Martina mit Matilda (Virale Enzephalitis, Erreger unbekannt)

Hier könnt ihr euch und euer Kind bzw. eure Kinder vorstellen.

Moderator: Moderatorengruppe

Benutzeravatar
YvonneE
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 3244
Registriert: 02.11.2008, 17:11
Wohnort: Österreich

Beitragvon YvonneE » 21.07.2014, 19:28

Hallo Martina!

Schick dir ein dickes kraftpaket! Deine kleine hat schon sooo vieles wieder erlernt, sie wird auch noch vieles lernen!

Dass du keinen oder kaum Kontakt zu anderen Müttern Hast, ist schade aber auch verständlich. Die wollen sich nicht damit auseinandersetzen, haben viel zu viel Angst dass es ihnen auch passieren kann.

Lara ist schon seit Geburt behindert. Ich würde viel dafür geben wenn sie jemals das lönnen würde, was deine schon erreicht hat. Versteh aber sehr gut wie traurig du bist, meine jüngste ist 19 monate und zuckersüß. Stell es mir schwer vor, ein gesundes, aufgewecktes, schlaues kleines Mädchen in eine andere Welt gehen zu lassen....

Drück dich mal
Yvonne
Lara (11.01.2008 - 2.2.2018), Schwere Peripartale Asphyxie, schwere ICP, kaum Kopf- Rumpfkontrolle, kein Saug- Schluckreflex (PEG), fehlende Primitivreflexe, Tracheostoma

Werbung
 
Bastelia
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 478
Registriert: 04.03.2013, 20:29
Wohnort: Österreich (Nö)

Beitragvon Bastelia » 21.07.2014, 21:25

Hallo Martina,

Auch ich möchte dir ganz viel Energie schicken, weiter durchzuhalten und zu kämpfen! Für dein Kind - für eure Familie!

Habt ihr noch andere Kinder? Gibt es im SPZ, in dem ihr seid, Kontaktmöglichkeiten mit anderen Eltern/Kindern/Familien, die eure Situation vielleicht zumindest ansatzweise nachvollziehen und damit auch besser umgehen können?

Ich wünsche dir ganz viel Kraft wieder ein Stück nach oben zu kommen!

Liebe Grüße
Bastelia mit Sohn (geb. Mai 2011) , kombinierte Entwicklungsstörung, myoklonische Epilepsie (erkannt Jänner 2015) und seit 2017: Störung des Knochenstoffwechsels - idiopathische Osteoporose
Tochter (geb. August 2015)

carina569
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 22
Registriert: 18.06.2014, 21:45

Beitragvon carina569 » 21.07.2014, 21:43

Ich spüre wie sehr dich das alles mit nimmt und es nimmt mir fast den Atem wenn ich lese wie Kraft und hoffnungslos du scheinst, ich bin froh zu lesen das du schon in therapeutischer Begleitung bist. Ev könntest du auf
Die Einnahme von antidepressiv nachdenken und deinen Psychologen ansprechen, mir helfen sie sehr

Ich mag mir gar nicht vorstellen wie es ist ein gesundes Kind auf diese Weise ein Stück weit zu verlieren, klar liebt man sein Kind und ist mehr wie froh das es lebt, aber alles was Bis dahin in unsere Vorstellungen War muß neu geordnet werden.

Weißt du, auch nicht behinderte Kinder setzen einem Bereich ihrer Entwicklung hinter dem anderen zurück, vielleicht ist deine Maus so sehr mit ihrer körperlichen Entwicklung beschäftigt das sich ihr Gehirn zur zeit nicht der Sprache widmen kann

Versuch doch eine Gruppe zu finden die aus besonderen Kindern besteht um für euch beide Freunde zu finden.

Sie wird einem weg finden mit dir zu sprechen, sprache ist nicht das einzige mittel, auch wenn dir ihre Stimme fehlt,

Benutzeravatar
Martina1185
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 94
Registriert: 10.04.2013, 17:52
Wohnort: Saarland

Beitragvon Martina1185 » 22.07.2014, 10:52

Ich lese immer SPZ, aber wir sind in keinem. Was wird da gemacht und wie läuft das ab?? Bin in der Hinsicht komplett uninformiert....vllt auch ein bisschen Verdrängung.
Habe zu lange geglaubt, es wird schon alles wieder.

Der Abschied fällt schwer. Ich habe ein Foto von ihr, wie sie da steht, mit einem Riesenschuhlöffel (ihr Schwert) und sie schaut mich an mit diesem wachen, direkten Blick...es ist für mich, als sei sie in diesem Foto konserviert. Dann stehe ich davor und winke ihr und dann heule ich.

Ich heule auch jetzt. Und gleich werde ich eine rauchen und wieder heulen.

Vielleicht heule ich morgen mal nicht. Aber es gibt fast keinen Tag, an dem ich es nicht tue. Heimlich, damit mein Mann sich nicht noch mehr sorgt.

Fühle mich komplett verlassen. Angeschissen vom Schicksal. Wie ein Zuschauer, der allen anderen bei ihrer Normalität zuschaut.

Weiß nicht, ob Tabletten meine Lösung sind. Wie wirken die denn? Was machen die genau mit meinem Kopf? Können die die Gedanken abstellen? Ich will nichts mehr denken, geht das?

Tut mir leid, dass ich so bin. :cry:

Aber danke für die lieben Worte.
http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic99947.html

...und wenn ich dir dann in die Augen schaue, dann sehe
ich, dass du noch da bist!

Lucas Mama
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 26
Registriert: 09.05.2014, 10:04
Wohnort: Ruhrgebiet

Beitragvon Lucas Mama » 22.07.2014, 11:35

Martina, auch ich möchte dir Mut Zusprechen :-)

Unser junger Mann wurde mit 2,5 Jahren auch aus seinem unbefangenen fröhlichen Leben gerissen.

Schuld daran, eine schief gelaufene Routine Op mit nachfolgendem schweren Schlaganfall.

Mir und meinem Mann riss es förmlich nicht nur den Boden unter den Füssen weg, sonder auch wahrlichst das Herz aus der Brust...
Mich plagen zwischenzeitlich irgendwie Schuldgefühle (es sollte durch die OP sein Leben für später verbessern) und machmal kommt alles wieder hoch.

Unser kleiner Kämpfer Lucas wird gefördert wies nur geht....und er macht sich super, kämpft sich in sein altes Leben zurück.

Auch wenn es noch ein langer Weg is...die ein oder andere Baustelle ist noch vorhanden...

In erster Linie brauchen Kinder viel Zeit....Lucas wird im September 4 und Aussenstehen fällt es nicht mehr direkt auf, was der junge Mann hinter sich hat.

LG
Sonja
Lucas 09/2010, 05/2013 Herz OP ( ASD mit Katheter Schirmtechnik verschlossen, 1. Tag später grosse Herz Not OP, Schirmchen wanderte durchs Herz, std. später Mediainfarkt Links) Hemiparese Rechts, Sprachstörung...bis Heute macht er große Fortschritte...kleiner Kämpfer

carina569
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 22
Registriert: 18.06.2014, 21:45

Beitragvon carina569 » 22.07.2014, 20:53

Liebe Matthias
bitte bitte suche dir Hilfe bei deinem Psychologen, noch besser einem Psychiater, der kann dir sofort Medikamente verschreiben,
du befindest dich in einer, wie ich finde, sehr gefährlichen Gedanken Spirale und wirst so nicht die Vergangenheit los lassen können, du lebst genauso eingefroren wie du deine Tochter auf dem Foto beschreibst.
Die Therapie, ev begleitet, durch Talentten, wird dir helfen das Bild deiner vorher los zu lassen, nicht zu vergessen, nur los zu lassen und zu betrachten als das was es ist, eine schöne Erinnerung und dann wirst du lernen neue Schöne Erinnerungen zu erschaffen

Wie im einzelnen die Tabletten genau wirken kann dir ein Arzt erklären. Scheu dich nicht, ich habe es viel zu lange getan, dachte ich muß das alles so schaffen, aber das muss du nicht.
Und bitte suche dir jemanden dem du dich anvertrauen kannst, vorzugsweise dein mann, er sollte wissen wie es einzieht, die last wird leichter wenn man sie zu zweit trägt

Benutzeravatar
Martina1185
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 94
Registriert: 10.04.2013, 17:52
Wohnort: Saarland

Beitragvon Martina1185 » 23.07.2014, 10:50

Ich werde sie immer vermissen auch wenn sie da ist.

Wir wollten irgendwann noch ein Kind. Jetzt nicht mehr.

Tabletten malen meine Zukunft doch auch nicht schöner.

Ach, es tut mir leid, dass ich wieder so bin.

Besser lasse ich meine Scheiße bei mir und ziehe euch da nicht noch mit rein. Komme mir dann immer so dämlich vor.
http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic99947.html



...und wenn ich dir dann in die Augen schaue, dann sehe

ich, dass du noch da bist!

MaxMama
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 178
Registriert: 01.09.2012, 19:04

Beitragvon MaxMama » 23.07.2014, 13:18

Liebe Martina,

Du hast vermutlich eine depressive Episode, alle Gedanken sind schwarz und traurig. Es ist genau richtig, dass Du darüber sprichst und schreibst und dass Du Dir therapeutische Hilfe suchst.
Machen wir uns nichts vor, Du hast einen irren Schicksalsschlag erlitten. Von jetzt auf gleich hattest Du ein anderes Leben. Das ist wahnsinnig schmerzvoll und das darfst Du auch so empfinden.
Niemand wünscht sich ein behindertes Kind. Das Du mit deinem Schicksal haderst ist absolut verständlich. Lass das ruhig zu.

Ich denke, Du hast lange gehofft, dass alles wieder normal wird. Mittlerweile realisierst Du,dass das wohl nicht so sein wird. Das heißt, Du bist in einem frischen Trauer und Abschiedsprozess. Der tut weh, aber danach wird es besser.

Die meisten von uns kennen diesen Prozess. Und viele dachten vermutlich, dass sie nie wieder glücklich werden. Die gesamte Planung, alle Vorstellungen von der Zukunft sind schlagartig zerstört.
Aber doch, irgendwann findet man in dieses neue Leben. Es ist anders, nicht schlechter. Man lacht wieder viel und ist glücklich. Gerade wenn man begreift, dass das Kind glücklich ist.

Such Dir Selbsthilfegruppen, SPZ, Lebenshilfe, den Austausch mit anderen Eltern und Kindern. Verabredet Euch, genießt soziale neue Kontakte und lernt euer neues, nicht minder schlechtes Leben kennen.
Nutz die therapeutische Hilfe.

Du schaffst das, den man merkt, dass Du Dein Kind ganz arg liebst!!

Liebe Grüße

Lisaz
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 898
Registriert: 24.08.2005, 11:01
Wohnort: Österreich

Beitragvon Lisaz » 23.07.2014, 20:33

Liebe Martina,

auch ich möchte dich ermutigen, ärztliche Hilfe zu suchen, und dich auch medikamentös behandeln zu lassen.

Ich bin auch nach einem Schicksalsschlag in eine depressive Phase gerutscht, und wollte lange nicht wahrhaben, dass Antidepressiva helfen könnten. Auch mit Medikamenten wurde mein Leben nicht schlagartig anders, aber nach mehreren Wochen und Monaten wurde meine Stimmung doch wieder besser, irgendwie sah ich wieder Licht am Ende des Tunnels, und erst dann half auch eine Gesprächstherapie. Vorher wäre ich gar nicht hingegangen, weil mir sowieso alles sinnlos erschienen ist.
Wenn es einem gerade so richtig beschi.....en geht, kann man sich gar nicht vorstellen, dass es jemals wieder anders sein wird, aber mir haben wirklich zu allererst die Medikamente geholfen, Mut zum Weiterleben zu finden.

Alles, alles Gute und lg

Lisa

Werbung
 
carina569
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 22
Registriert: 18.06.2014, 21:45

Beitragvon carina569 » 23.07.2014, 20:33

Liebe Martina
Bitte zieh dich hier nicht zurück, denn wenn du wo so sein darfst wie du bist, dann hier, hier wird dich niemand verurteilen.
Aber je mehr du schreibst, desto klarer wird es das du eine Depression hast, natürlich werden Tabletten nichts ungeschehen machen können, aber sie werden dir helfen die schlimmen Gedanken los zu werden

ich denk an euch


Zurück zu „Vorstellungsrunde“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast