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In allem sehr weit, aber Sprache stark auffällig
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finchen
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BeitragVerfasst am: 25.07.2017, 14:59    Titel: In allem sehr weit, aber Sprache stark auffällig Antworten mit Zitat

Hallo!

Ich bin eigentlich wegen unserer Großen hier unterwegs (sie ist 6,5 Jahre alt und in allem stark entwicklungsverzögert mit Epilepsie. Es besteht der Verdacht auf das Angelman Syndrom).

Nun macht mir aber auch unsere Mittlere Sorgen. Auf andere Weise, aber auch Sorgen. Sie kam nach einer völlig normalen Schwangerschaft und schönen Geburt gesund auf die Welt. Die Hebamme staunte bereits direkt nach Geburt, welch wachen Blick sie hatte (später war der Blick wach, aufmerksam, abwartend, durchdringend und skeptisch. Damit war sie in der Pekip Gruppe immer der Hit). Sie entwickelte sich ab da rasend schnell und lief bereits mit 9 Monaten freihändig. Auch geistig war sie schon immer sehr weit. Die Therapeuten der Großen staunen regelmäßig. Mit Gleichaltrigen kann sie nichts anfangen, konzentriert sich sehr lange auf Dinge und ist eben sehr weit für ihr Alter. Es wurde vorsichtig Hochbegabung ins Spiel gebracht. Auch auf Asperger sind wir gekommen, da mein Mann extrem viel eines Aspergers hat (aber keine gesicherte Diagnose). Naja. So viel dazu.

Es ist alles in Ordnung. Auch Essen usw. ist alles gut. Sorgen macht uns aber ihre Sprache. Sie ist nun 2 Jahre und 8 Monate alt. Deutlich sprechen tut sie „Mama, Papa, ja und da“. Alles andere ist undeutlich. Beispiele sind: Ei für Nein oder Au für Katze (Miau), Hoho (für Hund) oder auch Waffer für Wasser, mar für warm oder tertich für fertig. Sie bemüht sich sehr sich mitzuteilen und plappert und macht und tut. Aber vieles verstehen wir schlichtweg nicht. Und das frustet sie dann doch sehr. Nicht mal mit Fantasie verstehen wir neue Dinge. Erst wenn wir raus haben, was ein neues Wort bedeuten soll, weil sie es uns zeigt oder wir es in der Situation richtig erraten und sie es bejaht, dass sie das meint, wissen wir es zukünftig. Denn das sagt sie dann tatsächlich immer und immer wieder gleich. Wenn wir mit ihr üben, dann wissen wir, welches Wort sie gerade nachsprechen möchte oder sagen will (beim Betrachten eines Bilderbuchs) und ja, Silbenanzahl stimmt, Betonung wird imitiert, aber das Wort klingt einfach völlig anders… Verstehen tut sie, wie gesagt, alles! Gegenüber Fremden verstummt sie meist ganz und streckt überfordert die Zunge ein wenig raus. (wobei sie auch da plappern kann. Also eine Form von selektiven Mutismus schließe ich mal aus. Verbale Dyspraxie glaube ich auch nicht, da sie mit Schlucken usw keine Probleme hat)

Was sie wohl macht, sind Gebärden. Also Verben spricht sie generell nicht. Sondern die gehen nur als Gebärden. Manche hat sie sich abgeschaut wie wir sie bei der Großen nutzen und manche hat sie einfach selbst erfunden. Aber immer für jeden deutlich. Sie liebt es auch den Talker der Großen zu benutzen. Auf Unterstützte Kommunikation steht sie total. Vielleicht kann man sogar so weit gehen, dass sie irgendwie bilingual aufwächst.

Wir waren bei der Pädaudiologie vor 2 oder 3 Monaten. Da wurde gesagt, dass sie körperlich völlig unauffällig ist, also keinerlei Auffälligkeiten vom Ohr und Gehörgang und sie reagiert auch völlig gesund. Vom Kopf her sei sie echt pfiffig. Wir sollen Anfang September wieder kommen, wenn sie etwa 4 Wochen im KiGa war, um zu sehen, ob sie sich die richtige Aussprache bei den anderen Kindern abguckt. Wenn nicht, dann beginnt das Prozedere mit Logo und man muss schauen, weil unsere Große ja auch nicht spricht. Wobei die sowas von unterschiedlich sind. Aber nun gut.

Ob sie einfach Late Talkerin ist? Hat jemand Erfahrung damit? Wäre es typisch, dass die Kinder so undeutlich sprechen, alles verstehen und es kommt irgendwann von selbst?

Ich habe den Eindruck, dass sie einfach nicht weiß, wie man es ausspricht (also es nicht kann mit der Setzung der Zunge). Sie will es aber kann nicht. Sie weiß was sie sagen will, drückt sich deshalb mit Gebärden aus oder mit Zeigen, mit Blicken, undeutlichen Worten usw. Denn wenn wir üben, bekommt sie es ja einfach nicht raus. Ist das normal so? Ich habe ja als größeres Kind nur unsere besondere, die bis auf Mama und Papa gar nicht spricht. Aber irgendwie erscheint mir das komisch.

Hat jemand eine Idee? Klar, in 6 Wochen sind wir wieder beim Pädaudiologen. Aber bekanntlich sind Eltern betroffener Kinder meist sehr hilfreich. Da es ein völlig anderes Problem als bei der Großen ist, stehe ich hier aber vor einem riesigen Fragezeichen und eben Sorgen.

Liebe Grüße!
Finchen

_________________
Maus *Epilepsie, Veränderung auf APBA2 im Bereich c.1592A>G; p.Asn531Ser, erster weltweit bekannter Fall, Pflegegrad 5.
Mama *1988, Gerinnungsstörungen, Thrombosen.
Papa *1987, autistische Züge.
Würmchen, *11/2014, gesund.
Mini *10/2016, gesund.

*Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende!*
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Engrid
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BeitragVerfasst am: 31.07.2017, 08:17    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Finchen,

das ist hier durchgerutscht ...
Spät,aber doch:

Zitat:
Verbale Dyspraxie glaube ich auch nicht, da sie mit Schlucken usw keine Probleme hat
Wer sagt denn, dass man mit VED per se nicht gut schlucken kann??
Zitat:
Ich habe den Eindruck, dass sie einfach nicht weiß, wie man es ausspricht (also es nicht kann mit der Setzung der Zunge). Sie will es aber kann nicht.
das klingt aber doch nach VED?! Das Wort ist im Kopf aber es kommt nicht auf die Zunge.

Bitte sucht Euch eine gute (!!!)) Logopädin, die so Spezialitäten wie VED, Autismus, auf dem Schirm hat, und lasst da mal genauer gucken und helfen.

Grüße

_________________
Engrid

mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)
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Angela77
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BeitragVerfasst am: 31.07.2017, 08:36    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Finchen,
für mich klingt das sehr nach VED! Gleichzeitig kommt VED oft bei Autismus vor. Das kann und muss nichts heißen, aber es stützt die These, das Töchterchen zumindest VED haben könnte, wenn Autismus genetisch in der Familie ist Idea
Benes Babyzeit war übrigens ganz ähnlich wie du es von deiner Tochter beschreibst (allerdings auch an Menschen interessiert), bevor er dann mit 15 Monaten V.a. sozial zunehmend regredierte und auch seine Sprachversuche verlor. Ob damals schon die nächtliche Epi unerkannt am Start war, weiß man nicht genau. Aber das würde ich als erstes bei eurer Tochter testen lassen!
Ein UK Experte sagte, dass Bene wenn er sprechen könnte, wohl nur ein lecht betroffene Asperger wäre, da es auffällig ist, wieviel Kontakt er sucht und wie genau er soziale Situationen versteht. Das würde auch in die Familie väterlicherseits, besonders zum Großvater, in noch dezenteren Züge eventuell auch zu meinem Mann passen. Mein Mann hat ebenfalls spät gesprochen, und war körperlich dyspraktisch, was er aber komplett aufholen konnte.

Liebe Grüße und viel Kraft!
Mein zweites Kind war auch zunächst sehr eingeschränkt. Ich weiß noch, wie frustriert und am ENde ich war, obwohl dieses Kind so viel leichter und V.a. motorisch betroffen war. Das wir auch mit dem zweiten Kind intensiv ins Therapiekarusell einsteigen mussten, macht mich heute noch traurig. Ih hätte es gerne einmal "ganz normal" gehabt .
Angie

_________________
Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin
Vorstellung plus Diäteffekte:
http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic73493.html

Primär nächtliche Epilepsie im motorischen Sprachzentrum (leider erst erkannt im März 2015!!!)
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Martha M.
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BeitragVerfasst am: 31.07.2017, 15:57    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Finchen,

ich finde auch, dass es sehr nach VED klingt.

Unser Mucki z.B. hat nie Schluckstörungen gehabt und eine eindeutige VED.
Ich kann dir auch nur den dringenden Rat geben, dich umzuhören, welche Logopäden in euerm Kreis sich wirklich damit auskennen (VEDIT z.B.)

Liebe Grüße und viel Erfolg
wünscht
Martha Smile

_________________
Unser Sonnenschein Mucki (2013) Smile 7q11.23 Duplication Syndrome, komb.Entwicklungsstörungen, VED, FNS, Trigonocephalus, Strabismus, Fehlsichtigkeit, Hypotonie, Stereotypien
Unser großer Erzählschatz Smile (2011), quietschfidel und kerngesund
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Lisaneu
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BeitragVerfasst am: 31.07.2017, 16:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Finchen,

unabhängig davon, was jetzt wirklich dahinter steckt, würde ich Gebärdensprache forcieren. Du schreibst, deine Tochter gebärdet gern und deutlich. Das ist - paralell zur UK mit dem Talker - eine Riesen-Erleichterung innerhalb der Familie.

Mein 5jähriger Sohn ist gehörlos, autistisch und wir haben augegeben, ihn zum tragen der Horchis animieren zu wollen, weil es eh nichts bringt. Statt dessen haben wir bisher nur mit Bildkarten, Schrift (wo er für sein Alter sehr weit ist) und Gebärden gearbeitet. Und obwohl Sohnemann aktiv auch in Gebärdensprache "hintennach" ist, versteht er alles.

Bei einem normal hörenden Kind wie deiner Tochter, die Gebärden nutzt, kann das innerhalb der Familie und mit anderen gebärdensprachkompetenten Menschen eine tolle, barrierefreie Kommunikation sein. Ohne Technik, Gerät mitschleppen und in jeder Situation (Schwimmbad, Abenteuerspielplatz, Erlebnispark, Schipiste,...).

Neulich in der Eisdiele hat mein Sohn mit dem Fingeralphabet "Amaretto" buchstabiert - das war besser und schneller, als er es mit jedem Talker könnte Laughing .

_________________
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)
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eliswu
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BeitragVerfasst am: 31.07.2017, 19:11    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Finchen, mein "Kleiner" (mittlerweile Mitte 30 Smile ) war auch ein sehr gscheites Bürschchen und ist er immer noch. Doch gesprochen hat er lange Zeit nur Vokale und mit 3 war sein Reden kaum verständlich. Allerdings hat er sehr wohl Verben benützt und komplexe Sätze gebildet. Geholfen hat dann ein Jahr lang zur Logopädie zu gehen und daheim spielerisch zu üben. Er musste viele Laute regelrecht erst lernen und üben, aber das fiel ihm nicht schwer. Es hat nur eine gute Logopädin gebraucht, die ihm Tricks gezeigt hat, wie er die Buchstaben bilden kann und dann auch in Wörtern verwenden. Alles Gute für euch! Liebe Grüße Elisabeth
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Jojo111
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BeitragVerfasst am: 31.07.2017, 19:26    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

für mich klingt das auch nach VED, eventuell in Verbindung mit Autismus.

Unser Kleinster hat genau diese Kombi: ASS plus VED. Bei ihm war es so, dass er schon als Baby keine Silben brabbeln konnte. Bis er um die 2 Jahre alt war, war er insgesamt "stumm wie ein Fisch". Man hat ihm aber angemerkt, dass er kommunizieren will, nur nicht weiß, wie. Man konnte richtig sehen, wie er nach den Worten "suchte". Mit dem Kauen hat er übrigens nie Probleme gehabt. Auffällig war höchstens, dass er den Mund meist offen hatte.

Er hat dann ebenfalls gebärdet (wir haben ihm mit 15 Monaten GUK Gebärden beigebracht). Frustriert war er trotzdem, weil die Gebärden kaum jemand verstand und viele ihn wie ein Baby behandelt haben. Rolling Eyes
Logo hatte er ab dem 2. Geburtstag und bekam mit knapp 3 einen Talker, damit ging es dann schnell bergauf.

Er hat mit 2 ein paar Worte gesprochen, Mehrwortsätze mit 3,5. Bis heute (er wird bald 7) spricht er schwer verständlich, man muss ihn kennen, um ihn wirklich verstehen zu können. Viele Laute kann er gar nicht bilden (S, Sch, R, F, CH, P...). Aber er spricht in Sätzen, stellt Fragen etc. Er ist auch sehr schlau und recht sozial, die Sprache ist die größte Baustelle.

Bitte sucht eine gute Logopädin mit Zusatzausbildung für VED, evtl auch ASS.
"Late Talker" gibt es sicher auch, aber die Probleme bei der Lautbildung sprechen doch sehr für eine VED. Da braucht Eure Tochter intensive und frühe Therapie bei einer spezialisierten Logopädin. Lasst Euch da nicht vertrösten.

Alles Gute!

_________________
LG, Jojo
mit dem bezaubernden Trio (Mademoiselle 2006, JIA, sehbehindert, SH rechts mit HG versorgt, ADHS --- Monsieur 2006, Asperger, ADHS, LRS, AVWS --- kleiner Charmeur 2010, HFA, SEV, VED, V.a. Tourette)

"Be who you are. And say what you feel. Because those who mind don't matter. And those who matter don't mind." Dr. Seuss
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finchen
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BeitragVerfasst am: 16.08.2017, 19:25    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo ihr Lieben!

Vielen Dank für eure Antworten. Ich war nun lange nicht mehr online, da sich die Eingewöhnung unserer Mittleren im KiGa als sehr schwierig erweist. Auch dort wird deutlich, dass sie sehr speziell ist. Der KiGa geht toll darauf ein. Aber es ist einfach anstrengend für alle Beteiligten. Autistische Züge sind für mich unübersehbar. Sie lässt sich nicht anfassen (nicht mal an die Hand nehmen) oder von Fremden an den Tisch schieben. Sie fängt an zu kreischen, wird starr und ist völlig außer sich. Auch wenn sie angesprochen wird. Sie macht dann einfach dicht (hat auch teilweise Art Overloads), fühlt sich unter den Kindern häufig unwohl (wie auch schon in den Spielegruppen damals) usw. Außerdem äußerte sie Langeweile... Beim Memory spielt sie aber sogar mit bis zu 4 anderen Leuten. Und auch so kann sie bei sehr offenen Kindern, die direkt auf sie zukommen, auf sie eingehen und schaukelt sich zb abwechselnd mit ihnen an. Wobei sie sich auch da häufig zurückzieht, weil es ihr zu viel wird.

Ich kann das so schlecht beschreiben und doch ist es so auffällig (eben ein bisschen wie autistische Züge. Sie kann aber auch in die Augen schauen und bei vertrauten Menschen kommunizieren usw. Also wenn nur leicht, wenn man mich fragt) Confused Andererseits sagt sie dann aber auch wieder, dass sie gerne geht und hat heute nach ihrem Terror plötzlich freudestrahlend mit gegessen und ihrem Eingewöhnungs-Erzieher beim Essen ein Kotelett ans Ohr getextet (damit hatte wirklich niemand gerechnet, weil der Morgen so dermaßen extrem negativ verlief. Sie überrascht immer wieder und verhält sich extrem spannend, Ich bin noch fast durchgängig dabei. Es wird eine sehr sanfte Trennung gemacht, damit sie den KiGa nicht negativ verknüpft). Mal sehen, wie es nach der Eingewöhnung wird. Heute, nach 2 Wochen, hat sie ihren Eingewöhnungs-Erzieher gut angenommen und ihn sogar umarmt. Er darf ihr nun auch schon ein bisschen mehr helfen (aber nur, wenn er vorher fragt) und sie geht gerne in Interaktion mit ihm. Heute hat sie das erste Mal den anderen "normal" Tschüß gesagt und gestern hat sie im Kreis etwas "erzählt". Alle anderen haben es ansonsten schwer und der Eingewöhnungs-Erzieher macht seit 2 Wochen eigentlich eine 1 zu 1 Betreuung, um an sie ran zu kommen und ist hoch motiviert (wurde von ihr ja heute auch belohnt mit der Interaktion und dem Umarmen). Wir haben echt Glück mit ihm. Geht aber natürlich nicht immer so weiter, sodass wir gespannt sind, wie sie sich nun auf Dauer macht. Zuhause kann sie sich auch sehr lange mit Dingen beschäftigen ohne eine direkte 1 zu 1 Betreuung. Denke, dass sie nur am Anfang so klammert. Warum sollte es im KiGa anders sein.

Tatsächlich kam eine Explosion der Sprache. Sie quatscht und quatscht und quatscht - ABER man versteht nichts. Sad Der KiGa ist jetzt direkt mit uns in die UK gegangen. Gebärden werden dort aktiv eingesetzt. Wir haben so einen Vokabeltrainer der Lebenshilfe alle runtergeladen und lernen fleißig. Ihr Erzieher, der sie eingewöhnt, beherrscht sie gut und sie nimmt sie toll an. Die anderen Erzieherinnen der Gruppe perfektionieren sie auch. Auch im Singkreis werden Lieder mit den Gebärden hinterlegt. Wir üben Zuhause viel. Profitieren beide Große von. Sie nimmt es gut an. Seit dem KiGa ist sie aber echt frustriert und auch häufig verzweifelt / wütend. Sie äußert sich ja und sagt die Dinge auch, aber wird nicht verstanden. Sie erzählt wirklich viel und differenziert und auch ganze Sätze. Manches versteht man, wenn sie auf die Dinge zeigt und sie benennt. Auch Verben kommen nun ausgesprochen statt nur mit Gebärden. Also wirklich gute und lange Sätze, die aber eben komisch und für die meisten völlig unverständlich ausgesprochen werden. Durch Erfahrung verstehe ich sie meist ganz gut. Den Rest zeigt sie mir und ich lerne, wie die Dinge bei ihr ausgesprochen werden. Aber es ist ohne diese Hilfestellung so gut wie unmöglich. Es ist echt zum Heulen. Sorry!

Angela hat recht... Ich bin heftig frustriert, dass es auch noch das zweite Kind trifft. Klar kann man jetzt sagen, dass wir eh UK hier haben und in Übung sind und klar, die Kleine hat "nur" die Sprache so stark auffällig. Ein Witz im Vergleich zur Großen. Aber dennoch ist das doch einfach Scheiße. Ehrlich... Ich finde es gemein. Sie bemüht sich so sehr und die Worte kommen einfach nicht raus wie sie es will und sie probiert und probiert. Ist doch logisch, dass sie traurig und wütend ist.

Epi glaube ich nicht. Sie hat überhaupt gar keine Anzeichen in die Richtung. Ruhigen Schlaf und keinerlei Auffälligkeiten... Aber klar, vielleicht sollten wir es mal testen lassen. Kostet uns ja nichts. Auf Wunsch lässt es unser Kinderarzt bestimmt bei sich testen. Er ist selbst Neurologe und war lange im UKM hier. Also auch gut erfahren.

Ach, wisst ihr. Es ist einfach so zum Heulen... Könnte sie die Buchstaben vernünftig aussprechen, würde sie hervorragend sprechen. Es scheitert an der kack Aussprache. Crying or Very sad Die anderen Eigenarten stören mich nicht. Auch wenn sie unter den anderen Kindern klar auffällt.

Naja. Kommunikationskarten werden nun auch im KiGa gemacht. Sowas wie ihr Lieblingsstofftier gibt es halt schlichtweg nicht als Gebärde. Und das ist überlebensnotwendig.

In 2 Wochen ist der Pädaudiologentermin. Ich bin gespannt. Es wurde gesagt, wenn es nicht sehr viel besser geworden ist, dann werden wir direkt zu den internen Logopäden weiter geschickt, um zu schauen, was am besten für sie ist Richtung Logo. Die Pädaudiologin sagte auch ehrlich, dass man da eben dann besonders schauen sollte, weil unsere Große ja auch nicht spricht. Allerdings liegen zwischen den beiden ansonsten Welten. Ich glaube echt nicht, dass sie dasselbe haben... Mal sehen.

Mein Mann sagt, dass es mit Logo ALLES gut wird. Ich habe Angst. Ich hoffe es sehr. Aber ich habe eben im Hinterkopf "Was ist, wenn nicht...?!" Und direkt bin ich wieder traurig. Wie ihr schon sagt. Super Sache, wenn sie sich mit Gebärden und Talker irgendwann verständlich machen kann. Aber ich wünsche es mir anders... Und doch habe ich nicht so viel Einfluss darauf. Sad Klar Therapien und hoffen, aber wenn es ihr eben körperlich nicht möglich sein sollte, kann ich auch nicht zaubern.

Naja, sie ist noch jung. Wer weiß, was noch kommt und wer weiß, woran es liegt. Da es aber nichts mit dem Ohr und dem drumrum ist (wurde ja bereits ausgeschlossen), mache ich mir natürlich umso mehr Gedanken, warum sie will und will und es klappt nicht.

Ich werde in 2 Wochen auf jeden Fall auf eine Verordnung für Logo pochen und nicht eher gehen, bevor ich eins habe... Da habt ihr wohl recht!

Liebe Grüße!

_________________
Maus *Epilepsie, Veränderung auf APBA2 im Bereich c.1592A>G; p.Asn531Ser, erster weltweit bekannter Fall, Pflegegrad 5.
Mama *1988, Gerinnungsstörungen, Thrombosen.
Papa *1987, autistische Züge.
Würmchen, *11/2014, gesund.
Mini *10/2016, gesund.

*Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende!*
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Susanne 61
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BeitragVerfasst am: 16.08.2017, 21:29    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Finchen,
deine Mittlere ist noch keine drei Jahre alt, sehe ich das richtig? Und sie geht gerade mal zwei Wochen in den Kindergarten?
Erinnert mich ein wenig an meine gesunden Kinder. Sie waren insgesamt kognitiv gut entwickelt, die Sprache allerdings und insbesondere die Lautbildung eine Katastrophe! Aber inhaltlich war alles richtig, was sie sagten, sie erzählten, stellten Fragen und interessierten sich für alles.
Der Kindergarten lief nicht nur zwei Wochen lang so wie bei dir, sondern ein ganzes halbes Jahr! Die einzige, die sich keine Sorgen machte, war ich! Der weitere Verlauf der Dinge gab mir Recht - plötzlich wurde eine Art Schalter umgelegt, sie sprachen richtig, hatten viele Freunde und unterschieden sich nicht mehr von ihren Altersgenossen.
Will natürlich nicht sagen, das ist oder wird jetzt bei dir ebenso. Nur eine kleine Erinnerung meinerseits... Very Happy
LG,
Susanne

_________________
Susanne mit Dorothea, 17 Jahre, frühkindlicher Autismus und drei gesunden Geschwistern 25, 28 und 29 Jahre
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finchen
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BeitragVerfasst am: 16.08.2017, 22:47    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Susanne,

ich danke dir für deine Worte! Tatsächlich beruhigt mich das und vielleicht hat mein Mann ja doch recht, dass mit ein wenig Logo alles ganz schnell kommt. Ich reagiere auf Grund der Entwicklungsverzögerung unserer Großen vielleicht auch einfach ein wenig empfindlich. Muss ich zugeben. Bis zum Pädaudiologentermin war da meinerseits auch kaum Sorge. Mit dem ersten Termin kam ein wenig Sorge auf und nun bin ich völlig verunsichert.

Sie wird in 3 Monaten erst 3 Jahre alt. Ist also noch recht jung. Da hast du recht!

Also waren deine Kinder etwa ein halbes Jahr im KiGa, bevor es mit der Lautbildung besser wurde? Habe ich das richtig verstanden? Smile Das wäre echt schön, wenn bei ihr tatsächlich auch einfach irgendwann ein Schalter käme!

Liebe Grüße
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