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Nina mit Karli (Frühchen 34.SSW, Sprachentwicklung, etc.?)
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Jakob05
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BeitragVerfasst am: 19.01.2017, 12:36    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Nina,
toll, dass Ihr auf einem so guten Weg seid. Denk aber dran: "Das Gras wächst nicht schneller, wenn man dran zieht!". Lasst Charlie Zeit. Er ist erst 3, hat grade einen Umzug hinter sich und hat sogar einiges aufgeholt. Das ist richtig viel. Der Vergleich mit Gleichaltrigen funktioniert nur, wenn du berücksichtigst, daß die sich ja auch permanent weiterentwickeln.
Wenn Charlie ein Stück aufholt, hat er sich also schneller entwickelt als die anderen. Das ist eine echte Leistung !!!! Wie soll er alles was (warum auch immer) fehlt, sofort ausgleichen ?
Was das Essen angeht, solltest du einmal ehrlich überlegen, wie das bei Euch zuhause abläuft ? Gibt es Zwischenmahlzeiten (Quetschies, Limo, Joghurt,..), die ihn dann satt machen. Isst jeder am Tisch Alles ? Gibt es Extrawürste für Papa oder Opa ? Lasst ihr Euch Zeit und Raum zum Geniessen oder gibt es Fastfood vor dem Fernseher ? Kocht ihr gemeinsam ? Essgewohnheiten werden vorgelebt !!
Ich habe 2 Kinder von Sonde auf reguläre Kost umstellen müssen, wusste beim 2. dann schon einiges. Dennoch braucht sowas Zeit, teilweise Jahre !!
Wichtig ist, äusseren Druck vollständig rauszunehmen. Alles darf, nix muss. Kein grosses Aufsehen oder Loben für Versuche. Was auf dem Tisch steht, darf gegessen werden, danach wird der Tisch abgeräumt und es gibt erst zur nächsten Mahlzeit wieder was. Wer nix isst, muss warten.
Charlie ist alt genug, um diese Zusammenhänge zu lernen. Nach meiner Erfahrung ist der Kindergarten das ideale Umfeld um Essen zu lernen, wenn du es durch Mitgeben des Lieblingsessens oder durch zu frühes Abholen nicht behinderst. So schnell verhungern Kindern nicht. Wenn er mal ein paar Tage im KiGa nur Wasser trinkt, passiert ihm nix. Wenn er anfangs nur am Tisch sitzen bleibt, dann nur 1 Lebensmittel isst, ist das ein guter Anfang. Ich bin sicher, dass es nach und nach mehr werden.
Kinder (auch mit schwersten Behinderungen) lernen sehr früh, wie gut sich Mama mit Essens- oder auch Toilettenverweigerung auf die Palme bringen lässt und nutzen dies dann schamlos aus. Deshalb helfen Vorträge und Schimpfen wenig. Konsequenz und Nicht-Beachtung sind da oft die besseren Wege. So ein Prozess dauert wirklich lange, deshalb sollte man sich mit ALLEN Beteiligten auf ein konsequentes Vorgehen einigen und in engem Austausch bleiben, denn all deine Bemühungen verlaufen im Nix, wenn jemand anderes dem "armen Bub" dann heimlich einen Lieblings-Snack zusteckt !
Du spürst ja richtig, dass Sprechen, Essen und Sauber werden wichtig sind. Eine Diagnose ist dazu nicht nötig. Die genannten Schritte helfen gesunden und speziellen Kindern und richten sicher keinen Schaden an.
Essen und Sprechen beanspruchen auch die gleichen Muskeln, daher ist es sehr wichtig VOR dem Sprechen das richtie Essen zu lernen. Wer nur Nuckelflaschen oder weiche Kost zu sich nimmt. kann keine harten Laute wie T, P und K aussprechen, wird dann auch nicht verstanden, wird frustriert und spricht irgendwann gar nicht mehr.

_________________
Cordula (65) mit I. (86), M. (88 mehrfachbehindert, HF-Autist), J. (†28.07.05,*02.08.05,37.SSW) + K. 10/07 (GS, HD, Laryngomalazie,Tracheostoma)
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Ninagolda
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BeitragVerfasst am: 25.02.2017, 09:53    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo vielen Dank liebe Cordula, ich habe erst jetzt deinen aufmerksamen Text entdeckt. Ich finde dass Du die Dinge sehr gut analysiert hast. Ja, wir freuen uns auch über die Fortschritte und ich habe auch tatsächlich überlegt Karli etwas länger in der Kita zu lassen, damit er dort wirklich mitisst. Außerdem gehen die Kinder nach dem Essen immer zusammen auf den Spielplatz, und das mag er doch sowieso. vor kurzem hatten wir richtig Ärger, weil Karli nicht beim Mittagessen sitzen bleiben wollte. Er hatte in seiner Gruppe eine neue Erzieherin, und die fühlte sich überfordert und hat sich über Karli beschwert. sie meinte sie könnte wenn er nicht sitzen bleibt die Gruppe nicht im Griff haben. Und es würde auch selbst dann nicht helfen, wenn er irgendwann wenn das SPZ eine Diagnose gestellt hat vielleicht noch einen Betreuer ab und zu dazubekommt. Daraufhin hat die Leiterin gesagt, dass es sein kann dass sie dann den Kitavertrag kündigen. Ich dachte ich höre nicht richtig. Erst investieren wir soviel Zeit damit er diesmal richtig bei der Kita eingeführt ist und sich wohl fühlt, und dann müssen wir wieder gehen nur weil er manchmal beim Mittagessen nicht sitzen bleiben will? Aber zum Glück hat die Erzieherin aus der anderen Gruppe dann direkt am nächsten Tag gemeint sie würde Karli sehr gerne übernehmen. Und dann hat er nur die Gruppe gewechselt. Am Abend davor hatte ich etwas Angst, dass er das vieleicht nicht verstehen wird, und in seine alte Gruppe gehen will und weint oder so, aber weil er sich ohnehin mit Kindern aus beiden Gruppen gut versteht war er gar nicht irritiert und geht jetzt auch sehr gerne in die neue Gruppe. Beim SPZ haben wir den nächsten Termin am 15.03. Im Moment will Karli sehr viel lernen was Sprache anbelangt. Er hält uns immer alle möglichen Sachen vor die Nase, und wir müssen die Farben nennen. Er wiederholt das dann. Auch bei Zahlen und Buchstaben. Er ist eigentlich nur noch dabei zu lernen, als hätte er bald eine wichtige Prüfung vor slch. Gelb Grün und Braun und Blau kann er gut sagen. Rot noch nicht. Er ist sehr schüchtern und spricht eher leise. Aber er trainiert richtig. Das ist schon toll. Also vielen Dank nochmal und viele Grüße
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Ninagolda
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BeitragVerfasst am: 31.05.2017, 18:40    Titel: STRESSOMATENALARM Antworten mit Zitat

PUH! Jetzt sind wir hier gut ein Jahr in Bonn. Karli hat ganz gute Fortschritte gemacht, er hat angefangen zu sprechen. Er kann die Zahlen von 1-20, das ABC, alle Farben und sehr viele Tiere und andere Begriffe. Selten kombiniert er zwei Worte. Auch sonst ist er ganz gut vorangekommen, auch wenn vieles noch schwer fällt. Er schläft fast immer durch. Aber in den letzten zwei Wochen, ich vermute auch durch die Hitze, ist es richtig anstrengend geworden. Wenn er irgendwo nicht mit dem Kinderwagen langfahren will z. B. zum Kindergarten macht er die Füsse auf die Räder. Er will in jeden Supermarkt oder Kiosk oder in jede Bäckerei Wird nicht Folge geleistet lässt er sich unten rausrutschen aus dem Wagen und hängt dann so dazwischen und wenn man ihn auf den Arm nimmt was besonders spassig ist wenn man alleine ist mit ihm, dann schreit er und wehrt sich. Wenn man dann mit der anderen Hand noch den Kinderwagen weiterschieben muss kommt man so gut wie gar nicht voran. Heute waren wir abends nochmal kurz draussen und sind schwer gestresst zurück gekommen. Karli ist beim SPZ in Therapie, die Dame dort ist ganz angetan von ihm und meint er sei kognitiv sehr begabt und er kann sich auch wirklich alles mögliche merken ja wir haben sogar den Eindruck dass er teilweise lesen kann. Kein Witz. Aber natürlich ist die Gute nicht mit ihm draußen nur im Spielezimmer und dort ist er natürlich glücklich. Ach. Im Kindergarten isst er immernoch nicht das heißt wir müssen ihn schon um 13 Uhr 30 abholen somit ist an richtige Arbeit nur reduziert zu denken. Und auch hier hat er seine ganz eigenen Ansichten zum Thema Ernährung. Er ist sehr trotzig wenn er nicht seinen Willen kriegt macht er richtige Trotzaktionen, Dinge hinwerfen, schreien natürlich und manchmal haut er auch sich oder uns. Sonst ist er auch sehr lieb und kuschelig es ist immer verschieden je nachdem wie er sich fühlt. Er ist fit und stark klettert gerne aber er wird jetzt im August vier und dafür ist er trotz der Fortschritte noch ganz schön zurück. Die Ärztin meint, er wird normal sprechen lernen aber im Moment hab ich echt das Gefühl wir treten auf der Stelle. Er ist in einer städtischen Kita, sie haben jetzt Antrag auf einen Integrationshelfer gestellt, weil er eben doch recht viel Zeit in Anspruch nimmt. wenn man ihn abgibt dann braucht er eine ganze Weile bis wir gehen können und wenn wir dann wiederkommen herrscht Begeisterung, aber schon wenn wir um die nächste Ecke gehen, der nächste Supermarkt oder Kiosk oder Spielplatz oder was auch immer am Horizont erscheint geht der Alarm los. So nach Hause zu kommen ist schon eine richtige Aufgabe.
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Ninagolda
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BeitragVerfasst am: 19.08.2017, 05:12    Titel: Diagnose Autismus und alles drumherum Antworten mit Zitat

Karlies 4. Geburtstag naht. Vor ein paar Tagen waren wir beim SPZ, und die Kindergärtnerin ist diesmal auch mitgekommen, weil ein Integrationshelfer beantragt werden soll. Karlie hat zum ersten Mal seine Diagnose bekommen: Autismus. Obwohl wir das ja schon lange im Raum stand, war es ein richtiger Schlag, als die Dame noch so meinte, sie haben jetzt auch Anspruch auf einen Behindertenausweis für ihren Sohn. Charlie selbst hat fröhlich herumgeturnt im Zimmer. Er spricht mittlerweile sehr viel, wenn auch teilweise noch wildes durcheinander, er versteht viel mehr und wir verstehen uns im großen und ganzen immer besser mit ihm. Wir haben sehr viel Freude mit ihm. Er ist klug und sehr ehrgeizig, will immer weiter alles wissen, und er lacht sehr viel und ist einfach wunderhübsch. Aber seit der Diagnose kann ich nicht aufhören darüber nachzudenken, woher der Autismus bei ihm kommt. Er ist ja zu früh gekommen, wog 2450 Gramm und hatte erhöhte Bilirubinwerte. Er musste im Krankenhaus bestrahlt werden wir waren mehr als 10 Tage länger dort. Ich habe bis zu dem Tag noch gearbeitet hatte auch ganz schön Stress. Am Abend wollte ich mich ausruhen, dann ist Charlie gekommen. Aber es war genau noch vor dem Mutterschutz. Ist er deswegen zu früh gekomen und hat die erhöhten Bilirubinwerte gehabt und musste bestrahlt werden? Hätte er gesund sein können und ist etwas bei ihm angegriffen worden? Das frage ich mich. Ich weiß daran kann man ohnehin nichts ändern und natürlich lieben wir Karli und machen das allerbeste daraus wer und wie er ist. Trotzdem kriege ich das nicht aus dem Kopf.
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Lisaneu
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BeitragVerfasst am: 19.08.2017, 09:18    Titel: Antworten mit Zitat

So Fragen sie "hätte er gesund sein können?" oder "Was habe ICH falsch gemacht?" sind sinnlos und belasten nur. Auch mein jüngerer Sohn (5 Jahre, gehörlos) hat die Diagnose Autismus und beim älteren Bruder (7 1/2 Jahre, sehr klug und sprachgewandt) ist gerade in Abklärung ob auch er Autist ist.

Mein älterer Sohn wurde in der 35. SSW mit KS geholt, weil ich Gestose hatte. Obwohl kein Extrem-Frühchen war er sehr klein und zart (46cm, 2185g), aber sonst offensichtlich gesund. Mein jüngerer Sohn war eine spontane Termingeburt (10 Tage vor dem EGT) und mit 50cm und 3200g ein Durchschnittsbaby. Daran kann ich weder dir Gehörlosigkeit noch den Autismus noch die sonstigen kleineren Auffälligkeiten (Kurzsichtigkeit, Astigmatismus, Senk-Spreiz-Knickfüße, Sprachentwicklungsstörung) festmachen.

Du beschreibst deinen Karlie als kluges, ehrgeiziges, wissbegieriges Kind und schreibst außerdem, dass ihr sehr viel Freude mit ihm habt. DAS ist das Wichtige Wink ! Dein Sohn wird durch die Diagnose Autismus kein anderer Mensch und sie ist auch kein Urteil für sein restliches Leben!

Mir hat die Diagnose bei meinem jüngeren Sohn im nachhinein schon einige Male dabei geholfen, seine Eigenarten zu versehen und anzunehmen. Auch er ist klug und ehrgeizig. Was das Durchhaltevermögen betrifft, ist er seinen älteren Bruder um Längen überlegen, was ihm hoffentlich auch im Leben weiter helfen wird.

Autismus ist eine Diagnose, die genau NICHTS darüber aussagt, wie sich das Kind einmal entwickeln wird. Lies dich mal ins Autismus-Unterforum rein, dann wirst du sehen, dass es einfach keine allgemein gültigen Aussagen zu der Diagnose gibt. Und vor allem: nur weil Autismus heute öfter ERKANNT wird als früher, ist es keine "Modekrankheit". Es rennen etliche erwachsene Autisten "inkonginto" herum, weder sie selbst noch ihre Angehörigen wissen von ihrer Besonderheit, sie haben Familie, Freunde, gehen Berufen nach - und gelten vielleicht als etwas "kauzig", was aber niemanden sonderlich stört.

Allein durch die Diagnose steht einer normalen Schullaufbahn, Berufsausbildung, Freundschaften usw. nichts im Weg. Klar gibt es auch schwere Fälle, die immer auf Hilfe angewiesen sein werden. Aber ob dein oder mein Sohn da dazu gehören, oder nicht, wird uns niemand seriös sagen können. Es geht immer nur einen Tag nach dem anderen. In dem Sinn hoffe ich, dass du deine wirren Gedanken "Was hätte sein können, wenn....(ich dieses oder jenes anders gemacht hätte)...?" abstellen kannst, und dein Kind genießen!

_________________
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)
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Ninagolda
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BeitragVerfasst am: 19.08.2017, 19:36    Titel: DIAGNOSE AUTISMUS Antworten mit Zitat

Liebe Lisa, vielen Dank für Deine Nachricht. Keine Sorge: Wir können Karli sowieso genießen, wir lachen viel und denken uns jeden Tag neue Sachen aus. Natürlich ist so eine Diagnose obwohl ich ja zum Beispiel auch hier schon vorher unter diesen Begriffen recherchiert und geschrieben habe, erstmal heftig. Aber wie Du sagst es heißt erstmal nur dass das ganze vielleicht greifbarer wird, und es kommt auf uns an, das beste daraus zu machen. Dafür engagieren wir uns, und ich glaube es geht Karli - im Gegensatz auch z. B. zu der Zeit vor dem Umzug und vor über einem Jahr- mittlerweile richtig gut. Das heißt er läuft z. B. ohne Angst und glüclklich in den Kindergarten und wehrt sich nicht wie damals da hin zu gehen, er hat keine Schlafstörungen mehr, und er hat eben auch angefangen richtig viel zu reden. Selbst die anderen Kinder im Kindergarten haben nach den Sommerferien gestaunt. Wir werden einfach daran arbeiten, immer ein Stückchen weiter zu kommen und zwischendurch auch einfach nur glücklich zu sein. Aber natürlich manchmal kommen solche Gedanken eben auf, grade auch nach solch einem Gespräch. Es würde wohl auch nichts ändern, wüßte man woher das nun kommt. Auf jeden Fall hat mir Deine Nachricht gut geholfen, das mal wieder abzustellen. Das brauchte ich also herzlichen Dank dafür und viel Kraft auch für Dich und Deine Kinder alles Liebe
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_Marta
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BeitragVerfasst am: 20.08.2017, 12:07    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Nina,

ich möchte dir einfach Danke dafür sagen, dass du weiter berichtet hast. Wir hängen noch in den Diagnoseschleifen - und ich würde mir mehr Klarheit dringend wünschen. Ich finde es immer wieder erstaunlich zu lesen, wie früh die Familien bemerken, dass etwas anders ist. Und wie lange die Spezialisten brauchen, um das zu glauben/sehen/diagnostizieren zu können.

Das die Diagnose dich ins Grübeln bringt, kann ich gut verstehen - aber die Diagnose ist doch auch erleichternd, oder? Jetzt könnt ihr konkrete hast du Hilfsangebote und Therapien in Anspruch nehmen.

Mach dir keine Schuldgefühle wegen der Gründe. Autismus ist sehr, sehr wahrscheinlich eine genetische Angelegenheit. Du hättest sehr, sehr wahrscheinlich nur die Zeugung verhindern können... Wink Danach endet dann dein Einfluss Rolling Eyes

Lieben Gruß von Marta

_________________
Sohn *09/10, Frühgeburt
F90.0G, F84.1V, Entwicklungsverzögerung Feinmotorik, HB, Funktionsniveau: 3 - 4
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Ninagolda
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BeitragVerfasst am: 20.08.2017, 16:45    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Marta,
dankesehr, aber ich bin auch wirklich froh, dass es diesen Ort hier gibt, wo man seine Sorgen und Gedanken aber natürlich auch Erfolgserlebnisse mal loswerden kann Smile Es gibt schon auch Gründe über die Diagnose an sich froh zu sein, z. B. ging es ja darum dass Karlie einen Integrationshelfer in den Kindergarten bekommt und das wünsche ich mir natürlich, damit er dort weiter vorankommt. Es geht z. B. um die Baustellen essen, er will dort gar nicht essen, und windeln, die er immernoch trägt. Und natürlich über allem einfach um den sozialen Austausch und Kommunikation. Auf der anderen Seite- das ist ein Problem das ich hier auch öfter schon an anderer Stelle gelesen habe- will man natürlich verhindern dass das Kind so einen Stempel aufgedrückt bekommt gleich von frühstem Kindheitsalter. Er soll natürlich alle Chancen haben. Aber die kann er vielleicht nur nutzen wenn er gefördert wird dass wiederum nur wenn er die Diagnose hat die aber eben auf der anderen Seite für ihn keine Schublade sein darf in die er dann gesteckt wird. Aber man kann sich da natürlich auch verrückt machen. Ganz im Unklaren zu sein hilft sicher gar nichts. In diesem Sinne wünsche ich euch auch, dass ihr voran kommt, klare Hinweise erhaltet und damit auch Möglichkeiten zur Entwicklung, alles Liebe und einen schönen Restsonntag!
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Ninagolda
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BeitragVerfasst am: 07.01.2018, 19:58    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Leute, nach langer Zeit jetzt im neuen Jahr mal was neues von Karli.
Also, insgesamt habe ich das Gefühl wir kommen sehr gut voran. Karli hat vor allem sehr viel mehr Selbstbewusstsein, er geht selbst auf andere Kinder zu und will mit ihnen spielen- zb kürzlich auf dem Kinderbauernhof oder mit Bekannten und ihren Kids. Er spricht immernoch keine vollen Sätze oder zumindest eher selten, kann dafür aber sehr viele Worte und redet auch. Er liebt die Raupe Nimmersatt und kann die Geschichte komplett auswendig. Was er auch kann ist tatsächlich lesen. Eigentlich habe ich ihm die Buchstaben nur erklärt damit er die Wörter teilweise besser versteht, und wir haben eine Zaubertafel benutzt auf die er sich alle Worte schreiben lässt. Aber dann haben wir gemerkt dass er sie lesen kann. Also natürlich keine komplizierten Satzfolgen aber jedes Obst und Gemüse Tiere und Farben. Das ist schon ziemlich verblüffend. Er mag auch gerne das wir zusammen bei Google Begriffe eingeben und dann drücken wir auf "Bilder" und sehen diese Sachen dann. Worte wie Obst und Farben kann er sogar selbst eingeben. Er hat jetzt auch eine Integrationshelferin beim Kindergarten bewilligt bekommen für acht Stunden die Woche. Er trägt immernoch Windel obwohl man sie auch abnehmen kann und er sich nicht einfach einmacht er dann aber irgendwann absolut hubbelig wird und nicht auf die Toilette gehen will bzw. wir versuchen ihm das nahezu bringen aber es ist noch nicht ultimativ angekommen scheint ihm unheimlich. Auch Essen ist nach wie vor eine Baustelle. Auf der anderen Seite kann er Farben auch in englisch nennen und merkt sich die verblüffendsten Dinge. Zum Beispiel das Rezept für Salatsauce. Telefonieren geht Charlies Meinung nach so, das man alles in den Hörer sagt was man so über die Welt weiß. Also wenn Papa anruft wird erstmal erzählt: Kann ein Vogel fliegen? Ja! Kann ein Flugzeug fliegen? ja! Und so weiter und so weiter. Das ist schon viel mehr als früher, da ist er nur vom Hörer und der Stimme die daraus kam davongelaufen. Allerdings ein richtiges Gespräch kommt nicht zustande. Auto fährt er sehr gerne und ohne Probleme lässt sich auch anschnallen was neu ist, und geht auch mal ohne seinen Kinderwagen - wenn auch nicht lange Strecken aber immerhin. Er macht uns große Freude und lacht sehr viel. Ach ja und er ist extrem musikalisch, tanzt gerne und er kann alle Texte auswendig, ob deutsch, englisch oder türkisch, natürlich in den Fremdsprachen nicht "ganz genau" aber im ungefähre ausgesprochenen. Er hat ganz klare Lieblingsmusik, auch Pianomusik und so, die er sich lange anhören kann. Letztens durfte ich ihm die Haare schneiden, er hat zwar immernoch ein bisschen rumgebrummt aber sich nicht so panisch gewährt wie früher, das gleiche gilt fürs Duschen was auch etwas besser geht, aber mit viel beruhigen und kuscheln und festhalten. Karli liebt Eisenbahn, aber man kann mittlerweile auch zusammen etwas ausmalen oder ausfüllen vor allem wenn es z. B. um das ABC geht. Er kann zu jedem Buchstaben ein Wort sagen (Anfangsbuchstabe) und selbst für Ö oder Ü etc. hat er ein Wort parat. Hmm. Insgesamt also ein ziemliches Überraschungspaket. Nun kommt wie gesagt bald die Förderung im Kindergarten (er geht ja in einen ganz normalen Kindergarten) mal sehen wie es dann weitergeht. Tja, wir machen mal so weiter und gucken was noch kommt. Viele liebe Grüße ein schönes Jahr und toitoitoi für alle hier!
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Ninagolda
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BeitragVerfasst am: 28.03.2018, 02:44    Titel: Toilettentraining, Essverhalten und was sonst so los ist Antworten mit Zitat

Hallo in die Runde,

hier mal wieder etwas von uns. Gestern war ich mit Karli im SPZ. Manchmal weiß ich wirklich nicht was ich davon halten soll, wir fahren da ziemlich umständlich hin, dann macht er eine Stunde lang ein paar Spiele mit der zuständigen Dame, mir werden ein paar Sätze an die Hand gegeben, und das war´s. Hmm. Karli war heute weil wir länger nicht dort waren etwas unkonzentriert, dafür hat er aber tatsächlich vor den beiden Mitarbeiterinnen gelesen. Andererseits auf einige Ansprachen nicht oder kaum reagiert. Wenn man dann da rausgeht rauscht einem der Kopf, wie die Entwicklung gesehen wird, was das bedeutet und so fort. Im Kindergarten ist Karli zur Zeit sehr gut unterwegs. Die Erzieherinnen fördern ihn und finden Ansätze wie er an allem gut teilhaben kann. Probleme sind noch, dass er nicht dort essen will, nur das was wir mitgeben, und dass er nach wie vor eine Windel trägt, die sie ihm aber dort abnehmen. Er macht sich dann auch nicht in die Hose, aber er geht auch nicht auf die Toilette so dass er irgendwann wenn wir ihn abholen vollkommen hibbelig ist. Er will einfach nicht auf die toilette gehen. Ich will da nicht gegen ihn ankämpfen und denke eigentlich man kann ihn da nur hinführen, ihm das zeigen immer wieder, aber nicht einfach abnehmen. Er fühlt sich sonst unsicher. Mit den anderen Kindern im Kindergarten spielt er mittlerweile viel. Es wurde ein Integrationshelfer für Karli beantragt. Er kann sehr viele Worte, aber er spricht nicht oder kaum in Sätzen und wenn doch nur Sätze aus Büchern oder Zeichentrick, nichts was er uns direkt sagen will. Also wenn er etwas haben will sagt er nur GETRÄNK, oder HIER, oder KÄSESTANGEN. Er sagt aber wohl "Der Ritter ritt den Berg hinunter" Die Ampel ist rot". "Die Katze sitzt auf dem Regal" etc. Manchmal habe ich das Gefühl wenn ich etwas zu ihm sage dass er kaum etwas versteht, manchmal denke ich dass er eigentlich alles versteht aber ihn nicht so viel interessiert. Ich will auch nicht mit Piktogrammen oder so arbeiten, denn er hat doch eigentlich einen riesigen Wortschatz, er nutzt ihn nur nicht fokusssiert. Ich habe so einen Zaubertisch von VTech gekauft, er hat alles daran sofort herausgefunden und setzt sich jeden Tag daran. Welche Spielzeuge können einen Jungen mit Autismus noch begeistern (Eisenbahnen Murmelbahn haben wir schon diverse) Welche Bücher sind gut und wichtig um ihn besser zu verstehen und weiter zu fördern? Was GENAU bringt Ergotherapie? Nach wie vor interessieren mich auch die Ursachen für Autismus. Mal freue ich mich dass er so viel lacht und dass es ihm insgeheim gut geht. Mal mache ich mir tausend Sorgen. Lieben Dank und liebe Grüße
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