Autismus und gestörte Mutter-Kind-Beziehung

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Autismus austauschen.

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Lija
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Beitragvon Lija » 10.11.2016, 22:30

Diese Lektion habe ich jetzt allerdings auch gelernt, bloß nicht zu viel persönliches von sich preis geben. Und das ist etwas was mir so überhaupt nicht gegeben ist, da ich immer sehr offen und ehrlich allen Menschen gegenüber trete und grundsätzlich auch nichts zu verbergen habe. Aber das kann einem echt das Genick brechen.
Ich hoffe in unterm Fall wird es nicht so weit kommen, im Grunde können sie einem auch nichts, aber wenn man sich eure Geschichten so anhört, gibt es ja scheinbar nichts was es nicht gibt 😕

@Johanna: Bei euch ging das also von der Frühförderung aus?
Inwiefern wenn ich fragen darf?
Mutter eines ganz besonderen Kindes

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Vicki
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Beitragvon Vicki » 11.11.2016, 01:55

Hallo Dina,
Unsere Tochter wollte nicht vollstationãr, zwangseinweisen konnte man sie nicht. Da hat man es anders versucht.
Eine uns auferlegte Familienhilfe hat uns dann Erziehungsunfähifkeit unterstellt. Wir konnten zwar alles stichhaltig widerlegen,aber das hat das Jugendamt nicht interessiert. Anschließend hat man sie noch von der Schule verwiesen, dank der guten Zusammenarbeit zwischen Jugendamt, "Familienhilfe" und Schule.
Dann hat das Jugendamt gedroht sie in eine Wohngruppe zu stecken,wenn wir uns nicht einer Prüfung der Erziehungsfägigkeit unterziehen würden.
Unser Anwalt hat uns dann geraten, das ganze vors Gericht gehen zu lassen, sonst würde es nie aufhören.
Das haben wir dann gemacht.
Herausgekommen dabei ist,dass ein Gutachter prüfen sollte,was unsere Tochter benötigt, damit es ihr besser geht. Das ist jetzt geschehen. Das Gutachten ist jetzt bald fertig. Der Gutachter steht aber hinter unserer Tochter.
Zum Gericht werden wir dann nochmal müssen, unsere Tochter natürlich auch.
Das war jetzt eine Kurzfassung :shock:

Gruß Vicki
Und wie ist es dazu gekommen dass ihr bis vor Gericht musstet?
Ich habe eure Geschichte etwas mitverfolgt, war das jetzt schlussendlich weil ihr sie nicht vollstationär geben wolltet?

Chaosmarie
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Beitragvon Chaosmarie » 11.11.2016, 08:40


Was meinen Bruder betrifft, so rät er mir dringlichst dazu "Fachleuten" möglichst aus dem Wege zu gehen und wenn man sie braucht, dann sich ganz bedeckt zu halten und nix über die eigenen Person, häusliche Situation usw. von sich geben, nur die nötigsten Infos zum Kind. Er sagt, dass die besagten Leutchen einem gaaaanz gefählich werden können. dass das so ist, das haben auch wir bereits selbst erfahren inc. Jugendamt, Schutzplan für das Kind und ganz vielen Dingen. Ohne meinen Bruder wäre Marcel jetzt bei einer Pflegefamilie. Nach Schutzplan und Jugendamt hatten wir dann aber die gesicherte Diagnose und somit war de Schutzplan und das Jugendamt, hoffentlich bis in alle Ewigkeit, vom Tisch.

Ich mag an diese Zeit gar nicht zurück denken, vor allem nicht daran, dass der eigene Kindsvater mit treibender Unterstützung der Frühförderin sein eigenes Kind in diese Situation gebracht hatte.

Gruss!

Jo
Die Ratschläge Deines Bruders könnte man sich in Gold gerahmt übers Bett hängen. Ich setze noch eins drauf: Bloß nicht zulassen, dass das Jugendamt irgendwelches Gesocks (ich weiß, dass die Wortwahl grenzwertig ist. Aber wie würdet Ihr Leute nennen, die - häufig mit unzureichender Qualifikation - durch Lug und Trug Eure Familien zerstören?) in Deiner Familie, als Schulbegleiter etc. "installieren", sondern selbst die Personalauswahl treffen. Nach einer - angedachten - Reform des SGB VIII wird das voraussichtlich nicht mehr möglich sein, aber noch könnt Ihr... Und seid schon im Vorfeld so unbequem, dass den 'Fachleuten' und Sachbearbeitern die Lust vergeht, sich mit Euch anzulegen.

Man muss sich eins vor Augen halten: Es gibt genügend 'Fachleute' unterschiedlicher Ausrichtung, die um der Karriere, Arbeitsplatzsicherung, des eigenen Egos willen bereit sind zu lügen, das sich die Balken biegen. Das oft gerade von solchen Leuten beschworene Kindswohl ist pupsegal. Wenn man dann die Struktur des Gutachten(un)wesen lösgelöst von der Sachlage betrachtet, ergibt das einen anderen Sinn: Ihr seid nicht Auftraggeber der Gutachter, sondern der Richter. Also versucht der Gutachter, das zu belegen, was er für die Haltung des Richters hält, in der Hoffnung, von ihm auch in Zukunft mit lukrativen Aufträgen bedacht zu werden. Das ist in Kurzform der Grund, warum in vielen Gutachten so viel Mist steht.

Auch bei uns hat man einiges versucht: unserem Kind eine Deprivation statt Autismus und meinem Mann ein Gewaltproblem anzuhängen, mich in die (geschlossene) Psychiatrie zu kriegen, und noch ein paar andere Schweinereien, die auch nicht ohne sind. Und auch bei uns kamen wesentliche Impulse dafür aus dem weiteren familiären Umfeld.

@Mijo: Du kannst zumindest einen Antrag auf Löschung von sachlich falschen Aktennotizen stellen. Einen Anspruch darauf hast Du nicht, aber einen Versuch ist es wert.

lg

Marie
"Scheffin" *2006 gesund und topfit, hochbegabt
"Prinzesschen" *2007 fröhliche und charmante Kannerautistin
"kleiner Bruder" *2011 gesund, quietschfidel, Verdacht auf Hochbegabung.

Was glaubt Ihr, was hier los wäre, wenn noch mehr Leute wüssten, was hier los ist!

Lija
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Beitragvon Lija » 11.11.2016, 08:55

@Vicki: Wie kam es zu der Familienhilfe wenn ich fragen darf?
Mutter eines ganz besonderen Kindes

mijo
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Beitragvon mijo » 11.11.2016, 09:46

Hallo Marie.

Vielen Dank.
Hatte ich versucht .
Es hies aus den Akten dürfte nix gelöscht werden,aber die Vorwürfe würden ja durch die Richtigstellung aufgehoben :roll:
Jedenfalls hab ich (dadurch)eine sehr gute Anwältin.
Weil ein 2x pasiert uns das nicht!
Dachte bis dahin das ohne Überprüfung so was nicht möglich.
Aber sobald ein Familienhelfer ect,mist erzählt wird nicht mehr erst geprüft.
Weil das Jugendamt sich auf deren Aussagen verläst.
Wenn dann die Chemie nicht stimmt,und man wagt zu wiederspechen kann es schnell böse ausgehen.

VG
Fuer Wunder brauchen wir Augen,die sehen und EIN Herz,DAs versteht ,fuer EIN Wunder zu Danken.

mijo
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Beitragvon mijo » 11.11.2016, 09:53

p.s. und die Schwierigkeiten die ja nur durch mich ausgelöst werden sollen ,bestehen nach 2Jahren Wohngruppe immer noch :wink:
Von wegen ich bin der Auslöser :roll: :wink:
und seine Asperger Diagnose bekam er von einer anerkannten Stelle nicht mit der Begründung er hätte es sich bei mir abgeguckt.
klar, deswegen sind wir auch so verschieden.
Tja so kanns gehen :wink:
Dabei ist er so eindeutig ,das es deutlicher nicht geht.

VG
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Vicki
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Beitragvon Vicki » 11.11.2016, 10:45

@Vicki: Wie kam es zu der Familienhilfe wenn ich fragen darf?
Hallo Dina,
die wurde uns in einem großen HPG mit ziemlich vielen Leuten vom damaligen Facharzt "aufgedrängt", hätten wir dem nicht zugestimmt, hätte es wieder massien Ärger gegeben.

Den hatten wir dann allerdings durch diese Frau mehr als genurg.
Der Bericht ging auch in mehrfacher Ausfertigung an die Schule, da standen natürlich auch ziemlich viele private Dinge drin.

Kurz danach hat man unsere Tochter von der Schule geworfen, ein vorher erstelltes Gutachten vom Amtsarzt - da mussten wir hin - hat sich an diesem Bericht orientiert, die Schule hat ihn auch dahin geschickt.

Ich bin mittlerweile megavorsichtig mit dem geworden, was ich sage.
Nett sind sie alle am Anfang und schleimen sich ein und dann kommt das dicke Ende und Du fällst echt hintern rüber..................und kommst dir nur noch vollkommen bescheuert vor.

Gruss Vicki

Bettina C.
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Beitragvon Bettina C. » 11.11.2016, 13:34

Hallo miteinander,

okay, ich wollte das eigentlich nicht erwähnen, aber Marie gab mir nun die Steilvorlage. Während man ihrem Mann ein " Gewaltproblem " unterstellte, hat man bei uns die Beziehung hinterfragt, und als wir offen sagten, momentan "gehe es nur ums KInd ", war für den Pappkopp klar, dass der Papa meines Sohnes
" iwann ausrasten werde ", weil " er ja bei mir kein Mann mehr sein kann " :shock: Runter gebrochen sollte das heißen, weil wir kein Intimleben mehr hatten, werde er ganz sicher iwann den Kleinen " gegen den Badewannenrand schleudern " :shock: Wenn Ihr wüßtet, was für ein Lamm er ist...der mit JEDEM mitleidet, mitfühlt, ein guter Zuhörer ist. Zudem bekleidet er einen recht hohen Posten bei einer Landesbehörde ( okay, das heißt nichts ), aber er hat viel Verantwortung zu tragen. Solche schlimmen Aussagen tätigte er über Menschen, die er exakt zwei Mal für 20 Min. gesehen hat. Und gab diese an das JA weiter...
Da fragt man sich natürlich, wie kann das sein, dass jemand so etwas ungestraft tun kann ? Okay, diese Frage wird sich für mich erst stellen, wenn der Gerichtsprozess vorbei ist. Vorher habe ich keine Chance...

@Marie: Ich muss Dir vollkommen beipflichten, was das Gesocks angeht. DAS war auch bei uns der Untergang. Heute bin ich ziemlich sicher, dass auch das System hatte. Dass der Anbieter ( das JA arbeitet NUR mit ihm zusammen ) die Schulhelfer darauf angesetzt hat, möglichst viele Missstände in der Familie aufzudecken. So wie bei Vicki die Familienhelferin.

Seis drum, meine Stunde kommt noch.

GLG, Bettina
Betty, Asperger - Autistin & B., *2005, HFA F.84.0,Teilleistungsstörung/Koordination, Einschränkung der Visuomotorik, Dysdiadochokinese, stark eingeschränktes Kurzzeitgedächtnis. Und das tollste Kind :-)

Vicki
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Beitragvon Vicki » 11.11.2016, 18:11

Hallo Bettina,
ganz am Anfang, als alles so anfing, hat man die erste I-Kraft auch darauf angesetzt auf die Familie zu achten und alles an das JA weiterzugehen. Da kam die I-Kraft nach der Schule noch zu uns, um mit unserer Tochter Hausaufgaben zu machen (Grundschule).
Die haben das hinterher sogar zugegeben.
Eine Familien"helferin" ist noch intensiver in der Familie. Wie soll man denn solchen Leuten vertrauen, wenn die eh darauf angesetzt sind, die Familie nur in eine Richtung zu bearbeitern und auszuspionieren. Sobald die eine Schweigepflichtsentbindung haben ist alles zu spät. Und die musst du denen geben, sonst macht das JA natürlich wieder massiven Ärger.
Dann kommt wieder dieses "mangelnde Mitwirkungsing", bäm, sind die anderen Hilfen (I-Kraft in unserem Fall) sofort weg! :shock:
Und die haben alle mal was soziales studiert, ich könnte das dann nicht.

Gruss Vicki

Hallo miteinander,

okay, ich wollte das eigentlich nicht erwähnen, aber Marie gab mir nun die Steilvorlage. Während man ihrem Mann ein " Gewaltproblem " unterstellte, hat man bei uns die Beziehung hinterfragt, und als wir offen sagten, momentan "gehe es nur ums KInd ", war für den Pappkopp klar, dass der Papa meines Sohnes
" iwann ausrasten werde ", weil " er ja bei mir kein Mann mehr sein kann " :shock: Runter gebrochen sollte das heißen, weil wir kein Intimleben mehr hatten, werde er ganz sicher iwann den Kleinen " gegen den Badewannenrand schleudern " :shock: Wenn Ihr wüßtet, was für ein Lamm er ist...der mit JEDEM mitleidet, mitfühlt, ein guter Zuhörer ist. Zudem bekleidet er einen recht hohen Posten bei einer Landesbehörde ( okay, das heißt nichts ), aber er hat viel Verantwortung zu tragen. Solche schlimmen Aussagen tätigte er über Menschen, die er exakt zwei Mal für 20 Min. gesehen hat. Und gab diese an das JA weiter...
Da fragt man sich natürlich, wie kann das sein, dass jemand so etwas ungestraft tun kann ? Okay, diese Frage wird sich für mich erst stellen, wenn der Gerichtsprozess vorbei ist. Vorher habe ich keine Chance...

@Marie: Ich muss Dir vollkommen beipflichten, was das Gesocks angeht. DAS war auch bei uns der Untergang. Heute bin ich ziemlich sicher, dass auch das System hatte. Dass der Anbieter ( das JA arbeitet NUR mit ihm zusammen ) die Schulhelfer darauf angesetzt hat, möglichst viele Missstände in der Familie aufzudecken. So wie bei Vicki die Familienhelferin.

Seis drum, meine Stunde kommt noch.

GLG, Bettina

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MarcelundMama
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Beitragvon MarcelundMama » 11.11.2016, 20:38

Hallo!

Ich "kann" das alles gar nicht lesen... Unglaublich, was mit behinderten Kindern und deren Familien da getrieben wird... In unserem Rechtssystem stimmt irgendetwas ganz gewaltig nicht!!!! :!: :!: :!:
Da werden Kinder in Familien misshandelt, vernachlässigt und auch umgebracht - wo sind denn bitte da die "Fachleute"??? Verkriechen sich in ihren Höhlen??? (Büros) und kommen bei Familien, die dringend Hilfe benötigen dann aus der Versenkung, jedoch auf eine perfide Art und Weise die seinesgleichen sucht....
Das, was die "Fachleute" da betreiben (unter dem Deckmäntelchen des Kindeswohls) ist die eigentliche Kindeswohlgefährdung und zwar eine hochgradige!
Eigentlich müsste man den Spiess umdrehen und nach jedem Vorfall schnurstracksgeradeaus zur Polizei wandern um Anzeigen wegen Kindeswohlgefährdung und Verleumdung stellen, ebenso beim Jugendamt die jeweilige Person "anzeigen" und die Öffentlichkeit einschalten. Und auch als betroffene Gemeinschaft, wir sind ja hier (viel zu) zahlreich vertreten, sollte man sich zusammen schliessen und gemeinsam etwas dagegen unternehmen. Da sind unsere Politiker stark gefragt. Der Willkür dieser "Fachleute" sollte dringlichst ein Riegel vorgeschoben werden!

Mir ist jetzt schon ganz bange vor der Schulzeit mit Integrationshelfer, der dann bei allen erdenklichen Stellen "Rapport" erstatten muss... Da kann man nur zum lieben Gott beten, dass der Mensch einem gut gesonnen ist...
Alsoi unser Haus (bzw meine künftige Wohnung) wird so ein Mensch niemals betreten und auch keine andere dieser "Bazillen".

Und auch im Kindergarten bin ich ab sofort nur noch auf ein "Guten Tag" und "Auf Wiedersehen" beschränkt. Das regelmäßige Entwicklungsstandgespräch werde ich sehr passiv mitmachen... Habe gar nicht daran gedacht, dass diese Berichte direkt an den Fachbereich Soziales der Stadt gelangen und ein dort evtl. schlecht gelaunter Leser einen direkten Draht zum Jugendamt hat... Und im Kindergarten kennt man mich neuerdings (allerdings nicht ohne Grund - dazu gibt es einen anderen Post von mir) als "aufmüpfige" Mutter die sich die dortigen Missstände nicht einfach mal reinzieht. (ui ui ui... nicht gut...)
Heiliger Strohsack... An den "blöden" Kindergarten habe ich jetzt gar nicht gedacht... :shock: :shock:

Gruss!

Jo
Joanna (49) & Marcel (11.2011) ASS Diagnose Juni 2014 und ADHS im Januar 2018 als "Sahnehäubchen" oben drauf... ;o)


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