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Meinungen - Kleinkind Sprachentwicklung
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Sheila0505
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BeitragVerfasst am: 06.07.2017, 23:36    Titel: Meinungen - Kleinkind Sprachentwicklung Antworten mit Zitat

Hallo ihr Lieben,
ich schreibe hier, weil ich wirklich sehr gerne mal eure Meinung zu der Sprachentwicklung unseres Sohnes hören würde. Ich versuche mich auch kurz zu halten.
Also er ist noch sehr jung, viel zu jung um sich darüber eigentlich schon Sorgen zu machen. 2 1/4 Jahre alt, korrigiert (da Frühchen) ist er gerade mal 2 Jahre. Also alles noch in einem sehr lockerem Alter bzgl. dem Sprechenlernen, zumal er obendrein ein Junge ist und zweisprachig (Englisch-Deutsch) erzogen wird.

Aber man möchte ja als Eltern auch nichts wichtiges verpassen und schön langsam mache ich mir so meine Gedanken bzgl. seiner Sprachentwicklung wesshalb ich jetzt auch euch frage.

Also:
Er kann ein paar Wörter sprechen, was super ist. Allerdings habe ich den Eindruck das ihn irgendetwas blockiert, also das er gerne bestimmte Sachen sagen würde und es einfach nicht rauskommen mag - aus seinem Mund.
Er spricht wunderbar Mama und Bapa (Papa) und diese 2 Wörter sind auch die Häufigsten.
Zu Oma und Opa hatte er auch stets Mama und Bapa gesagt und auch wenn er andere Erwachsene gesehen hatte :-/
Mittlerweile (seit kurzem) schafft er es ein wenig besser zu differenzieren und sagt zu Oma oft (nicht immer) "Amma" und zum Opa "A(bp)a".

Ansonsten kann er z.B.
"Namnam" für Essen
"Eyn" für Nein

aber dann wird es schwierig. Dazu kommen noch weitere 4 Wörter, die nur sehr schwer zu verstehen sind und sich teilweise kaum voneinander unterscheiden (also wirklich nur feine Nuancen).
Z.B. das Wort bubble und blue gehören zu diesen 4 weiteren Wörtern die er spricht. Allerdings spricht er es so ähnlich aus, das man nur weiß was gemeint ist wenn er darauf zeigt.

Er kann weder "Ja" sagen, noch sagt er "Da" wenn er etwas möchte. Bemängelt wurde bei ihm ein fehlender Blickkontakt. Aber das kann ich zu Hause egtl weniger bestätigen, er sieht mich schon an - ist halt meist mehr mit anderen Dingen beschäftigt, aber er tut es.

Auffällig ist dieses "Bll" (was auch in "bubble" und "blue" vorkommt). Er bll't ganz komisch, sodass sein Mund schief ist und die Zunge links aus dem Mund raushängt. Seinen Bruder kann er seit rund 2 Wochen rufen (eines der 4 weiteren Wörter), allerdings benutzt er nur die letzte Silbe und setzt einfach "Bll" davor, ohne ersichtlichen Grund. (Mund aber wieder schief und Zunge nach links, teilweise auch nach draußen)

Er kann im Grunde auch keine Tierlaute sprechen, wobei er immer wieder gerne Bilder anschaut und sie vorgesagt und nachgespielt bekommt. Allerdings versucht er es explizit bei der Katze und dem Hund. Aber es ist vorallem bei der Katze mehr die Art wie er es macht um diese zu charakterisieren - von der Stimmlage her und der Geschwindigkeit. Beim Hund ist er energisch und immitiert das Bellen schon recht gut, bei der Katze ist es eher ein (ich kann es nicht beschreiben) - aber sanft und hell in der Stimme beim Miauen.
"Muh" oder "mäh" oder andere Tierlaute kommen hingegen nicht aus seinem Mund.
Allerdings kann er Fauchen wenn er mit seinem Bruder Dino spielt und er kann Pupsgeräusche (ich denke es ist klar was ich meine Wink ) und Lippengeräusche mit dem Mund machen. Was ja super ist. Es ist also nicht so, das gar nichts kommt.

Vorlieben:

Er ist ein riesen Bus und Auto-Fan und mag generell alles was Räder dran hat. So spreche ich "Bus", schafft er es nicht es nachzusprechen. Er versucht es, aber da kommt immer nur Kauderwelsch dabei raus und dann wendet er sich ab. So ist es bei allen anderen Wörtern bisher auch. Zumindest stimmt die Sprachmelodie irgendwie...

Er ist ein sehr großer Musikfan und kann bisher eine kleine Melodie (nicht ganz korrekt) nachsummen, es ist eine sehr einfache, kurze Melodie (es handelt sich um "We Will Rock You"). Aber mehr - andere Melodien -schafft er nicht, nicht ansatzweise.

Wir sollen ihn jetzt mit lautbegleitenden Gebärden unterstützen und ihm Gegenstände die wir benennen zu unseren Lippen halten - damit er unsere Lippenbewegung beim Sprechen wahrnimmt.
Ich habe jetzt einen Hörtest angeleiert, einen normalen Hörtest in einer recht guten HNO-Klinik. Pädaudiologie allerdings noch nicht, denn bei dem BERA-Test bräuchte er eine Vollnarkose und ich möchte ihm das nicht unnötig zumuten (Logopädin sah nun bei Erstvorstellung noch nicht die Notwendigkeit aufgrund seines Alters und seines Backgrounds).
Verstehen tut er übrigens alles, sein passiver Wortschatz ist also sehr groß - in beiden Sprachen.

Auch benutzt er z.B. uns als Armverlängerung wenn er was möchte und nicht dran kommt und deutet auch auf Sachen und macht sich irgendwie stimmlich bemerkbar.

Er hat lt. Therapeuten eine Wahrnehmungsstörung (Körpergefühl) und im Grunde auch eine milde Hemiparese aufgrund von Hirnblutungen.
Er hat Autoaggressionen (er spürt sich nicht so gut) und auch Fremdaggressionen, diese gehen i.d.R. immer mit Wut oder Trotz einher und ist allgemein entwicklungsverzögert - sprachlich natürlich am meisten.

Wie schätzt ihr die Sprachentwicklung ein? Wann (und ob überhaupt?) würdet ihr frühestens oder spätestens weitere Untersuchungen z.B. BERA anleiern? Wieviel Zeit würdet ihr geben, ehe ihr euch Gedanken machen würdet? 3 J?
Erkennt ihr irgendwo Ähnlichkeiten zu Euren Kindern wieder? - Z.B. das mit der Zunge und dem schiefen Mund?
Würdet ihr euch noch gar keine Sorgen machen oder demnächst Zweitmeinung einholen, evtl. doch mit Logo anfangen?
Ich brauche wirklich Input, ich würde mich wirklich sehr über Meinungen freuen.

Ach und wir bekommen noch keine Logo, weil die Logopädin meinte das es zu viel wäre: er bekommt derzeit Ergo und noch - aber nicht mehr lange -Physio. Wir sollen nun vorerst den Hörtest abwarten, zu Hause fördern, uns einstweilen auf die Ergotherapie konzentrieren und dann wird das SPZ (Ärztin und Therapeuten) sich zusammensetzen und überlegen wie es weitergeht.

Liebe Grüße Sheila
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Engrid
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BeitragVerfasst am: 07.07.2017, 07:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Sheila,

Zitat:
Er kann ein paar Wörter sprechen, was super ist. Allerdings habe ich den Eindruck das ihn irgendetwas blockiert, also das er gerne bestimmte Sachen sagen würde und es einfach nicht rauskommen mag - aus seinem Mund.

Zitat:
So spreche ich "Bus", schafft er es nicht es nachzusprechen. Er versucht es, aber da kommt immer nur Kauderwelsch dabei raus und dann wendet er sich ab.

Das sind ein paar Verdachtsmomente, nach denen das eine verbale Entwicklungsdyspraxie sein könnte. Das heißt grob: die Wörter sind im Kopf, aber die Leitung zum Mund funktioniert noch nicht.
Grade auch in Kombi mit der Zweisprachigkeit würde ich an Deiner Stelle nicht auf die Logo hören sondern eine sehr gute Logopädin suchen, die sich damit auskennt, und auch mit Wahrnehmungsstörungen, und unbedingt auch schon damit anfangen, denn Dein Sohn hat doch erheblichen Frust aus seinem Kommunikationsproblem. Wenn es zb eine VED sein sollte, dann löst sich das nicht von selber auf.

Nebenbei würde ich die Gebärden ausbauen, damit er nicht soviel Frust anhäuft, sondern möglichst viel Kommunikationsfreude entwickelt.

Grüße

_________________
Engrid

mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
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Lisaneu
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BeitragVerfasst am: 07.07.2017, 08:11    Titel: Re: Meinungen - Kleinkind Sprachentwicklung Antworten mit Zitat

Du gibst dir ja schon selbst die Antwort:

Sheila0505 hat folgendes geschrieben:

Also er ist noch sehr jung, viel zu jung um sich darüber eigentlich schon Sorgen zu machen. 2 1/4 Jahre alt, korrigiert (da Frühchen) ist er gerade mal 2 Jahre. Also alles noch in einem sehr lockerem Alter bzgl. dem Sprechenlernen, zumal er obendrein ein Junge ist und zweisprachig (Englisch-Deutsch) erzogen wird.



Mein zweiter Sohn ist seit Geburt gehörlos, die Bera hat das bestätigt hat (nach 5 "normalen" Hörscreenings vorher, die alle kein Ergebnis gebrachte haben). Da war mein Sohn gerade mal 3 Monate und 3 Tage alt.

Mein Sohn hat dann im Alter von 20 Monaten beidseitig CIs bekommen und mit 2,6 Jahren begann die Logopädie. Davor hatte er Frühförderung und kurze Zeit wegen grobmotorischer Entwicklungsverzögerung Ergo. Aber die Ergotherapeutin meinte schon nach 2 Stunden mein Sohn sei so hartnäckig dass er alles auch ohne ihre Hilfe lernen würde, nur eben langsamer als andere. Genauso war es dann auch.

Als die Diagnose Autismus vor knapp einem Jahr noch dazu kam haben wir wieder mit Ergo (dann schon zusätzlich zu Frühförderung, Einzelförderung im KIGA und Logo) begonnen.

Bei dem, was du von deinem Sohn beschreibst, finde ich nichts wirklich auffälliges. Selbst mein sehr sprachgewandter älterer Sohn hatte mit 2 Jahren noch einen bescheidenen Wortschatz und konnte viele Wörter nicht korrekt aussprechen. Es gab auch Standardwörter für alles Mögliche, z.B. "Apf" für alle Obstsorten (abgeleitet von Apfel) und für alle Fußbekleidungen (abgeleitet von Schlapfen). Und dann, mit 2 Jahren und 6 Monaten sagte er z.B. Dinge wie "Nein, Oma! Ich will noch nicht (den Stöpsel aus der Badewanne ziehen) weil ich will noch drin bleiben!".

Warum denkst du daran, eine Bera machen zu lassen, wo der normale Hörtest ein normales Hörvermögen ergeben hat? Und in Sachen Gehör kannst du ja auch zu Hause viel ausprobieren. Wenn dein Sohn ein großer Musikfan ist, dann kannst du ja leicht feststellen ob er z.B. eine Lieblingsmusik auch dann hört, wenn sie nur leise läuft. Oder du kannst ihn von einem anderen Zimmer rufen (vielleicht mit etwas, was ihn lockt), um festzustellen, ob er kommt. Du kannst von ihm abgewandt (damit er das Mundbild nicht sieht) leise ankündigen, dass er Schokolade bekommt,...

Wenn das alles auf ein normales Hörvermögen schließen läßt, würde ich keine Bera machen lassen. Und selbst wenn was bedenklich erscheint würde ich eher ein Spiel-Audiogramm machen als eine Bera. Mein Sohn hatte in dem Alter etliche Spiel-Audios, die haben ihm Spaß gemacht, waren aussagekräftig und vom Steßpegel mit Bera nicht zu vergleichen.

Dasselbe ist mit Logopädie. In dem Alter kann ein noch so guter Logopäde keine klaren Aussagen über die weitere Sprachentwicklung machen. Wenn du unsicher bist kannst du aber noch von einem Logopäden, der auch mit Kindern mit Wahrnehmungsstörung Erfahrung hat, eine zweite Meinung einholen.

So, wie du das beschreibst, hat eine etwaige verzögerte Sprachentwicklung (ob die eintritt wird sich noch herausstellen) eher auf die Wahrnehmungsstörung als auf mangelndes hören zurückzuführen. Dazu kommt noch die Zweisprachigkeit. Bei Kindern, die zweisprachig aufwachsen, ist es durchaus üblich, dass sie erst mit 4 Jahren in beiden Sprachen in Sätzen sprechen.

Wenn du aber schon auf Nadeln sitzt und ein "ich will doch jetzt schon was tun"-Gefühl hast, kann ich Dir nur raten, entweder Gebärdensprache oder UK oder beides zu probieren. Druck einfach mal Bilder von Personen, Gegenständen und Orten, die deinem Sohn wichtig sind, aus. Besorg Dir vielleicht eine Pictogramm-Sammlung für unterstützte Kommunikation oder zeichne selbst entsprechende Piktogramme. Druck eventuelle Bilder auf Magnetpapier aus und mach auf einer Magnetwand einen Tagesplan. Wenn du z.B. mit deinem Sohn mit dem Auto zur Oma fährst dann sind da die Bilder von ihm und dir und dem Auto und dann ist ein Pfeil zum Bild von der Oma. Natürlich sagst du es ihm auch noch! Aber er wird schnell merken, dass sprechen nicht die einzige Möglichkeit ist, sich auszudrücken.

Wenn dein Sohn normal intelligent ist (und laut deiner Beschreibung dürfte er das sein) wird er bald nicht nur visuell noch mal sehen, was passiert, sondern er wird diese Möglichkeiten auch nutzen, um seine Wünsche zu äußern, die er lautsprachlich noch nicht rausbringt. Unabhängig davon, wie seine weitere Sprachentwicklung verläuft, fordert ihn das intellektuell und es erleichtert ihm auch die Kommunikation.

Da kann man auch die Spezialinteressen gut einbauen z.B. Bilder von Autos und Automarkenlogos ausdrucken und zusammen sortieren lassen. Überhaupt: viele nonverbale Spiele! Keinen Förderwahn entwickeln und ein Sprach-Spiel nach dem anderen heimschleppen! Wenn Dein Sohn mal so weit ist wird er auch Sprach-Spiele mit Freude spielen. Aber so lange er noch so viel nicht aussprechen kann ist es nur Frust, er merkt, dass was von ihm erwartet wird was er noch nicht kann und hat keine Erfolgserlebnisse.

_________________
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Austist
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)
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UrsulaK
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BeitragVerfasst am: 07.07.2017, 08:14    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Sheila,

ich habe mal irgendwo gelesen, das ein 2-Jähriger mindestens 50 Wörter sprechen sollte, um nicht als sprachverzögert zu gelten. Da läge Dein Sohn schon deutlich drunter. So wie Du Dein Sohn beschreibst, habe ich auch den Eindruck, das sich das Problem nicht von selbst erledigen wird.
Ich würde also auch nicht auf Eure Logo hören, sondern versuchen mir anderweidig Hilfe zu holen. Dein Sohn ist ja noch sehr jung, dann kann man jetzt schon viel machen!
Ich selbst empfehle häufig das Therapiezentrum Iven in Baiersbronn. Ich war mit meinem Sohn vor 6 Jahren dort und dann über einen Zeitraum von 2 Jahren ca. 6 Mal. Als ich mit meinem Sohn in Baiersbronn war, hat man dort erst erkannt, das er eine verbale Dyspraxie hat. Die Therapie dort, hat ihm dann geholfen, so daß er doch noch sprechen gelernt hat. Davor habe ich mit meinem Sohn 4 Jahre bei einer niedergelassenen Logopädin Therapie gemacht, die überhaupt nicht geholfen hat. Leider bin ich nicht früher nach Baiersbronn gefahren.

VG,
Ursula

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Eric, (März 2005), Autismus Spektrum Störung, Verbale Dyspraxie, Dysgrammatismus
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Yaron-Mama
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BeitragVerfasst am: 07.07.2017, 08:16    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Morgen!

Nur mal eine kleine Frage am Rande.
Habt ihr mal mit dem Gedanken gespielt euer Kind auf Autismus testen zu lassen?
Wir haben einen kleinen Autisten zuhause und als ich mir deinen Beitrag so durchlas kam mir unweigerlich der Gedanke.
Aber unabhängig davon ist es ja nicht ganz so ungewöhnlich das Kinder in diesem Alter einen sehr bescheidenen Wortschatz haben.
Zumal euer Kind ja auch noch zweisprachig erzogen wird.
Was den Hörtest angeht, ein normaler Hörtest ist auch nicht immer 100% Aussagekräftig, vor allem wenn noch andere Auffälligkeiten sind.
Bei uns war der "normale" Hörtest auch Auffällig.
Aber eine BERA ist da schon sicherer, auch wenn sie mit einer kleinen Vollnarkose verbunden ist.
Letztendlich kann sich das mit der Sprache aber auch noch geben.
Mitunter soll es auch Kinder geben die einfach Sprechfaul sind, was bei Jungs häufiger vorkommen kann.😉
Reagiert er denn auf plötzliche Geräusche?
Also wenn dir z.bsp etwas runter fällt und es gibt ein plötzliches Geräusch, dreht er sich dann danach um oder erschreckt sich?
Das ist ja doch immer eine Möglichkeit zu testen ob er etwas hört. 🙂

Lg von Steffi

_________________
Lea (*2002) gesund
Yaron (*2012) therapierte Schädelasymetrie, frühkindlicher Autismus, V.a. ICP, fokale Epilepsie mit Statusneigung
Und unser kleines Sternchen, das wir leider nicht kennenlernen durften ( ✝ 06.12.2015)
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MarinaH
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BeitragVerfasst am: 07.07.2017, 08:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!

Zweisprachige Kinder sprechen anders, die Normwerte (50 Worte) gelten dafür nicht!
Dein Kind hat eine Entwicklungsverzögerung und eine ICP, beides könnte auch die Sprachentwicklung behindern. Bevor reflexartig mit Logopädie begonnen wird- wie ist der allgemeine Entwicklungsstand? Und wie das Sprachverständnis? Wurde das mal korrekt getestet (z. B. mit Bayley Scales) oder nur vermutet?
Ich würde folgendes machen: Hörvermögen klären (seid ihr dran)
Entwicklungstest und Sprachentwicklungstest machen (falls nicht schon passiert)
und Sprachförderung über Frühförderung. Nonverbale Kommunikation (z. B. über Gebärden) kann als Überbrückung sehr hilfreich sein. Ansonsten kann man in dem Alter noch gut abwarten, zumal ja noch genug andere Baustellen anstehen! Er spricht schon und bekommt von Euch viele Anregungen. Macht Euch nicht verrückt, sechs Monate mehr oder weniger machen den Kohl auch nicht fett.

LG Marina

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Katja_S
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BeitragVerfasst am: 07.07.2017, 09:34    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Sheila,
cih würde auf alle Fälle untersuchen lassen, ob dein Kleiner gut hört. Am besten in einer erfahrenen Pädaudiologie (und zur Not auch mit Bera, manche Kliniken machen das, soweit ich weiß, auch "nur" in Sedierung). Ich habe schon (zu) oft während unserer CI-Rehas Kinder mit ihren Eltern getroffen, bei denen selbst eine an Taubheit grenzender Schwerhörigkeit erst ganz spät aufgefallen bzw. diagnostiziert ist (teilweise trotz Verdacht der Eltern und Besuchen beim "normalen" HNO Arzt). Wie leicht kann sowas dann übersehen werden, wenn nur eine leichte Schwerhörigkeit vorliegt oder nur einzelne Frequenzen nicht/schlecht gehört werden Shocked . Das muss bei deinem Sohn natürlich nicht so sein, aber ich würde es abklären lassen, wenn du dir Gedanken wegen der Sprachentwicklung machst!
Ab wann man mit Logo anfangen sollte, da gehen die Meinungen sicher auseinander. Und kommt vermutlich auch auf die Ursache an. Wenn dein Kleiner Probleme mit der Mundmotorik haben sollte (also z.B. auch Probleme mit dem Essen, kauen oder offenem Mund) hat, würde ich nicht (zu) lange mit LOgo warten und recht bald mit einer Logo (am besten nach Padovan oder C. morales) anfangen.
Ansopnsten hört sich das für mich doh gar nicht so schlecht an, was dein Kleiner schon spricht Very Happy .
Gruß
Katja

_________________
Katja mit E. (geb. April'08), Frühchen 26. SSW, Hirnblutungen, Hydrocephalus (Shunt-versorgt), gehörlos (2 CIs), Epilepsie, geistige und körperliche Behinderung
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phoebe87
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BeitragVerfasst am: 07.07.2017, 09:36    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo also mein großer hat erst mit 3 1/2 Jahren richtig angefangen zu sprechen! Vorher Mama Papa Opa Oma namnam (essen), usw....Er hatte 100 hörtests, Logo aber aufeinmal hat es bum gemacht und die labber Tasche ist ausgebrochen. Mein kleiner 20Monate kann Mama Papa Opa wauwau Bauch Baum elo das wars... bera war unauffällig. Es gibt einfach late talker.. Wenn er alles versteht würde ich mich nicht stressen! Lass ihm zeit!
Lg

_________________
Krümmel 10 /15...
Hypodysplastische Nieren, Chronische Niereninsuffizienz, Kleinwuchs, Gedeihstörung/Fütterstörung, Kombinierte Entwicklungsstörung ( Kognitiv +Sprache), ausgeprägter knick- senk- Fuß ( Gangstörung) Stillkind...
Großer Krümmel 06/13
Kombinierte Entwicklungsverzögerung- Verdacht ADHS
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Sheila0505
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BeitragVerfasst am: 07.07.2017, 10:16    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, ich danke euch erstmal für eure Antworten Smile Ich schaffe es gerade nicht auf jeden Einzelnen zu antworten (da möchte jemand raus in den Garten), daher antworte ich jetzt hier mal grob.

Also der Hörtest wurde noch gar nicht gemacht. Das letzte mal wurde er als Neugeborenes diesbzgl untersucht (Neugeborenenhörscreening).
Ich weiß definitiv das er hört und erwarte mir nicht zu viel von diesem Test. Allerdings kommt das Thema Hörtest immerwieder zur Sprache und ich dachte, das es gut wäre wenn da jetzt einfach mal Klarheit herrscht und er das Ergebnis einer Hörtestung fest in seiner Akte hat.

Er reagiert auf leise Geräusche, er versteht alles was man ihm sagt und auch wenn ich mich z.B. verstecke und Geräusche mache, dann folgt er diesen bis zum Versteck.
Natürlich weiß ich nicht WIE er hört bzgl Frequenzen usw. aber das er hört weiß ich definitiv.
Ich kenne mich ehrlich gesagt überhaupt nicht gut aus was logopädische Testungen und Förderungen betrifft, das ist also alles Neuland für mich. Über den BERA Test hatte ich auch nur hier gelesen und ich wurde von der HNO Klinik telephonisch gefragt ob ein solcher auch gemacht werden soll.
Aber weil ich mich nicht gut auskenne hatte ich hier euch gefragt, auch bzgl eurer Meinung über den IST-Stand unseres Kleinen Smile Danke dafür

Also der allgemeine Entwicklungsstand wird bei regelmäßigen Entwicklungskontrollen im SPZ von einer Neuropädiaterin beobachtet. Zuletzt waren wir dort zu seinem zweiten Geburtstag. Sein EQ (Entwicklungsquotient lag bisher immer zwischen 79 und 83. D.h. mit unkorrigierten 24 Monaten ein allegemeines Entwicklungsalter von ca. 17. Monaten).

Lt Griffith Entwicklungsskalen ist er in allen Bereichen 6-9 Monate Entwicklungsverzögert - vom korrigierten Alter ausgehend natürlich nicht so weit. (wobei man sein korrigiertes Alter auf jeden Fall berücksichtigen MUSS)
Sprachlich war er am weitesten zurück - 9 Monate.

Allerdings hat sich in dem letzten Vierteljahr (seit dieser letzten Entwicklungskontrolle sprachlich kaum etwas getan. Es kam nur das Rufen seines Bruders hinzu und das er beim Benennen von Oma und Opa meistens etwas besser differenziert. (siehe oben)
Sonst hat sich nichts oder nicht viel getan. Mir fällt zumindest nichts ein. Daher befürchte ich, das er heute noch weiter zurück wäre.

Wir hatten jetzt erst den Bayley-Test 2, da hatte er viele Aufgaben recht gut gemeistert. Allerdings wurde mir schon gesagt, das ihm der sprachliche Teil weit nach hinten ziehen wird. Ich habe die Auswertung noch nicht, aber sie konnte mir zumindest sagen, das er (noch) im Durchschnittsbereich wäre - da war ich schon sehr erleichtert. Er konnte die Sachen durchaus zeigen die man ihm nannte. Aber bis auf Mama sagte er bei beiden Testungsterminen nicht. Die Ärztin meinte: "mehr als Mama habe ich von ihm nicht gehört"

Ich weiß einfach nicht was das Beste für ihn wäre. Die lautbegleitenden Gebärden kommen bei ihm nicht so gut an, weil er nicht hinschaut. Es interessiert ihn einfach irgendwie nicht. Bei Liedern funktioniert das hingegen super und wir singen sehr viel und begleiten die Lieder mit diesen Gebärden.
Ich möchte halt nur nichts verpassen und habe Angst das die Entwicklungsverzögerung immer größer wird. Vor einem Vierteljahr war sie ja 9 Monate, korrigiert 6 Monate. Ich habe gelesen , das 6 Monate so eine Grenze sein soll die nicht überschritten werden sollte ohne das man aktiv wird.
Wenn ich jetzt in 2 Monaten wieder zur Entwicklungskontrolle mit ihm gehe und nichts hinzugekommen ist, dann ist es ja sehr wahrscheinlich das er selbst vom korrigierten Alter ausgehen über diese 6 Monate kommt wenn er es vor einem Vierteljahr schon war, oder nicht?

Ich habe einfach Angst, das wir zu lange warten und wertvolle Zeit verloren geht. Auf der anderen Seite habe ich die Hoffnung das er sich irgendwann doch noch als Late Bloomer herausstellt und er nur sein eigenes Tempo hat und momentan einfach zu sehr mit anderen Entwicklungsbereichen beschäftigt ist.
Das wüßte ich einfach gerne, um zu wissen was ich als Mama tun soll.

Liebe Grüße und ich Danke euch wirklich sehr für eure Antworten. Das hilft die Gedanken zu sortieren und etwas mehr Klarheit zu bekommen.
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Chantal-Marie
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BeitragVerfasst am: 07.07.2017, 10:28    Titel: Antworten mit Zitat

Das leidige sprechen, unser 3. Sohn geb. 1990 war ein extremer Spätzünder. Von wegen ein 2-jähriger MUSS 50 Worte sprechen können. Der konnte ein paar Wörter das wars. Wenn er was wollte hat er es gezeigt und ich bin heute noch froh dass man damals nicht dieses Theater machte was man heute macht wenn ein Kind mal hinten dran ist. Sein Cousin der 6 Wochen jünger war sprach in ganzen Sätzen während unser Sohn...........na ja. Nachdem meine Schwiegermutter damals nur noch genervt hat, habe ich das Thema beim nächsten Kinderarztbesuch angesprochen. Der kannte M. seit der Geburt und nach einer erneuten Untersuchung meinte er nur dass ich mir keine Sorgen machen solle, der Kerl sammelt, ich habe etwas verdutzt geschaut und dann meinte er lachend dass es Kinder gäbe die Wörter sammeln und dann von einer Minute auf die andere in ganzen Sätzen sprechen. Genauso kam es dann auch und ich hab mir manches mal die Zeit zurück gewünscht wo er nix gesagt hat. Sobald die Augen offen waren war der Mund auch offen............und zwar bis zum schlafen gehen. Er fuhr mit seinem Traktor auf dem Gehweg hin und her und hat Selbstgespräche geführt. Laughing Unser Sohn war bekannt wie ein bunter Hund. Heute ist er fast 27, ist von Beruf Techniker, ist in seinem Beruf sehr erfolgreich, lebt mit seiner Freundin zusammen und alles ist gut. M war ca. 3,5 Jahre alt als er sprachlich regelrecht explodierte.

Sei nicht zu nachlässig aber mach dir und dem Kleinen nicht zuviel Stress denn auch der hindert den Kleinen in seiner Entwicklung. Lass sein Gehör testen hör dir an was der KA sagt und dann entscheide. ich wollte dir mit meinem Beispiel nur sagen dass man nicht immer gleich mit dem schlimmsten rechnen sollte.
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