und sein kleiner Bruder niemand mit ihm spielen möchte. Er wird im Morgen- oder Abschlusskreis nicht ausgewählt (schafft es aber auch nicht aktiv an diesen Gruppenaktivitäten teilzunehmen) und fängt an zu realisieren, dass er von vielen im Kiga nicht gemocht wird. :-/

Und nun danke an alle, die bis hierher gelesen haben und danke für die Aufnahme in dieses Forum.

Alles Liebe,
Thalea
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tammi2412
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BeitragVerfasst am: 11.09.2017, 13:31    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Thalea!

Willkommen hier im Forum! Das ist eine tolle Sache, hat mir schon oft geholfen...
Unsere Geschichte und unsere Baustellen sind komplett anders als Eure, aber ich möchte Dir dennoch empfehlen, Dir die Arbeit des Family Hope Centers in Philadelphia anzuschauen.
Ich bin grade auf dem Rückweg von deren Seminar und natürlich noch total angefixt davon...
Aber vielleicht ist es für Deinen Sohn und Eure Familie eine Option?

Ganz liebe Grüße und alles Gute!

Kirsten

_________________
Kirsten (*78), Stephan (*70) mit Greta (*07) gesund und Tammi (*15) schwere Asphyxie bei vorzeitiger Plazentalösung, APGAR 0/4/5, ph 6,75, tiefgreifende Entwicklungsverzögerung, linksbetonte tetraspastische Cerebralparese
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Anjali
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Beiträge: 1913

BeitragVerfasst am: 12.09.2017, 17:37    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Thalea,

herzlich willkommen im Forum. Very Happy

_________________
Viele Grüße
Anja


Mutter mit Sohn (16 Jahre / Asperger-Autist)
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Anjali
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Beiträge: 1913

BeitragVerfasst am: 12.09.2017, 17:42    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Thalea,

herzlich willkommen im Forum. Very Happy
Darf ich fragen, warum dein Sohn im Kindergarten anscheineend von vielen Kindern nicht gemocht wird?
Halten ihn die Kinder evtl. für desinteressiert oder haben sie evtl. Respekt vor ihm? Hat er im Kindergarten auch Wutanfälle? Wie gehen die Erzieherinnen damit um?

(Habe gerade bemerkt, dass ich versehentlich zweimal gepostet habe.)

_________________
Viele Grüße
Anja


Mutter mit Sohn (16 Jahre / Asperger-Autist)
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tantethali
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BeitragVerfasst am: 13.09.2017, 10:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hey Anja Smile

Er ist recht speziell in seinem Verhalten. Er hat große Schwierigkeiten wahrzunehmen welche Wünsche und Bedürfnisse auch andere im Spiel mit ihm haben. Er möchte, dass seine Wünsche und Vorstellungen erfüllt werden. Das auch gerne sofort.
Wir als Erwachsenen können ihn dann ein wenig auf die Metaebene holen und ihn fragen, ob er auch sehen kann, dass da gerade zwei Wünsche aufeinander treffen und wie wir das lösen können. Das können Kindergartenkinder in der Form natürlich noch nicht, was oft zu Schwierigkeiten führt.
Auch fängt er sehr schnell und laut an zu weinen, was Kinder auch eher abschreckt.
Er beteiligt sich bedingt an anderen Spielen, versucht dabei aber bei seinen Interessen und Vorlieben zu bleiben. Er würde wohl nichts mitspielen, worauf er vielleicht nicht so Lust hat nur um des Spielens mit anderen Willen.

Seine Interessen sind teilweise auch nicht mehr ganz dem Alter der anderen Kinder entsprechend. Er interessiert sich sehr für Maschinen und deren Details. Sein Berufswunsch ist Programmierer werden und ein Programm zum programmieren lernen für Kinder hat er ohne große Hilfe durchgespielt. Das sind natürlich auch sehr spezielle Interessen, wo er bei anderen Kindern auch nicht unbedingt gut ankommt.
Und wenn ihn was nicht interessiert, bricht er den Kontakt im Spiel auch ab und spielt für sich weiter. So wird es natürlich schwierig neue Freundschaften aufzubauen.

Wutanfälle gibt es auch im Kindergarten, so dass die Erzieherin teilweise mit ihm den Raum verlässt. Sie haben ihn "ganz gut im Griff", indem sie ihm sehr enge Grenzen stecken, an denen er sich orientieren kann und nicht so ins Schwimmen kommt, wenn es darum geht was er darf und was eben nicht erwünscht ist.
Das klappt dort gut und auch zuhause versuche ich so konkret wie möglich mit ihm zu sein. Das hat dann 30sekündige Wutausbrüche zur Folge, dann klappt die Anweisung aber meist.
(Beispiel: ich möchte, dass du jetzt erst deinen Schlafanzug anziehst, dann dürft ihr noch eine Folge Paw Patrol gucken. Danach bist du zu müde um dich umzuziehen.
Oder: Ich möchte, dass du jetzt erst das Spiel wegräumst, bevor du dir etwas zum malen holst.)

Gestern war auch das Befundgespräch und er hat die Diagnose ADHS bestätigt bekommen. Asperger steht durchaus auch noch im Raum, aber die ADHS Symptomatik steht im Vordergrund. Hochbegabung bleibt ebenfalls zu überprüfen, möglichst vor Schulantritt nächstes Jahr.

Liebe Grüße,
Thalea
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IlonaN
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BeitragVerfasst am: 13.09.2017, 11:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo tantethali,
Zitat:
AOSF ist aber auch keine Alternative, er würde auf eine Schule für sozial-emotionale Entwicklung kommen, wo er auch nicht hingehört und untergehen würde.

Eventuell wäre eine Schulbegleitung ein Weg für ihn. Wir werden sehen.

Hier bei uns heißt ein AOSF nicht automatisch Schulwechsel, das geht nur mit elternzustimmung, es heist aber konkrete Hilfe vor Ort fürs Kind, eventuell auch Schulgegleiter.
Ich heiße dich hier auch herzlich willkommen.
Gruß
Ilona

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tantethali
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BeitragVerfasst am: 13.09.2017, 11:20    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Ilona Smile

Danke Smile

Ja, in der Hinsicht macht ein AOSF vielleicht sogar Sinn. Wir haben keine sinnvolle Alternative zur Regelschule hier und werden es so gestalten müssen, dass er bestmöglich klar kommt.
Weißt du, ob für eine Schulbegleitung ein AOSF notwendig ist?
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IlonaN
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BeitragVerfasst am: 13.09.2017, 11:31    Titel: Antworten mit Zitat

das kommt wohl auch aufs Bundesland an. Bei uns hier im Land Brandenburg, lief das schon zweigleisig vor Schuleintritt an. Er hatte dann im letzten KITA Halbjahr schon ein Begleitung und Im AOSF wurde das so mit reingenommen , weil die Schule ihn sonnst garnicht genommen hätte, wegen seiner emotional- sozialen Auffälligkeiten bei normaler Inteligenz, jedoch als FASD Kind.
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Anjali
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BeitragVerfasst am: 13.09.2017, 14:06    Titel: Antworten mit Zitat

Vielen Dank für deine ausführliche Antwort, Thalea.
Ich war u.a. ein wenig neugierig, wie intensiv sich die Erzieherinnen im Kindergarten an der Integration deines Sohnes beteiligen und ob sie sich z.B. (ebenso wie du) als Erwachsene in der Vermittlerrolle sehen.
Manchmal widerspricht eine häufigere "Einmischung" der Erzieher in "Kinderstreitigkeiten" leider dem pädagogsichen Konzept der jeweiligen Einrichtung - aber dies scheint bei euch ja nicht der Fall zu sein.

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Viele Grüße
Anja


Mutter mit Sohn (16 Jahre / Asperger-Autist)
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