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Verhalten im Kindergarten
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MelSch
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BeitragVerfasst am: 14.07.2017, 07:55    Titel: Verhalten im Kindergarten Antworten mit Zitat

Hallo!

Mein Sohn ist gerade 3 geworden, hat eine Wahrnehmungsstörung (V.a ASS) und geht als I-Kind (Antrag läuft) in einen Regel-KiGa.
Es ist eine sehr kleine Gruppe mit einem traumhaften Betreuungsschlüssel! Very Happy Der absolute Glücksgriff!
Er kann mittlerweile sehr gut sprechen.

Es gefällt ihm gut im Kiga, allerdings kann er mit anderen Kindern nichts anfangen. Er will am Liebsten alleine sein Ding machen.

Jetzt läuft es im Kiga und auch daheim zunehmend so, daß er Sachen wegnimmt und einfach durch die Gegend wirft. Das kommt hauptsächlich in den Gruppensituationen wie Morgenkreis/Frühstück/Bastelstunde vor. Er weigert sich dann auch, wieder aufzuräumen.
Dazu haut er ständig die Kinder. Sad

Die Erzieherinnen nehmen ihn dann aus der Situation. Er bekommt dann eine Auszeit und soll merken, daß er so nicht mitmachen kann.

Erzieherisch super, ABER mein Sohn WILL ja aus der Situation raus! Er will ja gar nicht mitmachen. Er ist dann glücklich, wenn er die anderen Kinder wieder los ist....

Zu Hause kommt es auch immer öfter vor, daß er Personen haut oder sogar beißt (ganz neu!!), mit denen ich gerade spreche! Shocked Dazu schreit er.
Er haut auch wesentlich kleinere Kinder.

Auf die Frage, warum er das macht, kommt immer, daß ich mit ihm ja was anderes machen wollte oder er Angst hat.
Aber ich habe noch ein Kind und kann nicht alle Menschen um mich rum ignorieren!

Es ist auch nicht so, daß er verzogen ist, sondern sein "Plan" geht nicht auf. Für meinen Buben ist das ganz schlimm und er tut mir auch wirklich leid!

Wie kann ich ihm helfen?
Was könnte man im Kiga machen?

Er darf sich im Kiga viel zurückziehen. Das machen sie wirklich toll! Aber er soll ja auch langsam lernen, in der Gruppe zu bleiben.

Ihn in der (überfordernden) Situation zu lassen, bewirkt nur, daß er immer mehr ausflippt und schreit. Danach ist er total fertig. Crying or Very sad
Wenn er zu Hause eine für ihn schwierige Situation gut aushält, lobe ich ihn. Das findet er ganz toll.

Ich habe Angst, daß sich dieses Hauen/beißen/werfen verfestigt und er es als Strategie nimmt, um unangenehmen Situationen zu entkommen.

Liebe Grüße!
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Engrid
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BeitragVerfasst am: 14.07.2017, 08:42    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Mel,

Hauen, Beißen, Werfen hat er als erfolgreiche Strategie entdeckt, sich den nötigen Rückzug zu verschaffen. Es gibt nur eine einzige Möglichkeit, ihn dazu zu bringen, das wieder zu ändern: Gebt ihm den nötigen Rückzug BEVOR er übergriffig werden muss.
Natürlich verfestigt sich diese Strategie, wenn da nicht pädagogisch sinnvoll auf ihn eingegangen wird.
Ich erinnere mich an einige Threads, zb zum Thema Überforderung beim Einkaufen - ich dachte, es wäre schon klar geworden, dass die Bedürfnisse Deines Sohnes nicht mit "er muss aber doch" aufzulösen sind.

Ehrlich gesagt, "das muss er lernen" kann ich nicht mehr hören. Wenn ich den Vögeln zuschaue und zu meinem Hund sage, er muss jetzt lernen zu fliegen - lernt er es deshalb?

Zitat:
Wenn er zu Hause eine für ihn schwierige Situation gut aushält, lobe ich ihn. Das findet er ganz toll.
Das kann man schon mal (!) machen, wenn man das Kind nicht überfordert. Wenn diese Anpassungsleistung auf Dauer verlangt wird, dann ist das viel zu viel, und das Kind wird seelisch und reizmäßig völlig überlastet


Stell Dir vor, Du sitzt im Büro, schlecht geschlafen, leichtes Kopfweh. Du möchtest gerne arbeiten, aber alleine und in Ruhe. Deine sieben Kollegen im Raum unterhalten sich mit dem Megaphon, zwei sitzen auf Deinem Schreibtisch, draußen vorm Fenster hämmert einer mit dem Presslufthammer. Aus dem Radio dudelt Musik. Der Bildschirm flackert. Es riecht penetrant nach einem schweren Parfüm. Dauernd tippt Dir Dein Chef auf die Schulter und erklärt Dir was. Die anderen haben alle offenbar ein gemeinsames Thema/Anliegen, aber Du hast keine Ahnung, was es ist. Wie lange glaubst Du, hältst Du das aus, bis Du irgendwann brüllst "Raus hier, bitte, alle!!!" und Dir die Ohren zuhältst? Wie geht es Dir dann, wenn Du gefragt wirst, warum Du sowas Böses getan hast?


Junior war ähnlich. Er hat damals im HPK in kürzester Zeit eine "eigene" Jahrespraktikantin (also quasi eine interne I-Hilfe) bekommen, weil er es in der Gruppe zunächst nur in homöopathischen Dosen ausgehalten hat. ER konnte bestimmen, wann er zur Gruppe kommt, nicht andersrum, wann er Rückzug nimmt. Das war die Basis dafür, dass er mehr und mehr sich öffnen konnte, alles besser einschätzen lernte, und damit freiwillig in die Gruppe kam. Die Gruppe, das waren sieben weitere Kinder und drei Erwachsene (plus Praktikantin), darunter die Gruppenleiterin mit langjähriger Autismuserfahrung. Kennt sich in Eurem Kiga jemand WIRKLICH aus mit Autismus?


Erspart ihm bitte bei
Zitat:
Morgenkreis/Frühstück/Bastelstunde
mittendrin zu sein und lasst ihn von sich aus "kommen", auch wenn es dauert.

Grüße

_________________
Engrid

mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)
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MelSch
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BeitragVerfasst am: 14.07.2017, 10:54    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Engrid!

Ich habe mich blöd ausgedrückt: ich meinte nicht, daß er es jetzt endlich langsam lernen muß, sondern daß es es langsam/in kleinen Schritten lernen soll.

Mein Sohn kann sich jederzeit zurückziehen. Das macht er auch, teilweise bis zu einer Stunde. ER entscheidet dann, ob er wieder zu den anderen dazu kommt. Aber es ist schon so, daß ihm gesagt wird, was jetzt gemacht wird und er gefragt wird, ob er dazu kommen mag. Durch den tollen Betreuungsschlüssel (10 Kinder, 3 Erzieherinnen) ist das gut umsetzbar.

Er kommt dann dazu, fängt aber schnell an mit schmeißen/hauen. Er könnte aber jederzeit gehen. Er wird zu nichts gezwungen.
Vielleicht wäre es gut, wenn die Erzieherinnen ihm schon bei kleinsten Anzeichen DIREKT sagen, daß er auch gehen DARF? Idea

Zu Veranstaltungen wie Sommerfest, Kirche oder Ausflüge geht er erstmal nicht mit. An einem Tag in der Woche geht er auch nur eine Std. in den Kiga, weil da zu viel geboten ist.
Insgesamt kommt er auf ca.16 Std./Woche.

Es wird also schon sehr gut auf seine Bedürfnisse eingegangen!

Zu Hause ist es so, daß er z.B aushält, daß ich ihm die Hände abputze. Das hasst er wie die Pest, v.a auch noch mit einem feuchten Tuch Evil or Very Mad Aber dann sagt er von selbst, daß "xy das toll gemacht hat, ohne schreien"! Und dafür lobe ich ihn natürlich. Daß es beim nächsten Mal wieder ganz anders läuft, ist klar. Wink

Ich frage ihn nicht, warum er so böse war. Ich frage, was falsch ist/war, was er nicht mag. Auch nicht in der Situation, sondern wenn er sich beruhigt hat. Das kann er dann schon ganz gut sagen. Und ich weiß beim nächsten Mal, was los ist.

Trotzdem gibt es auch noch ein Familienleben. Ich muß zur Arbeit und gelegentlich telefonieren. Mein großes Kind hat Bedürfnisse und ich auch. Razz
Wie kann ich ihm da helfen? Es geht ja teilweise schon los, wenn die Große aus der Schule kommt und essen will. Es dauert keine 5 min., dann beißt er plötzlich zu. Confused

Ich muß zugeben, für mich ist der KiGa schon eine Entlastung. (Ich bin ziemlich fertig. Sad )


Wir habe uns einen Radlanhänger gekauft, den wir benutzen, wenn etwas ansteht, das er nicht mag, ich aber niemanden habe, der babysittet. Einkaufen gehe ich zu 98% ohne ihn.

Im KiGa sind "normale" Erzieherinnen und es kommt eine Integrationsfachkraft, die sich mit Autismus auskennt. Aber da wir noch keine Diagnose haben, gibt es auch keine spezielle Autismustherapie. Auch eine I-Kraft bekommen wir erstmal nicht.

Viele Grüße!
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Engrid
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BeitragVerfasst am: 14.07.2017, 15:48    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Mel,

Zitat:
Er kommt dann dazu, fängt aber schnell an mit schmeißen/hauen. Er könnte aber jederzeit gehen. Er wird zu nichts gezwungen.
Wird er bloß nicht gezwungen, oder wird auch kein Druck ausgeübt (unverblümt, oder "verblümt" psychologisch)?
Wenn er wirklich ganz freiwillig dazu kommt, und dann trotzdem übergriffig wird, fällt mir dazu folgendes ein:
- er möchte Kontakt, aber ihm fehlt eine positive Alternative, in Kontakt zu den anderen Kindern zu treten. In dem Fall müsste man das langsam aufbauen. Sowas geht zb in heilpädagogischen Stunden oder in der Ergo gut, wenn eine begabte Erzieherin dabei ist evtl auch im Kiga-Rahmen in der 2er oder 3er Gruppe.
- er setzt sich selber unter Druck, das "Niormale", "Richtige" zu tun, packt es aber nicht.

Zitat:
Vielleicht wäre es gut, wenn die Erzieherinnen ihm schon bei kleinsten Anzeichen DIREKT sagen, daß er auch gehen DARF?
Das würde ich eher außerhalb der Situation mit ihm besprechen, und dann schon auch einüben. In der Situation, wenn er übergriffig wird, hilft je nach Kind ablenken, abdrängen, ausbremsen - ohne Vorwurf, souverän und unaufgeregt,, dafür mit viel Klarheit.
Vielleicht könnte man auch eine "Auszeit"-Karte machen, die er dann selber nehmen und "einsetzen" kann, weil Visuelles oft noch geht, wenn sprachlich schon alles dicht ist.

Zitat:
Wie kann ich ihm da helfen? Es geht ja teilweise schon los, wenn die Große aus der Schule kommt und essen will. Es dauert keine 5 min., dann beißt er plötzlich zu.
Wahrscheinlich ist er durch, wenn er heimkommt. Geht es, dass die Zwei getrennt essen? Kann er ein wenig alleine bleiben, vielleicht mit einem MP3-Player und Musik, oder halt was anderes, das ihn entspannt.

Ich verstehe, dass es auch noch etwas anderes gibt als Deinen Sohn, vor allem auch die Schwester Zuwendung braucht. Das ändern aber leider nichts daran, dass Dein Sohn so ist, wie er ist.
Hast Du denn jetzt schon eine Pflegestufe, dann gibt es vielleicht Unterstützung durch Betreuer (hab das jetzt nicht mehr auf dem Schirm, wie das bei Euch ist)?


Zitat:
Ich frage, was falsch ist/war, was er nicht mag. Auch nicht in der Situation, sondern wenn er sich beruhigt hat. Das kann er dann schon ganz gut sagen. Und ich weiß beim nächsten Mal, was los ist.
Das ist doch super, da hat er schon große Fortschritte gemacht, grade auch kommunikativ. icon_thumleft.gif

Grüße

_________________
Engrid

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oy1970
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BeitragVerfasst am: 14.07.2017, 17:25    Titel: Antworten mit Zitat

Engrid hat folgendes geschrieben:
Hallo Mel,


Ehrlich gesagt, "das muss er lernen" kann ich nicht mehr hören. Wenn ich den Vögeln zuschaue und zu meinem Hund sage, er muss jetzt lernen zu fliegen - lernt er es deshalb?



Laughing
Danke Engrid, you made my day

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Piris Mama
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BeitragVerfasst am: 14.07.2017, 23:00    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Mel,

irgendwie erinnert ihr mich an unsere Problematik mit Piris 1. Kindergarten. Er war zwar wohl heftiger da. Hat dort nicht geredet, hatte auch gehauen und gebissen, hatte dort komplett verweigert zu essen (sogar mit Stühlen um sich geschmissen, als er essen sollte). Und eines Tages war er apathisch auf dem Boden am krabbeln und reagierte auf meine Mutter nicht mehr, als sie ihn abholte. Den Erzieherinnen war es egal, die liefen an ihm vorbei, er sei den ganzen Tag schon so. Er konnte nicht mehr einschlafen, bis ich ihm sagte, er müße dort nie wieder hin.

Die I-Kraft war bewilligt und es war schon jemand gefunden wurden. Aber vom Bauch her wußte ich, dass wird da nie was.

Zum Glück geht er seid Dezember in einen Integrativen Kindergarten als Förderkind. Aber auch da ist es schwer zu durchschauen, warum es in manchen Situationen für ihn zu viel ist und in manche nicht. Ich denke die Erzieherinnen müßen wissen, wie dein Sohn denkt, wie er die Welt wahrnimmt, damit sie auf ihn eingehen und fördern können. Ob die I-Kraft das Wissen hat, weiß man ja auch nicht. Kann er auch im Kindergarten Therapien bekommen? Ich möchte dich nicht beeinflußen, nur Denkanstöße geben.

Was für alle Kinder gilt. Wenn sie Stress haben, können sie sich nicht weiterentwickeln. Versuch den Stress rauszunehmen.

Sprich ihn doch an, wieso es im Kindergarten zum Beißen, Hauen oder Werfen kam, frag ihn was ihm helfen könnte, dies nicht zu machen und berichte es den Erzieherinnen, damit sie darauf eingehen können.
So würde ich es Zuhause auch machen. Ich erledige alle Telefonate, Haushalt und Co bevor ich Piri vom Kindergarten abhole. Und dann läuft kein Fernseher, Radio mehr und Besuch bekommen wir auch nicht. Ich weiß es ist hart, du mußt es nicht machen. Nur für uns ist es der einfachste Weg, der sich auch richtig anfühlt. Leider fehlt mir auch der Ausgleich, damit ich auch ruhig und ausgeglichen bleiben kann. Ich hoffe noch auf die Lösung. Cool

Schau doch mal, ob es Sachen gibt die ihn beruhigen. Hier hilft es zu malen oder bauen, um den Stress loszuwerden.

Liebe Grüße
Sarah

_________________
Mama von Piri Februar .2013 schlauer Dickschädel, Asperger mit schwerer Beeinträchtigung der sozialen Reaktivität, Störung der motorischen Funktion und Knotterhahn Mai 2016 der weiß was er will
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MelSch
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BeitragVerfasst am: 16.07.2017, 21:49    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!

Wir haben ein sehr heftiges WE hinter uns. Confused

Mein Bub hat die letzten Tage Oma, Cousine, Nachbarsmädel und Schwester gebissen (sogar ins Gesicht(!!! Shocked ), gehauen und ihm wildfremde erwachsene Menschen mit Steinen beworfen! Shocked Crying or Very sad

Momentan weiß ich echt nicht weiter! Crying or Very sad

Ich konnte auch keinerlei System oder Auslöser erkennen. Es waren verschiedene Situationen.
Einmal war es, weil ich mich unterhalten habe, einmal in unserem Garten, einmal ein sehr bekanntes Besuchskind der Großen und einmal die Oma beim babysitten. Nur mich läßt er in Ruhe und will wie immer viel kuscheln...
Er wirft auch ständig Sachen durch die Gegend und weigert sich, diese zurück zu holen.

Ich weiß, daß viele KiGa Neulinge erstmal aufdrehen - aber so?? Confused

Zu euren Fragen:

- Pflegestufe haben wir noch nicht.

- Auszeitkarte haben wir schon versucht, das versteht er überhaupt nicht. Auch die "Stopp"- Geste kann er nicht annehmen oder selbst anwenden.

- Wenn ich ihm versuche, etwas zu erklären, was mit dem Thema Hauen/beißen zu tun hat, schaltet er völlig ab. Es interessiert ihn absolut nicht.

- Die Große kommt erst 1,5 Stunden später heim und ißt alleine. Davor hat er ausreichend Zeit zum ausruhen. Teilweise schläft er sogar Mittags wieder.

- Fernsehen, Radio oder sonstiges Gedudel haben wir auch verbannt. Die Große geht in einen anderen Raum, falls sie mal was im Fernseher anschauen will. Besuch haben wir nur von den Omas oder der einen Freundin meiner Großen. Die wohnt nebenan. Ansonsten sind wir eh schon die absoluten Einsiedler. Was ICH nicht schlimm finde.

- Bisher bekommt er einmal wöchentlich 1,5 Std. Frühförderung. Zuerst zu hause, jetzt im KiGa. Die Heilpädagogin kennt meinen Buben schon ganz gut und bleibt uns auch als Integrationsfachkraft erhalten. Very Happy

- Ausgleich habe ich auch 0. Ich habe auch keinerlei Elan für irgendwas (Hobbys, Ausgehen). Ich bin von den normalen Tag schon völlig bedient.

- Die Nächte sind seit Geburt ein Drama, seit einem Jahr ein Zustand. Einschlafen geht gut, aber dann ist mein Kleiner ab 2.00 zwischen 1,5 - 2,5 Std. wach und kann nicht mehr einschlafen.

Es tut mir leid, daß ich so viel jammere! Ich habe niemanden, der mich versteht und sich mit der Materie auskennt. Ich komme mir so alleine vor und für die Außenwelt bin ich die Mutter vom AK (Arschloch-Kind). Crying or Very sad
Ich versuche irgendwie allen gerecht zu werden (beiden Kindern, Mann), schaffe es aber nicht...
Ja, momentan tue ich mir selber leid und möchte einfach nur meine Ruhe!

Aber da das nicht geht, nerve ich euch. Embarassed

Danke und LG!
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Engrid
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BeitragVerfasst am: 16.07.2017, 22:08    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Mel,

Du nervst nicht. Wink

Ich bin froh, dass Du Dich hier ausheulst, das habe ich auch schon getan, und habe auch offene Ohren und guten Rat gefunden.

Ich kenne das vom Junior so: Wenn an einer Stelle, also mit einem einzigen Menschen, etwas nicht gut läuft, jemand ihn nicht gut führt, dann entwickelt er dort Fehlverhalten, und überträgt das ziemlich schnell auf alle anderen Situationen mit allen anderen Menschen.
Beispiel: Irgendjemand - ich weiß gar nicht mehr wer - hatte mal überreagiert, als Junior dessen Brille angefasst hat - daraus hat sich in relativ kurzer Zeit ein herausforderndes Verhalten gebildet, das er überall ausgetestet hat. Eine heftige Zeit. Es half nur eins: cool bleiben (ich hatte mir eine Titan-Brille zugelegt und dann war es MIR wurscht, deshalb ihm dann auch).
Das Thema Beißen blieb und gsd erspart, da ist es nämlich sehr schwierig, cool zu bleiben. Denn das tut verflucht weh. Kleiner Aufwand, große Wirkung.
Warum er das macht? Ich geh mal von meinem Junior aus: Junior brauchte damals eine sehr klare Struktur, eine souveräne liebevolle klare Führung durch jemand, der sich aus seinem Verhalten einen Reim machen kann. Wenn er das nicht hatte, dann konnte er gar nicht anders, er rutscht in das negative Verhalten, suchte praktisch den Halt, die Grenze.
Und Überforderung war ebenfalls strikt zu vermeiden.

Das Verhalten kommt jetzt aus der neuen Situation, vom Kindergarten - das scheint ziemlich klar. Du musst jetzt herausfinden, ob der Kiga grundsätzlich richtig mit ihm umgeht und es nur der holprige Anfang ist, oder ob der Kiga da gröbere Fehler bzw Inkompetenzen hat. Wenn er dort zB zu wenig empathisch behandelt wird - und unsere Kinder haben ja sehr feine Antennen - dann wird es schwierig. Oder wenn sie nicht klar und gut strukturieren.
Kannst Du mal hospitieren? Seid Ihr in engem Austausch, gibt's ein gutes Verhältnis?

Geht er denn noch gerne?


Was ist denn mit dem SPZ-Termin, Du schriebst Juli, war der schon? Lass Dich bitte von denen auf keinen Fall noch ein Jahr hinhalten wg Autismus-Diagnostik! (Falls wir hier vom SPZ in München reden: dort bekommst Du nicht mal eine Autismusdiagnose, wenn es dem Kind auf der Stirn geschrieben steht.) Besser: Mach einen Termin in der Heckscher-Klinik (KJP), ich finde das schon einen ziemlich deutlichen ASS-Verdacht bei Deinem Sohn; und wenn nicht ASS, dann jedenfalls KJP-relevant.
Lass Dir aber vom jetzigen SPZ etwas schreiben, dass sie dringend einen Einzelhelfer für den Kindergarten empfehlen.
Warum beantragst Du nicht endlich Pflegegrad?? Mach das bitte umgehend, so wie Du das schilderst, gibt es da doch wenig Zweifel auch für den MDK-Gutachter; vielleicht kannst Du in den Ferien schon ein wenig Entlastung bekommen.

Grüße

_________________
Engrid

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BeitragVerfasst am: 17.07.2017, 10:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Mel,

es erinnert mich ein bisschen an meinen Sohn, als er 3 Jahre alt war und in den Kindergarten kam. Er wurde auch aggressiv gegenüber anderen Kindern und es flogen auch oft Gegenstände....
Unerklärlich und unverständlich für die Erzieherinnen, da mein Sohn zudem wahnsinnig gut sprach und schon damals ziemlich intelligent wirkte.

Wir hatten dann 2,5 Jahre Stress, es lief mal besser mal schlechter, dann kam die Diagnose und dann der Kindergartenwechsel. Ab da lief es dann (er wurde ja auch älter) und nun in der Schule gibt es auch immer mal wieder noch Vorfälle...

Für uns wäre es super gewesen, wenn wir uns damals (mit 3 Jahren) schon Hilfe geholt hätten.

Tipps habe ich leider nicht viele: Erklärungen/Fragen brachten in dem Alter nicht viel, die Kinder handeln ja im Impuls und das schafft mein (hochbegabter) nun knapp 8-jähriger kaum, sowas abzustellen (und ja, natürlich weiss er dass er nicht Hauen darf).
Aus der Situation rausnehmen war hier hilfreich. Habe ich zuhause auch gemacht. Und nicht "schimpfen", das war für meinen das Allerschlimste. Dieses ständige "Geschimpfe" der Erzieherinnen, da hat er echt drunter gelitten. Sein Verhalten ist ein Hilfeschrei der Überforderung, er macht das nicht extra.

Übrigens: Das "Sachen-werfen" war bei uns eher eine Art Tick, das wurde dann irgendwann abgelöst von "Sachen-klopfen", "Sachen-Auseinanderpflücken > z.B. alle Lego-Männchen in Einzelteile zerlegen, Papier zerrupfen)", "Geräusche machen", "Rülpsen", "Kreischen"....und das immer mal wieder im Wechsel. Jeder Tick hält dann so 2-4 Monate, dann kommt wieder der nächste. Ist bis heute so.....

Und: Das Beissen während Gesprächen hatten wir so zwar nicht, aber dafür macht meiner (bis heute) gerne Geräusche während meinen Gesprächen. Mittlerweile kann er das auch Abstellen, aber wenn wir uns bsp. am Abendessenstisch mit den anderen Geschwistern unterhalten wird er immer lauter (singt bsp). Dran erinnern müssen wir ihn trotzdem ständig.
Es gab eine Zeit (so als er 3-5 Jahre alt war), da konnte ich kein längeres Gespräch mit den Nachbarn am Zaun führen, ohne das er es mit seinen Geräuschen irgendwie gesprengt hätte....
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Piris Mama
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BeitragVerfasst am: 17.07.2017, 18:52    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Mel,

schreib dir ruhig deine Sorgen hier von der Seele, es tut dir gut. Und viele nicken wahrscheinlich so wie ich.

Ich glaube, es ist einfach alles zu viel für ihn. Als Piri im alten Kindergarten war, war es mit ihm einfach die Hölle, ich mußte ihn immer wieder für 1-2 Wochen da rausholen, damit man mit ihm auskommen konnte und er war da die Woche 10 Stunden da. Als ich ihn dann abgemeldet hatte, wurde er immer ruhiger. Bei der Eingewöhnung im 2. Kindergarten drehte er auch auf, zum Glück nicht so heftig.

Was macht man beim Beißen? Ich selber würde in solchen Situationen im Voraus versuchen im Weg zu stehen, so kannst du es auch versuchen zu verhindern. Ich würd einfach auch bobachten, wann er anfängt laut zu werden oder zeigt, dass er Stress hat, ihn aus der Situation rausbringen, muß ja nicht aus den Raum sein und fragen, was er jetzt gerne machen möchte (was ihn beruhigt vorschlagen).

Wir können hier uns leider auch sehr schwer unterhalten, hier wird dazwischen geredet, gesungen und geschrien. Wir ermahnen er sei laut, aber es hilft nur kurz.

Wir hatten früher auch schlimme Nächte. Erst als der tagsüber nicht mehr schlief, wurde es langsam besser. Schande über mein Haupt, ich hab ihn oft Filme angemacht, damit ich schlafen konnte. Wir hatten ihn damals immer früh geweckt, keinen Mittagsschlaf und erst ab 19 Uhr mit dem Abendritual angefangen, als er 3 war. Jetzt schläft er fast immer durch und schläft mehr als damals. Aber was ich so lese, haven wir Glück.
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