Konfirmation u. Firmung - wie Unterricht gestalten?

Hier könnt ihr Diskussionen bezüglich religiöser Fragen und Meinungen führen - oder auch einfach über religiöse Feste wie Taufen, Konfirmationen etc. brichten. Für Familien mit besonderen Kindern haben religiöse Sitten und Gebräuche schließlich auch einen besonderen Charakter.

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Isolde
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Beitragvon Isolde » 09.04.2013, 16:02

Hallo Ulla,

sicher sieht das jeder anders - für Euch wäre es von "außen aufgedrücktes",

ich sehe es als Chance meinem Kind auf kindlichste Kleinkindweise Gott, Jesus u. den Hl. Geist näher zu bringen;
frei entscheiden kann es sicher nicht,
solange es sich nicht sträubt und vehement wehrt ist es für mich ein Zeichen, dass es dieses auch so will.
Und da bin ich als Mutter und Christ gefragt zumindest den Weg zu bereiten - aus meiner Sichtweise heraus.

Lieben Gruß - Isolde
„Ich habe den lieben Gott in manchen Kneipen besser kennengelernt als in manchem Bibelkreis.“ Rainer Maria Schießler, Pfarrer in München St. Maximilian

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Ullaskids
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Beitragvon Ullaskids » 09.04.2013, 16:06

Hallo Isolde,
deinen Sohn meinte ich jetzt auch nicht, er hat sicher ein Verständnis dafür, wenn etwas Gutes mit ihm geschieht und reagiert entsprechend positiv oder auch mal aufgedreht... Meine Tochter hat gar nicht die Wahrnehmungsfähigkeit, um einen Gottesdienst von z.B. einem Klassikkonzert zu unterscheiden. Sie wäre dabei, ohne dass sie sich persönlich angesprochen fühlen würde über ein hallo und streicheln hinaus, jedenfalls nicht von Wortbedeutungen.
Viele Grüße,
Ulla mit Tochter (15): Gendefekt, Epilepsie, Skoliose etc.

FraukeAppun
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Beitragvon FraukeAppun » 09.04.2013, 16:17

Hallo zusammen!

Mareike und Torben sollen in drei Jahren konfirmiert werden, und ich finde es selbstverständlich, aus denselben Gründen wie Katrin. Es ist für mich auch ein wichtiges Zeichen, dass sie zur Gemeinde gehören. Die Konfirmation ist nach unserem Verständnis ein erster Schritt zum Erwachsen werden, durch den man auch Aufgaben in der Kirchen übernehmen kann (Kirchenvorstand wählen, Patenamt übernehmen etc.). Das Bekenntnis zur Kirche, das durch Eltern und Paten bei der Taufe für das Kind übernommen wird, wird durch die Konfirmanden selbst erneuert. Und formell werden die Paten mit der Konfirmation aus ihrem Patenamt entlassen.
All dies sind für mich Gründe, auch behinderte Kinder zu konfirmieren, und wenn ein Pfarrer oder eine Pfarrerin dies verweigern würde, wäre ich absolut nicht damit einverstanden. Schließlich gibt es genügend Konfirmanden, die die Kirche zwischen ihrer Taufe und dem Beginn der Konfirmandenzeit nur von außen sehen und nur konfirmiert werden möchten, weil es da viel Geld gibt. Ich glaube nicht, dass sie von der ganzen Sache mehr verstehen als ein behindertes Kind, das mit Ernst dabei ist.
Mein Neffe wurde vorgestern konfirmiert, und mich hat es sehr gerührt zu sehen, wie er so ganz erwachsen und würdevoll vorn in der Kirche stand und mit welcher Souveränität er den Tag gemeistert hat. Ich war sehr stolz auf ihn.

Übrigens finde ich es sehr wichtig, dass die Eltern mit offenen Karten spielen, was die Behinderung ihrer Kinder angeht: In unserer Gemeinde gab es vor zwei Jahren Probleme kurz vor der Konfirmation, weil ein Junge seine Mappe beim Unterricht nicht mit dabei hatte. Als der Pfarrer dann mit der Mutter sprach, sagte sie, dass ihr Sohn den gesamten Stoff auswendig gelernt hätte, weil er schwerer Legastheniker ist und es im Unterricht nicht lesen kann. Sie regte sich furchtbar darüber auf und rief meinen Mann als Vorsitzenden des Kirchenvorstandes an, um sich zu beschweren. ALs mein Mann sie fragte, ob sie es dem Pfarrer denn vorher gesagt hätte, verneinte sie. Danach gab es kein Problem, unser Pfarrer hatte sich nur darüber aufgeregt, dass er seine Mappe nicht dabei hatte und wusste eben nichts von der Legasthenie.
Im vergangenen Herbst begann eine neue Konfirmandengruppe, und es war ein Junge dabei, von dem ich wusste, dass er behindert ist. Mein Mann sagte mir, dass beim ersten Elternabend der Konfirmanden keine Rede davon war, dass er eine Behinderung hat, und unser Pfarrer meinte hinterher, die Mutter hätte ihm gesagt, dass ihr Sohn einen Förderbedarf hätte. Damit kann jemand, der keine Ahnung von Behinderungen hat, aber nicht unbedingt etwas anfangen, und man sieht ihm auch so nicht an, dass er behindert ist. Also gab es Probleme, weil er im Unterricht nicht mitarbeitete, sich weigerte zu lesen (er kann lesen, aber wesentlich langsamer als andere) und in zwei Monaten nur einmal in den Gottesdienst kam und auch unentschuldigt beim Gottesdienst fehlte, den die neuen Konfis gestalteten. Als unser Pfarrer die Mutter dann anrief, war sie völlig erbost, weil ihrer Meinung nach allen klar sein müsste, dass ihr Sohn behindert war. Die anderen Kinder kannten ihn aber nicht, weil er nie im Dorf war, eine Schule in einem anderen Landkreis besuchte etc., und unser Pfarrer hatte das Wort "Förderbedarf" falsch aufgefasst.
Der Junge wurde vom Konfirmandenunterricht abgemeldet und wird nächstes Jahr gemeinsam mit meinen Kindern anfangen. Insgesamt sind es dann vier behinderte Kinder (alle mit geistiger Behinderung unterschiedlicher Prägung), und ich habe mit unserem Pfarrer gesprochen, dass ich mir - wenn es irgendwie möglich ist - einen gemeinsamen Unterricht mit allen Kindern wünsche (unsere Kinder werden seit der 1. Klasse integrativ beschult, und wenn es dort möglich ist, müsste es meiner Meinung nach auch in der Kirche gehen). Unser Pfarrer hat jetzt noch 1,5 Jahre Zeit, sich bei Kollegen und beim Landeskirchenamt zu erkundigen, und dann erwarte ich auch, dass er einen sinnvollen Unterricht für alle Kinder gestalten kann.
Mal schauen, ob ich in zwei Jahren immer noch so optimistisch bin...

Liebe Grüße
Frauke
Frauke mit Zwillis Mareike und Torben, beides Frühchen der 26. SSW, geboren am 26.07.2001
Beide mit Hirnblutungen, HC, Shuntversorgung, beide entwicklungsverzögert und absolut tolle Kinder!!!

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Claudia R.
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Beitragvon Claudia R. » 09.04.2013, 16:25

Hallo zusammen!

Unsere Drillinge werden Sonntag in einer Woche konfirmiert.
Jan und Vanessa waren regelmäßig in der Konferstunde, Maurice hat diese gar nicht besucht.
Aber alle vier Kids waren/sind mit mir regelmäßig im Gottesdienst (mit wenigen Ausnahmen jeden Sonntag) - auch Maurice.
Ich sehe es bei ihm nicht mit dem eigentlichen Hintergrund der Konfirmation, nämlich der Eigenverantwortung für den Glauben - bei ihm ist mir einfach der "Segen" wichtig.
Auch wenn er nicht weiß um was es geht, und obwohl er wohl auch in den Gottesdiensten verstandesmäßig nichts aufnehmen kann, so hat er doch, wenn man nach dem Glauben geht, eine Seele, die alles (auch den Segen) erfassen kann.
Er ist aber auch immer zufrieden in der Kirche, wenn er dort permanent "Amok laufen" würde, würde die Sache wahrscheinlich anders aussehen.

LG
Claudia, die langsam schon mächtig aufgeregt ist, weil der Tag bald da ist....
Claudia '73, Jens '68 und die ganze Bande:
Jan(ADS, LRS, Asthma), Vanessa(Asperger Syndrom), Maurice (ICP m. beinbetonter Tetraspastik, geistige Behinderung, autistische Züge?) alle September '98, und Jonas(fit wie ein Turnschuh) Juli '02

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Beitragvon Claudi-BaWü » 09.04.2013, 16:41

Hallo Ulla,

ich bin auch nicht der all Sonntägliche Kirchgänger.

Meine Eltern haben mich damals auch nicht gefragt ob ich konfirmiert werden möchte.......das gehörte einfach dazu.
Und deshalb bin ich der Meinung das es einfach zum Leben gehört, wie die Taufe auch und warum soll man unseren Kindern das verweigern? Es geht mir auch nicht um das Familienfest, weil bei uns wird es eh nur ein ganz kleiner Kreis sein.

Ich bin schon gespannt auf das Gespräch mit unserem Pfarrer.

lg claudi
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D. 12/2000 Tetraspastik, ICP, keine Sprache, Autistische Züge, Entwicklungsverzögert, Rollstuhlfahrer, seit 24.05.2005 Pohlig US-Orthesen, 10/2011 Hüft OP li. und 04/2017 und 06/2017 beide Knie/Füsse OP in Aschau.

Die Zukunft sollte man nicht voraussagen wollen,
sondern möglich machen (Antoine de Saint Exepury)

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Beitragvon Isolde » 09.04.2013, 16:41

Meine Tochter hat gar nicht die Wahrnehmungsfähigkeit, um einen Gottesdienst von z.B. einem Klassikkonzert zu unterscheiden. Sie wäre dabei, ohne dass sie sich persönlich angesprochen fühlen würde über ein hallo und streicheln hinaus, jedenfalls nicht von Wortbedeutungen.
Hallo liebe Ulla,

egal wie schwer behindert mein Kind ist,
ich - aus meinem Glauben heraus - glaube an das unsichtbare Geschehen zwischen Himmel und Erde,
und würde daher meinem Kind trotzdem diese Möglichkeit geben das Sakrament empfangen zu können.
Jesus - so glaube ich, würde niemals einen Unterschied machen und danach beurteilen wer nun entsprechend Wahrnehmungsfähigkeiten hat oder nicht.
Ich stehe eben dann an der Stelle und entscheide für mein Kind, so wie bei der Taufe auch,
und was dann geschieht würde ich einfach dem unsichtbaren Geschehen überlassen.

Wie gesagt - ist meine persönliche Ansicht dazu.

Liebe Grüße - Isolde
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Ullaskids
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Beitragvon Ullaskids » 09.04.2013, 17:45

Hallo Isolde,
vielleicht liegt der Unterschied darin, dass die Konfirmation kein Sakrament ist.Sakramente sind nur Taufe und Abendmahl. Laut Martin Luther dient die Konfirmation der Bildung, d.h. dem Verständnis von Taufe und Abendmahl. Und das wird meine Tochter nie haben.
Viele Grüße,
Ulla mit Tochter (15): Gendefekt, Epilepsie, Skoliose etc.

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Beitragvon Isolde » 09.04.2013, 18:26

Hallo Ulla,

bei der Firmung geht es auch um das Verständnis von Taufe und Erstkommunion,
im Grunde die freie, eigene Entscheidung ein Leben mit Jesus zu leben.
Das ist der Sinn der Firmung und der Hl. Geist bekräftigt diesen Bund zwischen dem Firmling und seinem Bekenntnis zu Jesus.
So ist es bei völlig normal entwickelten Jugendlichen.

(Viele davon treffen die Entscheidung so ernsthaft, wie sie dann hinterher eben nichts mehr mit der Kirche zu tun haben wollen - bei vielen Konfirmanten ist das auch nicht anders - da geht es oftmals um das Fest und um die Geschenke. Gerade bei den Konfirmanten gibt es große Geschenke, ähnlich wie bei der Erstkommunion bei den Katholiken)

So - aber mein Kind kann eben diese Entscheidung nicht frei wählen,
sowohl bei der Erstkommunion konnte es dieses nicht wie auch nun bei der Firmung nicht.
Den Klick hat es bei mir gemacht als ich Pfarrer Hutterer der am Kinderzentrum in München tätig war genau dieses bestärkte - auch "diese" Kinder haben einen Bezug zu Gott, zu Jesus und zum Hl. Geist. Deshalb haben auch "diese" Kinder ein Recht auf Erstkommunion und Firmung.
Nur weil sie es nicht kommunizieren können darf es ihnen nicht verwehrt werden.

Ich habe mir da auch lange Gedanken gemacht was mein Kind davon überhaupt verstehen würde. Wahrscheinlich hat er nicht wirklich soviel verstanden. Er kann es nicht sagen was er verstanden hat. Und wenn ich dann sein Benehmen bei der Erstkommunion im Altarraum sehe, wie er sich mittenrein legte oder wie er das erste Mal die Hostie empfing (es gibt Bilder davon), da wurde es mir auch anders und ich überlegte einen Moment - ist es nur eine Bühne für mein Kind wieder nur seinen Quatsch vor den anderen vorzuführen?
Aber Jesus sagt: "Lasset die Kinder zu mir kommen!"
Also auch die Kinder die aufgrund ihrer geistigen und körperlichen Wahrnehmungsproblematik nicht wirklich ermessen können was da geschieht.
Aber hält Jesus nicht gerade auch über diese Kinder schützend die Hände?
Die Kranken und Gebrechlichen, die Blinden, Tauben u.v.m. kamen zu Jesus und er hat sie so angenommen wie sie sind.

Und daraus entsteht für mich das Gefühl - es ist richtig dass auch diese unsere vielfältigen Kinder bei Jesus gut aufgehoben sind durch Konfirmation, durch die Erstkommunion und durch die Firmung.

Liebe Grüße - Isolde
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Beitragvon Elke07 » 09.04.2013, 18:53

Hallo Isolde,
vielleicht liegt der Unterschied darin, dass die Konfirmation kein Sakrament ist.Sakramente sind nur Taufe und Abendmahl. Laut Martin Luther dient die Konfirmation der Bildung, d.h. dem Verständnis von Taufe und Abendmahl. Und das wird meine Tochter nie haben.
Hallo,

so sehe ich es prinzipiell auch. Ich sehe in der Konfirmation einer Person die "Antwort" auf die Taufe, in welcher sich (beim Verständnis der Kindertaufe) das "Ja von Gott zum Kind" widerspiegelt. (Anders sieht es natürlich aus, wenn man keine Kindertaufe hat. Dann wird in der Regel auch am Ende des Konfiunterrichts nicht erst getauft und dann konfirmiert, sondern der Jugendliche wird - im selben Gottesdienst - getauft.)
Dass viele die Konfirmation "einfach so" machen, ändert nichts an meinem Verständnis der Konfirmation. Von daher hätte ich als Pfarrerin durchaus ein Problem damit, jemanden, der es nicht ernst meint, oder der es (gar) nicht verstehen kann, zu konfirmieren - wohingegen ich mit jemandem, der vielleicht einen "anderen", vielleicht "kindlicheren" Glauben hat als ich kein Problem hätte; genauso wie in der Konfivorbereitung gerne jeder dabei sein darf.
Das hat nichts mit Ausgrenzung oder sonstwas zu tun. Dass Gott behinderte Menschen genauso liebt wie jeden anderen, ist für mich selbstverständlich, nur habe ich eben von der Bedeutung her mit der Konfirmation ein Problem. In der katholischen Kirche kenne ich mich zu wenig aus um zu wissen, was die exakte Bedeutung der Firmung ist.

Wenn ich selber z.B. ein Kind wie Ullas Tochter hätte (und von der Kindstaufe überzeugt wäre), dann würde ich mir überlegen, ob es eine andere Feier geben kann, die das Kind einfach unter den Segen Gottes stellt. Wenn das Kind Spaß an der Gesellschaft anderer hätte, würde ich vermutlich sogar fragen, ob es beim Konfiunterricht dabei sein darf, auch wenn es nichts versteht. Nur dass am Ende eben nicht die Konfirmation stünde, sondern eine Segnung o.ä. - also eigentlich wie in der Schule, wenn zieldifferent unterrichtet wird, dort lernen ja auch alle zusammen, aber der eine bekommt das Zeugnis der Grundschule, der andere das der Förderschule ;-).
Wenn man auf den Pfarrer zugeht (und er was taugt...), sollte so eine Segnung kein Problem darstellen. Auch Freikirchen, die die Kindertaufe ablehnen, haben z.B. oft eine Segnungsfeier für den Säugling, in manchen Gemeinderichtungen werden meines Wissens sogar Paten eingesetzt. Dann hat die Familie ihre Feier, das Kind wurde bewusst unter den Segen Gottes gestellt und keiner hat ein theologisches Problem, auch wenn er die Kindstaufe nicht mittragen kann.
LG Elke, die nicht "unter ihrem Autismus leidet", auch wenn er den Alltag oft verkompliziert

Autismus (diagn. 2012), Insomnie/ Schlafstörungen + Tagesmüdigkeit, Depressionen, Hashimoto, Asthma

Link-Tipp: AutismusFAQ - Autisten beantworten Fragen zu Autismus

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Beitragvon Diana W. » 09.04.2013, 19:50

Hallo Elke,
ich stimme dir in sofern zu, dass auch ich in der Konfirmation, das "Ja" zur Taufe einer Person sehe. Aber danach gehen wir auch schon auseinander, denn ich glaube, dass viele behinderte Kinder, insbesondere schwerstmehrfachbehinderte Kinder einfach vor dem Problem stehen, dass ihnen die Inhalte eben nicht entsprechend aufbereitet werden, so dass sie auch keine Chance haben, das "Ja" zu geben. Ich selber gestalte seit Jahren in einer Gruppe Gottesdienste für genau diese Zielgruppe und unsere Aufgabe ist es, die Inhalte und Bedeutungen für schwerstbehinderte Menschen erlebbar, spürbar zu machen. Und wenn uns das gelingt merkt man den Menschen schon deutlich an, ob sie mit dem Glauben etwas anfangen können und ob er ihr Leben in einer Art beeinflusst oder eben auch nicht.
Und genauso wird die Konfirmation auch vorbereitet, der Unterricht findet in der Schule statt, im Rahmen des Religionsunterricht, wo dann auch die Pfarrerin durch erfahrene Sonderpädagogen unterstützt wird, um die Inhalte entsprechend rüberzubringen. Und oft gibt es in einem Jahrgang auch drei Gruppen, die "normalen" Konfis, dann Kinder mit unterschiedlichen geistigen Beeinträchtigungen, die aber etwas fitter sind und eine Gruppe für die schwerstmehrfachbehinderten Kinder. Obwohl die Gruppen ihren eigenen Konfiunterricht haben, kommen sie auch immer wieder zusammen, um sich kennenzulernen und mit- und voneinander zu lernen und auch in den Gottesdiensten finden sich dann Elemente aus allen drei Gruppen, so dass sich jeder in dem Gottesdienst wieder findet.

Liebe Grüße, Diana


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