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Lesen lernen ist ja so schwer
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Michi
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BeitragVerfasst am: 07.05.2013, 13:24    Titel: Lesen lernen ist ja so schwer Antworten mit Zitat

Hallo,

ich bräuchte mal Eure Hilfe: Meine Tochter ist nun in der 3. Klasse (Inklusion), und wir sind alle sehr darum bemüht, ihr das Lesen beizubringen. Buchstabensynthese zu einem Wort funktioniert nicht, Lesen lernen nach Silben funktioniert auch nicht. Sie hat einen Talker (Tobii Communicator), und ich habe einige Seitensets mit dem Grundwortschatz erstellt, so daß sie anhand derer evt. die ganzheitliche Worterkennung erlernt, aber das funktioniert auch nicht richtig. IntraAct haben wir auch schon probiert. Da scheiterte sie an den Silben. Ich bin mir aber auch nicht sicher, ob wir immer lange genug probiert haben. Sie gibt dann auch immer recht schnell auf und verliert die Lust, da sie bisher auch keine Fortschritte erlebt hat. Das einzige, wo sie Spaß hatte, war das Lernen aus der Serie "Lesen lernen ohne Stolpersteine", da hierbei das Basteln auch ein Thema ist. Das konnte man auch gut mit dem Talker kombinieren.

Ich bin nun am überlegen, ob ich sie mal in eine Art "Lesecamp" schicke, also eine Art Projektwoche bzw. zwei, wo sie wirklich ausschließlich ein Thema - das Lesenlernen - sich erarbeiten kann. Gibt es so etwas für Kinder mit Handicap, möglichst in Berlin? Der Lernststoff sollte aber trotzdem spielerisch vermittelt werden. Oder sollte man eine Art Nachhilfe organisieren, die ihr zum Beispiel nach der Methode "Lesen ohne Stolpersteine" das Lesen beibringt bzw. es versucht?

Was meint Ihr?

LG, Michi

_________________
Lisa (03/2007), unser Wirbelwind, und Leonie (06/2003), unser Sonnenschein mit spastischer Paraplegie Typ 4, Hypotonie, Absencen-Epilepsie und Epilepsie mit Neigung zum Status epilepticus

-> unsere Vorstellung: http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewt.....php?t=2880&highlight=
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Cornelia x Marie Sophie
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BeitragVerfasst am: 07.05.2013, 16:26    Titel: Antworten mit Zitat

"Blöde Frage", aber vielleicht ist das "sehr bemühen" einfach zu viel - weißt Du, was ich meine? Mir hat mal ein Therapeut gesagt, dass wir bei bestimmten "Problemstellen" Stress rausnehmen sollen; hat beim Sprechen lernen und bei anderen Dingen super funktioniert. Wir sprechen und haben in der Vergangenheit immer viel mit den Therapeuten das Gespräch gesucht, aber sind keine Eltern, die mit ihrem Kind zu Hause ständig "therapeutisch" arbeiten.

Und was das Lesen angeht: in Maries Fall eine Inselbegabung - sie hat sich das Lesen einfach selbst beigebracht. Ohne Anleitung, mit großem Interesse an Buchstaben und Zahlen, einfach so. Vielleicht klappt es ja über das spielerische etwas besser, aber von einem Lese-Camp habe ich noch nichts gehört, leider...

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Cornelia, Jörg & Marie Sophie (*06/06 - F84.0/F70/F.80.9/Q75.3/E30.8/H52.3/H52.2 und noch ein paar weitere Handicaps...)
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Ypsi
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BeitragVerfasst am: 07.05.2013, 17:20    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Michi !

Mein Sohn Jason ( 13 Jahre ) hat erst in der 4. Klasse lesen gelernt.

Er besuchte die Private-Montessori-Grundschule und ist als "Normales" Kind in eine Integrationklasse gegangen. In der 1. Klasse zeigte sich dann das er Schwierigkeiten hat. Er bekam dann Logopädie.
Er hat den ganzen Schulstoff auswendig gelernt und ihm wurde immer die Möglichkeit gegeben alles anders zu lernen und am Unterricht teilzunehmen. Also auch bei Aufsätzen und Referaten wurde er immer mit einbezogen.

Wir haben nicht viel rum Therapiert. Er hat aber immer ein Förderprogramm in der Schule gehabt, obwohl er ja kein I-Kind war.

Es gibt kein: "Bis dahin muss das Kind lesen können". Jedes Kind braucht seine Zeit und mit Druck wäre es bei uns nachhinten losgegangen.

Irgend wann konnte er lesen. Ich habe es fast nicht geglaubt.

Heute liest er sehr gerne und hat sein Defizit ( laut LRS-Therapeutin ) fast aufgeholt.

Liebe Grüße Ypsi

_________________
Ich(´69) Hyperinsulinismus,Asthma,Allergien;Er(´73) Allergien;Sohn 1(´97)ADS,Allergien;Tochter 1(´98)Asperger-Autistin;Neurodermitis;Sohn 2(´00)LRS,Neurodermitis;Tochter 2(´04) Allergien;Sohn 3(´07)Hydrocephalus am 4.Ventrikel,spastische Diparese,Entwicklungs und Sprachentwicklungs-verzögert,Allergien,leichte Geistigebehinderung.Sternchen 95,03,05
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Michi
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BeitragVerfasst am: 07.05.2013, 17:41    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Ihr beide,

erst einmal vielen Dank für Eure Antworten. Bisher haben wir eigentlich keinen Druck ausgeübt. Wr haben einfach verschiedene Methoden ausprobiert, aber bisher keinen Erfolg gesehen. Ich denke auch, daß sie einfach mehr Zeit benötigt, möchte ihr aber natürlich auch Erfolgserlebnisse gönnen. Ich dachte, wenn sie einfach mal als eine Art Projekt nur ein Thema hat, würde es ihr leichter fallen.

@Ypsi, schön, daß Dein Sohn in der 4. Klasse das Lesen gelernt hat. Das gibt mir auf jeden Fall Hoffnung!

LG, Michi

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katrinchen
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BeitragVerfasst am: 07.05.2013, 19:20    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Michi,

nach deinen Postings sind bei mir einige Fragen offen:

erstmal frage ich mich, warum das überhaupt eure "Baustelle" ist. Die Eltern meiner Schüler bekommen Infos darüber, wie wir vorgehen und- wenn sie möchten- auch Lesematerial für zu Hause. Aber dass sie lesen lernen, ist mein Job, nicht der der Eltern.
Was meinen denn die Lehrer deiner Tochter dazu?

Dann meine zweite Frage: Wenn sie schon gut mit einem Lehrwerk zurecht gekommen ist, warum wurde die Arbeit damit nicht fortgeführt? Was macht deine Tochter im Deutschunterricht, wenn ihr überlegt, eine zusätzliche Nachhilfe für die Arbeit mit diesem Lehrwerk einzustellen?

Meine dritte Frage: Habt ihr versucht, Literaacy mit dem Tobii anzuwenden? Vielleicht wäre das noch ein Weg?

LG
Katrin

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Katrin (*83), Förderschullehrerin an einer Förderschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung
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IrisB
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BeitragVerfasst am: 07.05.2013, 20:03    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Michi,

bei so etwas wie einem "Lesecamp" hätte ich bei meinen eigenen Kindern ein großes Bedenken: was, wenn auch das nichts bringt, das Kind also ein konzentriertes Projekt zu seiner großen Baustelle macht - und nichts dabei herauskommt? Wäre das nicht sehr frustrierend? Intensive Übungsphasen mache ich bei meinen Kindern, egal worum es geht, erst, wenn sie schon in der Phase sind, in der die Anfangshürden überwunden sind.

Eine Sache, die ich bei meinem Großen irgendwann mal begriffen habe: wenn er etwas nicht kann, muss man herausbekommen, was die Fertigkeiten sind, die davor liegen; herausbekommen, was er davon schon kann und dann in minikleinen Schritten anfangen, sich weiterzurobben. Wobei es gerade bei meinem Großen oft so ist, dass es gar nicht darum geht, etwas viel zu üben, aber häufig und regelmäßig kurz. Also lieber zwei Minuten pro Tag als konzentriert eine Stunde lang über eine Woche und dann wieder nichts.

Laute synthetisieren kann man eigentlich ziemlich gut mündlich üben, nebenbei, als Spiel - "M und A ist MA, P und A ist PA" (und nach vielen Ma- und Pa-Wiederholungen das schöne Highlight "P und O ist Po...") - nicht ewig lange, aber immer wieder, in der Hoffnung, dass irgendwann der Knoten platzt. Vielleicht kann man auch ein Klatschspiel daraus machen ("Gib mir M" - mit der einen Hand aneinanderklatschen - "Gib mir A" - mit der anderen Hand - "Gib mir Ma" - mit beiden) oder Lieder oder was auch immer. So hat mir meine Mutter Lesen beigebracht, nebenbei, beim Spazierengehen; als ich das hatte, brauchte ich mir nur noch die Buchstaben zu merken.

LG Iris

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Iris mit Johannes (Herbst 2003), Asperger Syndrom, und Konstantin (Frühling 2006), HFA
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Michi
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BeitragVerfasst am: 07.05.2013, 20:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Katrin,

Ja, da gebe ich Dir recht. Eigentlich müßten die Lehrer ihr das Lesen beibringen, aber irgendwie klappt das nicht. Wir , die Eltern und die Lehrer, arbeiten eng miteinander zusammen, so daß wir hoffen, wenn wir alle zusammen an einen Strang ziehen, daß Leonie mit dem Lesen lernen weiterkommt. Die Lehrer fanden die Idee mit einer oder zwei Projektwochen auch sehr gut. Ich hatte mich mit den Lehrerinnen vorher beraten.

Wir überlegen im Moment wirklich, noch einmal mit der Methode "Lesen ohne Stolpersteine" zu beginnen, und einfach mal für eine Weile nach diesem Konzept zu arbeiten. LiterAacy benutzt Leonie, aber sie schafft einfach nicht die Buchstabensynthese (oder wie man das nennt, um aus Buchstaben die Wörter zusammenzuziehen).

LG, Michi

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barbaramitsascha
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BeitragVerfasst am: 07.05.2013, 21:18    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Michi,
unser Powerwürfel geht zwar erst in die erste Klasse, aber wir arbeiten, wie ich finde, mit recht gutem Erfolg mit IntraActPlus. Das kannten wir schon vorher und die Schule hat es unabhängig davon vorgeschlagen. Dort geht es im ersten Schritt darum, zwei Buchstaben zu Silben zusammenzuziehen.
Bei unserem Sohn ist allerdings das Sprechen ein größeres Problem als das Lesen bzw. Erkennen von Silben und Wörtern, so dass er jetzt recht mühsam aber stetig lernt, Silben auszusprechen und dann auch zwei einzeln gelernte Silben, zum Beispiel seinen Namen zu einem Wort zusammenzuziehen.
Aber die Sprache selbst ist ja offenbar nicht Euer Problem?
Viele Grüße
Barbara

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Barbara mit Powerwürfel Sascha (*05) V. a. DD Noonan Syndrom, expressive SES
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Ninna
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BeitragVerfasst am: 08.05.2013, 05:54    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

wir kommen auch aus Berlin und unser Sohn hat große Probleme mit dem Lesenlernen. ERkennt Wörter am Gesamtbild und kommt damit in seinen Interessensgebieten (Fussball!, Beyblades und Starwars) gut weiter. Cool

Heute haben wir eine Schulversammlung und sind am forschen, wie wir ihn beim Lsenlernen am Besten unterstützen können. Werde mich später gerne wieder melden. Vielleicht gibt es ja Tipps, die auch für euch hilfreich sind.

LG Ninna

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Sohn *04 HFA
Tochter *07 komb. Entwickl.verz., Hypothyreose

*** Wenn du sie nicht überzeugen kannst, verwirr sie!***
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BeitragVerfasst am: 08.05.2013, 08:24    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Michi,

auch wir kämpfen Very Happy mit dieser großen Baustelle! Unser Hans hat dann schließlich vergangenes Jahr -Ende 5. Beschulungsjahr - den Schritt zum synthetischen Lesen geschafft.
Arrow also nicht aufgeben, sondern üben,üben,üben, üben,üben und üben Very Happy

Einige Ganzwörter und die ersten Buchstaben hatten Hans und ich bereits vor Einschulung auf dem Programm. Das Lernen der einzelnen Buchstaben ging noch ohne große Probleme und auch weitgehend in der Schule.
Aber der eigentliche Leselernprozeß ging seeeehr langsam voran und fand hauptsächlich Zuhause statt. Ich hing mit Hans bestimmt allein ein zumindest gefühltes ganzes Jahr am Schritt M A zur Silbe ma zusammenzuschleifen! Rolling Eyes

Es brauchte ewig und wir habe das dann durch ein Silbenlotto geschafft, bei dem ich ihm ein Dutzend einfache Silben auf 10 cm mal 10 cm große Pappkarten geschrieben habe. Hans konnte natürlich die passenden Pärchen sofort zuordnen, er durfte das passende Kärtchen aber nur als Gewinnpaar nehmen, wenn er mir die Silbe korrekt nachgesprochen hat und den Silbenbogen mit der Hand nachgezeichnet hat.

Inzwischen hat Hans den Schritt zum sinnentnehmenden Lesen in kurzen Sätzen geschafft. Er beherrscht im wesentlichen kurze 3 Wort-Sätze . Wenn da z.B. steht "Mama läuft am Sonntag" synthetisiert Hans das zuerst in der korrekten Reihenfolge und Grammatik und transkribiert dann ah:Mama Sonntag laufen Wink

@Katrin: auch ich würde dir natürlich Recht gebe, dass die Vermittlung der Kulturtechniken ureigenste Aufgabe der Schule sein sollte. Aber die Realität ist nicht nur bei uns eine andere.
Mit (nur wenns gut lief) täglich 5 mal 1 Stunde Leseunterricht in 38 Schulwochen, hätte mein Kind wahrscheinlich auch in 15 Jahren nicht lesen gelernt! In der Schule konzentrierte man sich dann auch eher auf Erkennen von Signalwörtern und Symbolsprache. Zudem gab es auch einen Teil der Lehrkräfte (die das zwar nicht offen aussprachen) aber bei denen ich sicher bin, dass sie in Wahrheit das Lesenlernen nicht als Ziel für mein Kind verfolgten. Natürlich habe ich als Mutter eine ganz anderes Zeitfenster mit dem Kind und kann ziemlich regelmäßig und systematisch 365 Tage/Jahr mit ihm arbeiten. Dann kommt noch das "Alltagslesen" im Supermarkt, Recyclinghof etc... dazu. Jedoch würde ich mir wenigstens die fachliche Unterstützung durch die Schule bei den Leselernmethoden wünschen. Die größte Unterstützung ist noch unsere wahnsinnig kompetente Logopädin. So "dilettiere" ich halt mit dem festen Blick auf die individuelle Reaktionen meines Kindes und komme so zumindest voran.

Michi, auch wenns manchmal sehr sehr viel Übung und Zeit braucht, dann können viele Kinder doch die entscheidenden Lernschritte absolvieren.
Hans großes Problem ist z.B. auch jetzt weiterhin die Sprache und zweitens -(mein Verdacht) eine ausgeprägte Legasthenie.

Der Sprache stelle ich mir immer so vor, das es für ihn so ist, wie wenn andere Kinder in einer Fremdsprache, die sie nicht beherrschen das Lesen lernen müssten. Hans synthetisiert z.B. manchmal Worte korrekt aber versteht die Bedeutung nicht, weil "in seiner eigenen Sprache " das Ding einen ganz anderen Namen hat. (Hans hat wg Herz Gaumenspalten und Gehörkorrektur erst mit 2 Jahren, zudem Probleme Kiefermuskulatur nach Mandelopkomplikation)
Außerdem ist die Lesegeschwindigkeit natürlich noch im Bereich "Superslowmotion" und längere Sätze oder gar verschiedene Zeitformen sind für ein Kind, das in der expressiven Sprache noch immer zwischen zwei und Dreiwortsatz schwankt, natürlich echte Herausforderungen Wink
@Michi: wenn Du vom Talker sprichst, dann schließe ich daraus, dass auch bei Euch die expressive Sprache ein großes Problem ist?

Ein weiteres Problem sind Sachen, die ich aus der Legasthenie meines Großen kenne. Hans kann zwar die einzelnen Buchstaben z.B. b und d; w und m ganz gut identifizieren, wenn sie einzeln stehen. Im geschriebene Wort allerdings liegt seine Diskriminierungsquote von b und d nur knapp über 50% Rolling Eyes
Unterscheidung ei und ie klappt zum Beispiel in der Buchstabenwolke zu mehr als 90%; im geschriebenen Text dann sind wir wieder im Bereich des reinen Zufalls. Nur sehr langsam entwickelt sich die Fähigkeit sich den korrekten Laut auch mit Hilfe des Kontextes zu erschließen.
Auch vom Großen kenne ich die Verwechselung der Schreib- bzw. Leserichtung: da steht z.B. mit und Hans liest Tim oder nie statt ein....


Hans wird seit diesem Schuljahr inklusiv in der Haupschule beschult (sonderpädagogische Unterstützung hat er 6 Std/Woche, davon 3 Std im Kunst-/Sportunterricht ....kein Kommentar Rolling Eyes ) Seine Klasse liest im Moment Rudi Rüssel. Ich übersetze ihm den Text in einfache Sprache, fasse jedes Kapitel in ca 10 Sätze zusammen, ergänze mit Fotos und drucke ihm das ganze in 18er Schriftgröße aus. So entsteht sein eigenes RudiRüsselbuch, das er voller Stolz selber liest (mit Hilfe, aber es zählt das Erfolgserlebnis).

Ich sehe meinen Sohn jetzt aber (noch?) nicht eines Tages ganze Romane lesen. Aber ein Leseniveau, bei dem er z.B. kurze Arbeitsanweisung aus bekanntem Wortschatz sinnentnehmend erlesen kann, halte ich inzwischen für ein realistisches ( und für seine berufliche Zukunft auch wichtiges) Ziel.

Zudem hilft meinem Sohn das Lesen sehr bei der Korrektur seiner katastrophalen Artikulation und hat daher ein auch großes Potential seine Kommunikationsmöglichkeit zu verbessern.

Ich persönlich finde am Beispiel von Hans sieht man sehr gut, dass der Aufwand,die Zeit und Mühe fürs Lesenlernen bei manchen Kindern vielleicht höher ist und es sich aber trotzdem lohnt, nicht aufzugeben!!
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