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Welche Voraussetzungen für Werkstätten und betreutes Wohnen?
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Dani+Feli
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BeitragVerfasst am: 24.08.2016, 20:34    Titel: Welche Voraussetzungen für Werkstätten und betreutes Wohnen? Antworten mit Zitat

Hallo Zusammen,

stimmt es wirklich, dass ein Kind/Jugendlicher den Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung haben muss, damit er später gut versorgt wird?

Was ist mit den Körperbehinderten und seelisch behinderten, die einen Lernbehinderten Abschluss schaffen können, aber auf dem 1. Arbeitsmarkt keinen Job finden würden, trotz geschützter Berufsausbildung?

Fallen alle Lernbehinderte dann in Hartz 4 rein oder bleiben bei den Eltern wohnen, weil wirklich kein Anspruch auf eine Behindertenwerkstatt besteht?

Ist dann die Pflegestufe oder der SBA oder Epilepsie oder Autismus oder eine Tetraspastik, die Eintrittskarte für ein geschütztes Arbeits- und Wohnumfeld?

Bitte klärt mich mal auf, was auf uns zu kommen wird, um noch die richtigen Weichen stellen zu können.

Danke!

LG Dani

_________________
Sohn: 13J. Dyspraxie in Sprache u. Motorik autist. Zügen, komplex-fokale Epilepsie: Lamotrigin
Tochter: 15J. Migräne: ASS 100
Mama: oper. VSD, PSO-Arthritis: Humira, Leflunomid, Prednisolon
Papa: MG: Mestinon, Imurek
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Rita2
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BeitragVerfasst am: 24.08.2016, 21:58    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

für die Aufnahme in die Werkstatt benötigt man eine "wesentliche Behinderung". Was das jetzt genau ist, kann ich auch nicht sagen, da bei uns das nie in Frage stand.

Ich glaube es war so etwas wie, daß am Tag keine Arbeitsleistung erbracht werden kann, die ein gesunder in 3 Stunden leistet.

LG
Rita

_________________
Rita mit Sohn *Dezember 1995, ohne Diagnose,
cerebrale Koordinations- und Tonusregulationsstörung mit Zehenspitzengang, kognitive und sprachliche Entwicklungsstörung, süßer Bengel
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Kaja
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BeitragVerfasst am: 24.08.2016, 22:25    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Dani,

https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9/__136.html

Zitat:
1) Die Werkstatt für behinderte Menschen ist eine Einrichtung zur Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben im Sinne des Kapitels 5 des Teils 1 und zur Eingliederung in das Arbeitsleben. Sie hat denjenigen behinderten Menschen, die wegen Art oder Schwere der Behinderung nicht, noch nicht oder noch nicht wieder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt beschäftigt werden können,

1. eine angemessene berufliche Bildung und eine Beschäftigung zu einem ihrer Leistung angemessenen Arbeitsentgelt aus dem Arbeitsergebnis anzubieten und
2. zu ermöglichen, ihre Leistungs- oder Erwerbsfähigkeit zu erhalten, zu entwickeln, zu erhöhen oder wiederzugewinnen und dabei ihre Persönlichkeit weiterzuentwickeln...

Die Werkstatt steht allen behinderten Menschen im Sinne des Absatzes 1 unabhängig von Art oder Schwere der Behinderung offen, sofern erwartet werden kann, dass sie spätestens nach Teilnahme an Maßnahmen im Berufsbildungsbereich wenigstens ein Mindestmaß wirtschaftlich verwertbarer Arbeitsleistung erbringen werden

https://www.integrationsaemter.de/F.....fbM-/77c336i1p/index.html

Zitat:
Eine WfbM ... bietet denjenigen behinderten Menschen, die wegen Art oder Schwere der Behinderung nicht, noch nicht oder noch nicht wieder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig sein können, einen Arbeitsplatz oder Gelegenheit zur Ausübung einer geeigneten Tätigkeit. Auf die Art oder die Ursache der Behinderung kommt es nicht an.


Viele Grüße Kaja
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Inge
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BeitragVerfasst am: 25.08.2016, 19:11    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Dani,

das aktuell geplante Bundesteilhabegesetz steht in vielen Punkten einer möglichst selbstbestimmten Zukunft unserer Kinder entgegen. Und was du hier schreibst, betrifft einen Punkt der Petition:

Zitat:
Der Zugang zu den Leistungen der Eingliederungshilfe würde in § 99 Abs. 1 BTHG-Entwurf für Personen die nicht in mindestens 5 von 9 Lebensbereichen auf Unterstützung angewiesen sind (bzw. nicht in 3 von 9 Bereichen auch mit Unterstützung nicht teilhaben können) unzulässig erschwert, insoweit, dass kein Anspruch auf Unterstützung mehr bestünde, sondern Leistungen lediglich nach Ermessen des Kostenträgers gewährt werden könnten. Einer Vielzahl der Betroffenen bliebe somit die Teilhabe am kulturellen, öffentlichen und politischen Leben sowie die unabhängige Lebensführung, aber auch das Recht auf Bildung verwehrt.

Die Petition zur Verbesserung des Bundesteilhabegesetzes kannst du (und jedes weitere Familienmitglied, sowie Verwandte, Freunde und Bekannte) auf der Homepage des Deutschen Bundestages mitzeichnen. Dazu muss man sich kurz registrieren und kann dann diese und auch weitere Petitionen unterstützen.
Weitere Infos gibt es im Thema bitte wehrt Euch - für eine selbstbestimmte Zukunft Eurer Kinder!

_________________

Sie ist anders als die andern, und ihre Sprache geht weit an uns vorbei.
Doch wenn sie lächelt, lächelt sie mit Leichtigkeit dir dein ganzes Herz entzwei.

'Sommerkind' von Wortfront


Viele Grüße
Inge
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Dani+Feli
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BeitragVerfasst am: 25.08.2016, 21:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Zusammen,

wir erleben gerade an einer Förderschule, dass Eltern beraten werden, zum Wechsel des Förderschwerpunktes von Lernen- auf Geistig behindert, um später in eine Behindertenwerkstatt zu kommen.
Mit Lernbehinderung, hätte man keinen späteren Anspruch mehr darauf nach Einer erfolgreichen Ausbildung, aber erfolgsloser Jobsuche. Die LB würde nach der Schule wegfallen?
Stimmt das so denn alles und wird es so praktiziert?
Die Werkstattplätze wären arg begrenzt vorhanden als Begründung.

Dann ist ja alle Mühe um einen guten Abschluß jetzt umsonst, weil ich doch jetzt noch nicht weiß, ob unser Kind auf dem 1. Arbeitsmarkt überhaupt was finden wird mit seiner Körperbehinderung?

Sieht so also die Praxis aus , neben der schönen Theorie?
Hilfe!
Und Wohnen wird dann so ähnlich gehandhabt?

LG Dani
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Caki
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Beiträge: 50

BeitragVerfasst am: 26.08.2016, 14:42    Titel: Antworten mit Zitat

So sieht es bei mir auch aus. Laut Diagnose der Arbeitsmarktfähigkeit Fähigkeit bin ich für den 1 Arbeitsmarkt geeignet. Ich war die 1 Autistin.

Das Arbeitsamt weiß nicht, was es mit mir machen soll. Ich bin zwischen dem 1 und 2 Arbeitsmarkt.

Montag schaue ich mir das AlexOffice von den Alexianern an.

Die meinten es wird schwer die Bescheinigung zu bekommen, dass ich unter 3 Stunden arbeitsfähig bin.

_________________
Sebehindert/blind und Frühkindliche Autistin Hfa
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Lisa Maier
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BeitragVerfasst am: 26.08.2016, 18:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

allen Eltern von nicht geistigbehinderten Kindern würde ich prinzipiell davon abraten - egal was die 'Fachleute' für Horrorszenarien für die Zukunft erstellen - ihr Kind nur wegen der Werkstatt auf GB schreiben zu lassen.
Kein Mensch kann voraussagen, wie die Situation in ein paar Jahren ist. Und in meiner Zeit im Internat habe ich einige Körperbehinderte kennengelernt, die zunächst den Förderschwerpunkt L hatten, dann den Hauptschulabschluß nachholten und teilweise sogar noch die Mittlere Reife. Dann hatten sie tatsächlich Berufsaussichten. Mit Förderschwerpunkt GB ist so eine Karriere fast aussichtslos.
Ich kannte allerdings auch jemand, dessen Eltern sich von Lehrern der damaligen Sonderschule so beeinflussen ließen, daß sie ihn direkt nach der Schule in eine Werkstatt für Behinderte gaben - er war der einzige nicht geistig Eingeschränkte und fühlte sich absolut nie wohl.

Viele Grüße

Lisa
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Angela77
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BeitragVerfasst am: 26.08.2016, 20:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Dani,
ich kann mich Lisa nur anschließen Idea Idea
Außerdem könnte es zumindest von einzelne Lehrer schon jetzt als ein "Freifahrtschein" genutzt werde, Kids die Kulturtechniken betreffend nur low level zu unterrichten ... Dann sind sie, wenn es dumm läuft, irgendwann wirklich geistig behindert WORDEN. Das Risiko würde ich nicht akzeptieren!

Liebe Grüße
Angie

_________________
Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin
Vorstellung plus Diäteffekte:
http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic73493.html

Primär nächtliche Epilepsie im motorischen Sprachzentrum (leider erst erkannt im März 2015!!!)
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Dani+Feli
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BeitragVerfasst am: 27.08.2016, 17:12    Titel: Lern- und Körperbehindert Antworten mit Zitat

Hallo Zusammen,

Vielen Dank für die Zusprechung beim L zu bleiben!

Ich möchte mein Kind fit machen in allem was möglich ist, ohne Druck nach seinen motorischen und kognitiven Möglichkeiten.

Er soll glücklich, Selbstbestimmt und geschützt arbeiten und wohnen können.
Mit Mobbing oder Einsamkeit oder Armut, ist ihm nämlich später auch nicht geholfen.

Was kann ich für diese Ziele jetzt schon alles tun?

Danke!

LG Dani
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deborah
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BeitragVerfasst am: 27.08.2016, 17:33    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
Angela und Lisa ihr sprecht mir aus der Seele.

Da unser Sohn mit Förderschwerpunkt GB, Inklusion macht, jetzt 6. Klasse Sekundarschule, hat er auch kein Anrecht nach der Schule in die Werkstatt zu kommen.

Wir sind mit der Inklusion zu frieden, da er schon mehr gelernt hat als an einer GB Schule.

Gruß Deborah

_________________
D. *70
M. *69
R. *05/01 Kiss
T. *01/03 kognitiv, sprachlich und motorisch entwicklungsverzögert, auditive Wahrnehmungsstörung, GU-Schüler einer Sekundarschule

Eine gute Ausbildung ist fast so wichtig wie eine fordernde Mutter.
Charles M. Schulz
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