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Lumoressie
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BeitragVerfasst am: 24.03.2017, 21:31    Titel: Einkaufen Antworten mit Zitat

Heute war ich mit E. im REAL einkaufen.
E.(9) ist mittlerweile zu groß für den Einkaufswagen, also schiebe ich ihn im Rollstuhl und ziehe gleichzeitig einen der roten REAL-Einkaufskörbe hinter mir her. Wir sind ein 8-Personen Haushalt, also wird der Trolley immer gut voll.
An der Kasse habe ich bezahlt wie immer und wollte dann den Korb wieder beladen und zum Auto bringen, auch wie immer. Normalerweise lade ich dann Kind und Einkäufe in's Auto und bringe dann den Einkaufskorb wieder zurück.
Nicht so heute.
Der Verkäufer hat gesagt, ich darf den Korb nicht mit zum Auto nehmen.
Ich habe auf den Rollstuhl verwiesen und gesagt, ich könnte die Einkäufe sonst nicht mitnehmen, da ich Kind im Rollstuhl und Einkaufswagen nicht schieben kann.
Er hat gesagt, das wäre nicht sein Problem.
Die Kollegin der Nachbarkasse mischte sich ein und meinte, der Korb wäre Eigentum von REAL und ich würde ihn stehlen, wenn ich ihn mit zum Auto nehme.
Ich habe den schon bezahlten Einkauf an der Kasse gelassen und mich beim Service beschwert.
Die haben gemeint, der Kassierer hätte richtig gehandelt, künftig könnte ich aber die Kassierer beim Service anrufen lassen, dann würden sie mir den Korb für ein Pfandgeld ausleihen.
Ein anderer Kunde hatte Mitleid und kam mit einem Einkaufswagen, lud meine Sachen ein und brachte sie mir zum Auto.
Ich bin noch ganz perplex...
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Jörg75
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BeitragVerfasst am: 24.03.2017, 21:44    Titel: Antworten mit Zitat

Moin,

das kommt davon, wenn Nicht-Juristen sich zu juristischen Sachverhalten äußern.

Selbstverständlich ist es KEIN Diebstahl, wenn Du den Einkaufskorb mit zum Auto nimmst, deine Sachen auslädst und den Korb dann wieder zurückbringst. Diebstahl setzt die Absicht voraus, den bisherigen Eigentümer zu enteignen und sich die Sache selber zuzueignen - das ist natürlich bei einem solchen Sachverhalt NICHT der Fall, daher ist der Verweis auf Diebstahl offenkundiger Schwachsinn.
(Übrigens, nur so nebenbei - steckt man sich einen Apfel im Supermarkt in die Jackentasche, statt ihn in den Einkaufswagen zu legen, ist nach der Rechtsprechung der Diebstahl vollendet - schon VOR der Kasse).

Leider hilft dir das aber nicht wirklich weiter, weil die Firma Real selbstverständlich in deren Markt ein Hausrecht hat und bestimmen kann, wie der Markt und deren Gegenstände genutzt werden dürfen. Wenn Real also lustig ist zu verbieten, die Körbe mit zum Auto zu nehmen, sondern zu sagen, die werden nur IM Markt genutzt, dann dürfen die das so regeln.
Die Zuwiderhandlung dagegen ist dann natürlich kein Diebstahl, aber "Handeln gegen die Hausordnung/ das Hausrecht", und das kann Real dann damit ahnden, in dem sich die bitten, nicht weiter dort einzukaufen - respektive dir ein Hausverbot erteilen ... oder dir eben verbieten, den Korb mit zum Auto zu nehmen.

Über die Frage, ob das kundenfreundlich ist oder nicht, müssen wir nicht weiter sprechen ... ich behaupte allerdings mal, dass es viele Supermärkte gibt, die nicht begeistert sind, wenn Du diese Trolleys mit zum Auto nimmst. Dafür gibt es ja die bepfandeten Einkaufswagen ... ich kaufe übrigens am liebsten in den zugegebenermaßen seltenen Supermärkten ein, die auf diesen Pfandunsinn auch bei den Einkaufswagen verzichten.

Gruß,
Jörg

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*Sally*
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BeitragVerfasst am: 24.03.2017, 21:54    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

dann bitte doch einfach das Servicepersonal, dich zum Auto zu begleiten. So hast Du dann die Hände für den Rolli frei Wink .

LG

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Inga
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BeitragVerfasst am: 24.03.2017, 21:57    Titel: Antworten mit Zitat

Jörg75 hat folgendes geschrieben:
Moin,

(Übrigens, nur so nebenbei - steckt man sich einen Apfel im Supermarkt in die Jackentasche, statt ihn in den Einkaufswagen zu legen, ist nach der Rechtsprechung der Diebstahl vollendet - schon VOR der Kasse).

Gruß,
Jörg


Hallo Jörg!
OT, aber trotzdem würde ich mich über eine Antwort freuen. Wink
Wenn ich eine leere Stofftasche mit ins Geschäft nehme und dort meine Sachen, die ich kaufen möchte rein stecke, ist das dann auch Diebstahl?
Mache ich nämlich oft, wenn ich zu viel kaufe um es einfach zu tragen, aber so wenig, dass sich der Aufwand mit dem Einkaufswagen nicht lohnt.

Meist mache ich es hier im Rewe, denke da passiert mir nix, wir wohnen auf dem Land, da kennt man sich. Aber ich kaufe ja durchaus auch mal wo anders ein...

Gruß, Inga

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Jörg75
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BeitragVerfasst am: 24.03.2017, 22:52    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inga,
Inga hat folgendes geschrieben:

Wenn ich eine leere Stofftasche mit ins Geschäft nehme und dort meine Sachen, die ich kaufen möchte rein stecke, ist das dann auch Diebstahl?

kurz, knapp und präzise: JA!

"Im Selbstbedienungsladen erlangt Gewahrsam, wer Waren in die Tasche steckt" (mehrere Nachweise aus der Rechtsprechung des BGH) - aus dem Standardkommentar zum STGB von Thomas Fischer (BGH-Richter, vielleicht dem einen oder anderen aus seiner Zeit-Online-Kolumne bekannt).
Man kann sich dann immer noch wieder über den Diebstahlsvorsatz streiten, klar - aber objektiv ist in dem Moment des "In-die-Tasche-Steckens" der Diebstahl beendet.

Gruß,
Jörg

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Sinale
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BeitragVerfasst am: 24.03.2017, 23:32    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Jörg,

dann stehlen Menschen mit Rollstuhl, Rollator usw. die keinen Einkaufswagen schieben können und infolgedessen mit einer leeren Tasche in den Einkaufsladen kommen immer, wenn sie einkaufen.

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Viele Grüße
Sinale

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Anne&Hannah
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BeitragVerfasst am: 24.03.2017, 23:49    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
boah, da wäre ich aber auch bedient gewesen...
Ich würde mich an die Geschäftsführung wenden und fragen, ob Familien mit behinderten Angehörigen wohl auch etwas Kundenfreundlichkeit erwarten dürfen...

Und als konstruktive Anregung die Anschaffung eines speziellen Einkaufswagens vorschlagen:
http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewt.....p;highlight=einkaufswagen

( Und das wär dann doch im Gegensatz zur heutigen Aktion mal ein Grund für positive Publicity )

LG
Anne

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Anne&Thomas (48&53) mit D. (m,15),J. (w,14) & HANNAH (10) - Mitochondriale Enzephalomyopathie/Morbus Leigh. dadurch Hirnschädigung mit körperl.&geistiger Entwicklungsverz.,Sprachbehinderung, Button. z.N.zentr.Koordinationsstörungen beim Sehen,Schlucken,Atmen&Herzfrequenz, nächtl. Beatmung&Betablocker. T-Stoma zu seit 4/14
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Kaja
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BeitragVerfasst am: 24.03.2017, 23:51    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Jörg,

Jörg75 hat folgendes geschrieben:
Man kann sich dann immer noch wieder über den Diebstahlsvorsatz streiten, klar - aber objektiv ist in dem Moment des "In-die-Tasche-Steckens" der Diebstahl beendet.

du kannst doch von juristischen Laien nicht erwarten, dass sie etwas mit den Begriffen objektiver und subjektiver Tatbestand anfangen können und wissen, dass nur das Vorliegen beider Tatbestände zur Strafbarkeit führt. Deshalb kann der objektive Tatbestand zwar erfüllt sein, fehlt es am Nachweis des subjektiven Tatbestandes (Zueignungsabsicht, Vorsatz), liegt keine Strafbarkeit vor.

i.Ü. unterscheidet die Literatur schon zwischen einer Jackentasche und einer (eventuell sogar durchsichtigen) Einkaufstasche. Relevant ist nämlich u.a., ob der Ladenbesitzer einen "Blick" aud seine Waren haben kann.

Viele Grüße Kaja
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Jörg75
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BeitragVerfasst am: 24.03.2017, 23:52    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Sinale,

wenn Du einen Rollator hast, an dem vorne ein offener Korb ist und du den nutzt, bist du auf der sicheren Seite.
Dann gibt es tatsächlich Supermärkte mit Einkaufswagen, die Rollstuhltauglich sind/ sein sollen - das ist natürlich auch schön.

Ansonsten ist es halt so, dass der objektvie Tatbestand mit dem Einlegen in die Tasche erfüllt ist, ja. Wie gesagt, auf der subjektiven Seite (Vorsatz) kann man streiten ... und das fällt natürlich leichter da zu streiten, wenn keine andere Möglichkeit vorhanden ist den Einkauf zu transportieren.


Der Hintergrund hinter dieser Sichtweise der Rechtsprechung bis hoch zum BGH ist letzlich einfach: Steckst Du etwas in die Tasche, sei es Jacken-, Hosen- oder Einkaufstasche, ist der Gegenstand der "Sicht" des Verkäufers entzogen und er kann nicht mehr kontrollieren, ob man etwas eingesteckt hat oder nicht.

Gruß,
Jörg

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Michaela44
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BeitragVerfasst am: 24.03.2017, 23:57    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn ich mehr Einkäufe auf dem Arm habe als geplant und keinen Einkaufswagen, spreche ich in der Regel eine Verkäuferin an, bevor ich die Sachen in eine Tasche tue. Damit hatte ich dann nie Probleme.

Die Verkäufer bei Real hatten bestimmt Weisung (und Druck) von oben. Und trauen sich dann nicht, anders zu handeln.

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