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Meinungen - Kleinkind Sprachentwicklung
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jonasb
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BeitragVerfasst am: 18.03.2018, 19:22    Titel: Re: Meinungen - Kleinkind Sprachentwicklung Antworten mit Zitat

Sheila0505 hat folgendes geschrieben:
Hallo ihr Lieben,
ich schreibe hier, weil ich wirklich sehr gerne mal eure Meinung zu der Sprachentwicklung unseres Sohnes hören würde. Ich versuche mich auch kurz zu halten.
Also er ist noch sehr jung, viel zu jung um sich darüber eigentlich schon Sorgen zu machen. 2 1/4 Jahre alt, korrigiert (da Frühchen) ist er gerade mal 2 Jahre. Also alles noch in einem sehr lockerem Alter bzgl. dem Sprechenlernen, zumal er obendrein ein Junge ist und zweisprachig (Englisch-Deutsch) erzogen wird.

Aber man möchte ja als Eltern auch nichts wichtiges verpassen und schön langsam mache ich mir so meine Gedanken bzgl. seiner Sprachentwicklung wesshalb ich jetzt auch euch frage.

Also:
Er kann ein paar Wörter sprechen, was super ist. Allerdings habe ich den Eindruck das ihn irgendetwas blockiert, also das er gerne bestimmte Sachen sagen würde und es einfach nicht rauskommen mag - aus seinem Mund.
Er spricht wunderbar Mama und Bapa (Papa) und diese 2 Wörter sind auch die Häufigsten.
Zu Oma und Opa hatte er auch stets Mama und Bapa gesagt und auch wenn er andere Erwachsene gesehen hatte :-/
Mittlerweile (seit kurzem) schafft er es ein wenig besser zu differenzieren und sagt zu Oma oft (nicht immer) "Amma" und zum Opa "A(bp)a".

Ansonsten kann er z.B.
"Namnam" für Essen
"Eyn" für Nein

aber dann wird es schwierig. Dazu kommen noch weitere 4 Wörter, die nur sehr schwer zu verstehen sind und sich teilweise kaum voneinander unterscheiden (also wirklich nur feine Nuancen).
Z.B. das Wort bubble und blue gehören zu diesen 4 weiteren Wörtern die er spricht. Allerdings spricht er es so ähnlich aus, das man nur weiß was gemeint ist wenn er darauf zeigt.

Er kann weder "Ja" sagen, noch sagt er "Da" wenn er etwas möchte. Bemängelt wurde bei ihm ein fehlender Blickkontakt. Aber das kann ich zu Hause egtl weniger bestätigen, er sieht mich schon an - ist halt meist mehr mit anderen Dingen beschäftigt, aber er tut es.

Auffällig ist dieses "Bll" (was auch in "bubble" und "blue" vorkommt). Er bll't ganz komisch, sodass sein Mund schief ist und die Zunge links aus dem Mund raushängt. Seinen Bruder kann er seit rund 2 Wochen rufen (eines der 4 weiteren Wörter), allerdings benutzt er nur die letzte Silbe und setzt einfach "Bll" davor, ohne ersichtlichen Grund. (Mund aber wieder schief und Zunge nach links, teilweise auch nach draußen)

Er kann im Grunde auch keine Tierlaute sprechen, wobei er immer wieder gerne Bilder anschaut und sie vorgesagt und nachgespielt bekommt. Allerdings versucht er es explizit bei der Katze und dem Hund. Aber es ist vorallem bei der Katze mehr die Art wie er es macht um diese zu charakterisieren - von der Stimmlage her und der Geschwindigkeit. Beim Hund ist er energisch und immitiert das Bellen schon recht gut, bei der Katze ist es eher ein (ich kann es nicht beschreiben) - aber sanft und hell in der Stimme beim Miauen.
"Muh" oder "mäh" oder andere Tierlaute kommen hingegen nicht aus seinem Mund.
Allerdings kann er Fauchen wenn er mit seinem Bruder Dino spielt und er kann Pupsgeräusche (ich denke es ist klar was ich meine Wink ) und Lippengeräusche mit dem Mund machen. Was ja super ist. Es ist also nicht so, das gar nichts kommt.

Vorlieben:

Er ist ein riesen Bus und Auto-Fan und mag generell alles was Räder dran hat. So spreche ich "Bus", schafft er es nicht es nachzusprechen. Er versucht es, aber da kommt immer nur Kauderwelsch dabei raus und dann wendet er sich ab. So ist es bei allen anderen Wörtern bisher auch. Zumindest stimmt die Sprachmelodie irgendwie...

Er ist ein sehr großer Musikfan und kann bisher eine kleine Melodie (nicht ganz korrekt) nachsummen, es ist eine sehr einfache, kurze Melodie (es handelt sich um "We Will Rock You"). Aber mehr - andere Melodien -schafft er nicht, nicht ansatzweise.

Wir sollen ihn jetzt mit lautbegleitenden Gebärden unterstützen und ihm Gegenstände die wir benennen zu unseren Lippen halten - damit er unsere Lippenbewegung beim Sprechen wahrnimmt.
Ich habe jetzt einen Hörtest angeleiert, einen normalen Hörtest in einer recht guten HNO-Klinik. Pädaudiologie allerdings noch nicht, denn bei dem BERA-Test bräuchte er eine Vollnarkose und ich möchte ihm das nicht unnötig zumuten (Logopädin sah nun bei Erstvorstellung noch nicht die Notwendigkeit aufgrund seines Alters und seines Backgrounds).
Verstehen tut er übrigens alles, sein passiver Wortschatz ist also sehr groß - in beiden Sprachen.

Auch benutzt er z.B. uns als Armverlängerung wenn er was möchte und nicht dran kommt und deutet auch auf Sachen und macht sich irgendwie stimmlich bemerkbar.

Er hat lt. Therapeuten eine Wahrnehmungsstörung (Körpergefühl) und im Grunde auch eine milde Hemiparese aufgrund von Hirnblutungen.
Er hat Autoaggressionen (er spürt sich nicht so gut) und auch Fremdaggressionen, diese gehen i.d.R. immer mit Wut oder Trotz einher und ist allgemein entwicklungsverzögert - sprachlich natürlich am meisten.

Wie schätzt ihr die Sprachentwicklung ein? Wann (und ob überhaupt?) würdet ihr frühestens oder spätestens weitere Untersuchungen z.B. BERA anleiern? Wieviel Zeit würdet ihr geben, ehe ihr euch Gedanken machen würdet? 3 J?
Erkennt ihr irgendwo Ähnlichkeiten zu Euren Kindern wieder? - Z.B. das mit der Zunge und dem schiefen Mund?
Würdet ihr euch noch gar keine Sorgen machen oder demnächst Zweitmeinung einholen, evtl. doch mit Logo anfangen?
Ich brauche wirklich Input, ich würde mich wirklich sehr über Meinungen freuen.

Ach und wir bekommen noch keine Logo, weil die Logopädin meinte das es zu viel wäre: er bekommt derzeit Ergo und noch - aber nicht mehr lange -Physio. Wir sollen nun vorerst den Hörtest abwarten, zu Hause fördern, uns einstweilen auf die Ergotherapie konzentrieren und dann wird das SPZ (Ärztin und Therapeuten) sich zusammensetzen und überlegen wie es weitergeht.

Liebe Grüße Sheila


Hey,
mein Sohn wird auch mit 2 Sprachen erzogen. Smile Da er aber eine schwerwiegende Behinderung hat, spricht er noch gar nicht.
So als Hintergrundinfo.
Für ein Kind in diesem Alter, wie du beschreibst, empfinde ich es aus fachlicher Sicht noch nicht bedenklich.
Es gibt Kinde rdie sprechen erst richtig mit 3 oder 3,5 und dann kommt das richtig ruckartig.
Mach dir noch keinen Kopf.

Gruß
Jonas.

_________________
VG, Jonas mit Söhnchen Periventrikuläre Leukomalazie, ICP, Z.n.West-Syndrom/BNS, X-chromosomales Syndrom, Kleinhirn/Hirnatrophie, V.a.Ophthalmoplegie, Epilepsie, Entwicklungsstörung, V.a.Expressive Sprachstörung, Button, Resektion des linken Parietal-lappens/2016 Vorstellung
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jonasb
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BeitragVerfasst am: 18.03.2018, 19:23    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
nochmal ich. Smile
Lies dich mal ein in das Thema unterstützte Kommunikation. Vielleicht kann dies dein Kind unterstützen. Hier ist es echt gut im Einsatz.

_________________
VG, Jonas mit Söhnchen Periventrikuläre Leukomalazie, ICP, Z.n.West-Syndrom/BNS, X-chromosomales Syndrom, Kleinhirn/Hirnatrophie, V.a.Ophthalmoplegie, Epilepsie, Entwicklungsstörung, V.a.Expressive Sprachstörung, Button, Resektion des linken Parietal-lappens/2016 Vorstellung
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Sheila0505
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BeitragVerfasst am: 18.03.2018, 21:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Lisaneu und Simone, also erstmal danke für den Tip Smile

Ich glaube Lisa (bin mir gerade nicht sicher) hatte mir den Tip schon mal gegeben und ich fand die Idee/den Tip damals schon klasse. Angefangen damit hatte ich bereits, aber durch dies und jenes nicht fertig gestellt.
Ich werde das bald mal wieder in Angriff nehmen, Osterferien bieten sich ja dafür an - Danke euch Beiden Smile

@Simone: Ja die Diagnose „Regulationsstörung des Kindesalter“ haben wir auch Wink

@Jonas: Danke dir für deine Antwort. Der Thread ist schon ein paar Monate alt und bei uns ging es ja weiter. Wir arbeiten bereits mit GuK, bekommen Logopädie und eine erste, vorläufige Diagnose („Schwer ausgeprägte SES auf allen sprachlichen Ebenen mit untypischem Late Talker Profil und deutlicher Pragmatikstörung. Trotz des geringen Alters bereits Hinweise auf eine VED")
haben wir ja mittlerweile. Aber unsere Logopädin ist sehr vorsichtig sich festzulegen, einfach weil er noch so jung ist. Finde ich super und besser als wenn man zu früh „XY“ festlegt - auch wenn ich als Mama wirklich so gerne wüsste ob dies oder jenes.
Sie meinte aber auch, dass es immer wieder kleinere Anhaltspunkte gäbe, die für eine positive Prognose sprechen. Auch ist der Blickkontakt um einiges besser geworden und ich denke, dass es definitiv auch (der) GuK zu verdanken ist.

Liebe Grüße, Sheila
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UrsulaK
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BeitragVerfasst am: 19.03.2018, 11:25    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Sheila,

planst Du eigentlich noch einen Diagnosetermin in München bei Frau Schulte-Mäter zu machen?
Oder siehst Du das jetzt als hinfällig an?

VG, Ursula

_________________
Eric, (März 2005), Autismus Spektrum Störung, Verbale Dyspraxie, Dysgrammatismus
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Sheila0505
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BeitragVerfasst am: 19.03.2018, 11:41    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Ursula, also nein, das habe ich nicht mehr vor. Nachdem ich nun zu dieser Praxis (Jetzige) gefunden habe und sie sich sehr gut mit VED auskennen und ihn u.a. nach Schulte-Mäter therapieren, spare ich mir den SPZ-Wechsel und das alles drumherum.
Wenn er tatsächlich eine VED (kindl. Sprechapraxie) haben sollte, dann erhält er ja bereits die richtigen Therapien. Genau dafür wäre mir eine Diagnose wichtig gewesen um nichts zu verpassen.

Alle 4-5 Wochen arbeite ich eine aktuelle Wortschatzliste aus, mit allen Veränderungen (Wandlungen der Aussprache), neuen Lexikaeinträgen und jenen Wörtern, die aktuell irgendwie verschwunden sind (sind aber immer nur Wenige). Die Praxis sieht sich auch Videoaufzeichnungen an, wenn ich etwas mitbringe. Wir fühlen uns dort wirklich super aufgehoben. Sie stellen den Fachdienst, haben uns den Kitaplatz organisiert und wollen, dass er parallel zur Logopädie Intensivwochen mit Heilpferden bekommt - sie arbeiten in Kooperation mit dem Gestüt zusammen.

Sie betreuen uns wirklich ganz toll, besser, als ich es mir jemals erträumt hätte Smile

Off Topic: Und was mich ganz besonders freut, ist, dass unser Kleiner gestern zum ersten Mal vor unserer GuK Tafel am Kühlschrank stand und sich dort jenes zum Essen aussuchte, was er haben wollte. Gut es war ein Keks :-/ Aber er hat sich die Tafel angesehen, auf die unterschiedlichen Kärtchen (fragend) gedeutet und die passende Gebärde bejaht, sich abgeguckt bzw. zeigen lassen und sie nachgeahmt. Das war gestern echt ein Schlüsselmoment und das, obwohl er gerade nicht so gut beieinander ist bzgl. Erkältung.
Aber da hat gestern etwas "Klick" gemacht Smile Die Kita hat auch Erfahrung mit GuK und kann ihn diesbzgl. etwas auffangen.

Liebe Grüße, Sheila
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UrsulaK
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BeitragVerfasst am: 19.03.2018, 12:29    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Sheila,
das hört sich ja gut an.
Ich habe auch in den ersten Jahren immer Wortlisten erstellt, um sicher zu gehen, das Fortschritte sichtbar sind.
VG, Ursula

_________________
Eric, (März 2005), Autismus Spektrum Störung, Verbale Dyspraxie, Dysgrammatismus
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SimoneChristian
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BeitragVerfasst am: 19.03.2018, 13:59    Titel: Antworten mit Zitat

@Wochenplan:
Der wird nicht fertig. Very Happy
Wie alles in der Kommunikation ist er ständig im Fluss.

In eurem Fall würde ich das "Bruder abholen wohl erst mal an so was wie "Mittagessen" koppeln.
Also Bild für Mittagessen (Foto, Pictogramme, selber zeichnen) und dann wäre bei uns auch das Fahrzeug wichtig. Also direkt im Anschluss Fahrzeug Plus Ziel als Bild.

Und dann erst mal sehen, wie es läuft. Wink

_________________
C. (*9/11) Sprachentwicklungsverzögerung, Regulationsstörungen des Kindesalters
atypischer Autismus (Diagnose 07/15)
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Sheila0505
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BeitragVerfasst am: 14.05.2018, 10:24    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo ihr Lieben,
ich wollte mal ein kurzes Update geben, insbesondere deswegen, weil ich mal wieder etwas auf dem Herzen habe :-/

Also unser Kleiner (mittlerweile Ü 3 Jahre) hat ja nach wie vor sehr große Probleme mit dem Sprechen. Momentan übt er Zunge wackeln, es scheint, als hätte er erst letzte Woche herausgefunden (Dank Logo), dass das geht bzw. dass er etwas mit der Zunge in diese Richtung machen kann. Nach links geht es manchmal (wobei die Zunge flach bleibt), allerdings sichtlich mit Mühe und Anstrengung. Nach rechts geht es irgendwie gar nicht, da packt er sofort die Zunge mit der Hand um sie in Position zu bringen. Nach unten geht, nach oben ist es schwierig, das klappt ansatzweise.

Sprechen tut er schon ein bisschen mehr, also Fortschritte gibt es definitiv - auch wenn es wenig ist. Verstehen tut man ihn aber allergrößtenteils nicht - nur die Familie (und ich darunter noch am Besten), tut das letztendlich und das auch nicht immer.
Es gibt wenige Äußerungen, die er sich fest eingeübt hat und auch von Anderen verstanden werden. Zum Beispiel:
Lich an/Lich auff, Höhö bau, gleichf da, auchf rauff (mehr ist es glaube ich nicht, ansonsten sind es nur einzelne Worte die verstanden werden würden). Generell hört sich vieles sehr verwaschen an.

Andere Mehrwortäußerungen verstehen eigentlich nur wir und da sein fester Wortschatz noch sehr klein ist, sind es zwar einige Kombinationen, allerdings innhaltlich sehr eingeschränkt. Z.B.
Be auff Nau Dada (Lippenbrummen).

oder

Mama Hauff auf da lala beb.

Aber was wirklich super ist, ist sein stimmlicher Einsatz. Die Stimme setzt er wunderbar ein, die Sprachmelodie passt wirkich immer. Das erleichtert ein Verstehen ungemein und auch beim Gebärden unterstreicht er das was er meint, meist stimmlich und mit ähnlich klingenden Silben. Melodien summen kann er nur 2 Refrains - ansatzweise.
Mit den Gebärden kann er sich vielfältiger ausdrücken und ist gut dabei stets neue zu erlernen.

Seit Neuesten telefoniert er z.B. total gerne. Sobald ich mit jemanden rede, möchte er das Telefon, kann sich aber leider nicht verständlich machen. Daher stellen wir es laut und er zeigt auf alles was er "zeigen/sprechen" möchte, hält den Hörer zu den Gegenständen/Sachen usw. (er meint, dass der Geprächspartner das Gezeigte sieht).
Auch meint er stets, dass die Oma am Telefon ist, auch wenn z.B. die Tante dran ist und wir es ihm sagen: dann verneint er das.
Mit lautgestelltem Telefon kann ich dann dolmetschen und so entsteht ansatzweise ein Telefonat, à la: Jetzt zeigt er dir den grünen Truck. Wenn er erzählen möchte, das er heute dies oder jenes getan hat, gebärdet er auch.


In vielen Dingen ist er sehr "eigen", wenn man das so sagen kann. Mit gewissen Dingen kann er nur schlecht umgehen. So möchte er einen Keks und bekommt einen, dann darf an dem Keks "nichts fehlen". Wenn nur ein kleines Stückchen fehlt, eine Miniecke, dann tobt er recht verzweifelt. Und so gibt es auch einige andere Sachen, die etwas speziell sind.
Kleidung ist so ein Thema. Irgendwas auf dem Kopf zu tragen, hält er nicht aus. Er reißt es sich binne kürzester Zeit vom Kopf, wenn wir es überhaupt mal schaffen, dass er etwas trägt. Socken und Schuhe werden auch bei jeder Gelegenheit versucht auszuziehen (schafft er meistens aber nicht ohne Hilfe). Am liebsten ist er eh ohne jegliche Kleidung und Barfuss. Auch alle Autos (und wir haben mit 2 Jungs und 2 Cousins wirklich viele) werden konsequent "entkleidet" bzw. zieht er allen Autos bei welchen es geht die Reifen runter. Wir finden die Reifen tatsächlich überall und keine Erklärung und kein Schimpfen hilft. Für ihn scheinen die Reifen irgendwie die Schuhe der Autos zu sein, die Räder die Beine.

Unser SPZ möchte nun aufgrund der Sprachentwicklung ein SchlafentzugsEEG machen, jenes steht in Kürze an und wurde mir telefonisch mitgeteilt. Ich habe natürlich sofort zugesagt und bin auch unheimlich froh und dankbar, dass unsere Ärztin bisher stets sehr gewissenhaft und genau war/ist - bei beiden Kindern.
Nun wo der Termin näher rückt, frage ich mich aber, wie das funktionieren soll. Ich kann mir das wirklich so überhaupt nicht vorstellen, dass er das mitmacht und das Anbringen nur ansatzweise toleriert, noch dazu: total übermüdet.

Was genau könnte denn dieses SE-EEG bzgl Sprachentwicklung erhellen? Die Ärztin meinte am Telefon, dass die Blutungen in dem Teil des Gehirns waren, welcher für die gesamte Motorik des Menschens zuständig sei, also auch für die Sprachmotorik. Daher würde sie gerne dieses EEG schreiben lassen, um vllt mehr Aufschluss zu erlangen.
(Physiotherapeutin hatte kürzlich Akteneinsicht der Klinikakte angefordert und meinte, dass die Blutungen damals sehr tief gegangen sind, bis zum 4. Ventrikel).

Wie aussagekräftig ist denn ein solches EEG?
Was wenn er nicht mitmacht?
Habt ihr eure Kleinen irgendwie darauf vorbereitet?

Es ist bei ihm sicherlich nicht so, dass er "nur" verwöhnt oder "nur" bockig wäre: er ist in diesen Situationen absolut überfordert bzw "innerlich spürbar gehindert" und kann sich dann Null darauf einlassen. Auch bei dem Beispiel mit dem Keks: Das ist m.M.n. keine Allüre, sondern etwas was ich nur schwer beschreiben kann: er ist dann absolut verzweifelt wenn kein makeloser Ersatz da ist: total aufgelöst, protestiert, wirft sich zu Boden, kein Durchdringen mehr.
Im SPZ meinte unsere Ärztin neulich, dass es manchmal/zumindest phasenweise den Anschein mache, als hätte er leicht autistische Züge. Aber er sei noch so klein und hat zudem noch in mehreren Bereichen Defizite - daher sei es gut, dass er die nötigen Therapien erhält.
Oftmals überrascht er dann auch wieder und solche emotionalen Hürden sind urplötzlich verschwunden, zumindest aber, kann man mit ihm widererwartend reden und gelegentlich kleine Kompromisse schließen.

Hat schon gut getan dieses Update runterzuschreiben, vllt findet sich ja jemand, der mir etwas dazu schreiben kann.

Liebe Grüße, Sheila
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Katja_S
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BeitragVerfasst am: 14.05.2018, 11:10    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Sheila,
schön, dass es Fortschritte gibt- auch wenn diese für dich erst einmal klein erscheinen Very Happy .
Ein EEG schadet sicherlich nicht, ich habe hier schon mehrfach von Kindern gelesen, die durch unerkannte Anfälle Probleme mit der Sprache hatten/haben. Und dann ist es ja gut, wenn das erkannt wird. An den Therapien wird sich wegen dem EEG ja vermutlich wenig ändern, oder? Wie das jetzt bei euch funktionieren wird, weiß ich nicht. Bei uns hat es, auch als E. klein war, immer so "lala" funktioniert (er hat im Endeffekt immer 15-20 min ruhig gehalten, auch wenn es etwas länger gedauert hat). Die Leute, die das EEG schreiben, haben sicherlich Erfahrung mit EEGs bei kleinen Kindern Very Happy . Ich drücke dir die Daumen, dass es klappt!
Zitat:
Im SPZ meinte unsere Ärztin neulich, dass es manchmal/zumindest phasenweise den Anschein mache, als hätte er leicht autistische Züge. Aber er sei noch so klein und hat zudem noch in mehreren Bereichen Defizite - daher sei es gut, dass er die nötigen Therapien erhält.

Würde er denn laut der Ärztin die Therapien nicht erhalten,. wenn er autistische Züge hätte Shocked . Das klingt für mich beim Lesen etwas "seltsam" (vielleicht habe ich es aber auch falsch verstanden Embarassed ). Auch wenn er autistische Züge hätte (hat mein Sohn vermutlich auch), machen Therapien doch Sinn, oder?
Ich wünsche euch auf jeden Fall sehr, dass es weiter vorwä#rts geht und dein Kleiner immer besser (acuh für andere verständlich) kommunizieren kann! Dass er kommunizieren will, ist doch schon mal eine super Vorraussetzung Very Happy .
Viele Grüße
Katja

_________________
Katja mit E. (geb. April'08), Frühchen 26. SSW, Hirnblutungen, Hydrocephalus (Shunt-versorgt), gehörlos (2 CIs), Epilepsie, geistige und körperliche Behinderung
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Sheila0505
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BeitragVerfasst am: 14.05.2018, 11:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Katja, danke dir für die schnelle Antwort. Ich hoffe wirklich sehr, dass das mit dem EEG klappt und hatte auch schon daran gedacht, dass er ja sicherlich nicht das erste Kind ist und sie definitiv Erfahrung haben. Ich bin nur so unheimlich froh, dass dieses EEG geschrieben werden soll und fände es so schade, wenn es nicht klappen sollte :-/ Vllt sollte ich einfach selber lockerer werden und Vertrauen haben, denn am Ende überträgt sich das noch auf den Kleinen.

Aber sind es immer Anfälle die ausgeschlossen werden sollen? Oder könnte man dadurch nicht auch irgendwie anderweitige Anhaltspunkte/Hinweise gewinnen?

Wenn das EEG unauffällig sein sollte, würde das wohl nichts zu 100% ausschließen, jedoch aber sehr wohl zumindest größere Störungen oder nicht?

Ich bin bei EEGs (unser älteres Kind betreffend) immer zwiegespalten: Hat das Kind doch versteckte Anfälle, wäre es eher ungünstig wenn das EEG astrein ist und nichts zeigt. Auf der anderen Seite ist ein unauffälliger Befund auch immer erleichternd :-/

Im Grunde Frage ich mich, ob trotz gesundem EEG eine Apraxie oder Dysarthrie vorliegen könnte oder ob jene Sprechstörungen damit ausgeschlossen werden könn(t)en. Letztendlich wohl eher nicht, oder?

Zu den Therapien: Das hatte ich ungünstig formuliert. Ich denke die Ärztin meinte, dass er noch so klein ist und sich viele Baustellen gegenseitig beeinflussen. Diese Meinung vertreten seine Therapeuten auch. Es ist jetzt erst mal ein guter Weg, dass er alle Förderungen bekommt und wir zunächst abwarten sollten, was sich die kommenden Monate tut. Die nächste Entwicklungskontrolle haben wir nun wieder engmaschiger (statt 9 in 6 Monaten). Dass sie das mit den autistischen Zügen angesprochen hat, zeigt mir, dass sie das auf dem Schirm hat und wenn sich in diese Richtung der Verdacht zukünftig erhärten sollte (was nicht sein muss), wir erneut darüber sprechen. Aber zunächst gilt es, ihn zu unterstützen und zu beobachten. Hätte ich selber das Gefühl, dass wir stehenbleiben und/oder sich Auffälligkeiten häufen, dann würde ich mich um eine Diagnostik bemühen.
Da er uns aber schon so oft quasi übernacht überrascht hatte und riesen Reifesprünge hinter sich legte, denke ich auch, dass wir ihm Zeit geben sollten.


LG Sheila
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