Was sagt ihr eurem Kind? - Frage nach soviel Leid

Hier könnt ihr Diskussionen bezüglich religiöser Fragen und Meinungen führen - oder auch einfach über religiöse Feste wie Taufen, Konfirmationen etc. brichten. Für Familien mit besonderen Kindern haben religiöse Sitten und Gebräuche schließlich auch einen besonderen Charakter.

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Angela77
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Beitragvon Angela77 » 04.04.2013, 00:00

Hallo Marianne,

das ist so schööööön erklärt! Lieben Dank dafür :wink:

LG
Angie
Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin
Vorstellung plus Diäteffekte:
http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic73493.html

Primär nächtliche Epilepsie im motorischen Sprachzentrum (leider erst erkannt im März 2015!!!)

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marianne
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Beitragvon marianne » 04.04.2013, 10:34

Danke, Angie :icon_sunny:, dann hat´s ja geklappt mit dem Erklären, war mir ein solches Anliegen, aber schwer umzusetzen.

LG! Marianne :icon_flower:
Janosch (06/00) Frühkindlicher Autismus, leichte geistige Behinderung, Aufmerksamkeitsstörung, Adoptivkind

There´s a crack in everything but that´s how the light gets in (Leonard Cohen)

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Beitragvon Julianes Sonnenschein » 21.06.2013, 15:08

Ich weiß nicht, ob du noch hier liest. Die Frage wäre für mich, was dahinter steht. Ist es wirklich ihre Frage, warum Gott ihr so viel Leid geschickt hat? Oder wird sie ausgegrenzt, fühlt sich deshalb in welcher Form auch immer anders und benachteiligt und fragt deshalb?
Beispiel 1: Tochter von Freunden wurde sexuell missbraucht und fragt jetzt: Warum hat Gott mich nicht beschützt, wenn wir doch immer dafür gebetet haben? Hier ist wirklich die Frage konkret an Gott gerichtet.
Beispiel 2: Ein Down-Junge leidet nicht wirklich unter dem Down-Syndrom, sondern darunter, wie andere Menschen mit ihm umgehen. Hier wäre die Frage nicht wirklich nach Gott, sondern das Problem sind die Menschen. (Ich glaube, das wird - aber nicht im Zusammenhang mit Gott - in "Ich mit ohne Mama" von Zachmann erzählt - das haben Mama und Sohn mit DS zusammen geschrieben.)
Liebe Grüße
Juliane
__________________________
Mama von Kind mit allg. Entwicklungsverzög., Mikrodeletion 3q29, atypischem Autismus.

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Beitragvon Shira » 24.01.2014, 13:54

Liebe Claudia,
das Thema ist schon alt, aber ich denke dass viele Forumsmitglieder sich diese Frage stellen, und ich moechte euch einen wichtigen Teil meiner Kultur ans Herz legen, der mir schon sehr oft weitergeholfen hat.
ich werde bei meiner Arbeit in der Gemeinde haeufig mit dieser Frage konfrontiert.
Fuer Jugendliche un Erwachsene bietet sich das Buch Hiob zur Diskussion an, aber fuer Kinder ist das natuerlich viel zu schwer zu verstehen.
Aber ich lese mit Kindern immer gerne Geschichten aus dem Talmud oder Chassidische Fabeln, weil diese Frage haben sich schon Rabbiner vor mehr als 1000 Jahren gestellt. Das Resultat ihrer Diskussionen waren haeufig weise und oft auch humorvolle Geschichten und Fabeln, die fuer den Leser gut verstaendlich sind (Sinn und Zweck war damals, dem einfachen Volk Antworten zu liefern) und ihm eine neue Sichtweise auf die Situation verschaffen.

Viele dieser Geschichten wurden auch ins Deutsche uebersetzt und in Buechern veroeffentlicht.
Auch wenn das natuerlich juedische Literatur ist, finde ich dass es auch CHristen in ihrem Glauben weiterhelfen kann, es geht ja um ein und denselben Gott!
Ich konnte so schnell nichts passendes im Internet auf Deutsch finden, aber vielleicht waehre diese englische Seite ein erster Anhaltspunkt:
http://www.chabad.org/library/article_c ... idrash.htm

Da diese Frage wohl viele in diesem Forum beschaeftigt, werde ich weiter nach deutschen Seiten suchen, und die hier posten, diese Geschichten sind wundervoll und die Rabbiner hatten auf jede Frage eine Antwort!
Viel Glueck, Shira
Yannai ('85) und Shira ('89), Asthma, Vollwaise seit Kindertagen und nach langer Therapie trotzdem Gluecklich, mit Yael ('08) Down Syndrom, HIV positiv, Rivka und Chaya ('10), Asthma, Untergewicht ohne Diagnose (beide), Aram ('12), Asthma, Herzfehler

.....Der ganz normale Familienwahnsinn....

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Beitragvon julianejane » 24.01.2014, 14:45

hallo claudia,

die frage deines kindes hat m.e. mehrere ebenen.

sie wird sich mehr und mehr über sich selbst bewusst. sie beginnt ihre eigenheiten zu erkennen, sie vergleicht sich mit den anderen und versucht einzuschätzen, was sie ausmacht, was sie kann, wer sie ist und wie sie in der gruppe bestehen kann.

sie braucht die botschaft von dir, du, die mama, wirst für sie da sein, wenn sie dich braucht. sie wird auf dich zählen können, dir vertrauen können und auch du traust ihr etwas zu. du glaubst an sie.

in der immerwiederkehrenden frage zwingt sie dich auch, dir über deine verantwortung bewusst zu werden (dinge ändern sich, aber du bleibst die mama) und wieviel geduld kannst du für sie aufbringen? bist du verletzlich, darfst du auch schwach sein und das zeigen? wer oder was hilft dann?

und es ist auch

ein prozess der abgrenzung. hier bin ich --- da bist du. 2 wesen. diese erkenntnis ist teilweise verstörend und macht unsicher und verletzlich. gespräche, v.a. die tiefen, bringen euch nahe.

in dem alter ist oft die frage von schuld und unschuld bzw. recht, unrecht und ungerechtigkeit ein thema. kinder beginnen jetzt die dinge realistischer zu sehen und es wird auch mehr verantwortung von ihnen verlangt und sie wollen wissen, wie die anderen, die eltern über die welt denken und das leben meistern.

ob es gott gibt oder nicht,

ihr seid beide auf der suche nach antworten. wie alle hier. ich wünsch euch viel erfolg!

liebe grüße, bianca
F. 04/06 (Verdacht NF1)
J. 07/12 (motorische Entwicklungsverzögerung, muskelhypoton)


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