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Schulbücher als PDF-Dateien nur für Sehbehinderte?
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Mamialex
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BeitragVerfasst am: 01.08.2017, 22:25    Titel: Schulbücher als PDF-Dateien nur für Sehbehinderte? Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

im 2. Halbjahr des letzten Schuljahres haben wir die Schulbücher meines Sohnes als PDF Dateien von den jeweiligen Verlagen bekommen.

Nun habe ich für das kommende Schuljahr wieder angefragt und ausgerechnet die Verlagsgruppe, von der die meisten Bücher stammen, hat mir geantwortet, das gibt es nur noch im Format Multitext, oder eben als PDF Dateien von anderer Stelle speziell für blinde und sehbehinderte Kinder.

Weiß jemand, warum das nicht mehr geht? Für uns waren die PDF Dateien hilfreich und ausreichend.

Grüße

_________________
Mamialex

Mama*72 operierte Skoliose
Sohn*08 FG 34+2 SSW, F.84.0 HFA + ADHS
Sternchen im Herz *11.SSW 2008

Ich bin nicht auf die Welt gekommen, um so zu sein, wie andere mich haben wollen!
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Ingrid Kunz
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BeitragVerfasst am: 02.08.2017, 07:21    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

mein Sohn hatte diese pdfs von diversen Schulbuchverlagen auch. Hier in Hessen bin ich damals auf eine Art Zentrale (den genauen Namen weiss ich leider nicht mehr ) in Frankfurt gestossen, die in Zusammenarbeit mit dem Ministerium und einer Reihe von Schulbuchverlagen, die sich dem angeschlossen hatten, Schulbücher für sehbehinderte Schüler in pdf oder andere elektronische Medien umwandelten. Ich weiss nicht, wo Du her kommst, aber vielleicht ist es ja etwas Ähnliches? Die Verlage, die sich da zusammengeschlossen haben, haben auf der anderen Seite die individuelle Erstellung von pdf Dateien eingestellt. Das sollte aber die jeweilige Verlagsgesellschaft wissen, an wen man sich da wenden muss, von denen habe ich auch davon erfahren.

Kleine Randbemerkung: falls sich inzwischen nicht etwas geändert hat, dann ist diese Veranstaltung mal wieder ein Beweis dafür, dass Lehrer und das ganze System drum herum irgendwie in einer eigenen Welt zu leben scheinen. Mir wurde von besagter Zentrale mitgeteilt, dass die von ihnen angebotene Software nicht wie die ebook Programme ein individuelles Zoomen erlauben, sondern nur in bestimmten Rastern bis zu einer maximalen Größe Vergrößerungen ermöglicht. Die Sinnhaftigkeit einer solchen Software erschliesst sich mir nicht im Entferntesten. Warum hat man sich nicht Rat geholt bei den Verlagen, die ebooks erstellen, um für die elektronischen Schulbücher die gleiche technische Vielfalt zu ermöglichen? Das verstehe wirklich wer will.

Viel Glück,
Ingrid
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konik
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BeitragVerfasst am: 02.08.2017, 07:42    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo ,

Seit 2 Jahren hat sich da was verändert.
Nach und nach haben die Hersteller so Fragebögen ec entworfen. Die PDF sind ja nur die reinen Bücher. Hast du kein Multitext? Es kommen immer ne Menge Arbeitshefte dazu , da ist gut wenn man die als Multitext hat. Die bekommt man nur so und das war auch schon immer so. Nach wie vor istmdas so. Du musst ja eh was ausfüllen Trag da einfach ein das dein sohn Autist ist fertig. Das geht schon.

Beantrag doch Multitext .
Dann hast du Alles und es gibt auch keine Probleme mit Arbeitsheften.

So bekommt man dann allles ohne Problem .

LG

Konik
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RolliTanteSilvi
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BeitragVerfasst am: 02.08.2017, 08:12    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Morgen,

die Aussage kann so nicht stimmen, den das Progamm Multitext wird ja nicht nur von sehbehinderten bzw. blinden Schülern, Menschen genutzt.

Moritz hat eine Körperbehinderung und nutzt diese Progamm und das digitale Schulbuch - allerdings bekommt er den Anmeldeschlüssel für die Schülbücher von der Lehrerin und das gegen eine Gebühr (das herkömmliche Buch in kostet ja auch Geld).

Schau mal hier: http://digitale-schulbuecher.de/verlage/ - hier musst du dich registieren und dan kannst du alles nutzen was angeboten wird - ob das dann mit Multitext zu bearbeiten ist oder einer weiteren Bearbeitung bedarf kann ich nicht beurteilen.

LG Mirko (Moritz und Silvi sind im Urlaub)

_________________
Moritz (geb.2007) - richtiger Sonnenschein und "Wirbelwind" mit Muskeldystrophie des Typs Duchenne - hat beide Eltern bei einem Autounfall verloren - seit 2017 Diffuser Ösophagusspasmus (Schluckstörung)
" Auch aus Steinen, die Dir in den Weg gelegt werden, kannst Du etwas bauen". (Erich Kästner)
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JustinsMum
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BeitragVerfasst am: 02.08.2017, 08:56    Titel: Antworten mit Zitat

Multitext und die Bücher in PDF-Format sind zwei völlig unterschiedliche Dinge. Nicht alle sehbehinderten Schüler können mit Multitest was anfangen.

Das ist angeblich mal wieder wegen dem Urheberrecht. Jetzt muss die Schule nämlich auf jeden Fall ein Exemplar für den Schüler haben bevor sie die PDF anfordert. Angeblich soll das eine Verbessrung sein, weil sich nicht mehr die Eltern kümmern müssen, aber ehrlich, jetzt ist es nur bürokratischer.

Seit letztem Jahr haben die Medienstellen bzw. in Ba-Wü eine Blindenschule die Verteilung übernommen. Das ist auch für uns nicht optimal. Als ich mich noch alleine darum kümmern konnte war es wenigstens erledigt. Jetzt kann ich hoffen, dass die Schule rechtzeitig anfordert und bereitstellt.

Inzwischen habe ich durchgesetzt, dass man mir nur die Unterschriften gibt und ich als Betreuungskraft eingetragen wurde und somit wieder selber anfordern kann.

Probiere es doch mal bei den Medienstellen, die für Eure sehbehinderten Schüler zuständig sind oder noch besser lass Euren Schulleiter anfragen.

Wenn Du verrät zu welchem Bundesland Du gehörst gucke ich nach wer genau zuständig ist und da muss man dann eben eine Einzelfalllösung durchsetzen. ich denke der SBA reicht als Nachweis.

Viel Erfolg

justinsMum
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Ingrid Kunz
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BeitragVerfasst am: 02.08.2017, 12:34    Titel: Antworten mit Zitat

Das ganze Problem wäre keines wenn die Politik sich mal dazu durchringen könnte, Lehre und Forschung, also vor allem Schulen und Universitäten, von den ansonsten fälligen Urheberrechtszahlungen an die VG Wort bzw. ganz allgemein vom Urheberrechtsschutz auszunehmen. So ist es in vielen anderen Ländern geregelt, bspw in den USA. Dann wäre es schlicht egal, ob sich ein Schüler ein best Schulbuch als Printmedium oder als ebook anschafft bzw die Schule es dem Schüler so oder so zur Verfügung stellt. Technisch alles kein Problem. Dann wären diese pdf Dateien und Mulltitext und wie das alles heisst überflüssig. Sonst ist die Politik ja auch nicht zimperlich mit 100.000 mehr oder weniger sinnvollen dirigistischen Eingriffen in den Markt. Nur hier, wo es ja mal angebracht wäre, da sieht sie sich dazu nicht in der Lage. Trifft nicht nur sehbehinderte Schüler, es trifft tatsächlich alle, zB alle Studenten an deutschen Unis. Beteiligung der Lernenden mit oder ohne handicap am digitalen Fortschritt sieht anders aus.
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JustinsMum
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BeitragVerfasst am: 02.08.2017, 18:50    Titel: Antworten mit Zitat

Ok, wenn wir schon politisch werden: ich sehe es persönlich noch kritischer:

Laut der Schulbuchzulassungsverordnung in Ba-Wü müssen verwendete Schulbücher der Landesverfassung und dem Grundgesetz genügen. Dazu verlangen die Zulassungsstellen eine Selbsterklärung der Verlage. Inhaltlich tun die Bücher Bücher das sicherlich, aber wenn man konsequent wäre müssten alle Bücher auch automatisch in einer barrierefreien Version zugänglich sein, da sie sonst Schüler mit Behinderungen diskriminieren. Das ist zumindest meine persönliche Rechtsauffassung und die kann natürlich auch falsch sein. Bin ja kein Jurist.

Tatsache steht aber auch im neuen Schulgesetz von Ba-Wü, das jedes Kind ein Recht auf barrierefreien Zugang zu Schule hat. Barrierefreiheit ist aber nun mal mehr als nur ein paar Rampen einzubauen.

Grüße

justinsMum
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Annileinchen
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BeitragVerfasst am: 02.08.2017, 19:01    Titel: Antworten mit Zitat

@ justinsMum:
Das ist aber eine sehr gute Argumentation!
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JustinsMum
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BeitragVerfasst am: 02.08.2017, 19:11    Titel: Antworten mit Zitat

Danke. Habe ich mit dem Regierungspräsidium und dem Schulamt durchdiskutiert. Damit habe ich alle Einzelfalllösungen für meinen Sohn durchbekommen, aber es kann eigentlich nicht sein, dass wirklich alle Eltern das ganze einzeln diskutieren müssen.

Die Verlage verdienen sich dumm und dämlich. Da kann man doch bitte für die paar Schüler die barrierefreien Exemplare gleich automatisch mitliefern. Dann wären sie an allen Schulen zugänglich und es müssten sich nicht alle Eltern und Schulleiter jedes Jahr aufs neue damit rumärgern. Alleine die Firmen, die die Schulen mit Taschenrechnern beliefern.

Jedes Jahr dürfen Eltern die Taschenrechner kaufen. Egal, ob sie noch 3 von den Geschwistern oder ihrer Schulzeit rumliegen haben. Und jedes Jahr bringen diese Firmen neue raus. Was wäre da das Problem auch die Apps gleich mitzuliefern? Eigentlich gibt es keins. Ich vertrete die Auffassung, dass diejenigen, die das meiste Interesse daran haben ihre Produkte den Schulen zu verkaufen auch dafür zu sorgen haben, dass es barrierefreie Versionen gibt. Und das zum selben Preis wie für Regelkinder.

Und weiter geht es: Alle neuen Schulbücher von einem der größten Schulbuchverlage werden für alle Regelkinder mit Zugangsdaten zum digitalen Buch geliefert. Für sehbehinderte Schüler taugen diese Versionen aber leider nichts, weil die Auflösung nicht gut genug ist. Die Technik ist also schon längst da... es fehlt am WOLLEN.

Ah ja, das habe ich auch mit einem der größten Schulbuchverlage diskutiert. Ohne Ergebnis versteht sich von selbst. Man bekommt als Antwort nur Ausflüchte.

Grüße

justinsMum
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Mamialex
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BeitragVerfasst am: 02.08.2017, 21:49    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
danke für Eure Meinungen zu dem Thema.

Mein Sohn ist nicht sehbehindert, der SBA liegt der Verlagsgruppe vor und auch der Vermerk, dass Junior Autist ist.

Vor einem halben Jahr hat uns genau dieser Verlag ALLE Schulbücher im PDF Format auf einer DVD zukommen lassen, nachdem ich einen Vertrag unterschrieben und die Kopie des SBA vorgelegt hatte.

Nun hatte ich die gleiche Dame wieder angeschrieben, mit genau der gleichen Bitte, aber diesmal heißt es "nur für sehbehinderte Kinder gibt es PDF Dateien"
Ich soll mich an eine Zentrale wenden, die für sehbehinderte Schüler zuständig ist.
Wir wohnen in Rheinland-Pfalz, da gibt es wohl eine Vereinbarung mit dieser Zentrale in Hessen.

Die Schulbücher sind sogar die gleich Reihe wie im Vorjahr, nur eben für die nächste Klassenstufe.

Einen normalen Büchersatz haben wir auch, aber es erleichtert doch Einiges, wenn z.B nur der relevante Textabsatz auf dem Bildschirm zu sehen ist und nicht mühsam alles unrelevante abgedeckt werden muss.
Wir nutzten beides-Papierform und digital und das war prima so!

Es wäre einfach schade, wenn es das so nicht mehr gäbe.

Natürlich hatte ich der SB vom Verlag das auch so zurückgeschrieben, dass eben keine Sehbehinderung sondern Autismus vorliegt.
Leider habe ich bisher keine Antwort bekommen.
Deshalb hatte ich hier gefragt.

Grüße

_________________
Mamialex

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