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Aggressivität in der Schule
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Verena2010
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BeitragVerfasst am: 25.02.2017, 03:13    Titel: Antworten mit Zitat

Nein er lehnt den talker nicht ab, er liebt ihn.
Er guckt gerne im Windows nach Videos.
Dabei macht er einstellungen unabsichtlich die den talker unbrauchbar machen.

Kommunikation ist möglich aber schwierig.
Er spricht gerne und telefoniert auch.
Er muss sich aber gut konzentrieren. Ja nein fragen sind zu ca 70-80 %korrekt.
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Engrid
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BeitragVerfasst am: 25.02.2017, 09:37    Titel: Antworten mit Zitat

Habt Ihr jemand, der Euch bei der Unterstützten Kommunikation umfassend betreut? Eine UK-versierte Logopädin, einen UK-Coach, UK-Beratungsstelle?

Warum ich so frage: Wenn er sich mit Sprechen oder Gebärden nicht gut ausdrücken kann, und technisch geschickt ist, dann wäre die elektronische Kommunikationshhilfe vielleicht der beste Weg für ihn, sich auszudrücken. wenn er lernt, seine Bedürfnisse, Wünsche, Gefühle, Frustration, Kritik, ... mittels Talker auszudrücken, ist er nicht so ohnmächtig in solchen Situationen wie beschrieben, und es geht dann ohne Austicker
Wenn Du schreibst, Ihr müsst den Talker reparieren lassen wegen Fehleinstellungen, dann vielleicht mal als Alternative über einen iPadbasierten Talker nachdenken, den kannst Du (oder sogar Manuel selber) wieder in Gang bringen, wenn er verstellt war (zahlt auch die Krankenkasse).

Das also vielleicht mal als Perspektive.

Für mich klingt es so, als wäre diese Eskalation mindestens zum Teil - oder sogar ganz - aus Kommunikationsproblemen (beider Seiten) entstanden.
Entschuldigen sollte er sich natürlich trotzdem. Auch wenn nachvollziehbar wird, warum er das gemacht hat - geht es natürlich so trotzdem nicht.

Für die aktuelle Situation wünsch ich Dir eine konstruktive Besprechung.

Grüße

_________________
Engrid

mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)
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Verena2010
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BeitragVerfasst am: 26.02.2017, 13:59    Titel: Antworten mit Zitat

Um Betreuung kommt durch die Autismus Therapeutin.

Das Problem bei der Kommunikation in solchen wut-/overload Situationen ist der, das er dann so in einer art Rausch ist, das er total abschaltet. Er kann dann weder sprechen, noch Karten oder talker verwenden. Man muss es vorher ihn da raus holen. Oder es nicht soweit kommen lassen.
Es tut ihm danach immer leid und weint, will in den Arm genommen werden.
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RikemitSohn
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BeitragVerfasst am: 26.02.2017, 14:08    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Verena,
mein Sohn hat keinen Autismus, aber ADHS und bei ihm ist es in Overloadsituationen genauso. Er ist dann aggressiv, pöbelt... . Dananch tut es ihm auch unheimlich leid und gerade bei mir weint er dann oft und versucht sich selbst zu bestrafen. Das einzige was hilft ist der frühzeitige Stopp. Ist es dafür zu spät muss man ihn am besten in Ruhe lassen oder die Situation durchbrechen durch einen Gegenreiz.
Da kannst du nur bei der Schule intervenieren, denn diese Verantwortung liegt in der Situation dann bei der Schule.
Anfassen finde ich vom Personal dort auch sehr ungünstig in so einer Situation. Da könnte mein Sohn auch körperlich reagieren, obwohl er super sprechen kann.
LG Rike

_________________
Mama mit Sohn 2004 ADHS und HB ( ein lustiger Schlauschnacker zum Liebhaben )
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Verena2010
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BeitragVerfasst am: 26.02.2017, 14:13    Titel: Antworten mit Zitat

Karo B. hat folgendes geschrieben:
Hallo,

entschuldige bitte. Mir war nicht kenntlich, dass er Autist auf einer Förderschule ist. Da du von einer Oberstufe schriebest, ging ich von einer Regelschule aus.

Damit sieht die ganze Sache natürlich anders aus.


Sorry hab ich überlesen. Tut mir leid das ich das nicht ausführlich schrieb.
In der förderschule gibt es nur Stufen. Vorstufe, Unterstufe, Mittelstufe, Oberstufe und berufspraxis.
Die gegen je 2-3 Jahre.
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Verena2010
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BeitragVerfasst am: 26.02.2017, 14:17    Titel: Antworten mit Zitat

RikemitSohn hat folgendes geschrieben:
Hallo Verena,
mein Sohn hat keinen Autismus, aber ADHS und bei ihm ist es in Overloadsituationen genauso. Er ist dann aggressiv, pöbelt... . Dananch tut es ihm auch unheimlich leid und gerade bei mir weint er dann oft und versucht sich selbst zu bestrafen. Das einzige was hilft ist der frühzeitige Stopp. Ist es dafür zu spät muss man ihn am besten in Ruhe lassen oder die Situation durchbrechen durch einen Gegenreiz.
Da kannst du nur bei der Schule intervenieren, denn diese Verantwortung liegt in der Situation dann bei der Schule.
Anfassen finde ich vom Personal dort auch sehr ungünstig in so einer Situation. Da könnte mein Sohn auch körperlich reagieren, obwohl er super sprechen kann.
LG Rike


Danke für deine Schilderung. Mache mir Notizen für die schule.
Manuel muss auch gestoppt werden. Man merkt es vorher, man muss dann aber schnell handeln. Raus aus der situation komplett. Draußen sich auspowern.
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Engrid
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BeitragVerfasst am: 27.02.2017, 09:06    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Morgen,

es ist wichtig, das auseinander zu halten:

Overload bei Autismus - Folge von Reizüberflutung. Manche Autisten schlagen im Overload auch um sich (Meltdown), das ist aber keine gezielte Aggression, würde ich sagen (auch wenn es beim anderen so ankommen mag)
http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic98823.html
https://innerwelt.wordpress.com/201.....erload-melt-und-shutdown/
http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewt.....pic.php?p=1909561#1909561

Wut bei Autismus, als überforderndes Gefühl, zb wenn man sich übergangen, übervorteilt oder missverstanden fühlt. Und das passiert ja sehr schnell, wenn man als frühkindlicher Autist keinen Perspektivwechsel kann, und dazu kognitiv eingeschränkt ist (Kann natürlich dann auch in einen Overload münden). Da spielt dann eben sehr deutlich das Kommunikationsproblem mit rein. Nicht nur bei meinem Sohn ist es so: Sobald er im Aufbau einer schwierigen Situation ein sinnvolles Verhalten zur Verfügung hat, braucht er nicht mehr aggressiv zu reagieren (ist ja für ihn dann auch sanfter).
Dieses sinnvolle alternative Verhalten trainiert Junior einerseits ganz praktisch, voll angeleitet, in der Ergotherapie (die bei uns eine umfassende Autismustherapie ist).
Andererseits arbeiten wir hier mit Visualisierung, Strukturierung (Teacch, Alternativenpläne, kleine Filme in der Art visualisierter Social Stories). Das ist wichtig, weil es eben die Kommunikationsform ist, die viel besser beim Kind landet als Reden, und weil es andererseits in Folge das Kind so in die Lage versetzt, mehr und mehr rechtzeitig zu kommunizieren, was eigentlich los ist.
Deswegen reite ich hier so drauf rum.

Es gibt ein tolles Buch dazu: Angela Hallbauer und Claudio Castañeda: Einander verstehen lernen.


Wenn das Kind dann schon im Brunnen liegt, egal ob mit drohendem/eingetretenem Overload, oder ob die Emotionen grade hochkochen bei ihm - dann sollte man Junior auch nicht mehr anfassen, und auch keine zusätzlichen Anforderungen und Anmeckerungen ("runter von der Fensterbank") anbringen, das ist dann nur Feuer an der Lunte.


Was sagt und macht eigentlich Eure langjährige Autismustherapeutin dazu?

Grüße

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Engrid

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Verena2010
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BeitragVerfasst am: 27.02.2017, 10:09    Titel: Antworten mit Zitat

Unsere Autismus Therapeutin haben wir jetzt 2 /3 Jahre? Wir hatten immer wieder mal therapeutenwechsel.
Ich hatte mit ihr beim letzten Vorfall drüber gesprochen. Sie sagte auch das es ein grund/Auslöser geben muss. Sie hat ihn an 2 Tagen im Unterricht beobachtet um seine Reaktion auf verschiedene Situationen zu sehen. In der Zeit war aber nichts auffälliges. Sie hat mit den Lehrern mehrfach gesprochen und Überlegungen angestellt wie man an die sache rangeht. Das funktioniert eigentlich gut. Auch zuhause, wenn solche Situationen kommen, stoppen wir die fast immer. Er geht dann auch oft duschen denn wasser beruhigt ihn. Das geht in der schule natürlich nicht. Wir reden viel und versuchen ihm das zu erklären ganz in Ruhe. Das hilft. Die Lehrer sagen er macht das mit Absicht. Aber das glauben wir nicht. Auch die Autismus Therapeutin nicht. Habe mit ihr seit dem letzten Vorfall nicht mehr gesprochen, ihr aber eine Nachricht hinterlassen damit sie bescheid weiß und zum Termin kommt. Auch der schulverweis ist nicht ok,sagt die das bringt nichts weil er das nicht versteht.
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Verena2010
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BeitragVerfasst am: 06.03.2017, 13:01    Titel: Antworten mit Zitat

oh man, heute war das Gespräch, bin total durch den Wind und male mir das schlimmste aus.
Dabei war der Schulleiter, 1 Lehrerin und die Autismustherapeutin und ich.

es wurde viel geredet,gesprochen , es wurde versucht licht ins dunkel zu bringen, was sehr schwer war.
- Manuel bekommt jetzt und auch die ganze klasse, einen sehr strukturierten Tagesplan, was genau wann passiert.
-er hat ein Kurs gewechselt, statt Schwarzlicht macht er jetzt im Snoozelraum mit
- auch wird er bei Hauswirtschaft ,beim backen und kochen mehr integriert weil er das sehr gerne macht.
- tja was die regeln betrifft, es gibt nun mal regeln daran muss er sich halten auch wenn er das nicht will, obwohl sie auch den Ton nicht anpassen werden. die Autismustherapeutin und auch ich sagten das es in solchen Situationen das einzige ist was eigentlich hilft, ruhig sprechen nicht direkt anfassen ihn erstmal machen lassen, ect. daran muss er sich gewöhnen das man schon energisch etwas sagt wenn es umgesetzt werden soll.( echt? auch wenn es dann so eskaliert?)Verstehe ich nicht.
- Manuel kann nicht belohnt werden nach jedem block weil die anderen dann neidisch werden. mag sein, aber wir haben eine Krise und suchen nach Lösungen, wenn es erstmal hilft super, man kann es ja nach einer zeit reduzieren mit belohnungen. immerhin wollen alle das es funktioniert!
- 1 Schülerin sei 1 Tag nicht zur Schule gekommen weil sie angst vor Manuel hat , auch andere Schüler und selbst die Lehrer sind schon soweit.
- heute hab ich erfahren das die Lehrerin fast gar nicht weiß was es mit der Erkrankung auf sich hat, sie macht dann eine Fortbildung.
- es wird ein Verhaltenstagebuch geführt und ich soll ein Mitteilungsheft mitgeben wo dann täglich eingtetragen wird wie der tag war. Damit ich auf dem laufenden bin(was jetzt nicht der Fall ist)

Sollte das alles nicht helfen , bzw besser werden wird Manuel von der Schule verwiesen, lange, der Amtsarzt wird hinzuführt der feststellen soll ob Manuel wirklich Schulunfähig ist!
das heißt ich muss meinen Job aufgeben,wenn es soweit kommt.....

habe demnächst noch ein Gespräch alleine mit der Autismustherapeutin und der nächste Termin in der schule ist der 6. 4., dann werden wir sehen wie es aussieht.
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IlonaN
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BeitragVerfasst am: 06.03.2017, 14:23    Titel: Antworten mit Zitat

Oh Mann da liegt ja wohl nicht nur bei Manuel einiges im Argen. Shocked Mein geistig behinderter Sohn erhält auch als einzigster seiner Klasse Belohnungsstempel in sein "Mutti-Heft" wenn das Verhalten halbwegs akzeptabel war. Das muss doch wohl zu machen sein- Kopfschüttelnde Grüße
_________________
Ich 1961 Ösophagusatresie
Großfamilie mit leibl.Kindern/Ado-Kind und Pflegekindern
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