REHAkids - Das Forum für besondere Kinder.
SuchenSchnellsuche:  
Vater mit Jakob (Verdacht auf ADS)
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3 ... 12, 13, 14, 15, 16, 17  Weiter
 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    REHAkids Foren-Übersicht -> Vorstellungsrunde
Vorheriges Thema anzeigen :: Dieses Thema einem Freund schicken :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Lisaneu
Stamm-User
Stamm-User


Anmeldedatum: 27.01.2017
Beiträge: 375

BeitragVerfasst am: 18.05.2017, 08:45    Titel: Antworten mit Zitat

Jakobspapa hat folgendes geschrieben:
Zwei News zum Tage, die gute zuerst: die Testauswertung ist fürs erste abgeschlossen. Es gab Auffälligkeiten, wir haben vorläufige MPH-Freigabe. Eine Wirkung sollte sich innerhalb von ca. vier Wochen einstellen.

Die nicht so tolle: ein Mitschüler hat heute während eines Referats der 10. Klassen, bei dem die Fünftklässler anwesend sein "durften", wohl etwas herumgealbert. Jakob und ein anderer Junge haben das beobachtet, mussten unwillkürlich lachen, und konnten sich wohl auch nicht so einfach beruhigen. Nun sollen beide bis Freitag je ein zehnminütiges Referat darüber halten, "wie man sich als Schüler im Unterricht zu verhalten hat". Selbstverständlich bei der Frau Klassenleiterin. Dass das stört, ist klar. Ob ein Referat in diesem Umfang angemessen und zielführend zur Verhinderung eines Lachkrampfes ist?


Naja, es gibt auch im (Berufs-) Leben nun mal immer wieder Dinge, wo man einfach "durch muss", auch wenn sie weder angemessen noch zielführend sind. So gesehen finde ich 10 Minuten Referat über angemessenes Verhalten in der Schule durchaus im akzeptablen Normbereich. Jedenfalls besser als 100x schreiben "Ich darf nicht laut lachen wenn jemand ein Referat hält!" Wink .

Ich lerne immer mehr, auf Durchzug zu schalten. Ich schaue zu, wie sich Pädagogen (oder diejenigen, die welche sein wollen) Erfolge ihrer Schützlinge auf die eigenen Fahnen heften, während sie für Mißerfolge selbstverständlich die Verantwortung in der Herkunftsfamilie suchen Razz . Vorgestern noch meinte die Hortpädagogin, sie sie so stolz AUF SICH weil mein Sohn 5 Seiten Hausübung gemacht hat, gestern beklagte sie sich hysterisch weil mein Sohn seine noch zu machende Hausübung demonstrativ in dem Mistkübel geworfen hat und sie "mit so einem Kind" ihren Bildungsauftrag nicht ausführen könne Rolling Eyes .

Was ist da angemessen, was zielführend? Obwohl weder ich noch mein Mann jemals ein lautes Wort gesprochen haben, gelten wir im Hort schon längst als "renitent", weil wir nicht bei der allgemeinen Hysterie um eine unvollständige Hausübung eines 7jährigen Kindes, mitmachen.

_________________
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Austist
Sohn 7/2012, gehörlos + Asperger-Autist
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden







Verfasst am:     Titel: Anzeige

Nach oben
Steffi2309
Stamm-User
Stamm-User


Anmeldedatum: 01.06.2009
Beiträge: 422
Wohnort: Hohenlohe

BeitragVerfasst am: 18.05.2017, 10:42    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Markus!

Zunächst einmal möchte ich Dir meine Hochachtung aussprechen. Erstens lesen sich Deine Postings wirklich wie ein gutes Buch und zweitens - was meiner Meinung nach viel wichtiger ist - stehst Du absolut hinter Deinem Sohn, was ich mir in den letzten Jahren von vielen Familienmitgliedern, einschließlich manchmal meines Mannes, gewünscht hätte.

Nun habe ich nicht alles lesen können, weil mir dazu leider die Zeit fehlt. Ich möchte Dir aber von meiner Tochter berichten, die auch lange den Verdacht auf ADS hatte (mittlerweile zum Glück seit zwei Jahren auch bestätigt).

Jana wurde ganz normal mit 6 Jahren eingeschult. Im Nachhinein hätte ich damals schon auf mein Bauchgefühl hören und sie zurückstellen lassen sollen. Aber gut, die Zeit kann man nicht zurückdrehen. Auf jeden Fall kam sie unglücklicherweise zu einer sehr jungen Lehrerin, die ein Konzept angewendet hat, mit dem ADS-ler überhaupt nicht klarkommen: Freies Lernen. Das heisst, die Kinder sollen sich ihre Lernziele selbst erarbeiten, haben viel Freiarbeit und es wird ihnen selbst überlassen, in welchem Tempo sie ihre Aufgaben erledigen. Das hatte zur Folge, dass wir einmal in den Weihnachtsferien 48 Seiten im Schreibschriftheft nachholen sollten Evil or Very Mad .

Auf jeden Fall haben sich bereits in der ersten Klasse Schwierigkeiten ergeben, die immer wieder zur Gesprächen geführt haben. Unkonzentriertheit, Träumen, Jana kommt im Stoff absolut nicht mit, hinkt hinterher usw. usw. Auf Nachfragen, ob wir vielleicht die erste Klasse wiederholen sollten kam dann natürlich ein "nein". Das würde sich geben. Hat es nur leider nicht. Somit kam die zweite Klasse und das Dilemma nahm seinen Lauf. Die Leistungen wurden immer schlechter, mein Kind immer bedrückter. Mitte der zweiten Klasse war dann Alarmstufe rot, weil meine Tochter auf die Förderschule wechseln sollte. Also ging die Diagnostik los. Erste Anlaufstelle Kinderarzt, kein Verdacht auf ADS. Dann waren wir bei einer Nachhilfelehrerin, die Diskalkulie-erprobt sei. Diagnose: So ein schlechtes Testergebnis hätte sie noch nie gesehen, Jana wäre selbst auf der Förderschule überfordert. Da standen wir nun, haben uns Hilfe beim schulpsychologischen Dienst gesucht und sind an einen KJP verwiesen worden. Nun sind wir hier sehr ländlich und alle größeren Praxen hatten die bereits von Dir erwähnte Wartezeit. Zum Glück haben wir eine Praxis gefunden, die uns sehr kurzfristig helfen konnte (vielleicht auch, weil ich mittlerweile so fertig war, dass ich am Telefon nur noch geheult habe).

Also ging es relativ schnell mit der Testung. Ergebnis war in manchen Bereichen wie bei euch. Die Intelligenz liegt zwar absolut im Durchschnitt, jedoch konnte ADS nicht eindeutig festgestellt werden. Es war auch die Vermutung, dass eine Depression vorliegt aufgrund der bisherigen Schulerfahrung. Der Psychologe meinte dann, dass wir MPH auch auf "Gut Glück" testen könnten. Natürlich habe ich es abgelehnt, mein Kind als Versuchskaninchen zu missbrauchen und bin erstmal wütend abgerauscht.

Wie es im Otto-Film so schön heißt: Und da waren sie wieder, meine 3 Probleme: Kind ist depressiv, Kind kommt in der Schule nicht mit, wir wissen absolut nicht, woran es liegt.....

So gingen wieder ungenutzte Wochen ins Land bis ich so fertig war, dass ich der medikamentösen Einstellung doch zugestimmt habe. Mir wurde wirklich lange erklärt, was die Medikamente bewirken und dass die Diagnose nur aus vielen Tests und Erfahrungsberichten aus dem Umfeld gestellt werden kann. Sollte meine Tochter wirklich kein ADS haben würden die Medikamente aufpuschen, sonst aber keine Schäden verursachen und wir würden relativ schnell merken, wenn es doch kein ADS ist.

Also haben wir sie langsam einstellen lassen, mittlerweile war sie kurz vor Ende der zweiten Klasse. Als das Zeugnis damals kam bin ich zusammengebrochen. In Mathe eine 5, in Deutsch eine 3. Wir wurden in keinster Weise auf diese Zensuren vorbereitet, zumal die Lehrkraft auch trotz vorangegangener Gespräche keine Noten ab dem zweiten Halbjahr vergeben hatte. Klar wusste ich, dass es nicht gut aussieht, aber die 5 hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Daraufhin haben wir sie die zweite Klasse ganz kurzfristig wiederholen lassen und es hat sich gleich gezeigt, dass das die richtige Entscheidung war. Sie wurde wieder fröhlich, die Leistungen haben sich erheblich gebessert, sie hat Freundinnen mit nach Hause gebracht, alles toll.

Nun lief es so toll, dass ich die Diagnose und die Medikamentation wieder in Frage gestellt habe. Nach Rücksprache mit dem KJP haben wir die dann auch zum zweiten Schulhalbjahr abgesetzt. Danach ging es wieder schleichend bergab. Ich wollte nicht wahrhaben, dass es an der fehlenden Medikation hing: Jana wollte nicht zur Schule, sie ist nicht mehr zu Freundinnen gegangen, sie hat sich zurückgezogen und eigentlich von Montag bis Freitag über Bauschschmerzen geklagt. Nachdem ich sie einige Tage schreiend und heulend ins Auto zerren und zur Schule bringen musste war ich selbst wieder am Ende. Als ich - wiedermal heulend - beim KJP um einen sehr kurzfristigen Termin gebeten habe hat er mich beim Gespräch gefragt, ob es vielleicht alles mit der fehldenden Medikation zusammenhängen könnte, also ob sich die Probleme nach dem Absetzen eingeschlichen haben. Das hat mir die Augen geöffnet und ich konnte relativ gut nachvollziehen, dass es tatsächlich einen Zusammenhang gegeben hat.

Also haben wir wieder angefangen und sind mittlerweile von der Dosierung her sogar unter unserem ersten Versuch geblieben. Jana ist wieder fröhlich, geht zu Kindergeburtstagen, gerne in die Schule und vor allem ist unser Familienleben wieder intakt, was man ja nicht vergessen darf - es leiden ja alle beteiligten.

Ich möchte Dir mit diesem langen Text Mut machen. Vielleicht wird euch ja ein ähnliches Vorgehen angeboten und auch wenn ich glaube, dass Du nicht so wie ich reagieren würdest zwecks einer Medikation hat unser KJP uns diese auch bei nicht ganz klarer Diagnose angeboten.

Liebe Grüße
Steffi

_________________
Steffi (40), Jörg (49 Achondroplasie) und unsere Kinder Lea (13 Achondroplasie) und Jana (10, ADS und Neurodermitis)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Jakobspapa
Mitglied
Mitglied


Anmeldedatum: 31.03.2017
Beiträge: 61
Wohnort: Allgäu

BeitragVerfasst am: 18.05.2017, 20:25    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

vielleicht könnt ihr meine Gedankengänge nicht nachvollziehen. Natürlich ist es nicht toll, wenn während eines Referats gekichert wird (verursacht hat die Situation ein anderer, der ohne Strafe ausgegangen ist). Als Ziel des Referats kann ich beim besten Willen nicht ausmachen, dass richtiges Verhalten gelernt werden soll. Ginge es tatsächlich um Reflexion, wäre das OK für mich. Es ist aber lediglich die Variante einer Schamstrafe: Jakob soll mal wieder vor der ganzen Klasse bloßgestellt werden, indem er zehn Minuten indirekt über seine Verfehlung referieren muss. DAS stört mich daran. Und dass es unter Zeitdruck und der Androhung eines Verweises vor der ganzen Klasse geschah. Ihm vor allen zu drohen scheint der Dame ein echtes Bedürfnis zu sein. Vielleicht könnt ihr das nicht nachvollziehen - nach dem letzten Elterngespräch kann ich das beim beste Willen nicht anders sehen.
Mit einem Aufsatz hätte ich in diesem Fall daher deutlich weniger Probleme gehabt.

Mit etwas Pech fängt Jakob morgen vor der Klasse zu weinen an, und kassiert anschließend einen Verweis, weil er bösartigerweise Mitleid erregen wollte und die Strafarbeit "verweigert". Ich hoffe bloß, dass das nicht passiert. Tag für Tag muss ich tatenlos zusehen, wie mein Sohn Schaden durch diese widerliche Person nimmt. Das ist unerträglich.
Aber jetzt Schluss damit, ich bin schon wieder einigermaßen auf Normalnull.


Heute war der Arzttermin. EKG war gut, wir haben ein Rezept, 5mg Medikinet zum einschleichen. Ab jetzt gilt das Prinzip Hoffnung.
Steffi, vielen Dank für Deinen Bericht, er macht mir Mut! Ich fühle mich über den Wirkmechanismus gut informiert, und habe keinen Zweifel an der Diagnose. Nicht weil ich um jeden Preis eine Schublade suche, sondern weil ADS ein 100%-Match mit dem hat, was wir an Jakob seit Jahren beobachten, und weder mit Bösartigkeit noch mit Gleichgültigkeit seinerseits erklärbar ist, wie ihm das von mancher Leerkraft unterstellt wird (nein, kein Tippfehler). Der Arzt meinte ebenfalls, dass es normalerweise sehr schnell anschlägt, oft sogar schon nach wenigen Tagen.

So, und nun nehme ich mir ein heißes Bad und verschwinde im Bett, um etwas dringend benötigten Schlaf nachzuholen. Euch einen Schönen Abend!

LG
Markus
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Engrid
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein


Anmeldedatum: 24.10.2011
Beiträge: 11188

BeitragVerfasst am: 18.05.2017, 21:39    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Markus,

da hast Du mich missverstanden. Natürlich war das Strafreferat pädagogisch dumm und überzogen von der Lehrerin. Und ich sehe auch, dass sie ihn auf dem Kieker hat. Aber manchmal kommt es eben auch drauf an, was man draus macht, und beim Thema Gruppenregeln muss man absolut nicht auf seiner eigenen Verfehlung rumreiten. Die Lehrerin ist auch Teil der Gruppe Wink Siehe oben.
Wenn es nun so ist, dass ihm dieser Weg in seiner jetzigen Verfassung nicht offen steht, wenn das, was die Lehrerin da tut, schon unter bewusstes Mobbing fällt, wenn er die ganze Woche wegen der ein mulmiges Bauchgefühl hat - dann wird das MPH nicht reichen, dann musst Du Deinem Sohn die Lehrerin ersparen (Klassenwechsel, Schulwechsel, Beschwerde falls Du Nachweise hast, ...). Denn dann ist der Preis zu hoch.

Ich hoffe, es läuft gut morgen, und das MPH schlägt bald an.

Grüße

_________________
Engrid

mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Jakobspapa
Mitglied
Mitglied


Anmeldedatum: 31.03.2017
Beiträge: 61
Wohnort: Allgäu

BeitragVerfasst am: 18.05.2017, 23:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Engrid,

irgendwie zieht mich die Tastatur magisch an Laughing, jetzt muss ich doch nochmal was schreiben. Meine letzte Antwort war allgemein, nicht speziell an Dich gerichtet. Hab Dich schon verstanden.

Eine interessante Beobachtung an mir selbst:
Gestern habe ich nur rasende Wut gespürt, so schlimm wie noch nie. Wirklich schlimm. Den Sachverhalt exakt benennen hätte ich gestern abend noch nicht gekonnt, eine genaue Analyse fast unmöglich, mir war nur klar, dass die Aktion keine erzieherische Maßnahme, sondern eine Demütigung ist. Mir geht das in solchen Erregungszuständen eigentlich immer so, schon mein ganzes Leben lang, was extrem hinderlich ist. Normalerweise passiert das heutzutage extrem selten, Konflikte in Alltag und Beruf trage ich kaum auf aggressive Weise aus, daher komme ich aus solchen Situationen meist ziemlich schnell und gut heraus, ich kann sie gut und schnell analysieren.

Jakob reagiert ganz ähnlich: er kann dann keinen klaren Gedanken fassen, kann überhaupt nicht darstellen, was überhaupt passiert ist, und was ihn so auf die Palme gebracht hat. Oft fehlt ihm die Erinnerung an den eigentlichen Vorfall. Ob das bei mir in dem Alter auch so war, weiß ich nicht, heute kann ich die Details benennen, aber eben erst später.

Nun mache ich mir Gedanken über meinen Kleinen. Nachdem wir in letzter Zeit auch ein paar Auffälligkeiten bemerken, haben wir die Erzieherinnen im Kindergarten angesprochen, die ihn mal genau beobachten sollten. Rückmeldung gestern: seit einigen Wochen ist er immer wieder wütend, kann oder will aber nicht erklären, was ihn nun genau stört. Das ist neu - bisher habe er immer exakt benennen können, was ihm missfallen hat.
Vorhin saß er mit mir in der Badewanne, und erzählte mir, dass er heute im KiGa große Wut gehabt hätte. Davor seien Handwerker dagewesen, und hätten etwas an der Tür gebastelt. Aber was dazu geführt hat, dass er so wütend geworden sei, daran könne er sich nicht erinnern.
Hätte er mir gegenüber etwas beschönigen wollen, hätte er wohl die Wut "vergessen", aber vom Vorfall berichtet, und nicht anders herum.

Ähnliche Beschreibungen finde ich u.a. bei Neuhaus bzgl. ADHS. Wie geht da Nicht-ADHSlern, tritt die fehlende Analysefähigkeit oder gar eine später fehlende Erinnerung in solchen Situationen auch bei Euch auf?
Möglicherweise sind wir in unserer Familie jetzt mindestens zu Dritt, und wenn, dann wahrscheinlich die Nr. 3 mit einem +H .

So, aber jetzt geh ich wirklich schlafen beck. Gute Nacht zusammen!

LG
Markus
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
RikemitSohn
Stamm-User
Stamm-User


Anmeldedatum: 20.09.2015
Beiträge: 295

BeitragVerfasst am: 19.05.2017, 16:10    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Markus,

zu deinem Großen: ich weiß nicht mehr, ob bei euch die Möglichkeit besteht die Schule/ Klasse zu wechseln. Wenn ja, würde ich euch raten, diese Option zu überlegen. Denn für mich hört sich das nach einer sehr festgefahrenen Situation an. Medikamente können Jakob helfen, aber sie machen kein anderes Kind aus ihm. Mein Sohn braucht trotz Medis Unterstützung und Verständnis. Und beides scheint bei eurer Lehrerin nicht vorhanden sein. Und wenn sie meckern will, findet sie etwas. Das klappt bei jedem Kind, denn kein Kind benimmt sich immer perfekt.
Zu deinem Kleinen: ich finde es erst einmal nicht ungewöhnlich, daß ein Kind in seinem Alter nicht genau weiß, woher Wut kommt. Gefühle analysieren und deren Ursprung zu ergründen fällt selbst Erwachsenen schwer. Da würde ich jetzt nicht so viel Gewicht reinlegen.
Ansonsten würde ichh beobachten und bei Verdacht auf jeden Fall vor der Schule bei einem KJP vorstellen.
Noch ein Denkanstoss: Es könnte auch sein, daß seine Unausgeglichenheit durch eure Situation zu Hause bedingt ist. Es herrscht bei euch ja seit Wochen Hochstress, was ihr wahrscheinlich trotz aller Bemühungen nicht von den Kindern fernhalten könnt. Ich schrieb ja schon, daß der Stress schon im Schreiben transportiert wird.
Wie lief das Referat?

LG Rike

_________________
Mama mit Sohn 2004 ADHS und HB ( ein lustiger Schlauschnacker zum Liebhaben )
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Engrid
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein


Anmeldedatum: 24.10.2011
Beiträge: 11188

BeitragVerfasst am: 19.05.2017, 17:15    Titel: Antworten mit Zitat

Ich sehe das quasi Satz für Satz genauso wie Rike. Grüße
_________________
Engrid

mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Jakobspapa
Mitglied
Mitglied


Anmeldedatum: 31.03.2017
Beiträge: 61
Wohnort: Allgäu

BeitragVerfasst am: 19.05.2017, 18:06    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,


ich berichte jetzt einfach mal ohne weitere Kommentare vom Verlauf des heutigen Strafreferats. Nochmal kurzer Rückblick:
Jakob und ein Mitschüler mussten während eines Probereferats der 12. Klasse lachen, nachdem ein dritter Mittschüler geblödelt hat. Entgegen meiner bisherigen Kenntnis handelte es sich nicht um einen Lachkrampf, sondern um ein kurzes Lachen, das den Ablauf nicht gestört hat. Entgegen meiner bisherigen Kenntnis wurde auch dem dritten Schüler die Strafarbeit auferlegt: ein zehnminütiges Referat über richitges Verhalten im Unterricht mit Vorbereitungsfrist bis heute.


Ablauf der heutigen Strafreferate

Die beiden anderen Mitschüler hielten ein ca. dreiminütiges Referat, das von der Lehrerin nicht kommentiert und akzeptiert wurde.

Jakob hatte gestern Abend nach dem Arzttermin die Schulordnung ausgedruckt und sich vorbereitet. Selbige hat er auf den Beamer gelegt, die Absätze einzeln verlesen und anschließend in freier Rede erklärt.
Bei einem Punkt lag er mit der Erklärung daneben. Er wurde daraufhin von der Lehrerin unterbrochen und vor der Klasse gefragt, wie es sein könne, dass er diesen Punkt falsch erkläre. Die Strafarbeit sei eine schulische Aufgabe, die er zu erledigen habe, und sich entsprechend vorzubereiten habe. Jakob ging nicht auf die Kritik ein, sondern fuhr in seinem Referat fort, insg. 15 Minuten, danach wurde abgebrochen.

Am Ende der Stunde wurden alle Mitschüler herausgeschickt, Jakob wurde am gehen gehindert, und musste allein mit der Lehrein im Klassenzimmer bleiben. Seine Bitte, einen Vertrauenslehrer hinzuziehen und mit uns telefonisch in Kontakt zu treten (das haben wir ihm für diesen Fall aufgetragen) wurde ihm verweigert. Die Lehrerin hat ihre Ausführungen bzgl. des Fehlers in der Erklärung wiederholt. Die Strafarbeit sei eine schulische Aufgabe, die er korrekt zu erledigen und fehlerfrei vorzubereiten habe, genau wie eine Hausaufgabe. Es habe sich entgegen der Aufgabenstellung auch nicht um das geforderte Referat gehandelt, da er vorgelesen habe.
Sie hat Jakob abschließend aufgefordert, mir auszurichten, dass ich mich noch heute bei ihr telefonisch zu melden habe, andernfalls bekäme Jakob großen Ärger.


LG
Markus
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
toto35
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein


Anmeldedatum: 05.12.2006
Beiträge: 7702
Wohnort: Rheinland -Pfalz

BeitragVerfasst am: 19.05.2017, 18:37    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Markus,

wenn es wirklich nur ein kurzes Lachen gewesen sein soll, dann ist es natürlich sehr kleinlich, eine Strafarbeit aufzugeben. In strenger Blick sollte da reichen. Sollte es aber wirklich mehr gewesen sein, dann ist das natürlich schon sehr störend während eines Referates, auch wenn es das Referat eines 12.Klässlers war.

Davon abgesehen, die Art der aufgegebenen Strafarbeit, auch mit der Vorbereitungszeit ist in Ordnung, besser als 2 Seiten "ich darf nicht lachen" zu schreiben. Bei uns muß die Hausordnung abgeschrieben werden, heruntergeschmiert ohne darüber nachzudenken wird sie dann von den Schülern, ob das sinniger ist, weiß ich nicht...

Wie die Lehrerin dann natürlich heute im Bezug auf deinen Sohn damit umgegangen ist, ist mehr als fragwürdig.

Was würde ich tun? Eigentlich würde ich es gerne auf den "Kampf" ankommen lassen und nicht bei ihr anrufen - andererseits wird auch das wieder dein Sohn ausbaden müssen. Von daher würde ich anrufen, wenn ich an deiner Stelle wäre, alleine schon, um deinen Sohn zu beschützen.
Ich würde - versuchen - ganz klar und deutlich zu bleiben, ich weiß es ist schwierig.

Gibt es die Chance, das dein Sohn in eine Parallelklasse wechselt?

_________________
LG

____________________________________
Sohn (14,5 Jahre): ADHS/ADS (Mischform), Fructoseintoleranz, v.a. Migräne, Kiss-Kind (Therapie endlich erfolgreich beendet!)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden







Verfasst am:     Titel: Anzeige

Nach oben
*Hanna*
Mitglied
Mitglied


Anmeldedatum: 30.04.2017
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 19.05.2017, 19:16    Titel: Antworten mit Zitat

Also, ich habe den Eindruck, die Lehrerin will nicht nur Deinen Sohn, sondern auch Dich klein kriegen. Darauf würde ich mich nicht einlassen. Wenn Du anrufst, dann lass ihr nicht die Redehoheit. Sag ihr von vorneherein, dass Dein Sohn Dir berichtet habe, sie habe ihm gedroht für den Fall, dass Du heute nicht anrufst. Dass Du selbstverständlich davon ausgehst, das hier ein Missverständnis vorliege, da die Lehrerin ja zweifellos nicht Jakob für das Verhalten seines Vaters in Sippenhaft habe nehmen wollen!? Dass Dir aber sehr daran gelegen sei, die Sache zu klären, und Du daher nun gerne die Einzelheiten des Vorfalls aus ihrer Sicht hören würdest.

Es ist immer schwer, von das von außen zu beurteilen, aber für mich wäre das jetzt vielleicht doch "die" causa belli. Ich würde mich also wahrscheinlcih höchsten mit einer mail bei der Lehrerin melden, mich dafür aber schriftlich an den Direktor wenden. Ihm würde ich zunächst die Situation objektiv(!) schildern, dann - in einem Absatz "Persönliche Stellungnahme" - meine Deutung dieser Situation abgeben: Du könntest, da es sich nicht um den ersten Vorfall dieser Art handelt (kurz erwähnen, was noch vorgefallen ist), nicht ausschließen, dass hier eine gezielte Benachteiligung Deines Sohnes vorliegt. Diese sei umso gravierender, als Dein Sohn, wie die Lehrerin wisse, aufgrund einer derzeit noch zu diagnostizierenden Krankheit möglicherweise besonders von gesellschaftlicher Exklusion bedroht sei. Schließlich würde ich um Prüfung der Angelegenheit und um eine schriftliche Stellungnahme bitten.

Beim nächsten Eklat würde ich mich direkt ans Oberschulamt wenden.

Ach ja, und ich würde schon mal alle Vorkommnisse, die Dir Dein Sohn schildert, notieren.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    REHAkids Foren-Übersicht -> Vorstellungsrunde Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Dieses Thema einem Freund schicken

Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3 ... 12, 13, 14, 15, 16, 17  Weiter
Seite 13 von 17

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieser Rubrik schreiben.
Du kannst auf Beiträge in dieser Rubrik nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in dieser Rubrik nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in dieser Rubrik nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in dieser Rubrik nicht mitmachen.
Du kannst Dateien in diesem Forum nicht posten
Du kannst Dateien in diesem Forum herunterladen


Seite erstellt in 0.12 Sekunden
Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
subGreen style by ktauber